Donald Trump : "Völlig irre" Telefonkonferenz – Trump eskaliert in Schreiduell
Ein Insider beschreibt die Telefonkonferenz als "völlig irre": Präsident Trump hat bei einer Vorstandssitzung des Kennedy Centers eine demokratische Abgeordnete angeschrien, die ihn daraufhin als "ignorant" bezeichnete.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
Suche
- Donald Trump geriet bei einer Vorstandssitzung des Kennedy Centers mit der Demokratin Joyce Beatty aneinander
- Vorstand beschloss die sofortige Schließung des Hauptgebäudes für Renovierungsarbeiten
- Ein Bundesrichter untersagte erneut, Trumps Namen ohne Zustimmung des Kongresses am Kennedy Center anzubringen
Bei einer Vorstandssitzung des Kennedy Centers in Washington ist es am Dienstag (15.09.2026) zu einem heftigen Zusammenstoß zwischen Präsident Donald Trump und der demokratischen Abgeordneten Joyce Beatty aus Ohio gekommen. Der US-Präsident, der den Vorstand des berühmten Kulturzentrums leitet, ging die Kongressabgeordnete während einer Telefonkonferenz lautstark an. Ein mit dem Gespräch vertrauter Insider beschrieb den Anruf gegenüber CNN als "völlig irre".
Weitere Meldungen rund um Donald Trump finden Sie am Ende dieses Artikels.
Donald Trump eskaliert nach Telefonkonferenz: US-Präsident droht mit Schließung
Im Anschluss an die turbulente Sitzung votierte der Vorstand dafür, das Veranstaltungshaus wegen angeblich gefährlicher baulicher Zustände für Renovierungsarbeiten zu schließen. Trump verkündete daraufhin auf Truth Social, das Gebäude werde "sofort" dichtgemacht, obwohl eine richterliche Anordnung genau das untersagt.Beatty, die als Vorstandsmitglied an der Sitzung teilnahm, widerspricht der Darstellung des Präsidenten vehement und spricht von einer bewussten Verdrehung des tatsächlichen Abstimmungsergebnisses.
Der Konflikt um das Kennedy-Center schwelt bereits seit Wochen. US-Bezirksrichter Christopher Cooper hatte dem Vorstand per Verfügung untersagt, Trumps Namen an der Außenfassade des Gebäudes anzubringen. Konkret ging es um die Aufschriften "renoviert und restauriert von Donald J. Trump" am Hauptgebäude sowie "Präsident Donald J. Trump Plaza" auf dem Gelände. Auslöser der richterlichen Entscheidung war eine Klage von Beatty selbst.
Trumps Reaktion auf das Urteil fiel unmissverständlich aus. Auf seiner Plattform Truth Social drohte er damit, die geplante Sanierung im Umfang von 257 Millionen Dollar komplett zu blockieren, sollte die Entscheidung nicht von einem Berufungsgericht oder dem Supreme Court gekippt werden. Den von Barack Obama ernannten Richter Cooper hatte er zuvor bereits als "sehr feindselig und befangen" attackiert, wie "The Daily Beast" berichtete.
"Nie etwas gebaut" gegen "ignorant" – Schreiduell auf höchster Ebene
Während der Telefonkonferenz mit dem Vorstand ging Trump die Demokratin Beatty frontal an. Laut "New York Times" warf er der Kongressabgeordneten vor, sie habe "nie etwas gebaut". Beatty ließ sich davon offenbar nicht einschüchtern und bezeichnete den Präsidenten ihrerseits als "ignorant". Zudem machte sie ihn persönlich für die finanziellen Schwierigkeiten des Kennedy Centers verantwortlich. Doch nicht nur Beatty geriet ins Visier des Präsidenten. Auch Richter Cooper musste sich während des Gesprächs Kritik gefallen lassen, wie CNN berichtete. Bereits vor dessen Urteil hatte Trump den Juristen öffentlich angegriffen – nun legte er in der Vorstandssitzung offenbar nach. Ein mit dem Ablauf vertrauter Informant fasste die Atmosphäre der Sitzung gegenüber CNN in zwei Worten zusammen: "völlig irre".
Beatty zerlegt Trumps Version – und warnt vor Missachtung des Gerichts
In einem Interview mit CNN-Moderatorin Kaitlan Collins am Dienstagabend ging Beatty systematisch gegen die Behauptungen des Präsidenten vor. Trump habe auf Truth Social geschrieben, der Vorstand habe für eine Schließung des Kennedy Centers gestimmt – doch "das war nicht das, worüber abgestimmt wurde", stellte die Abgeordnete klar. Auch hätten die anderen Vorstandsmitglieder keineswegs für den Wortlaut gestimmt, den Trump auf seiner Plattform verbreite.
Beatty machte zudem deutlich, dass der Präsident mit einer erzwungenen Schließung zwecks Namensanbringung "in Missachtung des Gerichts" handeln würde – ein Verweis auf die bestehende Verfügung von Richter Cooper. Das Justizministerium prüfe die Angelegenheit bereits, das Kulturzentrum sei derzeit weiterhin geöffnet. Gerüchte über eine angeordnete Evakuierung des Gebäudes führte sie auf einen Fehlalarm der Brandmeldeanlage zurück.
Weißes Haus gibt Demokraten die Schuld – Rechtslage bleibt unklar
Das Weiße Haus wies jede Verantwortung für den Zustand des Gebäudes von sich. Sprecher Davis Ingle erklärte, die Demokraten hätten "das Kennedy Center jahrzehntelang verrotten lassen", während Wasserschäden sich ausbreiteten und die Infrastruktur zerfiel. Trump habe eingegriffen, um "ein nationales Juwel zu retten". Beatty bezeichnete er als "Trump-verblendete Dumokratin", die sich gegen alles stelle, "was die Größe unseres Landes feiert".
Offen bleibt, wie es nun weitergeht. Die gerichtliche Verfügung von Richter Cooper steht einer Schließung und der Anbringung von Trumps Namen weiterhin im Weg. Gleichzeitig hat der Vorstand formal für Renovierungsarbeiten gestimmt – wenn auch offenbar nicht in dem Umfang, den Trump auf Truth Social suggeriert. Das Justizministerium prüft die Situation. Vorerst bleibt das Kennedy Center geöffnet.
Weitere Meldungen rund um die Trump-Regierung finden Sie hier:
- "Absurdität sprengt jede Skala" – Netz zerlegt kuriosen Post der Trump-Regierung
- "Der Typ kann kaum noch laufen" – Trump-Video sorgt für Entsetzen
- Donald Trump mit seltsamen Bewegungen - Experte vermutet mögliche Demenz-Symptome
- "Donald Ducks" am "Lake America" – Trump blamiert sich mit bewaffneter Gänse-Armee
- Donald Trump orientierungslos auf der Bühne: Trump-Auftritt bei der Nasa sorgt für Kopfschütteln
bua/news.de/mlk/stg
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.