Sie hatte den Theorie-Teil schon bestanden: Zu klein! Amt erteilt Führerschein-Verbot

Dass die deutschen Ämter sich allerlei Unsinn ausdenken, ist ja bekannt. Mit diesem Verbot geht das Amt aber nun eindeutig zu weit. Weil sie drei Zentimenter zu klein ist, darf Melodea Rekemeier aus Paderborn ihren Führerschein nicht machen.

Sie ist drei Zentimenter zu klein

Dass das Amt lieber Anträge ablehnt, anstatt sich die Mühe zu machen, Hintergründe zu prüfen, ist ja bekannt. Ein aktueller Fall aus Paderborn lässt jedoch auch Hartgesottene schmunzeln: Melodea Rekemeier (32, 1,47 cm) darf ihren Führerschein nicht machen, weil sie drei Zentimeter zu klein ist.

Die gebührtige Phillippinerin (147 cm groß) hat zwar seit sieben Jahren einen phillippinischen Führerschein, den deutschen bekommt sie jedoch nicht. Aber warum? Schließlich ist die 32-Jährige seit sieben Jahren unfallfrei.

Die Theorie-Prüfung hatte sie schon bestanden

Zweifel am Erhalt der neuen Fahrlizenz hatte Melodea und auch ihr Fahrlehrer nicht. Den Theorie-Teil hatte die Frau schon längst bestanden, als sie sich nach 40 Fahrstunden zur praktischen Prüfung anmeldete.

Fahrprüfer knallhart: «Sie sind zu klein. Ich darf Sie nicht prüfen»

Ihr Fahrlehrer war sich sicher, dass die schon erfahrene Schülerin die Prüfung locker schafft: «Das schaffen Sie locker», ermunterte er sie. Doch dann der Schock: Der Fahrprüfer weigerte sich die junge Frau zu prüfen. «Sie sind zu klein. Ich darf Sie nicht prüfen», erklärte er ihr.

Das sind Deutschlands schlechteste Autofahrer
Abgewürgt und ausgebremst
zurück Weiter

1 von 7

Arzt bescheinigt: keinerlei Einschränkung beim Führen eines Kraftfahrzeugs

Und das, obwohl ein Arzt der Frau bescheinigte, dass «keinerlei Einschränkungen beim Führen eines Kraftfahrzeuges der Klasse B» bestünden. Bei einer Größe von 147 cm gilt Melodea zwar nicht als kleinwüchsig, jedoch braucht sie eine Bescheinigung vom Arzt, die die Frau sogar hatte.

Das reicht dem Amt natürlich nicht. Eine Fahrprobe mit einem Sachverständigen (178 Euro) muss bei der jungen Dame durchgeführt werden. Warum? Eine eindeutige Erklärung gab es bisher nicht. «Wir halten uns nur an die Vorgaben», erklärte die Behörde.

Ein Sprecher des Bundesverbands der Kleinwüchsigen sagte: «Aus Unkenntnis reagiert die Behörde anscheinend über. Viele unserer Mitglieder haben einen Führerschein.» Das macht auch Melodea Hoffnung. Sie will es nun noch einmal im benachbarten Bielefeld versuchen.

Vielleicht trifft sie dort ja auch auf Jogi Löw, der aktuell wieder ohne Führerschein unterwegs ist.

FOTOS: Verkehrssünder Promis mit Bleifuß

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

ife/news.de

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

5 Kommentare
  • Lydia

    02.06.2014 13:38

    Was ist das für ein Blödsinn, komme auch aus der genanten Stadt, bin auch unter 150 cm, habe Führerschein. Bei Motorrad (damals Klasse 1) gab es anfänglich Bedenken, nach einer „Demo – Fahrt“ (nur mit Fahrlehrer) war es kein Problem beide Klassen (damals 3+1) zu bestehen und den Führerschein zu erhalten. Eine Bekannte ist 1,38 und hat den Führerschein vor ein paar Jahren gemacht, seit wann hat sich das Gesetz geändert? Tip: wenn man unter 150 cm „klein“ ist dann kann man sich sogar von der Anschnallpflicht befreien lassen (die Befreiung besitze ich)

    Kommentar melden
  • F.X.K.

    02.06.2014 01:02

    Erbsenzähler und Korinten-Kacker werden leider nie aussterben ...

    Kommentar melden
  • Eusebius

    02.06.2014 00:05

    Wo ist eigentlich die "Rechtsgrundlage" für ein solches in himmelschreiender Weise diskriminierendes Verbot? Kommt da kein Aufschrei von unseren sonst so aktiven Antidiskriminierungsbeauftragten?

    Kommentar melden
Kommentar schreiben

noch 600 Zeichen übrig

Empfehlungen für den news.de-Leser