Friedrich Merz vorgeführt: "Unfassbar peinlich" - Aktivistin zerlegt Merz-Absage
Mit einer nächtlichen Lichtprojektion auf ein Bundestagsgebäude und scharfen Worten im Frühstücksfernsehen gehen Klimaaktivisten gegen Kanzler Merz vor – seine Absage der Weltklimakonferenz COP31 nennt Fridays-for-Future-Sprecherin Linda Kastrup schlicht ein Armutsurteil für Deutschland.
Erstellt von Ines Fedder - Uhr
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- Friedrich Merz sagt Teilnahme zur Weltklimakonferenz COP31 in der Türkei ab
- Aktivisten formieren sich: Protest in Berlin, knallharte Worte in der ARD
- Kanzler-Wut wächst: Klimaaktivistin Linda Kastrup wird im Morgenmagazin deutlich
Bundeskanzler Friedrich Merz steht erneut in der Kritik. Während Merz sich noch vor wenigen Tagen aufgrund seines Ukraine-Kurses rechtfertigen musste, ist es nun die Absage der Weltklimakonferenz, die das Fass zum Überlaufen bringt.
Klimaaktivistin zerlegt Merz-Absage in der ARD - "Ich finde es unfassbar"
Fridays-for-Future-Sprecherin Linda Kastrup hat Bundeskanzler Friedrich Merz am Freitagmorgen im ARD-Morgenmagazin heftig attackiert. Anlass ist seine Entscheidung, der Weltklimakonferenz COP31 in der Türkei fernzubleiben. "Das macht mich richtig, richtig wütend. Ich finde es unfassbar", sagte die Klimaaktivistin im Interview mit der ARD. Und dabei ist es nicht der erste Aufreger des Kanzlers in den vergangenen Monaten. Die Historie zeigt: Merz tritt in ein Fettnäpfchen nach dem nächsten.
Die COP31 sei der zentrale Klimatermin des Jahres, bei dem der Kanzler anwesend sein müsse. "Es klingt hart, aber ich finde es fast peinlich, dass wir da nicht vertreten werden von einem von dem höchsten Vertreter, den wir irgendwie mit hinschicken könnten", so Kastrup. Bereits in der Nacht zuvor hatten Aktivisten mit einer Lichtprojektion auf ein Bundestagsgebäude gegen das Fernbleiben von Merz protestiert.
Deutschland verantwortungslos? Friedrich Merz entzieht mit COP-Absage
Kastrup betonte, dass Deutschland aufgrund seiner historisch hohen Emissionen eine besondere Pflicht trage. Das Land sei nach wie vor in erheblichem Maße mitverantwortlich dafür, dass sich die Klimakrise weiter verschärfe. "Wir müssen jetzt insbesondere auch den Ländern in die Augen gucken können, die unter den Folgen der Klimakrise jetzt schon so viel mehr leiden", forderte die Aktivistin aus dem Ruhrgebiet.
Zudem verwies sie auf einen Widerspruch in Merz' Handeln: Noch im vergangenen Jahr habe der Kanzler auf der COP30 in Brasilien Deutschlands Verlässlichkeit als Partner zugesichert. Die jetzige Absage stehe in krassem Gegensatz zu diesem Versprechen.
Lichtprotest am Bundestag in der Nacht
Schon vor Kastrups TV-Auftritt hatten Fridays-for-Future-Aktivisten ihren Unmut deutlich gemacht. Im Berliner Regierungsviertel projizierten sie in der Nacht zum Freitag großflächige Bilder des CDU-Vorsitzenden auf ein Gebäude des Bundestags. Dazu waren Slogans wie "Merzloser Klimagipfel" und "Wir zeigen Merz, was Zukunft ist" zu lesen.
Warum Friedrich Merz nicht bei der Weltklimakonferenz dabei sein wird
Mit der spektakulären Aktion wollten die Klimaschützer auf die Konsequenzen der Absage aufmerksam machen. Der Kanzler hatte sein Fernbleiben von der COP31 im türkischen Antalya mit "anderweitigen Verpflichtungen" begründet – ohne diese näher zu erläutern.
Fatales Signal an die Weltgemeinschaft
Kastrup zog ein vernichtendes Fazit: "Das ist tatsächlich ein Armutsurteil für Deutschland und ein fatales Bild, was da hingesendet wird." Die Absage des Kanzlers sende aus ihrer Sicht ein verheerendes Signal an die internationale Staatengemeinschaft.
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