Unwetter-Alarm im Urlaubsparadies: Todesdrama in Spanien - Sturmtief "Adam" flutet Mallorca

Lebensgefahr auf Mallorca! Sturmtief "Adam" bringt sintflutartige Regenfälle, Überschwemmungen und Chaos nach Spanien. Schulen bleiben geschlossen, Flüge fallen aus, die Armee steht bereit. Auf dem Festland hat das Unwetter bereits erste Todesopfer gefordert.

Erstellt von - Uhr

Lebensgefahr auf Mallorca! Spanien kämpft gegen extreme Regenmassen. (Foto) Suche
Lebensgefahr auf Mallorca! Spanien kämpft gegen extreme Regenmassen. Bild: Martin Gerten/dpa/dpa
  • Alarmstufe Rot auf Mallorca und in Valencia: Behörden warnen vor lebensgefährlichen Überschwemmungen und extremen Regenmengen.
  • Verheerende Folgen: Schulen bleiben geschlossen, Flüge werden gestrichen und Soldaten für mögliche Rettungseinsätze verlegt.
  • Erste Unwetter-Todesopfer: In Katalonien wurde eine Frau von den Wassermassen mitgerissen.

Das Sturmtief "Adam" hat am frühen Montagmorgen die spanische Mittelmeerküste mit extremen Regenfällen erreicht. Für Mallorca und die Küstenregion Valencia gilt die höchste Alarmstufe Rot. Die spanische Wetterbehörde Aemet warnt vor "außergewöhnlicher Gefahr" – es bestehe Lebensgefahr, zudem drohten erhebliche Sachschäden.

Höchste Alarmstufe auf Mallorca: Sturmtief Adam wütet an Spaniens Küste

Bereits in der Nacht zum Montag verschickten die Behörden auf Mallorca eine Sonderwarnung an sämtliche Mobiltelefone in der Region, begleitet von einem schrillen Alarmton. Die Botschaft des Zivilschutzes war eindeutig: "Vermeiden Sie Aufenthalte im Freien und in Kellern." Besonders gefährlich sind laut Aemet Sturzbäche, die bei den herbstlichen Unwettern auf der Insel regelmäßig zu schweren Überschwemmungen führen.

Am Wochenende hatte "Adam" bereits auf dem Festland für chaotische Zustände gesorgt – mit tödlichen Folgen.

Unwetter in Spanien: Schulen dicht, Flüge gestrichen, Armee im Einsatz

Die Auswirkungen auf das öffentliche Leben sind massiv: Auf den drei Baleareninseln Mallorca, Ibiza und Formentera fällt am Montag der Unterricht komplett aus. Am Flughafen von Mallorca wurden dutzende Verbindungen gestrichen, zahlreiche weitere Maschinen verspäteten sich oder mussten umgeleitet werden. Auch auf Ibiza kam der Verkehr teilweise zum Erliegen – dort sperrten die Behörden die zentrale Zufahrtsstraße zum Flughafen.

In der Region Valencia fielen zudem mehrere Zugverbindungen aus. Angesichts der angespannten Lage verlegte die spanische Armee Soldaten vom Festland auf die Balearen, um im Notfall schnell eingreifen zu können. Für Ibiza und Menorca wurde ebenfalls die höchste Warnstufe Rot verhängt.

Todesdrama in Katalonien: Frau von Fluten mitgerissen

Schon bevor "Adam" die Inseln erreichte, forderte das Unwetter auf dem Festland ein Todesopfer. In der Ortschaft Cabrera del Mar, rund 35 Kilometer nordöstlich von Barcelona, wurde eine Frau am Samstag gemeinsam mit ihren zwei Kindern von den Wassermassen überrascht. Dem Vater gelang es noch, die Kinder festzuhalten – seine Frau jedoch wurde von der Strömung mitgerissen. Nach stundenlanger Suche in der Nacht entdeckte die katalanische Feuerwehr ihre Leiche am Sonntagmorgen im Meer vor dem Küstenort Premià de Mar.

Berichten zufolge soll es bei Sagunto in der Region Valencia einzweites Todesopfer gegeben haben.

Auch in Andalusien spielten sich dramatische Szenen ab: In der Nähe von Málaga retteten Einsatzkräfte zehn Menschen aus einem überfluteten Tunnel an einer Strandpromenade. In Algeciras bei Gibraltar sowie in El Ejido verwandelten sich Straßen in reißende Bäche, Fahrzeuge und Gebäude standen unter Wasser.

Extreme Regenmengen drohen: 200 Liter pro Quadratmeter möglich

Auf Mallorca rechnete der Wetterdienst Aemet mit bis zu 90 Litern Niederschlag pro Quadratmeter innerhalb einer einzigen Stunde. Während der heftigsten Sturmphase könnten über einen Zeitraum von zwölf Stunden insgesamt 160 Liter zusammenkommen. Die Warnstufe Rot galt zunächst von Mitternacht bis sechs Uhr morgens für den Süden, Osten und die Inselmitte.

In der Region Valencia wurden die Niederschläge bereits am Sonntagvormittag stellenweise auf mehr als 200 Liter pro Quadratmeter beziffert, wie der Staatssender RTVE berichtete. Zum Vergleich: In ganz Deutschland fallen laut Deutschem Wetterdienst im langjährigen Mittel rund 800 Liter pro Quadratmeter – allerdings verteilt auf ein komplettes Jahr. Die Dimensionen des Sturmtiefs "Adam" sind damit außergewöhnlich.

Klimawandel verschärft Extremwetter im Mittelmeerraum

Die nationale Wetterbehörde Aemet warnt eindringlich: Weil die Wassertemperaturen im Mittelmeer durch den menschengemachten Klimawandel stetig steigen, verdunstet mehr Wasser – und genau das macht Extremwetter wie "Adam" sowohl wahrscheinlicher als auch intensiver. Der vergangene September war laut Aemet der heißeste auf dem spanischen Festland seit Beginn der Aufzeichnungen, ebenso wie der gesamte Sommer 2026. Allein im Juni wurden in Spanien über tausend Hitzetote gezählt.

Die Erinnerungen an die verheerende Flutkatastrophe in der Region Valencia im Oktober 2024 sind noch frisch. Damals kamen mindestens 229 Menschen ums Leben, die Schäden beliefen sich auf Milliardensummen. Nur zwei Jahre später steht dieselbe Küstenregion erneut unter höchster Alarmbereitschaft.

Auch diese News sind einen Blick wert:

/news.de/dpa/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.