Dunning-Kruger-Effekt: Darum glauben Trottel, dass sie immer Recht haben

Besserwisser und Klugscheißer kann niemand leiden. Aber wussten Sie, dass manche Menschen gar nicht anders können? Eine wissenschaftliche Studie erklärt, warum dumme Menschen eher zu Rechthaberei neigen.

Niemand mag Klugscheißer! (Symbolbild). Bild: Syda Productions/fotolia

Ganz gleich, ob im persönlichen Alltag oder im Internet: Tagtäglich trifft man auf Menschen, die scheinbar alles besser wissen und selbst mit Argumenten nicht von der Falschheit ihrer Aussagen überzeugt werden können. Doch warum ist das so? In ihrem Essay "Unskilled and unaware of it" (PDF, engl.) gingen die Psychologen David Dunning und Justin Kruger diesem Phänomen nach.

Was ist der Dunning-Kruger-Effekt?

Der sogenannte Dunning-Kruger-Effekt beschreibt eine kognitive Verzerrung – also eine Störung der Wahrnehmung – bei relativ inkompetenten Menschen. Die Forscher legen bei ihrer Studie Wert auf die Tatsache, dass sie "Inkompetenz" als einen graduellen Wert ansehen, der auf ein bestimmtes Themenfeld beschränkt ist. Den Psychologen zufolge sollen damit nicht "dumme" Menschen diskriminiert werden, es wird lediglich behauptet, dass Personen in einem bestimmten Feld weniger wissen als andere - allerdings mit dramatischen Folgen.

Inkompetenz fördert Selbstüberschätzung

Die Forscher gehen davon aus, dass inkompetente Menschen ein falsches Selbstbild haben. In verschiedenen Studien, bei denen Studenten zum Beispiel Logik- und Grammatikfragen beantworten mussten, fanden sie heraus, dass ausgerechnet die Probanden, die besonders schlecht abschnitten, ihre Leistungen bei einer anschließenden Befragung als weitaus besser als der Durchschnitt einschätzten. Im Gegenzug neigten "kompetente" Personen eher dazu, ihre Leistung zu unterschätzen.

Inkompetente Menschen können bessere Leistungen schlechter erkennen

Die Schlussfolgerung der Forscher: Um zu erkennen, ob man richtig oder falsch lag, ist schon ein gewisses Maß an Kompetenz erforderlich. Wer wissen will, ob seine Antworten auf Grammatikfragen korrekt sind, müsse dazu zum Beispiel zuerst die Regeln der Grammatik - zumindest grundlegend - verstehen. Das führt nicht nur dazu, dass inkompetente Menschen ihre eigene Inkompetenz nicht erfassen, sondern im Gegenzug auch dazu, dass sie bei anderen keine "überlegenen" Fähigkeiten entdecken können. Allerdings gibt es für sie Hoffnung.

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