Weiße Weihnachten in Gefahr: El Niño beeinflusst Prognose - droht ein Winter ohne Schnee?
Die ersten Langfristprognosen für den Winter 2026/27 deuten auf überdurchschnittliche Temperaturen in Deutschland hin. Vor allem im Dezember könnten die Chancen auf Schnee im Flachland gering sein.
Von news.de Redakteurin Anika Bube - Uhr
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- Langfristmodelle deuten auf einen milden Winter 2026/27 hin
- Schnee im Flachland könnte selten bleiben
- El Niño beeinflusst das globale Klima, legt den Winter in Deutschland aber nicht fest
Während sich der Oktober von seiner goldenen Seite zeigt, richten die ersten Langfristprognosen den Blick bereits auf den bevorstehenden Winter. Für Deutschland deuten einige Wettermodelle auf überdurchschnittliche Temperaturen hin. Das könnte die Chancen auf eine Schneedecke im Flachland schmälern. Allerdings gilt: Eine saisonale Prognose beschreibt nur einen möglichen Trend. Sie kann weder einzelne Kältewellen noch den Schneefall an Weihnachten zuverlässig vorhersagen.
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Wetter-Prognose für Winter 2026/27
"Wir sehen eher einen sehr milden Winter", sagt Meteorologe Dominik Jung von "wetter.net". Er betont allerdings, dass es sich dabei um einen "klimatologischen Großwetterlagentrend" handele und nicht um eine klassische Wettervorhersage. "Gemittelt über 3 Monate wird dieser Zeitraum eher als zu warm angenommen, mehr ist das nicht, es ist eine grobe Abschätzung."
Besonders der Dezember steht bei den aktuellen Modellberechnungen im Fokus. Sollte sich der milde Trend bestätigen, könnte es in vielen Regionen Deutschlands schwieriger werden, dass sich eine dauerhafte Schneedecke bildet. Gerade im Flachland hängt das allerdings nicht nur von den Temperaturen, sondern auch von der Niederschlagsmenge und der jeweiligen Wetterlage ab. Weiße Weihnachten lassen sich deshalb zum jetzigen Zeitpunkt weder sicher vorhersagen noch ausschließen. Selbst wenn die Monatsmitteltemperaturen über dem langjährigen Durchschnitt liegen, sind einzelne Frosttage und Schneefälle weiterhin möglich.
Einige Modellberechnungen deuten zudem auf häufige West- bis Südwestströmungen hin. Sie können milde und feuchte Luft vom Atlantik nach Mitteleuropa bringen. Wie "Focus Online" berichtet, sehen bestimmte Langfristmodelle für den Winter einen solchen Verlauf. Wie verlässlich diese regionale Entwicklung bereits Monate im Voraus abzuschätzen ist, bleibt allerdings begrenzt.
El Niño beeinflusst das Klima – aber nicht jede Wetterlage
Ein möglicher Einflussfaktor für den Winter ist El Niño. Dabei handelt es sich um eine natürliche Klimaschwankung, bei der sich die Oberflächentemperaturen im tropischen Pazifik ungewöhnlich stark erwärmen. Das kann die atmosphärische Zirkulation weltweit verändern und die Wahrscheinlichkeit bestimmter Wetterlagen verschieben. Die US-amerikanische Klimabehörde NOAA rechnet damit, dass sich das El-Niño-Ereignis weiter verstärkt. Für den Zeitraum von Januar bis März 2027 liegt die Wahrscheinlichkeit für ein starkes bis sehr starkes Ereignis demnach bei mehr als 83 Prozent. Daraus lässt sich jedoch keine direkte Vorhersage für den Winter in Deutschland ableiten.
Zusätzlich spielt die Entwicklung des Polarwirbels eine Rolle. Veränderungen in der Zirkulation der Stratosphäre können beeinflussen, wie leicht kalte Luft aus der Arktis in mittlere Breiten gelangt. Wie sich diese Faktoren im Winter 2026/27 zusammensetzen, ist aber noch nicht zuverlässig abzuschätzen.
Dominik Jung ordnet die Prognosen deshalb bewusst zurückhaltend ein. Es handle sich nicht um eine exakte Wettervorhersage, sondern lediglich um einen großräumigen Trend. "Was jetzt nicht heißt, dass es trotzdem irgendwann mittendrin mal kalte Phasen geben kann mit Schnee", so der Meteorologe.
Januar bleibt ein Unsicherheitsfaktor
Auch bei einem insgesamt milden Winter sind einzelne Kältephasen möglich. Eine veränderte Großwetterlage kann kalte Kontinentalluft nach Deutschland lenken und vorübergehend für Frost, Glätte und Schnee sorgen. Ob und wann das geschieht, lässt sich aus einer saisonalen Prognose nicht ablesen.
Beim Schnee gibt es zudem regionale Unterschiede: In den Mittelgebirgen und Alpen sind winterliche Bedingungen grundsätzlich wahrscheinlicher als im Flachland. Wie viel Schnee tatsächlich fällt und wie lange er liegen bleibt, hängt jedoch vom Zusammenspiel aus Temperatur, Niederschlag und Wetterlage ab. Auch für die Alpen lässt sich aus den derzeitigen Langfristtrends keine verlässliche Aussage über die konkrete Schneemenge ableiten.
Kein Eiswinter prognostiziert – Entwarnung wäre verfrüht
Die aktuellen Prognosen sprechen eher für einen milden Winter als für eine monatelange Kälteperiode. Das bedeutet aber nicht, dass Frost und Schnee ausbleiben müssen. Langfristmodelle liefern Wahrscheinlichkeiten für den Verlauf ganzer Monate und sind nicht mit einer Vorhersage für einen bestimmten Tag gleichzusetzen.
Für Autofahrer, Pendler und Hausbesitzer bleibt es deshalb sinnvoll, sich auf winterliche Bedingungen vorzubereiten. Winterreifen, ein Eiskratzer und frostsichere Wasserleitungen können auch dann wichtig werden, wenn die durchschnittlichen Temperaturen vergleichsweise hoch ausfallen.
Ob der Winter 2026/27 tatsächlich mild, nass und schneearm wird, zeigt sich erst im weiteren Verlauf. Für Schneefans ist die Prognose derzeit kein Grund zur Vorfreude – eine endgültige Absage an Schnee und Frost ist sie aber ebenfalls nicht.
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