Von König Charles III. bis Prinzessin Beatrix: So planen Europas Royals schon jetzt für ihren Tod
In Europas Königshäusern ist der Tod allgegenwärtig - zumindest dann, wenn schon mit reichlich Vorlauf Pläne für Todesfälle entworfen werden. Was für den Tod von König Charles III., Prinzessin Beatrix und Co. geplant ist, wird hier verraten.
Von news.de-Redakteurin Claudia Löwe - Uhr
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- Was passiert, wenn einer von Europas Royals stirbt?
- Könige und Königinnen sind schon Jahre im Voraus auf ihren Tod vorbereitet
- Geheimprotokolle in den Königshäusern: Das ist geregelt, wenn es einen Todesfall gibt
Wer bereits die schmerzhafte Erfahrung gemacht hat, unerwartet einen geliebten Menschen zu verlieren und die Beisetzung planen zu müssen, wird bestätigen, dass einen der organisatorische Aufwand zusätzlich zur lähmenden Trauer heftig aus der Bahn werfen kann. Nicht nur Normalsterbliche schließen früher oder später für immer die Augen, auch bei den Royals ist das Leben endlich - doch wenn ein König oder eine Königin den letzten Atemzug tut, sind die notwendigen Vorbereitungen in der Regel längst getroffen worden.
So bereiten sich die Royals auf den Tod ihrer Könige und Königinnen vor
Wie die von langer Hand ausgearbeiteten Pläne für den Tod eines Monarchen von der Theorie in die Praxis überführt werden, zeigte sich zuletzt bei royalen Sterbefällen wie dem von Queen Elizabeth II. (1926 - 2022) oder Norwegens König Harald V. (1937 - 2026). Selige 96 Jahre alt wurde die britische Jahrhundert-Königin, als sie in Schottland, genauer gesagt in Schloss Balmoral, am 8. September 2022 starb - angesichts des fortgeschrittenen Alters kam das Ableben der Queen alles andere als unerwartet. Nach dem letzten Atemzug der Monarchin wurde ihr ältester Sohn zu König Charles III., zugleich wurde "Operation London Bridge" aktiviert - ein bereits in den 1960er Jahren entworfener Plan, was im Falle des Todes der Queen zu tun sei.
"Operation London Bridge": Tod von Queen Elizabeth II. aktivierte geheime Protokolle
Ergänzt wurde der Ablauf durch "Operation Unicorn", ein Papier, das für den Fall des königlichen Ablebens nicht in England, sondern in Schottland vorbereitet worden war. In den Dokumenten ist nicht allein wie im Rahmen einer Bestattungsvorsorge geregelt, wie die Trauerfeier aussehen soll, welcher Sarg und welche Art der Bestattung gewünscht wird - bei Royals muss immerhin in größeren Dimensionen gedacht werden. Offizielle Bekanntmachungen, Trauerbeflaggung der Paläste, die Proklamation des neuen Monarchen und das Staatsbegräbnis der Königin gehörten unter anderem zu den Eckpunkten, die in "Operation London Bridge" festgezurrt worden waren - dabei hatte Queen Elizabeth II. zu Lebzeiten übrigens rege Gebrauch von ihrem Mitspracherecht gemacht.
Welche Schritte sind geplant, wenn König Charles III. stirbt?
König Charles III. mag seine Regentschaft unmittelbar nach dem Ableben seiner Mutter begonnen haben, doch was zum gleichen Zeitpunkt in die Wege geleitet wurde, ist die Ausarbeitung von "Operation Menai Bridge", dem Notfallplan für den Tod von Charles III. Den Dokumenten zufolge steht bereits jetzt fest, dass der Monarch auf Schloss Windsor seine letzte Ruhestätte finden wird, zudem ist in den Geheimdokumenten längst niedergeschrieben, wie die Welt vom Tod des Königs erfahren wird und wie die Trauerfeierlichkeiten abzulaufen haben. Benannt ist "Operation Menai Bridge" übrigens nach einer Kettenbrücke, die die Insel Anglesey und das walisische Festland verbindet - die Anspielung auf Wales ist alles andere als zufällig gewählt, war der heutige König Charles III. doch mehr als sechs Jahrzehnte lang als Thronfolger Prinz von Wales.
