St. Petersburg in Flammen: Ukraine entfesselt Drohnen-Gewitter über Wladimir-Putin-Heimatstadt

Mit mehr als 320 Drohnen auf Moskau und St. Petersburg hat die Ukraine den bislang massivsten Luftangriff auf Russlands größte Städte geflogen und dabei ein Ölterminal sowie ein Rechenzentrum in Brand gesetzt.

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Da hilft nur noch Beten: Wladimir Putins Heimatstadt St. Petersburg wurde von ukrainischen Drohnen verwüstet. (Foto) Suche
Da hilft nur noch Beten: Wladimir Putins Heimatstadt St. Petersburg wurde von ukrainischen Drohnen verwüstet. Bild: picture alliance/dpa/POOL SPUTNIK KREMLIN/AP | Alexei Nikolsky
  • St. Petersburg in Flammen nach ukrainischem Drohnen-Angriff
  • Ukraine-Krieg aktuell: Ölhafen und Rechenzentrum in Heimatstadt von Wladimir Putin bombardiert
  • Auch Moskau meldet verheerende Schäden nach Drohnen-Angriffen

In dem seit viereinhalb Jahren tobenden Ukraine-Krieg setzen die ukrainischen Streitkräfte weiter auf gezielte Angriffe auf russischem Grund und Boden. Am Wochenende wurden sowohl Moskau als auch Wladimir Putins Heimatstadt St. Petersburg unter Beschuss genommen: Hunderte Drohnen sorgten für verheerende Schäden, obgleich die russische Flugabwehr allein auf dem Weg in die Hauptstadt 195 ukrainische Drohnen abfing, wie der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin mitteilte.

Ukraine-Krieg aktuell: Ukrainische Drohnen attackieren Moskau und St. Petersburg

In der Region um St. Petersburg wurden laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass weitere 126 Drohnen abgewehrt – insgesamt also mehr als 320 Flugobjekte. Trotz der gemeldeten Abschüsse richteten mehrere Drohnen erhebliche Schäden an. Russische Behörden erklärten, es habe keine Todesopfer gegeben. Kiew äußerte sich zunächst nicht zu der Offensive. Die Ukraine greift seit Längerem strategische Ziele tief im russischen Hinterland an, um Moskaus Kriegsführung zu beeinträchtigen.

Wladimir Putins Heimatstadt unter Beschuss: Ölhafen in St. Petersburg in Flammen, Rechenzentrum von VK beschädigt

In St. Petersburg traf der Angriff unter anderem ein Ölterminal im Hafengebiet. Dort brach nach Angaben des Stadtgouverneurs Alexander Beglow ein Brand aus. Wie schwer die Anlage insgesamt beschädigt wurde, blieb zunächst offen. In sozialen Medien tauchten Videos auf, die ein großflächiges Feuer zeigen sollen – unabhängig überprüft wurden diese Aufnahmen jedoch nicht.

Ebenfalls getroffen wurde ein Rechenzentrum des Internetkonzerns VK, der eines der populärsten sozialen Netzwerke Russlands betreibt. Darüber hinaus berichteten ukrainische Medien von einem Einschlag auf einer achtspurigen Brücke in der Millionenstadt. Die russische Seite bestätigte diese Darstellung allerdings nicht. Kurz zuvor hatte Russland seinerseits eine Brücke in der ukrainischen Hauptstadt Kiew attackiert.

Drohnen-Angriffe legen Flugverkehr in Moskau und St. Petersburg lahm

Die Ukraine hat russischen Angaben zufolge mit Dutzenden Drohnen Ziele in St. Petersburg angegriffen, darunter ein Ölterminal im Hafen und ein Rechenzentrum. (Foto) Suche
Die Ukraine hat russischen Angaben zufolge mit Dutzenden Drohnen Ziele in St. Petersburg angegriffen, darunter ein Ölterminal im Hafen und ein Rechenzentrum. Bild: Ulf Mauder/dpa/dpa

Die Drohnenangriffe zwangen mehrere Großflughäfen zur vorübergehenden Schließung. In St. Petersburg wurde der gesamte Flugbetrieb eingestellt, Reisende und Beschäftigte brachte man in Sicherheit. Auch in der russischen Hauptstadt standen zwei wichtige Airports still: Sowohl Domodedowo als auch Wnukowo setzten sämtliche Starts und Landungen aus.

Wie lange die Unterbrechungen andauerten, ging aus den Berichten zunächst nicht hervor. Die gleichzeitige Sperrung von Flughäfen in beiden Metropolen verdeutlicht jedoch die Reichweite der ukrainischen Drohnenoffensive. Moskau und St. Petersburg liegen Hunderte Kilometer von der Frontlinie entfernt – dennoch gelang es der Ukraine, den zivilen Luftverkehr in beiden Städten zum Erliegen zu bringen.

Putin-Armee schlägt zurück - Russland weitet Angriffe auf ukrainisches Energienetz aus

Bereits in der Nacht vor der ukrainischen Drohnenoffensive hatte Moskau seinerseits zugeschlagen. Nach Angaben von Präsident Selenskyj attackierte die russische Armee mehr als 15 Energieanlagen in der Ukraine. Auf Telegram warnte er, Russland habe seine Kampagne gegen die Stromversorgung des Landes intensiviert. Ziel sei es, die ukrainischen Reserven und Reparaturkapazitäten maximal zu belasten.

Die gegenseitigen Angriffe auf strategische Infrastruktur markieren eine weitere Eskalationsstufe in dem seit über viereinhalb Jahren andauernden Krieg. Während die Ukraine mit ihren Drohnenangriffen russische Ölinfrastruktur und Technologiestandorte ins Visier nimmt, konzentriert sich Moskau darauf, die Energieversorgung des Nachbarlandes systematisch zu zerstören.

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/news.de/dpa/stg

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