El Niño 2026/27 wird immer stärker: Extrem-Winter in Deutschland droht
El Niño heizt den tropischen Pazifik immer stärker auf und könnte Ende 2026 einen außergewöhnlichen Höhepunkt erreichen. Das Wetter-Phänomen erhöht nicht nur das Risiko für Dürren, Starkregen und andere Extreme.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- El Niño wird extrem stark: Die WMO erwartet eine nahezu sichere Fortdauer bis Februar 2027, NOAA sieht eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 90 Prozent für ein sehr starkes Ereignis
- Extreme Wetterlagen nehmen zu: In verschiedenen Regionen drohen durch El Niño verstärkte Dürren, Hitze, Waldbrände, Starkregen und Überschwemmungen
- Was kommt auf Deutschland zu? Für den Winter 2026/27 werden eher überdurchschnittliche Temperaturen erwartet – einzelne Kältephasen sind aber weiterhin möglich
Im tropischen Pazifik bahnt sich ein Wetterextrem an, das weltweit für Chaos sorgen könnte. El Niño hat sich in den vergangenen Wochen mit ungewöhnlicher Geschwindigkeit intensiviert. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) stuft das Phänomen bereits als sehr starkes Ereignis ein. Die Vorhersagen lassen wenig Spielraum für Entwarnung: Laut WMO liegt die Wahrscheinlichkeit, dass El Niño bis Februar 2027 bestehen bleibt, bei "nahezu 100 Prozent". Die US-amerikanische Wetterbehörde NOAA beziffert die Chance auf einen Super-El-Niño im Herbst und Winter 2026/27 auf über 90 Prozent. Schon jetzt zeigen sich die Folgen rund um den Globus – von verheerenden Überschwemmungen bis hin zu extremer Trockenheit. Dürren, Starkregen und Waldbrände nehmen zu. Auch für Deutschland könnte das Phänomen den kommenden Winter spürbar beeinflussen.
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Super El Niño 2026/27 droht: Pazifik-Temperaturen auf Rekordkurs
Die Erwärmung des tropischen Pazifiks hat im August dramatische Ausmaße erreicht. Im westlichen Bereich lagen die Wassertemperaturen bereits 1,8 Grad über dem Durchschnitt. Weiter östlich fiel die Abweichung mit 3,4 Grad Celsius noch deutlich extremer aus.
Diese massive Aufheizung bringt die gewohnten Wettermuster auf der gesamten Erde durcheinander. Ein kräftiger El Niño verschiebt die typischen Verteilungen von Niederschlag und Temperatur grundlegend. In manchen Regionen steigt dadurch das Risiko für Starkregen und Hochwasser erheblich. Andere Gebiete wiederum müssen sich auf ausgeprägte Trockenheit, extreme Hitze und eine wachsende Waldbrandgefahr einstellen. Die Auswirkungen betreffen dabei nicht nur die unmittelbare Pazifikregion, sondern reichen bis nach Europa und Afrika.
Verwüstungen auf drei Kontinenten
Die Folgen des Klimaphänomens sind bereits jetzt verheerend. WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo erklärte, dass "Störungen und Verwüstungen durch Dürren und Überschwemmungen" schon sichtbar seien. Peru hat für weite Landesteile einen 60-tägigen Notstand ausgerufen. Ecuador aktivierte seinen nationalen Aktionsplan und rief die höchste Warnstufe Rot aus.
Auf der gegenüberliegenden Seite des Pazifiks verschärft El Niño die Dürre massiv. In großen Teilen Indonesiens fiel Mitte September seit über 60 Tagen kein Regen mehr – begleitet von zahlreichen Wald- und Flächenbränden. Hilfsorganisationen warnen zudem für Teile Ost- und Südafrikas vor einer gefährlichen Mischung aus Hitze, Trockenheit und lokalen Überschwemmungen.
Im Atlantik hingegen bremst El Niño typischerweise die Hurrikanbildung, da verstärkte Windscherung die Entstehung tropischer Wirbelstürme hemmt.
Milder Winter – doch Kälteschock im neuen Jahr möglich
Auch hierzulande dürfte der Super-El-Niño Spuren hinterlassen. Wettermodelle prognostizieren für den kommenden Winter überdurchschnittlich warme Temperaturen und mehr Niederschlag als üblich.
Besonders spannend wird es jedoch ab Januar 2027. Ein derart kräftiger El Niño kann seine Wirkung bis in die Stratosphäre entfalten und dort den Polarwirbel destabilisieren. Dieser ringförmige Höhenwind hält normalerweise die eisige Arktisluft in den polaren Regionen zurück. Wird er gestört, drohen in den ersten beiden Monaten des Jahres 2027 heftige Kälteeinbrüche über Mitteleuropa.
Deutschland steht damit vor einem paradoxen Szenario: Ein insgesamt zu warmer Winter könnte von plötzlichen Frostperioden durchbrochen werden, die es ohne El Niño womöglich nicht gegeben hätte.
2027 könnte das heißeste Jahr der Geschichte werden
Der Super-El-Niño treibt nicht nur regionale Wetterextreme an, sondern könnte auch einen neuen globalen Temperaturrekord begünstigen. Nach Einschätzung der WMO ist es wahrscheinlich, dass zwischen 2026 und 2030 mindestens ein Jahr den bisherigen Höchstwert bei der weltweiten Durchschnittstemperatur übertrifft.
Besonders 2027 rückt dabei in den Fokus. Die beteiligten Wissenschaftler sehen durch den El Niño Ende 2026 eine deutlich erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass das kommende Jahr zum neuen Rekordjahr wird. Das Klimaphänomen wirkt dabei wie ein zusätzlicher Verstärker auf die ohnehin steigenden Temperaturen.
Die Entwicklung im tropischen Pazifik bleibt damit nicht nur für die unmittelbar betroffenen Regionen brisant – sie könnte die globale Klimabilanz nachhaltig prägen.
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