Dänemarks Altkönigin Margrethe II. und ihre extravaganter Glassarg
Allerdings wird nicht nur im britischen Königshaus alles von langer Hand geplant, um für den Tod eines Monarchen gewappnet zu sein. Bei den dänischen Royals beispielsweise gibt es mit König Frederik X. seit Januar 2024 einen neuen Monarchen, ohne dass ein Todesfall zu beklagen war - Altkönigin Margrethe II. übergab ihrem ältesten Sohn Krone und Zepter und genießt seitdem ihren Ruhestand. Ihrem Lebensende kann die frühere Monarchin zumindest insofern entspannt entgegenblicken, als dass längst alle Vorkehrungen getroffen sind: Nach ihrem Ableben wird Margrethe II. in der St. Birgitte-Kapelle im Dom zu Roskilde ihre letzte Ruhe finden. Sogar der Sarg für Dänemarks Altkönigin steht schon bereit - allerdings handelt es sich nicht um ein schnödes Erdmöbel aus Holz, sondern einen gläsernen Sarkophag, entworfen vom dänischen Künstler Bjørn Nørgaard und gefertigt von Zdeněk Lhotský im Norden Böhmens.
I leave you with this image. This is the sarcophagus for Queen Margrethe II of Denmark, “when her time comes”. The Queen, who is a talented artist and writer, worked closely with Bjørn Nørgaard, who designed it. (Elephants are a symbol of Denmark) https://t.co/SqEnrsTIF8
— vbspurs (@vbspurs) June 23, 2021
Ganze vier Tonnen wiegt das von König Margrethe II. für sich und ihren 2018 verstorbenen Ehemann Prinz Henrik in Auftrag gegebene Kunstwerk, der auf drei mit Elefanten verzierten Säulen ruht. Nach ihrem Lebensende wird Königin Margrethe II. jedoch allein in dem gläsernen Sarg zur Ruhe gebettet: Die sterblichen Überreste von Prinz Henrik wurden nach dessen Ableben eingeäschert und dem letzten Willen des Königinnengemahls folgend verstreut.
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So trauert das niederländische Königshaus um verstorbene Familienmitglieder
Ähnlich wie Königin Margrethe II. hat sich auch Königin Beatrix der Niederlande aufs Altenteil zurückgezogen und die Geschicke des Hauses Oranien-Nassau bereits im April 2013 an ihren ältesten Sohn Willem-Alexander übergeben. Beatrix, die nach ihrer Abdankung als Prinzessin der Niederlande firmiert, verfügt wie andere hochrangige Mitglieder des niederländischen Königshauses bereits seit geraumer Zeit über Notfallpläne, die zum Zeitpunkt des Ablebens in die Tat umgesetzt werden. Festgeschrieben ist darin beispielsweise, dass der niederländische Premierminister über den royalen Todesfall im Rundfunk informiert, bevor eine offizielle Trauerperiode ausgerufen werden kann. Traditionell werden verstorbene Mitglieder des niederländischen Königshauses in der Kapelle des Noordeinde-Palastes in Den Haag aufgebahrt und von einer Totenwache bewacht, bevor sich das Staatsbegräbnis anschließt. Ihre letzte Ruhestätte finden die niederländischen Royals traditionell in der königlichen Krypta in der Delfter Nieuwe Kerk - warum Prinzessin Beatrix' Sohn Prinz Friso diese Ehre nicht zuteil wurde, wird hier verraten.
König Carl XVI. Gustaf von Schweden macht ein Staatsgeheimnis aus seinen Todesplänen
In Sachen Sterbevorsorge sind die Monarchien in Großbritannien, Dänemark und den Niederlanden also offene Bücher - anders sieht es in der schwedischen Königsfamilie aus. Dort werden die Notfallpläne für das Ableben von König Carl XVI. Gustaf wie ein Staatsgeheimnis gehütet. Allerdings läuft das Trauerprozedere nach dem Tod eines schwedischen Monarchen ähnlich ab wie in anderen Königshäusern: Sobald der seit Herbst 1973 regierende Schweden-König seinen letzten Atemzug getan hat, wird seine älteste Tochter Kronprinzessin Victoria die Krone übernehmen und wenig später von der schwedischen Regierung offiziell bestätigt. Während die Flaggen auf Halbmast wehen, wird ein Gedenkgottesdienst zu Ehren des Verstorbenen anberaumt. Das Begräbnis von König Carl XVI. Gustaf könnte indes von der schwedischen Royals-Tradition abweichen: Während seine Vorfahren in der Stockholmer Riddarholmen-Kirche ihre letzte Ruhestätte fanden, bevorzugt die Familie Bernadotte Grabstätten auf dem königlichen Friedhof in Haga im Norden der schwedischen Hauptstadt.
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