Minus 10 Grad im November?: Wettermodell prophezeit Kälte-Klatsche für Deutschland
Nebel, Hochnebel und örtlicher Frost prägen das Wetter in Deutschland, am Sonntag ist in einigen Regionen sogar Schnee möglich. Für Mitte November deutet ein Modell zudem einen möglichen Polarluft-Vorstoß an.
Von news.de Redakteurin Anika Bube - Uhr
Suche
- Nebel und Hochdruck bestimmen das Wetter in Deutschland
- Wetterdienst sagt Schnee im Alpenraum voraus
- Wettermodell berechnet für Mitte November eisige Polarluft
Deutschland im Herbstmodus: Hochdruck sorgt derzeit für zähen Nebel, graue Tage und örtlich frostige Nächte. Am Wochenende könnten im Alpenraum die ersten Schneeflocken der Saison fallen. Noch spannender ist jedoch der Blick auf Mitte November: Ein Wettermodell berechnet einen möglichen Vorstoß eisiger Polarluft nach Deutschland. Doch wie realistisch ist der Wintereinbruch wirklich?
Weitere Meldungen rund ums Wetter finden Sie am Ende dieses Artikels.
Nebeliges Herbst-Wetter in Deutschland
Wer in diesen Tagen auf Sonnenschein hofft, braucht vielerorts Geduld. Ein Hochdruckgebiet sorgt zwar für ruhiges Herbstwetter, doch gerade in den Morgenstunden halten sich Nebel und Hochnebel hartnäckig. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) meldete am Donnerstag (29. Oktober) besonders in der Mitte und im Süden gebietsweise dichten Nebel mit Sichtweiten unter 150 Metern. Bei längerem Aufklaren kann es im Süden zudem leichten Frost bis minus 1 Grad geben. Im Tagesverlauf bestehen vor allem im Westen und Südwesten Chancen auf sonnige Abschnitte. Wo sich der Nebel dagegen kaum auflöst, bleibt es deutlich kühler. Das Hochdruckwetter hält voraussichtlich zunächst an. Eine Garantie für Sonnenschein ist es allerdings nicht.
Auch am Freitag bleibt der Himmel vielerorts grau. Während sich im Westen und Südwesten zeitweise die Sonne durchsetzen kann, halten sich im Norden und Osten häufiger Wolken. Die Temperaturen bewegen sich überwiegend im herbstlichen Bereich. In der Nacht kann sich erneut Nebel bilden. Bei längerem Aufklaren droht vor allem im Süden und in höheren Lagen leichter Frost. Autofahrer sollten dort in den frühen Morgenstunden besonders aufmerksam sein. Am Samstag setzt sich das Muster fort: Nach Nebelauflösung sind im Westen und Südwesten freundliche Abschnitte möglich. Im Osten kann es örtlich etwas regnen oder nieseln. Der DWD erwartet auch für das Wochenende überwiegend ruhiges Wetter ohne markante Wettergefahren.
Erster Schnee am Sonntag: Alpenraum muss sich auf Flocken einstellen
Am Sonntag könnte es im Süden Deutschlands erstmals winterlich werden. Nach der DWD-Prognose sind im Südosten Regen und in den Alpen Schnee möglich. Wie stark der Niederschlag ausfällt und bis in welche Höhen die Flocken sinken, hängt von der weiteren Entwicklung ab. Ein dauerhafter Wintereinbruch ist damit noch nicht verbunden. Selbst wenn sich vorübergehend eine weiße Schicht bildet, kann sie bei steigenden Temperaturen rasch wieder verschwinden. In höheren Lagen können winterliche Straßenverhältnisse dennoch zum Thema werden.
Polarluft im Anmarsch? Wettermodell berechnet Kälte-Schub Mitte November
Noch weiter in die Zukunft blickt das europäische Wettermodell ECMWF. In einer Berechnung für den Zeitraum um den 10. und 11. November zeichnet sich eine mögliche Umstellung der Großwetterlage ab: Ein kräftiges Hoch über der Nordsee und ein Tief über der Ostsee könnten kalte Luft aus Nordosteuropa nach Deutschland lenken.
In rund 1.500 Metern Höhe werden in diesem Szenario Temperaturen von minus 6 bis minus 10 Grad berechnet, im Osten möglicherweise noch niedrigere Werte. Diplom-Meteorologe Dominik Jung ordnete die Entwicklung gegenüber der "Bild" als deutlich zu kalte Luftmasse für die Jahreszeit ein. Zugleich betonte er, dass ein wiederkehrendes Kältesignal keine Garantie für einen beginnenden Winter sei. Sollte sich diese Wetterlage durchsetzen, wären frostige Nächte und regional auch tagsüber sehr niedrige Temperaturen möglich. Schnee ist allerdings nicht automatisch zu erwarten: Hochdrucklagen bringen häufig trockene Luft. Für Schneefall braucht es zusätzlich ausreichend Feuchtigkeit und Niederschlag.
Wetterexperte bremst Winter-Spekulationen
Nicht alle Fachleute halten die langfristigen Berechnungen bereits für aussagekräftig. Wetterexperte Frank Böttcher sieht nach seiner Einschätzung gegenüber der "Bild" bislang keine außergewöhnliche Wetterlage für Anfang November. Verlässlichere Aussagen seien erst mit kürzerem Vorhersagezeitraum möglich.
Auch die DWD-Prognose reicht derzeit nur begrenzt in die Zukunft. Sie deutet bis Anfang November überwiegend auf Hochdruckeinfluss mit gelegentlichen schwachen Störungen hin. Das spricht zunächst für ruhiges Herbstwetter, sagt aber noch wenig darüber aus, wie sich die Lage in der zweiten Novemberwoche entwickelt. Bis zum möglichen Kälteschub sind es noch knapp zwei Wochen. In diesem Zeitraum können sich Wettermodelle deutlich verändern. Ob Deutschland tatsächlich eine markante Polarluftphase bevorsteht, muss sich daher erst noch zeigen. Derzeit gilt: Nebel und örtlicher Frost sind absehbar, der große Wintereinbruch bleibt ein mögliches Szenario.
Weitere Meldungen rund ums Wetter finden Sie hier:
- Bis zu 21 Grad Ende Oktober – droht dann ein Kältekracher?
- Droht ein Winter ohne Schnee? Meteorologen wagen erste Prognose
- Kaltfront beendet Spätsommer - Wetterdienst prophezeit ersten Schnee
- Wetter-Hammer zum Herbstanfang: Hier sind noch einmal 30 Grad möglich
- El Niño 2026/27 wird immer stärker: Extrem-Winter in Deutschland droht
bua/fka/news.de/stg
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.