27.09.2016, 12.50 Uhr

Freddy Quinn zum 85. Geburtstag: Das macht der Schlagerstar heute - und so geht es ihm

Sänger, Schauspieler, Showmaster und der perfekte Seemann, auch wenn er nie zur See gefahren ist: Der Österreicher Freddy Quinn wurde zu einem der größten Schlagerstars in Deutschland - und einem, der von seinem Rücktritt offensichtlich nicht zurücktritt.

Freddy Quinn gilt als einer der größten Schlagerstars Deutschlands. Bild: Patrick Lux/dpa

Nein, der Junge kommt wohl nicht bald wieder - zumindest in die Öffentlichkeit zieht es Freddy Quinn seit langem nicht mehr. Aus dem Rampenlicht hat sich der Schlagerstar konsequent verabschiedet. Seine Ruhe wolle er haben und auch nicht als "tragisches Fotomotiv" enden, erklärte er seinen Rückzug in früheren Interviews.

Freddy Quinn wird 85 Jahre! Der singende Seemann hat Geburtstag

Selbst wenn ein Jubiläum für den Entertainer ansteht, wiederholt der Mann, der ihn jahrzehntelang managte, sein Statement immer wieder aufs Neue: "Freddy geht es gut", sagt Werner Triepke, "aber er will keine Interviews geben". 85 Jahre alt wird Quinn am Dienstag (27. September), seine Hits wie "Junge, komm bald wieder" und "Heimweh" liegen mehr als ein halbes Jahrhundert zurück - der singende Seemann ist er für viele Deutsche geblieben.

Freddy Quinn heute: Ein Österreicher mit Sehnsucht nach dem Meer

Seefahrerromantik und St. Pauli - weit weg für jemanden, der in Österreich auf die Welt gekommen ist. "Für einen Möchtegern-Hanseaten wie ein Geburtsfehler", sagte Quinn mal, "aber zumindest wurde ich in Hamburg gezeugt". Auch zur See gefahren sei er "nie so richtig, auch wenn es von meiner Plattenfirma so propagiert wurde". Doch wie kein anderer schaffte es der Mann mit dem Bariton und den Balladen, den Deutschen in der Nachkriegs- und Wirtschaftswunderzeit aus der Seele zu singen. Von Abschied und Heimkehr handelten seine Lieder, von der Sehnsucht nach fremden Häfen und der Einsamkeit an Orten fern von daheim. Seine melancholischen Lieder trafen den Nerv der Zeit. Der umschwärmte Sänger mit dem Image des einsamen Herzensbrechers verbuchte innerhalb von zehn Jahren ebenso viele Nummer-eins-Erfolge.

Steile Film-Karriere! Freddy Quinn als Schauspieler auf St. Pauli

Nach Hamburg hatte es den Sohn eines Kaufmanns und einer Journalistin Anfang der 50er Jahre verschlagen. Regielegende Jürgen Roland ("Stahlnetz", "Großstadtrevier") entdeckte ihn auf St. Pauli in der "Washington-Bar". Bald darauf begann für Quinn eine "neue Zeitrechnung", als er seinen ersten Plattenvertrag unterschrieb.

Perfekt entsprach er dem Idealbild des Seemanns, nicht nur als Sänger, sondern auch als Schauspieler. Vor der Kamera in Musikfilmen wie "Freddy, die Gitarre und das Meer" und "Heimweh nach St. Pauli" spielte er ebenso wie auf der Bühne, in "Große Freiheit Nr.7" trat er in Hans Albers' Paraderolle auf. Seine Leidenschaft für den Zirkus zog ihn immer wieder in die Manege zurück - mal balancierte er ungesichert auf Hochseilen, mal trat er mit Raubtieren im Käfig auf.

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