29.04.2019, 08.10 Uhr

Lawinen-Unglück in Bayern und Tirol: 4 Tote nach Lawinenabgang! Alpenverein erschüttert

Erst krachen drei Lawinen an der deutsch-österreichischen Grenze Richtung Tal, wenig später dann eine in Kühtai in Tirol. Bei beiden Unglücken sterben Menschen. Eine Person wird noch vermisst.

Zwei Rettungshelfer stehen neben einem Helikopter. Bild: dpa

Genau 20 Jahre nach der Lawinenkatastrophe von Galtür ist es in Bayern und Tirol zu zwei tödlichen Lawinenunglücken gekommen. Im deutsch-österreichischen Grenzgebiet lösten sich am Samstagnachmittag drei Lawinen und verschütteten mindestens fünf Menschen. Eine Person starb unter den Schneemassen, wie die Polizei am Abend mitteilte. Eine weitere Person wurde am Abend noch vermisst. Im rund 70 Kilometer entfernten Kühtai in Tirol wurde bei einer weiteren Lawine ebenfalls eine Person erfasst und getötet.

Zwei Tote nach Lawinenabgängen in Bayern und Tirol - eine Person vermisst

Beim Lawinenunglück in den Ammergauer Alpen im Grenzgebiet konnten die Rettungskräfte vier Menschen rechtzeitig aus den Schneebergen befreien. Eine Person wurde verletzt, drei Menschen blieben unverletzt. Die fünf Personen wurden laut Polizei von der südlichsten der drei Lawinen, die alle auf bayerischem Gebiet niedergingen, erfasst. Nach Einbruch der Dunkelheit entschied die Polizei, die Suche nach der noch vermissten Person einzustellen. Grund ist die zu hohe Gefahr für die Rettungskräfte im lawinengefährdeten Gebiet bei Dunkelheit.

Lawinen-Gefahr in Österreich und Bayern aktuell

Die drei Lawinen gingen nach Angaben der Polizei unterhalb des Gipfels der Schäferblasse ab, auf rund 1300 Meter Höhe kamen die Schneemassen zum Liegen. Der Einsatzort lag nicht weit von einem Tiroler Hotel entfernt. Das Gebäude wurde von den Lawinen aber nicht getroffen. Im Einsatz waren laut Polizei Teams der österreichischen Bergrettung und der bayerischen Bergwacht. Die Rettungsarbeiten wurden zusätzlich erschwert, weil die Rettungskräfte zwei wegen Lawinengefahr gesperrte Straßen nicht nutzen konnten und daher per Hubschrauber in das Einsatzgebiet gebracht werden mussten.

27-Jähriger von Lawine erfasst und 50 Meter mitgeschliffen

Die Lawine in Kühtai ging gegen 15.30 Uhr in sehr steilem Gelände ab, wie die Polizei mitteilte. Dabei wurde ein 27-Jähriger verschüttet, der zuvor mit einem Begleiter auf den 12er Kogel gestiegen war. Er wurde von der Lawine erfasst und laut Polizei etwa 50 Meter mitgeschliffen. Er konnte nur noch leblos aus den Schneemassen geborgen werden.

Die beiden tödlichen Lawinenunglücke ereigneten sich am 20. Jahrestag der Lawinenkatastrophe von Galtür, bei der 31 Menschen starben. Nur einen Tag später kamen damals im benachbarten Valzur weitere sieben Menschen durch eine Lawine ums Leben.

Alpenverein erschüttert über Tod von deutschen Skiwanderern

Der Deutsche Alpenverein hat sich erschüttert über den Tod von vier Skitourengängern in der Schweiz geäußert. "Ich habe davon am Samstagnachmittag erfahren und bin tief betroffen", sagte der Vorsitzende der betroffenen Sektion Düsseldorf, Manfred Jordan, der Zeitung "Rheinische Post" ("RP"/Montag).

Mindestens zwei Personen aus der Gruppe seien erfahrene Berggänger gewesen, die er auch persönlich gut gekannt habe, sagte Jordan. Es habe sich aber um eine private Tour gehandelt, die in Eigeninitiative organisiert worden sei und nichts mit dem Angebot des Alpenvereins zu tun gehabt habe. Zur Identität der Opfer äußerte Jordan sich nicht.

Die vier Skiwanderer aus Deutschland waren bei einem Lawinenabgang in der Schweiz getötet worden. Die Gruppe sei am Freitag nicht von einer Tour in das Gebiet der Grünhornlücke in den Berner Alpen zurückgekehrt, teilte die Kantonspolizei Wallis am Sonntag mit.

fka/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser