Krebs vorbeugen: Diese angeblichen Wundermittel erhöhen das Krebsrisiko

Es kursieren so manche Gerüchte und Lebens- und Wundermittel, die vor Krebs schützen oder ihn bekämpfen sollen. Bei näherer Betrachtung erweisen sich aber nicht alle als wirksam, im Gegenteil: Sie können sogar Krebs verursachen!

Ingwer, Honig oder Vitamin-Präteriate: Etliche viel beschworene Mittelchen gegen Krebs helfen gar nicht. Bild: dpa

Erkrankt ein Mensch an Krebs, gibt es diverse medizinische Behandlungsmöglichkeiten, die ausgeschöpft werden können: Je nach Krebsart und Patient kommen Chemotherapie, Strahlentherapie, Stammzelltransplantation oder operative Eingriffe in Frage. Damit es aber gar nicht erst soweit kommt, sollen vorbeugende Maßnahmen vor der Krebsgefahr schützen, wie etwa ganz bestimmte Lebensmittel.

Verlassen sollte man sich darauf allerdings nicht. Denn nicht nur, dass Lebensmittel allein nicht vor Krebs schützen, für viele von den beschworenen natürlichen Wundermitteln, die kursieren, ist die Wirksamkeit medizinisch nicht bestätigt - auch nicht als Alternativtherapie bei einer bestehenden Krebserkrankung.

Brustkrebs vorbeugen und bekämpfen mit Ingwer

Dazu gehört etwa Ingwer. Keine Frage, die Superknolle steckt voller Vitamine und Mineralstoffe und ist ein prima Hausmittel gegen Erkältungen. Aber ein Wundermittel gegen Brustkrebs, wie ihr oft nachgesagt wird, ist sie nicht. So gibt es zwar wissenschaftliche Studien, die einen positiven Einfluss von Ingwer auf Krebszellen belegen. Unklar ist allerdings, welche Inhaltsstoffe dafür verantwortlich sind. Vermutet werden die Substanzen Gingerol und Shogaol, wie "medizin-transparent.at" informiert. Allerdings ist nicht garantiert, dass die Inhaltsstoffe immer in derselben Konzentration in dem Naturprodukt enthalten sind. Darüber hinaus gibt es des Weiteren keine klinischen Studien an Brustkrebspatientinnen, die mögliche positive Auswirkungen von Ingwer belegen.

Keine Wirksamkeit? Honig in der Krebstherapie

Es gibt etliche Studien, die sich mit Honig als möglichem Heilmittel gegen Krebs beschäftigen. Das betrifft auch Bienenwachs, Geleé Royale und Bienenharz (Propolis). So konnten zum Beispiel kroatische Forscher von der Universität Zagreb in einer Studie (2004) beobachten, dass bei Versuchen mit Mäusen Propolis und Honig das Wachstum und die Ausbreitung von Tumoren reduzierten, wie "pharmazeutische-zeitung.de" berichtet. Allerdings gibt der "Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums" (DKFZ) zu bedenken, dass die Wirksamkeit gegen Krebs in klinischen Studien bislang nicht bewiesen werde konnte. Auch in der unterstützenden Krebstherapie, etwa bei Entzündungen der Mundschleimhaut (orale Mukositis) infolge der Chemotherapie, kann Honig zwar Linderung verschaffen, aber aussagekräftige Daten gibt es dazu bislang nicht.

Vitamin-Präparate und Nahrungsergänzungsmittel erhöhen Lungenkrebs-Risiko

Zusätzliche Vitamine und Mineralstoffe sollen nicht nur fit und gesund machen, sondern auch vor Krebs schützen. Allerdings kann dieser Zusammenhang bislang medizinisch nicht belegt werden. Eher das Gegenteil scheint der Fall zu sein: Nahrungsergänzungsmittel und Vitaminpräparate erhöhen das Krebsrisiko. Eine aktuelle Studie von 2017 macht das deutlich: Wissenschaftler um Theodor Brasky von der Ohio State University stellten einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Vitamin-B-Präparaten und Lungenkrebs her - allerdings nur bei Männern. Hoch dosiertes Vitamin B6 und B12, das über mehrere Jahre eingenommen wurde, erhöhte das Lungenkrebsrisiko um 30 bis 40 Prozent. Bei der höchsten Dosierung von 20 Milligramm (B6) und 55 Mikrogramm (B12) eingenommen über mehr als zehn Jahre verdoppelte sich das Risiko sogar. Der Tagesbedarf beträgt allerdings nur drei Mikrogramm (B12) beziehungsweise 1,5 Milligramm (B6).

FOTOS: Sylvie Meis und Co. Diese Promis haben den Krebs besiegt
zurück Weiter Kampf gegen den Krebs: Diese Promis haben ihn besiegt (Foto) Foto: ct_photo / Shutterstock.com/spot on news Kamera

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kad/loc/news.de

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