Kim Jong-Un: Ist der Diktator tot? Diese drei Machtoptionen könnten Nordkorea bevorstehen

Gerüchte über Kim Jong-Uns Tod werfen Fragen zur Zukunft Nordkoreas auf. Seine Tochter Kim Ju Ae, seine Schwester Kim Yo Jong und mächtige Militärs gelten als mögliche Nachfolger des Diktators.

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Kim Jong-Un: Angeblicher Tod wirft Nordkorea-Frage auf – steht die Kim-Dynastie vor einem Umbruch? (Foto) Suche
Kim Jong-Un: Angeblicher Tod wirft Nordkorea-Frage auf – steht die Kim-Dynastie vor einem Umbruch? Bild: picture alliance/dpa/KCNA/KNS | Uncredited
  • Kim Ju Ae wird immer häufiger bei Staats- und Militärveranstaltungen präsentiert
  • Kim Yo Jong gilt als einflussreiche Kandidatin für eine Übergangsführung
  • Militärs und Parteifunktionäre könnten ebenfalls um Einfluss ringen
  • Die Todesgerüchte sind bislang unbestätigt

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Gerüchte über den angeblichen Tod von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un haben Spekulationen über die Zukunft des abgeschotteten Landes ausgelöst. Sollte der Diktator tatsächlich ausfallen, wäre die Nachfolge keineswegs gesichert. Als mögliche Kandidaten gelten seine Tochter Kim Ju Ae, seine einflussreiche Schwester Kim Yo Jong und mehrere ranghohe Vertreter aus Partei und Militär. Allerdings gilt: Für die kursierenden Todesmeldungen gibt es in den vorliegenden Informationen keine bestätigte Grundlage.

Kim Ju Ae: Die Tochter als mögliche Thronfolgerin

In den vergangenen Jahren ist Kim Ju Ae zunehmend bei öffentlichen Auftritten an der Seite ihres Vaters zu sehen gewesen. Sie nahm unter anderem an militärischen Veranstaltungen, Raketenstarts und staatlichen Inszenierungen teil. Beobachter deuten diese Präsenz als Hinweis darauf, dass die Führung sie auf eine mögliche Machtübernahme vorbereitet.
Auch die familiäre Abstammung spielt in Nordkorea eine wichtige Rolle. Die sogenannte Paektu-Blutlinie dient der Kim-Familie seit Generationen als Grundlage ihres Herrschaftsanspruchs. Dennoch ist unklar, ob die Tochter tatsächlich bereits offiziell als Nachfolgerin feststeht. Ihr junges Alter würde im Fall eines plötzlichen Machtwechsels erhebliche Fragen aufwerfen. Eine denkbare Lösung wäre laut "The Daily Star" deshalb eine Übergangsführung, die das Land zunächst verwaltet, bis Kim Ju Ae selbst eine politische Rolle übernehmen könnte.

Kim Yo Jong: Die Schwester mit großem Einfluss

Als besonders einflussreiche Alternative gilt Kim Yo Jong. Die Schwester des Machthabers gehört zum inneren Machtzirkel und tritt regelmäßig als politische Stimme des Regimes in Erscheinung. Sie ist dafür bekannt, die Interessen der Führung nach außen mit scharfen Worten zu vertreten.

Der pensionierte US-Armeeoberst David Maxwell hält einen kompromisslosen Regierungsstil für denkbar. Über Kim Yo Jong sagte er: "Ich habe keinerlei Anzeichen dafür gesehen, wie sie regieren würde, aber angesichts des Rufs und der Geschichte der Familie vermute ich, dass sie mit eiserner Faust regieren würde."

Trotz ihrer politischen Stellung könnte es für sie schwierig werden, dauerhaft allein an der Spitze zu stehen. Die traditionell patriarchalisch geprägte Gesellschaft Nordkoreas könnte ihre Machtübernahme erschweren.

Geheimnisvoller Sohn könnte die Nachfolge verändern

Neben den beiden Frauen gibt es einen weiteren möglichen Anwärter: Kim Jong-Uns mutmaßlichen ältesten Sohn. Über das Kind ist öffentlich kaum etwas bekannt. Berichten zufolge wird es weitgehend vor der Öffentlichkeit abgeschirmt. Sollte es sich tatsächlich um den erstgeborenen Sohn handeln, könnte ihm die traditionelle Bevorzugung männlicher Nachkommen zugutekommen. Dass Kim Ju Ae derzeit deutlich häufiger bei offiziellen Terminen gezeigt wird, lässt jedoch Raum für Spekulationen. Ob der Sohn überhaupt für die Führung vorgesehen ist, bleibt unklar.

Partei und Militär könnten die Macht übernehmen

Ein Machtwechsel müsste nicht zwangsläufig dazu führen, dass ein anderes Mitglied der Kim-Familie allein regiert. Denkbar wäre auch eine kollektive Führung aus hochrangigen Funktionären, die einen Zusammenbruch des politischen Systems verhindern soll.
Zu den möglichen Akteuren zählt Kim Jae Ryong. Als hochrangiger Funktionär der Arbeiterpartei verfügt er über Einfluss auf wichtige Personalentscheidungen und interne Kontrollstrukturen. Auch Choe Ryong Hae, ein langjähriger Vertrauter der Herrscherfamilie, könnte bei einer Übergangsregelung eine Rolle spielen.

Für die außenpolitische Stabilität wäre zudem Außenministerin Choe Son Hui von Bedeutung. Sie ist in wichtige diplomatische Kontakte eingebunden, darunter die Beziehungen zu Russland. Der frühere Regierungschef Pak Pong Ju wiederum könnte aufgrund seiner wirtschaftspolitischen Erfahrung als stabilisierende Figur dienen, hätte allein jedoch kaum die nötige Machtbasis.

Auch der frühere Geheimdienstchef Kim Yong Chol wird als möglicher Einflussnehmer im Hintergrund genannt. Seine Verbindungen zu Sicherheitskreisen könnten bei einem Machtkampf entscheidend werden, selbst wenn er nicht selbst die Führung übernehmen sollte.

Weitere Verwandte gelten als Außenseiter

Andere Mitglieder der Kim-Familie haben deutlich schlechtere Aussichten. Kim Jong Chul, der ältere Bruder des Machthabers, hält sich weitgehend aus der Politik heraus. Kim Pyong Il, ein Onkel Kim Jong-Uns, verbrachte viele Jahre als Diplomat im Ausland und verfügt kaum über Verbindungen zur heutigen Führung. Noch unwahrscheinlicher wäre eine Rückkehr von Kim Han Sol, dem Sohn des 2017 ermordeten Kim Jong Nam. Er lebt im Ausland und besitzt nach den vorliegenden Angaben keine erkennbare Machtbasis innerhalb Nordkoreas.

Wer im Ernstfall tatsächlich das Sagen hätte, hängt somit nicht allein von der familiären Abstammung ab. Entscheidend wären auch die Unterstützung durch Militär, Partei und Sicherheitsapparat. Solange die Meldungen über Kim Jong-Uns Tod nicht bestätigt sind, bleibt die Nachfolgefrage allerdings ein Szenario und keine feststehende Entwicklung.

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