Der Henker wartet schon
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Von von news.de-Redakteur Frank Meinzenbach
Artikel vom 18.09.2009
Nachdem die beiden Flügel des Metalltors geschlossen wurden, ist das Tageslicht verschwunden. Was der Gefangene nicht weiß: Er wird es nie wieder zu sehen bekommen. Die Verlegung wird zum letzten Gang, das Gnadengesuch ist abgelehnt.
Seit Gründung der DDR wurden 164 Todesurteile vollstreckt, so ist zumindest der aktuelle Kenntnisstand. Die Todesstrafe ist ein schwarzes Kapitel der DDR, Geheimhaltung gegenüber der Öffentlichkeit und politische Einflussnahme bis in die SED-Spitze prägen ihre Geschichte. Anders als in der Bundesrepublik, die sie im Grundgesetz abgeschafft hatte, drohte Mördern, NS-Verbrechern und Spionen im Arbeiter- und Bauernstaat bis 1987 die Hinrichtung.
Vollstreckt wurde das Todesurteil an einem zentralen Hinrichtungsort. Ursprünglich stand die Guillotine in Dresden, doch aufgrund der großen Nähe zur dortigen Universität hat man bald nach einem geeigneteren Platz gesucht. Fündig wurden die Verantwortlichen schließlich in einem alten Leipziger Gefängnis. Das große Gebäude aus der Kaiserzeit konnte mit geringem Aufwand so angepasst werden, dass niemand von den Hinrichtungen erfuhr, obwohl es mitten in einem Leipziger Wohngebiet steht.
Und tatsächlich, bis nach der Wende wussten die Anwohner nicht, dass nur ein paar Schritte vor ihrer Haustür die Todesurteile vollstreckt wurden - zuerst noch mit der Guillotine, nach Einführung des Strafgesetzbuchs 1968 durch Erschießung. Wie auch, hat man für die Hinrichtung doch einen unscheinbaren Trakt des Gefängnisses gewählt.
«Der Eingang wurde für Warentransporte genutzt, deswegen schöpften Anmieter und Gefangene keinen Verdacht», erklärt Tobias Hollitzer, Leiter des Bürgerkommitees Leipzig. Seine sonore Stimme gewährt spannende Einblicke in die Räume wie auch das System der DDR - ein Redeschwall an Fakten, durchmischt mit sehr anschaulichen Erzählungen. Immer wieder bricht in seinen Erzählungen Verachtung hervor, der ehemalige Besetzer der Stasi-Zentrale in Leipzig hat sein Leben der Aufarbeitung und Öffentlichmachung der DDR-Vergangenheit verschrieben.
Der Rationalismus des Tötens ist so einleuchtend wie schockierend: Die Einfahrt führt eigentlich in den Gefängnisinnenhof, den die Verurteilten jedoch nicht mehr zu sehen bekamen. Denn zwischen dem zweiten und letzten dritten Eisentor hielt der Kleinbus, ein Barkas B1000. Abgeschottet von der Außenwelt und dem Gefängnisinnern musste der überraschte Gefangene aussteigen. Neonröhrenlicht fällt auf graublaue Ziegel, das alte Gemäuer riecht muffig, Farbe blättert von den Toren ab. Kurz nach der Wende wurde das Gefängnis geschlossen, Raum und Zeit sind noch Teil einer vergangenen Welt. Wahrscheinlich hat hier der eine oder andere vor 30 Jahren bereits Verdacht geschöpft, vielleicht dauerte es auch bis zum Betreten der Hinrichtungsräume.
Auch hier ist die Unauffälligkeit wieder bedrückend. Über eine weißlackierte Holztür, zwei Stufen, betritt man den Vorraum des Todes. «Ursprünglich war das die Wohnung des Gefängnisheizers und seiner Familie», erklärt Hollitzer in dem kahlen Flur. Wieder kaltes Neonlicht, die Wände weiß, die Fenster zugemauert. Einheitsbodenplatten aus Beton, wie sie in Kindergärten, Schulen und Bürogebäuden der DDR verlegt waren. Fünf gelbe Türen, rotbraune Holzrahmen - die Orientierung fällt schwer.
