Wladimir Putin: Kremlchef bloßgestellt vor laufender Kamera bei Gipfeltreffen
Es war eine sichtlich unangenehme Situation für Wladimir Putin. Indiens Premier Modi forderte den Kremlchef vor laufenden Kameras auf, den Krieg in der Ukraine zu beenden. Da musste Putin sich erst einmal sammeln.
Von news.de-Redakteur Tobias Rüster - Uhr
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- Wladimir Putin bloßgestellt vor laufenden Kameras
- Kremlchef bekommt plötzlich Buddha-Botschaft
- Ukraine-Krieg aktuell: Kein Anzeichen für einen Putin-Frieden
- Bericht über Risse in Putins innerem Zirkel
Es war ein Moment, der es in sich hatte: Beim Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek hat Indiens Premierminister Narendra Modi den russischen Präsidenten Wladimir Putin vor laufenden Kameras bloßgestellt. Es ist längst nicht der erste Rückschlag für Wladimir Putin in den vergangenen Tagen.
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Wladimir Putin bloßgestellt vor laufenden Kameras
Modi hatte den Kremlchef auf offener Bühne ganz unverhohlen dazu aufgefordert, seinen Krieg gegen die Ukraine zu beenden.
- "Wir müssen von einem endlosen Krieg zum Ende des Krieges kommen", sagte Modi zu Putin, der während der Ansprache sichtlich unbehaglich nach unten blickte und dem Blick seines Gegenübers auswich, berichtet die "Daily Mail".
Putins Reaktion fiel ebenso knapp wie angespannt aus: Der Kremlchef warf seinen Übersetzungs-Ohrhörer auf den Tisch und presste mit zusammengebissenen Zähnen hervor:
- "Vielen Dank, Herr Premierminister. Wir bewegen uns in diese Richtung."
Wladimir Putin bekommt plötzlich Buddha-Botschaft
Modi ließ keinen Zweifel daran, wie ernst es ihm mit seiner Friedensforderung ist.
- "Jeder Tag des Krieges wirft die Menschheit zurück, während jeder Schritt in Richtung Frieden sie mit neuer Hoffnung und Begeisterung erfüllt", erklärte der 75-jährige Premierminister dem sichtlich unwohl wirkenden Putin, dem die Szene wohl kaum gefallen haben dürfte.
Eine friedliche Lösung aller Streitfragen sei "der Ruf der Menschlichkeit", so Modi weiter. Dabei berief er sich auf das kulturelle Erbe seines Landes: "Das Land Gandhis und Buddhas teilt eine einzige Botschaft: den Weg des Friedens."
Wladimir Putins Worte vor dem Gipfel klangen anders
Wladimir Putins Beteuerung, man bewege sich in Richtung Frieden, steht in krassem Widerspruch zu seinen eigenen Aussagen nur wenige Tage zuvor.
- Am 22. August hatte der Kremlchef in einer Rede vor der Regierungspartei "Einiges Russland" jede Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende abgebügelt: "Die militärische Spezialoperation geht weiter", verkündete er. "Wir werden uns nur vorwärts bewegen."
- Am selben Tag warf Putin der Ukraine vor, eine "Büchse der Pandora" zu öffnen, und drohte mit Vergeltungsschlägen gegen "die empfindlichsten Sektoren eurer Wirtschaft".
Ukraine-Krieg aktuell: Kein Anzeichen für einen Putin-Frieden
Auf dem Schlachtfeld in der Ukraine deutet nichts darauf hin, dass Wladimir Putin tatsächlich auf Frieden zusteuert. Im Gegenteil: Russland hat seine Angriffe zuletzt offenbar noch verschärft und bombardiert das Land mit wiederholten Schlägen - darunter gezielt auch Lebensmittellager, schreibt die "Daily Mail". Die Zerstörung dieser Vorräte wird mittlerweile für besorgniserregende Versorgungsengpässe und leere Supermarktregale verantwortlich gemacht.
Doch auch die russische Bevölkerung bekommt die Folgen des mittlerweile viereinhalb Jahre andauernden Krieges immer stärker zu spüren. Unablässige ukrainische Drohnenangriffe treffen das russische Hinterland, die Regierung schränkt den Internetzugang zunehmend ein, und die wirtschaftliche Lage verschlechtert sich spürbar.
Ukraine-Krieg aktuell: Risse in Putins innerem Zirkel
Wie das britische Magazin "The Economist" berichtet, wächst die Unzufriedenheit nicht nur an der Basis, sondern auch in den oberen Etagen der russischen Macht. Ein Insider schilderte demnach, dass die Frustration über die Dauer des Konflikts in Russlands Eliten stetig zunehme.
Für Putin ergibt sich daraus ein gefährliches Dilemma: Berichten zufolge ist der Kremlchef überzeugt, dass ein Kriegsende ohne die vollständige Eroberung des Donbas - sein erklärtes Minimalziel - ihn persönlich in Gefahr bringen könnte. Ein Frieden ohne diesen Erfolg wäre aus seiner Sicht also kein Sieg, sondern eine existenzielle Bedrohung für seine eigene Machtposition.
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