Erkältung Einfach wegschwitzen

Die Nase läuft, der Kopf hämmert und der Hals kratzt: Eine Erkältung sucht den Deutschen im Schnitt zweimal pro Jahr heim. News.de zeigt, welche günstigen Hausmittel beim ersten Anflug helfen.

Erkältung (Foto)
Bei einer Erkältung können einfache Hausmittel wahre Wunder bewirken. Bild: istockphoto

Eine Erkältung kombiniert fast immer die lästige Verbindung aus Schnupfen, Husten, Heiserkeit und Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Und das zieht sich: Eine Erkältung dauert in der Regel neun Tage. An jeweils drei Tagen kommt, bleibt und geht sie. Bevor der virale Infekt mit Bakterien zum Supergau wird, kann man schon im Vorfeld für Abhilfe sorgen.

Wärme ist die beste Naturarznei

«Nichts kann dem Körper so viel Kraft geben wie Wärme. Wärme ist die beste Naturarznei», ist TV-Gesundheitsexperte Hademar Bankhofer überzeugt. Diese hat entscheidende Vorzüge: Sie kann jederzeit erzeugt werden – für wenig Geld. Die Wärmezufuhr erfolgt sowohl von außen als auch von innen. Wer schnell wieder gesund werden will, für den empfiehlt Bankhofer die «Brachialkur».

Hilfe ohne Arztbesuch: Die Wehwehchen-Praxis

Diese ist aber nur für Personen ohne Herz- und Kreislaufprobleme ratsam: Rein in den warmen Jogging-Anzug und eine Wollmütze auf den Kopf. Der Patient sollte es sich in einem Sessel bequem machen, wohlige Wärme von unten kommt durch ein heißes Fußbad. Dazu noch eine Wärmflasche in den Nacken und das Schwitzen kann beginnen. Stufe 2: Jetzt kommt noch ein halber Liter heißer mit Honig versüßter Lindenblütentee hinzu, der schweißtreibend ist. Füße abtrocknen und ab ins Bett. Einmal aber die schweißnasse Kleidung wechseln und gesund schlafen. «Man hat ein künstliches Fieber erzeugt, was einen Teil der Viren gekillt hat», sagt Bankhofer.

Hühnersuppe statt Alkohol

Wer es nicht so radikal haben will, kann sich auch sanfter das Prinzip der Wärme zu nutze machen. Einfach warm trinken – und damit ist nicht die Zeche mit Freunden gemeint. Am besten eine heiße Hühnersuppe schlürfen. Die enthält viel Zink, das stärkt das Immunsystem. Mit den ätherischen Ölen von Knoblauch, Zitronengras und Ingwer wird die Erkältung noch schneller gestoppt.

Neben Suppe bringen vor allem Tees den Körper auf Temperatur. Klassisch gibt es Aufgüsse aus Rosenblüten, Holunderblüten oder Ingwer. Gerade die fernöstliche Gewürzknolle hat es in sich: Fünf dünne Scheiben mit einem viertel Liter heißem Wasser überbrühen, zehn Minuten warten und dann mit Honig versüßt schlückchenweise trinken. Ebenso eine gute Möglichkeit, eine Erkältung abzuwenden, ist ein Wärmebad. 20 Minuten lang in die Wanne mit Extrakten aus Rosmarin oder Eukalyptus.

Es geht aber auch kalt, um seinem Immunsystem einen Kick zu geben: mit Sanddorn. Die Beere hat zehn Mal mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte. Bankhofer bezeichnet sie auch als «Zitrone des Nordens». Mit 100 Gramm Sanddorn-Früchten nimmt der Körper 900 Milligramm Vitamin C auf. Damit stärkt Sanddorn das Immunsystem, schützt uns vor aggressiven Umweltschadstoffen - den sogenannten freien Radikalen. Am besten morgens und abends zwei Esslöffel Saft aus dem Reformhaus in einer Tasse lauwarmer Milch auflösen und trinken.

Bei Schnupfen

Inhalieren mit ätherischen Ölen stoppt die Erkältung, wirkt antibakteriell, lässt die Schleimhäute abschwellen und stärkt das Immunsystem. Vorsicht: Nicht länger als zehn Minuten über der Schüssel hängen. Zum Inhalieren eignet sich eine Lösung aus einem Liter kochendem Wasser und einem Kaffeelöffel Kochsalz. Auch Thymiantee, Eukalyptus und Kiefernnadelöl bringen Linderung.

Unangenehm aber wirksam sind Nasenspülungen, die man auch selber machen kann: Kochsalzlösung. Die lässt die Schleimhaut abschwellen und erleichtert so das Atmen. Einfach die Lösung durch die Nase ziehen und durch den Mund wieder ausspucken.

Bei Halsschmerzen

Streichen Sie 250 Gramm zimmerwarmen Quark fingerdick auf ein Leinentuch auf und legen Sie das Tuch mit der Quarkseite an den Hals. Darüber binden Sie ein trockenes zweites Tuch. Lassen Sie den Quark über Nacht einwirken. Er wird am nächsten Morgen trocken, fest und gelb bis bräunlich verfärbt sein. Ein Zeichen, dass durch die Wärme der Auflage über die Haut Giftstoffe ausgeschieden wurden. Auch ein Kartoffelwickel kann helfen.

Ein weiteres Wundermittel ist Salbeitee: Einen Viertelliter jede Stunde gurgeln. Und so wird der Tee zubereitet: ein Esslöffel getrocknete Salbeiblätter aus der Apotheke oder dem Reformhaus wird mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen, acht Minuten zugedeckt ziehen lassen, durchseihen, lauwarm und ungesüßt verwenden.


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kat/ivb/news.de

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