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Sie verklären einen Staat, der seine Bürger manipuliert, bevormundet, bespitzelt, eingesperrt und sogar ermordet hat, und das nicht nur in Leipzig! Öffnen Sie doch langsam die Augen. Heute gibt es freie Medien und auch die Geschichtsbücher sind nicht mehr "rot gefärbt". Es würde Ihnen gut tun, sich zu informieren. Viele Grüße aus Magdeburg von einem "Ossi"!
jetzt antwortenKommentar meldenTja. was ist dummes daran sich zu erinnern? Ein Kessler schickt seine Frau in die Todeszelle und wird dort Roter General. Was solls? Wo ist da das Gute. Der Kessler etwa? All die FDGB Ferienheime? Gut waren sie. Nicht wahr. Das sie aber anderen vorher geklaut wurden, die dann in den Knast gesteckt wurden ist uns dort nie gesagt worden. Das Einzige Gute an der DDr war, das es zum Parteitag Bananem gab.
jetzt antwortenKommentar meldenTodesstrafe sollte man mal für Kinderschänder wieder einführen... aber naja wir leben ja auch in einem Staat wo offiziell Meinungsfreiheit herrscht und alle Menschen gleich sind. Aber man weis ja das dies nur eine Sachliche Form ist und die Realität sieht ganz anders aus. Allein schon der BND sortiert gewisse Meldungen und kontrolliert was in den Medien gezeigt werden darf und was nicht. Bloß das Volk unter Kontrolle halten, und die Politik strikt weiterhin ihre Fäden. Es ist wie im Theater, und jeder schaut zu.
jetzt antwortenKommentar meldenLieber Ralf, was ist denn dumm daran wenn man Positives in Erinnerung behält? Der Mensch braucht Gutes. Das Böse und Negative sollte man zwar auswerten und Lehren daraus ziehen aber dann besser vergessen. Denn "das Schlechte/Böse" liebt es wenn es im Gespräch bleibt und die Menschen beherrschen kann. Leider werden uns täglich viele schlechte Nachrichten vorgelegt - wie das den Menschen verändert sehen wir. Aus negativem entsteht böses-aus positivem entsteht Gutes. Als ehemaliger DDR Bürger kann man nicht leugnen das es auch viel gutes gab. Das verstehen aber nur die "Ossis". Das heißt aber nicht das man das ganze System zurück will.
jetzt antwortenKommentar melden---> Schaut nur genau hin und zu welchem Zeitpunkt bestimmte Meldungen erscheinen. Vergleichen und selbst recherchieren ist angesagt. Beurteilen nach Bauchgefühl. Da wird so manches schief was vorher gerade war. Man staunt und erschrickt gleichzeitig. Das Wort Rechtstaat bekommt bei näherem hinsehen auch hier eine neue Bedeutung und einen pfaden Beigeschmack.
jetzt antwortenKommentar meldenWer will das schon.Aber beobachten, lesen, hören und sehen und zwar unabhängig von den Gehirnwäsche-Medien. Da stellt sich die Frage: sind diese Werte heute nicht eine Mogelpackung? Glaubst Du an die zensurfreie Presse, daran, dass jemanden in der politik die Meinung des Volkes interessiert, etwa an die EHRElichkeit und Unabhängigkeit von Politikern,u.u.u.? Lesen zwischen Zeilen und hören unabhängig von den öffentlichen Medien ist heute genauso wichtig wie zu DDR Zeiten. "Es ist nicht alles Gold was glänzt". Vieles hat heute nur einen anderen Namen und ist besser verpackt (Staasi2.0).
jetzt antwortenKommentar meldenDie DDR war ja auch ein Unrechtsstaat,wie der Beitrag es gut verdeutlicht. Es ist immer wieder wichtig,darauf aufmerksam zu machen.Man vergisst rückblickend die negativen Seiten,denn nur die positiven Seiten bleiben (dummerweise) in Erinnerung.Folglich sagt man sich,die DDR war"Klasse"und vergisst dabei zu differenzieren.Deswegen werden die positiven Dinge vielleicht auch zurecht unterschlagen.Ich bin auch ein ehemaliger Staatsbürger der DDR.Ich genieße mein Leben damals wie heute.Doch möchte ich nie wieder in einem Staat leben,in dem meinungsfreiheit,Demokratie und Menschenrechte Fremdwörter sind.
jetzt antwortenKommentar meldenWenn das so war dann ist das schlimm genug. Habe davon aber nie gehört. Aber sicherer als heutzutage hab ich mich allemal gefühlt. Das es viel Sch... gab wissen wir, dass es aber auch viel positives gab davon schreibt keiner der Medien etwas. Passt wohl nicht in die heutige Zeit? Das gute wird abgeschafft die Sch..wird übernommen (Stasi2...). Ich kann mich an Äußerungen wie DDR=Unrechtstaat erinnern. Schaue ich aber auf die aktuellen Noten-kann ich da keinen großen Unterschied erkennen. Alles wird retorisch nur besser verpackt als damals. Lasst die DDR ruhen und schaut auf die Schweinerei von Heute. Wo wir auch schon bei der Schweinegrippe wären.
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