Lina Wendel privat: Für ihre Tochter ging "Die Füchsin" durch die Hölle

Die Kritiker lieben Lina Wendels nuanciertes Spiel, das ohne Übertreibungen auskommt. Vielleicht vermeidet die Schauspielerin das große Drama in ihrem Spiel, weil sie es im wahren Leben bereits durchmachen musste?

Die Ex-Stasi Spionin Anne Marie Fuchs (Lina Wendel) und Youssef El Kilali lösen ihre gemeinsamen Fälle in "Die Füchsin" mit unorthodoxen Methoden. Bild: Martin Rottenkolber / WDR / dpa

Die Schauspielerin Lina Wendel wurde 1965 in Berlin geboren und stand schon als 17-Jährige vor den Kameras des damaligen DDR-Fernsehens. Sie leckte Blut, wie es so schön heißt, und begann 1984 mit einer Schauspielausbildung an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch.

Lina Wendel erlernt ihr Handwerk am Theater

Nach ihrem Abschluss im Jahre 1989 erhielt sie sofort ein Engagement am Neuen Theater Halle, wo sie bis 1992 unter anderem Gretchen aus Goethes "Urfaust" und Ophelia aus Shakespeares "Hamlet" spielt. Dem Theater blieb die Schauspielerin bis heute immer treu und bespielte Bühnen in Hamburg, Weimar, Cottbus und Dresden. Wer Glück hat, kann sie heute noch am Berliner Polit-Kabarett "Charly M." live erleben.

Kleine, aber feine Rollen: Die Filmkarriere der Schauspielerin Lina Wendel

Neben ihren Theater-Engagements trat Lina Wendel ab den 1990er Jahren immer wieder auch vor die TV-Kameras und wirkte in zahlreichen Fernsehserien wie "Stubbe – Von Fall zu Fall", "SOKO Leipzig" und "Großstadtrevier" mit. Auch den "Tatort" beehrte sie mehrmals. Auf der großen Leinwand setzte Lina Wendel vor allem auf kleine, aber feine Produktionen wie "Wildcard" (2018), "Silvi" (2012) oder "Herbert" (2015). Die beiden letztgenannten Produktionen bescherten ihr auch die Anerkennung der Branche. So wurde sie 2013 für "Silvi" als beste Schauspielerin beim San Gio Verona Filmfest ausgezeichnet und 2016 für den Deutschen Filmpreis für die beste weibliche Nebenrolle in "Herbert" nominiert.

Lina Wendel auf Verbrecherjagd in "Die Füchsin"

Aktuell ist sie unter anderem als Hauptdarstellerin in der ARD-Fernsehreihe "Die Füchsin" zu erleben. Hier spielt sie die ausgebrannte Anne Marie Fuchs - eine ehemalige Stasi-Agentin, die aussteigen wollte und das teuer bezahlen musste. Deren Spürsinn erwacht jedoch zu neuem Leben, als sie mit Zufallsbekanntschaft Youssef in verschiedenen Kriminalfällen ermittelt.

Lina Wendel geht als alleinerziehende Mutter einer Tochter durch die Hartz-IV-Hölle

Ihr Privatleben hält die Schauspielerin weitgehend unter Verschluss. Bekannt ist, dass sie aktuell in Berlin lebt, gerne tanzt und ein außergewöhnliches sportliches Hobby hat: Sie fechtet! 2000 brachte sie ein Mädchen namens Johanna zur Welt. Eine Zäsur in Lina Wendels Leben, die zu spüren bekam, wie schwer es ist, die Jobs als alleinerziehende Mutter und als Schauspielerin unter einen Hut zu bekommen. Sie hängte vor allem die geldbringenden Theater-Engagements an den Nagel.

"Mein Beruf ist nicht familienfreundlich. Und wenn man Mutter von einem Kind ist, noch dazu alleinerziehend, muss man sich entscheiden. Entweder wechselt man alle zwei Jahre das Festengagement an einem Theater und zieht mit dem Kind permanent um oder nicht. Und ich habe mich für Letzteres entschieden", erklärte Wendel im "KURIER"-Interview.

Sie wollte sich vornehmlich um ihre Tochter kümmern und hangelte sich fortan von Job zu Job – betreute beispielsweise Menschen mit Handicap und nahm kleine und kleinste Rollen in Serien an. Erst 2013 zieht die Hartz-IV-Empfängerin mit dem bereits erwähnten "Silvi" ihren Kopf wieder aus der Schlinge und startet in einen zweiten Karriere-Frühling.

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pap/kad/news.de

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