Pete Hegseth: Wirbel um Vergewaltigungsvorwürfe - Ex-Soldatin fordert Rauswurf von Kriegsminister

Eine Ex-US-Marinesoldatin warnt Frauen vor dem Dienst an der Waffe - weil sie in einer Kaserne von mehreren Kameraden vergewaltigt wurde. Pete Hegseth soll derweil abgesetzt werden, fordert die Veteranin.

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US-Kriegsminister Pete Hegseth hat neuen Ärger am Hals. (Foto) Suche
US-Kriegsminister Pete Hegseth hat neuen Ärger am Hals. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein
  • Pete Hegseth bringt das Trauma zurück - wachsende Angst bei den Streitkräften
  • US-Veteranin schildert Fassungslosigkeit nach Missbrauch
  • Pete Hegseth blockiert Beförderungen für Frauen
  • Pete Hegseth soll abgesetzt werden:

Überlebende sexueller Gewalt im US-Militär erheben schwere Vorwürfe gegen Donald Trumps Verteidigungsminister Pete Hegseth. Seit seinem Amtsantritt habe er systematisch Schutzmaßnahmen für Frauen und Minderheiten in den Streitkräften abgebaut, berichten Betroffene gegenüber "Raw Story". Es ist nicht die einzige Negativ-Schlagzeile für Pete Hegseth - zuletzt wurde über eine mögliche Rebellion im Pentagon spekuliert, die dem US-Kriegsminister drohen könnte.

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Pete Hegseth bringt das Trauma zurück - wachsende Angst bei den Streitkräften

Aktive Soldatinnen berichten von wachsender Angst in den Reihen der Streitkräfte. Die Veteranin Katy Eilers bringt es bei "Raw Story" auf den Punkt: "Jedes Mal, wenn ich sehe, dass Pete Hegseth wieder eine Schutzmaßnahme für Frauen im Militär abgeschafft hat, ist es, als würde man das Trauma erneut durchleben."

Dawn, die aus Angst vor dem Verlust ihrer Invalidenleistungen und Vergeltungsmaßnahmen der Trump-Regierung in dem Bericht nur ihren Vornamen nennt, wurde vor mehr als 35 Jahren während eines Auslandseinsatzes in ihrer Kaserne von mehreren Tätern vergewaltigt. Sie wurde dabei schwanger. Eine Untersuchung fand nie statt.

  • "Wir hatten keine Möglichkeit, irgendetwas zu melden. Es gab keine Vertraulichkeit, niemanden, an den man sich hätte wenden können", schildert die ehemalige Marinesoldatin. Aus Sorge um ihre Laufbahn habe sie geschwiegen.

Die körperlichen Folgen begleiten sie bis heute: Mit 26 Jahren musste Dawn sich einer Gebärmutterentfernung unterziehen, weil ihr Gebärmutterhals durch den Übergriff geschädigt worden war.

  • "Sie haben mich nicht nur seelisch und emotional zerstört, sondern auch körperlich", sagt sie.

Heute stellt sich Dawn vor Rekrutierungsbüros und rät Frauen vom Militärdienst ab.

US-Veteranin schildert Fassungslosigkeit nach Missbrauch

Katy Eilers war gerade 18 Jahre alt, als sie als Sanitäterin der US-Armee im irakischen Gefängnis Abu Ghraib stationiert wurde. Dort griffen sie vier Militärpolizisten an. Bestraft wurde keiner der Täter.

  • "Sie bekamen keinen Ärger. Nichts passierte mit ihnen", berichtet die heute 38-Jährige. Stattdessen wurde sie selbst versetzt. Therapeutische Hilfe oder andere Unterstützungsangebote erhielt Eilers nicht. Lange Zeit sprach sie mit niemandem über den Vorfall.

Aus Angst vor Vergeltung durch die beteiligten Militärpolizisten entschied sich Eilers damals für eine sogenannte eingeschränkte Meldung - ein Verfahren, das zwar militärärztliche Versorgung ermöglicht, aber keine Ermittlungen nach sich zieht.

  • "Die Art, wie ich danach behandelt wurde, hat am meisten wehgetan", sagt die Veteranin.

Pete Hegseth blockiert Beförderungen für Frauen

Pete Hegseth hat derweil unter dem Motto "Schluss mit dem Eierlaufen" damit begonnen, militärische Gleichstellungs- und Chancenprogramme grundlegend umzustrukturieren. Ermittlungsverfahren in diesem Bereich bezeichnete er als "instrumentalisiert" und drängte auf deren beschleunigte Abwicklung, wie "Federal News Network" berichtete.

Anfang September blockierte der Verteidigungsminister dutzende Beförderungen von Frauen und Minderheiten in der Armee. Zuvor hatte er bereits Kandidatinnen von Beförderungslisten streichen lassen. Die Folge: Erstmals seit mehr als zehn Jahren wurde keine aktive Marineoffizierin zur Ein-Stern-Admiralin befördert.

Für aktive Soldatinnen sei die Lage bedrohlich, schildert Eilers. "Alle ihre Schutzmaßnahmen sind im Grunde weg", berichten ihr befreundete Soldatinnen. "Wir scherzen immer, dass jede Einheit einen Hegseth hat. Frauen im aktiven Dienst haben gerade Angst."

Pete Hegseth soll abgesetzt werden: "Er muss gehen. Er zerstört unser Militär"

Dawn und Eilers setzen sich für den im Juni eingebrachten Military Sexual Trauma Accountability Act ein. Das Gesetz würde es aktiven Soldaten und Veteranen erstmals ermöglichen, den Staat wegen sexueller Gewalt und Fahrlässigkeit im Militär zivilrechtlich zu verklagen. Eilers plädiert zudem dafür, das System der eingeschränkten Meldungen abzuschaffen und durch umfassendere Programme zu ersetzen, die Betroffenen eine sichere Anzeige ermöglichen. Für Dawn steht jedoch vor allem eine Konsequenz im Vordergrund: Hegseth müsse sein Amt verlieren. "Er muss gehen. Er zerstört unser Militär. Er will keine Frauen darin haben", sagt die ehemalige Marinesoldatin.

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