Die stille Volkskrankheit: Depressionen: Machen Sie den Selbsttest

Weltweit leiden etwa 350 Millionen Menschen an einer Depression. Das Erkennen der Krankheit fällt oft schwer, Symptome werden übersehen. Hier können Sie anhand unserer Symptom-Liste den Selbsttest machen.

Wer unter Depressionen leidet, fühlt sich einsam und traurig. Bild: Fotolia

Weltweit leiden circa 350 Millionen Menschen an Depressionen verschiedener Ausprägungen. Schon eine Depression zu erkennen fällt oft schwer, die Betroffenen übersehen Symptome, gerade da diese oft schleichend kommen. Auch wird versucht, gegen die Depressionen anzukämpfen. Wenige wissen, wie es sich anfühlt, an einer Depression zu leiden. Hier erfahren Sie, wie es aus Sicht der Betroffenen ist.

Wenn Sie depressiv sind, wird der Alltag zur Herausforderung

Depressionen nehmen das ganze Leben der Betroffenen ein. Eine unerklärliche Traurigkeit schließt sie ein, bis sie nicht mehr vor die Tür gehen wollen. Es fällt schwer, das Bett zu verlassen, einfache Tätigkeiten werden zu einer Herausforderung und bereiten Qualen, selbst duschen oder anziehen. Alles ist zu viel, selbst sich selbst sind Depressive zu viel, nur dass sie nicht entkommen können. Werden sie angesprochen, reagieren vor allem Männer meist reizbar. Die Psyche der Betroffenen rebelliert, sie fühlen sich im eigenen Körper wie gefangen.

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Depression ist eine Krankheit, nichts, was einfach zu überwinden ist

Da Angehörige und Freunde die Depression nicht kennen, besteht meist auch wenig Verständnis für den Zustand und das Verhalten der erkrankten Person. Daher leiden Beziehungen oft unter der Krankheit. Besonders wenn Betroffene wohl gemeinte Ratschläge bekommen, wie "Jeder ist mal traurig" oder "Reiß dich einfach zusammen", ziehen sie sich noch mehr zurück. Denn es handelt sich um nichts "einfaches" eine Depression ist eine Erkrankung, nur eben eine psyschische und damit nicht sichtbar.

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Was tun bei Depressionen?

Depressionen beruhen auf einer Störung der Neurotransmitter (meist Serotonin oder Noradrenalin) im Gehirn. Auch wenn schwere Ausprägungen der Depression jahrelang bestehen können, so ist die Krankheit selbst in ihrer schwersten Form heilbar. Man sollte sich aber am besten schon bei den ersten Anzeichen einer Depression eingestehen, dass man krank ist und seinen Hausarzt aufsuchen. Der kann entscheiden, welche Form der Hilfe angemessen ist. Häufig reicht die Einnahme von Antidepressiva in Kombination mit einer Psychotheraphie. In sehr schweren Fällen ist auch ein stationärer Aufenthalt in einer spezialisierten Klinik denkbar. So ein Aufenthalt muss nicht angstvoll betrachtet werden, es ist eher mit einer Kur mit "psychotherapeutischem Animationsprogramm zu betrachten.

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  • Verlust der Fähigkeit Freude oder Trauer zu empfinden: Betroffene empfinden innere Leere und ihr Dasein als sinnlos. Das führt oft dazu, dass Depressive suizidgefährdet sind.
  • Antriebshemmung: auch Aktivitäten, die vor der Krankheit Spaß gemacht haben, bringen keine Freude mehr.
  • Schlafstörungen: können unterschiedlich sein. Oft aufzuwachen oder schlecht einzuschlafen sind die häufigsten.
  • Vereinsamung: Soziale Kontakte werden gemieden. Selbstisolation im fortgeschrittenen Stadium ist ein Warnzeichen.
  • Unterschiede zwischen Männern und Frauen: Frauen fühlen sich öfter mutlos und grübeln sehr viel. Bei Männern zeigen sich Depressionen eher durch Reizbarkeit, schnelles Aufbrausen, Wutanfälle und Unzufriedenheit mit sich und anderen. Auch zeigen Männer die Neigung zu Vorwürfen und nachtragendem Verhalten, höhere Risikobereitschaft und exzessivem Sporttreiben, aber auch sozial unangepasstes Verhalten sowie ausgedehnter Alkohol- und Nikotinkonsum. Auch das Selbsttötungsrisiko ist bei Männern höher.
  • Morgen- oder Abendtief: Morgens geht es Depressiven meist schlechter, als am Rest des Tages, ein paar leiden jedoch an einem Abendtief, das ihnen das Einschlafen nahezu unmöglich macht.
  • Extremes Grübeln: Ein nie endendes Kreisen der Gedanken, ist ein stark verbreitetes Symptom der Krankheit.
  • Gestörte Gefühlswelt: Eine normale Gefühlswelt gibt es nicht mehr, die Betroffenen haben übersteigerte Schuldgefühle, Müdigkeit und können sich nicht mehr so gut konzentrieren, das Denken ist verlangsamt. Die Entscheidungsfähigkeit ist beeinflusst. Dazu kommen Ängstlichkeit, Reizbarkeit und Überempfindlichkeit bei Geräuschen.
  • Mögliche körperliche Symptome: Appetitkosigkeit, Schlafstörungen, Gewichtsabnahme oder -zunahme, häufig auch Schmerzen in unterschiedlichen Körperregionen, als typisch gilt ein quälendes Druckgefühl in der Brust.
  • Verlust der Libido: Das sexuelle Interesse ist gemindert oder verlischt sogar ganz.

Wenn Sie einige dieser Anzeichen bei sich oder Angehörigen feststellen, reagieren Sie! Gehen Sie zum Arzt und lassen sich helfen. Es handelt sich um eine echte Krankheit, nicht um einen Tick.

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räc/lvo/news.de

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