21.12.2018, 09.34 Uhr

Winter-Wetter 2018/19: Polarwirbel über der Arktis! Kommt jetzt ein Jahrhundertwinter?

Ein Wetterphänomen in der Arktis könnte Europa einen Extremwinter bescheren. Das meinen zumindest US-Klimaforscher. Doch müssen wir nun wirklich vor klirrender Kälte Angst haben? Das sagen Meteorologen.

Sorgt der Polarwirbelsplit für einen Extremwinter in Deutschland? Bild: dpa

Zwar herrscht seit dem 1. Dezember 2019 in Deutschland meteorologisch betrachtet Winter. Doch davon haben wir bisher nur wenig bemerkt. Milde Temperaturen und wenig Schnee stimmen wettertechnisch zur Zeit wenig auf Weihnachten ein. Nun warnen US-Klimaexperten vor einem Extremwinter in Europa. Der Grund: Der Polarwirbel verändert sich.

Klimaforscher warnen vor extremem Winter 2018/19

Laut Klimaforschern vom "Atmospheric and Environmental Research" verändern sich die Luftströmungen über der Arktis, heißt es in der"Washington Post". Offenbar soll sich der Polarwirbel im nächsten Jahr teilen. Die Folgen wären gravierend. Dadurch könnten nämlich neue polare Winde einsetzen, die im Januar nicht nur in den USA sondern auch in Europa für eine extreme Kälte sorgen könnten.

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Sorgt ein Polarwirbelsplit für klirrende Kälte in Deutschland?

Der Polarwirbel bildet sich in den Wintermonaten in einer Höhe von 20 bis 40 Kilometern über den Polen. Die Luft auf der Nordhalbkugel bewegt sich gegen den Uhrzeigersinn um ein Tiefdruckgebiet. Wenn dieses über dem Nordpol liegt, dann gibt es in Europa Westwinde, die milde Luft vom Atlantik zu uns strömen lassen.

"Etwa fünf- bis sechsmal pro Jahrzehnt kommt es jedoch zu einer sogenannten 'plötzlichen stratosphärischen Erwärmung', die zur Abschwächung und Südwärtsverlagerung des polaren Tiefs oder, wie jetzt bevorstehend, sogar zur Bildung eines Hochs über dem Nordpol führen kann. Mit anderen Worten: Die kräftigen Westwinde werden durch schwächere oder gar durch Ostwinde ersetzt", sagtKlimaforscher Dr. Martin Stendel vom Dänischen Meteorologischen Institut gegenüber der "Bild"-Zeitung. Man spricht dann auch vom Polarwirbelsplit.

Meteorologen geben Entwarnung: Seriöse Prognose noch nicht möglich

Ostwinde könnten dann kalte Luft von Russland nach Mitteleuropa bringen."Insgesamt wächst also die Wahrscheinlichkeit für eine winterliche Periode ungefähr vier Wochen nach dem Zusammenbruch des Polarwirbels", sagt Stendel gegenüber der "Bild".

Müssen wir nun Angst vor einem Extremwinter haben? Immerhin sind die Temperaturen derzeit durchaus mild. "Laut Berechnungen des amerikanischen Wetterdienstes NOAA soll der Januar mild werden. Noch milder geht es kaum – und diese Berechnungen stammen vom 17. Dezember, sind also sehr aktuell. Der Polarwirbel klingt furchtbar dramatisch. Daraus wird jetzt ein Jahrhundertwinter abgeleitet. Aus meiner Sicht völlig übereilt", heißt es vonDominik Jung von "wetter.net" gegenüber der "Bild"-Zeitung.

Auch andere Kollegen sehen einen Extremwinter noch nicht. Aktuelle Vorhersagen seien viel zu früh. "Es wird ziemlich sicher zu einer kalten Periode in den gemäßigten Breiten kommen, aber vier Wochen im Voraus ist es gar nicht möglich zu sagen, ob die USA oder Europa oder vielleicht andere Regionen betroffen sind", meint Stendel im Interview mit der "Bild". 

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bua/kad/news.de

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