Am Flughafen Leipzig/Halle: Auto soll durch Airport-Zaun gebrettert sein - das ist zum "sicherheitsrelevanten Vorfall" bekannt
Ein Fahrzeug durchbricht den Sicherheitszaun am Flughafen Leipzig/Halle – und verschwindet spurlos. Die einzige Kamera am betroffenen Abschnitt war abgeschaltet - und das nur zwei Monate nach dem Sprengstoff-Drohnen-Fund, für den Russland verantwortlich gemacht wird.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Erneut Sicherheitsvorfall am Flughafen Leipzig/Halle
- Auto soll Sicherheitszaun durchbrochen haben - keine Kamera-Aufzeichnungen vom Unfallort
- Polizei ermittelt nach "sicherheitsrelevantem Vorfall" - das ist bislang bekannt
Am Flughafen Leipzig/Halle ist es in der Nacht auf den 18. Oktober 2026 erneut zu einem Sicherheitsvorfall gekommen. Gegen 23.00 Uhr entdeckten Einsatzkräfte ein Loch in einem an eine öffentliche Straße grenzenden Sicherheitszaun der Anlage. Nach Auswertung der Spuren am Tatort gehen die Ermittler davon aus, dass sehr wahrscheinlich ein Fahrzeug die Absperrung durchbrochen hat.
Sicherheitsvorfall am Flughafen Leipzig/Halle: Bretterte ein Auto durch den Zaun?
Das in Frage kommende Auto ist seither unauffindbar. Trotz einer großangelegten Durchsuchung des Flughafengeländes durch Bundes- und Landespolizei konnte das Fahrzeug bislang nicht lokalisiert werden. Auch unbefugte Personen oder verdächtige Objekte wurden nicht entdeckt.
Der Vorfall wiegt besonders schwer, weil er sich nur gut zwei Monate nach dem Fund einer sprengstoffbeladenen Drohne auf dem Gelände des Airports ereignet. Für jenen versuchten Anschlag Anfang August hatte die Bundesregierung Russland verantwortlich gemacht. Ob zwischen beiden Ereignissen ein Zusammenhang besteht, ist derzeit völlig offen.
Sicherheitsvorfall nicht von Kameras aufgezeichnet - Einzelheiten ungewiss
Besonders brisant: Direkt am betroffenen Zaunabschnitt befindet sich eine 360-Grad-Kamera – doch sie hat den Vorfall nicht festgehalten. "Es gibt keine Aufzeichnung", bestätigte Bundespolizeisprecher Dirk Eidam gegenüber "Bild". Für die technische Ausstattung verwies er auf die Mitteldeutsche Flughafen AG.
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Deren Sprecher Uwe Schuhart erklärte, es handele sich nicht um eine Sicherheitskamera, sondern um ein Gerät zur Beobachtung des Rollfeldverkehrs. "Das Gerät wird nur manuell und bei Bedarf eingeschaltet. Zum Beispiel, um zu überprüfen, ob ein Flugzeug bereits die richtige Position erreicht hat", so Schuhart. Zum Zeitpunkt des Zaundurchbruchs sei die Kamera nicht in Betrieb gewesen. Eine Kamera mit tatsächlicher Aufzeichnungsfunktion existiert an diesem Abschnitt der Flughafenumzäunung demnach nicht.
Wo ist das Unfall-Auto? Großfahndung auf dem Flughafengelände bleibt erfolglos
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Unmittelbar nach Entdeckung des Lochs im Zaun rückten Beamte der Bundes- und Landespolizei an und durchkämmten das weitläufige Areal. Polizeisprecherin Therese Leverenz erklärte, der Flugbetrieb auf der Nordseite des Airports sei daraufhin sofort eingestellt worden. Die zahlreichen DHL-Frachtmaschinen, die Leipzig/Halle als Drehkreuz nutzen, wurden auf die Südpiste umgeleitet.
Weder das mutmaßliche Fahrzeug noch unbefugte Personen oder verdächtige Gegenstände konnten die Einsatzkräfte bei ihrer nächtlichen Durchsuchung aufspüren. Die Polizei kündigte an, die Suche im Verlauf des 18. Oktober mit Verstärkung fortzusetzen. Die Nordpiste blieb weiterhin gesperrt.
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Die Ermittler halten sich alle Optionen offen. Neben einem gezielten Eindringen komme auch ein Unfall als Ursache für den Zaundurchbruch infrage, betonte ein Sprecher der Bundespolizei. Konkrete Hinweise wie Reifen- oder Bremsspuren wurden bislang nicht öffentlich benannt.
Hat Russland wieder seine Finger im Spiel? Sanktionierte russische Frachter stehen im selben Flughafenbereich
Die beschädigte Stelle am Zaun befindet sich im nördlichen Teil des Leipziger Flughafens – ebenso wie drei russische Antonow-Frachtflugzeuge, die seit 2022 aufgrund der EU-Sanktionen gegen Russland am Boden bleiben müssen. Laut Flughafensprecher Schuhart liegen beide Orte zwar im Nordbereich, befinden sich aber nicht in direkter Nachbarschaft zueinander. Die ukrainischen Antonow-Frachter der Fluggesellschaft Antonov Airlines, die ihre Basis wegen des Krieges nach Leipzig verlegt hatte, stehen dagegen im Südbereich und damit in deutlich größerer Entfernung. Bis zu sechs dieser Maschinen sind am Airport stationiert.
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Der Flughafen betonte, dass die 40 Kilometer lange Umzäunung sämtliche nationalen und internationalen Sicherheitsvorschriften erfülle und regelmäßig behördlich kontrolliert werde. "Eine lückenlose permanente Videoüberwachung ist schon aus diesem Grund schwierig", räumte Schuhart allerdings ein.
Leipziger Flughafen wurde Ziel von Drohnen-Angriff - neuer Zwischenfall wirft Fragen auf
Der neuerliche Zwischenfall am Leipziger Airport steht unweigerlich im Kontext eines weitaus gravierenderen Ereignisses: In der Nacht zum 5. August war auf dem Flughafengelände eine Drohne entdeckt worden, die mit Sprengstoff und einem Zünder bestückt war. Sie wurde in unmittelbarer Nähe ukrainischer Antonow-Frachtflugzeuge gefunden. Medienberichten zufolge war das Flugobjekt zuvor gegen eine der Maschinen geprallt, ohne dabei zu detonieren. Eine weitere Frachtmaschine musste in derselben Nacht durchstarten und kollidierte dabei mutmaßlich mit einer zweiten Drohne – sie konnte sicher in Hannover landen. Die Bundesanwaltschaft übernahm die Ermittlungen.
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Anfang September wies die Bundesregierung die Verantwortung für den versuchten Anschlag Russland zu. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) verwies auf Ermittlungsergebnisse, Tatmuster und nachrichtendienstliche Erkenntnisse. Moskau bestritt jede Beteiligung. Ob der aktuelle Zaundurchbruch mit dem Drohnenvorfall in Verbindung steht, bleibt bislang ungeklärt.
loc/news.de/dpa/stg
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