Bundeswehr: Russische Sabotage gegen deutsche Streitkräfte – neue Warnung sorgt für Besorgnis

Die Bundeswehr stuft die Gefahr russischer Sabotageanschläge als erheblich ein. Verdächtige Drohnenfunde in Leipzig und Wunstorf schüren die Sorge vor gezielten Angriffen auf deutsche Militäreinrichtungen.

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Bundeswehr schlägt Alarm: Russische Sabotagegefahr für deutsche Streitkräfte steigt (Foto) Suche
Bundeswehr schlägt Alarm: Russische Sabotagegefahr für deutsche Streitkräfte steigt Bild: AdobeStock/ MoiraM
  • Bundeswehr hebt Bedrohungsstufe auf die zweithöchste Kategorie an
  • Verdächtige Drohnen könnten ukrainische und deutsche Flugzeuge im Visier gehabt haben
  • Sicherheitsbehörden rechnen mit einer möglichen Verschärfung der Lage

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Die Bundeswehr bewertet die Gefahr möglicher russischer Sabotageaktionen gegen deutsche Militäreinrichtungen als erheblich. Ein vertrauliches Dokument, das dem WDR und der "Süddeutschen Zeitung" vorliegt, warnt vor einer möglichen Verschärfung der Sicherheitslage. Anlass sind unter anderem verdächtige Drohnenfunde in Leipzig und Niedersachsen. Die Sicherheitsbehörden rechnen offenbar damit, dass weitere Vorfälle folgen könnten.

Bedrohungsstufe erreicht zweithöchste Kategorie

Nach Informationen der beiden Medien stuft die Bundeswehr die Gefahr russischer Sabotageanschläge erstmals als "erheblich" ein. Damit erreicht die Bedrohung "Focus" zufolge auf der internen Bewertungsskala die zweithöchste Kategorie. Die Einschätzung deutet darauf hin, dass die Streitkräfte nicht mehr nur mit abstrakten Risiken rechnen, sondern konkrete Gefahren für deutsche Standorte und militärische Einrichtungen sehen.

In dem internen Papier heißt es, Russland verfüge mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits seit längerer Zeit über die notwendigen Fähigkeiten, um gegen die Bundeswehr und ukrainische Einrichtungen in Deutschland vorzugehen. Gleichzeitig gebe es Hinweise auf eine gestiegene Bereitschaft, solche Möglichkeiten tatsächlich zu nutzen.

Hinter möglichen Aktionen vermuten die Analysten eine politische Strategie. Moskau wolle demnach die Unterstützung Deutschlands für die Ukraine schwächen und die Gesellschaft verunsichern. Sabotage könnte damit nicht nur militärischen Schaden anrichten, sondern auch die öffentliche Haltung zum Krieg beeinflussen.

Verdächtige Drohnen in Leipzig und Wunstorf entdeckt

Auslöser für die verschärfte Bewertung sind unter anderem zwei Vorfälle mit mutmaßlich gefährlichen Drohnen. Anfang August wurde am Flughafen Leipzig/Halle ein Fluggerät entdeckt, das nach den vorliegenden Informationen mit Sprengstoff ausgestattet gewesen sein soll. Der mutmaßliche Anschlagsversuch scheiterte. Kurz darauf stieß ein Landwirt in der Nähe von Wunstorf in Niedersachsen auf eine weitere Drohne. Der Fundort liegt unweit eines bedeutenden Luftwaffenstandorts der Bundeswehr. Das Fluggerät soll Ähnlichkeiten mit der Drohne aus Leipzig aufweisen und möglicherweise ebenfalls für einen Angriff präpariert worden sein.

Die vermuteten Ziele unterschieden sich offenbar. Am Flughafen Leipzig/Halle könnten ukrainische Frachtflugzeuge im Visier gestanden haben. Bei dem Fund in Niedersachsen besteht nach den bisherigen Einschätzungen der Verdacht, dass die Drohne gegen Flugzeuge der Bundeswehr eingesetzt werden sollte. Die genauen Hintergründe und eine mögliche Verbindung zwischen den Fällen müssen jedoch anhand der Ermittlungsergebnisse beurteilt werden.

Bundeswehr rechnet mit einer Verschärfung der Lage

Besonders alarmierend ist die Bewertung des Vorfalls in Wunstorf. Während die Situation in Leipzig zunächst als indirekte Bedrohung für die Bundeswehr eingeordnet werden konnte, sehen die Verfasser des Papiers bei dem niedersächsischen Fund Hinweise auf eine mögliche unmittelbare Gefährdung der Streitkräfte. Die Analysten warnen deshalb vor einer baldigen Verschlechterung. In dem Dokument heißt es, es sei eine "kurzfristige Lageverschärfung zu erwarten und mit Aktionen in naher Zukunft zu rechnen".

Welche konkreten Schutzmaßnahmen daraus folgen, ist bislang nicht öffentlich bekannt. Die Einschätzung macht jedoch deutlich, dass mögliche Sabotageakte gegen militärische Einrichtungen inzwischen eine größere Rolle bei der Sicherheitsplanung spielen.

BND-Chef warnt vor Konflikt mit Russland

Auch der Bundesnachrichtendienst beobachtet die Entwicklung mit Sorge. BND-Präsident Martin Jäger hatte Anfang Oktober vor einem möglichen "gewaltsamen Konflikt mit Russland" gewarnt.

Deutschland unterstützt die Ukraine militärisch und politisch. Vor diesem Hintergrund betrachten Sicherheitsbehörden mögliche Sabotageaktionen als Risiko, das über einzelne beschädigte Einrichtungen hinausgeht. Die Sorge gilt auch dem Versuch, die deutsche Unterstützung für Kiew zu erschüttern. Ob Russland hinter den konkreten Drohnenvorfällen steckt, ist anhand der vorliegenden Informationen nicht abschließend belegt. Die Bundeswehr hält die Gefahr weiterer Aktionen jedoch für so ernst, dass sie ihre Bewertung deutlich verschärft hat.

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