Mythos oder Wahrheit: Kopfbälle machen blöd - oder doch nicht?

Doch meist sind die Spuckereien nach kurzer Zeit wieder vergessen, wenn nach einem Einwurf oder einem Eckball ein Kopfballduell ansteht. Alle Zuschauer blicken gebannt auf die Ballannahme - doch einige dürften sich fragen: Sind Kopfbälle nicht schädlich und machen dumm? Immerhin wird das Gehirn bei Ballannahmen mit dem Kopf in Mitleidenschaft gezogen. Experten des Albert Einstein College of Medicine in New York haben das wissenschaftlich bestätigt: Zu viele Kopfbälle erhöhen das Risiko, dass sich Fußballer Hirnverletzungen zuziehen.

Ob Kopfbälle wirklich dumm machen oder ob es sich dabei um einen Mythos aus der Fußballwelt handelt, darüber streiten sich Experten seit Jahren. Bild: Yuri Kochetkov/Chema Moya/dpa

Mit einem Verfahren, das die Mediziner als diffusionsgewichtete Magnetresonanztomografie nennen, konnten in einer Studie kleinste Hirnverletzungen bei Fußballern festgestellt werden, die Kopfbällen nicht abgeneigt sind. Wie die Wissenschaftler feststellten, sind Hirnveränderungen vor allem dann erkennbar, wenn Fußballer pro Jahr zwischen 100 und 1500 Kopfbälle pro Jahr annehmen. Übrigens: Der Untersuchung zufolge werden durch Kopfbälle vor allem die Regionen im Hirn geschädigt, die für das Gedächtnis, die Aufmerksamkeit sowie die Sehfähigkeit zuständig sind.

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Berechtigtes Kopfball-Verbot für Nachwuchskicker

Doch es gibt Hoffnung für alle Fußballer, die Kopfbälle nicht vermeiden wollen: Denn wie so oft im Fußball zählt auch hier die richtige Technik. Mit einer gut trainierten Nackenmuskulatur und der richtigen Ballannahme können Hirnschäden so gut wie ausgeschlossen werden. Anders sieht es jedoch bei Nackwuchskickern aus: Da die Schädeldecke von Kindern noch nicht so stabil ist wie die von Erwachsenen, sollten Kinder unter 15 Jahren kein Kopfballtraining betreiben, um langfristige Schäden auszuschließen.

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