17.04.2020, 10.41 Uhr

Coronavirus-News aus Deutschland: Pandemie im Griff? Debatte um verkürzte Sommerferien schlägt hohe Wellen

Das Coronavirus hat Deutschland weiter im Griff. In einer Pressekonferenz lockerte Angela Merkel nun einige Beschränkungen. Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie in unserem Schlagzeilen-Ticker.

Erstmals gibt es einen bestätigten Fall einer Corona-Infektion im Deutschen Bundestag. Bild: dpa

Das Coronavirus breitet sich auch in Deutschland immer stärker aus: Insgesamt steigt die Zahl der bestätigten Infektionen weiter an. Behalten Sie hier alle Schlagzeilen im Überblick.

Coronavirus in Deutschland 2020 - Alle aktuellen Informationen zur Entwicklung

Den weltweiten Stand und die Anzahl der Corona-Infizierten können Sie auf dieser Live-Karte der John-Hopkins Universität verfolgen.

+++ 17.04.2020: Reisewarnung: Maas will keine Prognose über Sommerurlaub abgeben +++

Bundesaußenminister Heiko Maas kann noch nicht abschätzen, ob die weltweite Reisewarnung für Touristen vor dem Sommer aufgehoben werden kann. "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann man keine Prognose darüber treffen, wie lange die Reisewarnung aufrechterhalten wird", sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin. "Solange es Ausgangssperren gibt in vielen Ländern, wird dort auch kein Urlaub zu machen sein. Wir werden das von Woche zu Woche entscheiden, und wir werden uns versuchen so gut es geht auch europäisch abzustimmen."

Maas hatte Mitte März eine Reisewarnung für alle touristischen Reisen ins Ausland ausgesprochen - ein bisher einmaliger Schritt. Sie gilt - wie die Kontaktsperren im Inland - noch bis zum 3. Mai. Die Bundesregierung will Ende April oder Anfang Mai entscheiden, wie es weitergeht. Reisewarnungen gab es bisher nur bei einer Gefahr für Leib und Leben, vor allem für Kriegsgebiete wie Syrien oder Afghanistan.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte sich am Donnerstag skeptisch zu Sommerurlauben im Ausland geäußert. "Die Wahrscheinlichkeit, dass Urlaub in anderen Ländern im Sommer so leicht möglich ist, schätze ich aus gegenwärtiger Sicht eher als unwahrscheinlich ein", sagte er. "Das ist bei der Situation in den Ländern um uns herum, unseren klassischen Urlaubsländern, die wir haben - Spanien, Italien oder Frankreich oder Türkei - eher unwahrscheinlich."

+++ 17.04.2020: Spahn: Erste Zuschläge für heimische Schutzmasken-Produktion +++

Im Kampf gegen das Coronavirus stehen nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erste Vereinbarungen für die Produktion medizinischer Schutzmasken im Inland. Nach einer ersten Ausschreibung seien Zuschläge an rund 50 Unternehmen erteilt worden, sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Damit sollten ab Mitte August pro Woche zehn Millionen FFP2-Spezialmasken und 40 Millionen OP-Masken hergestellt werden. Damit lasse sich der Grundbedarf für das Gesundheitswesen im Großen und Ganzen decken.

Spahn betonte, dass neben der Beschaffung im Ausland eine solche Unabhängigkeit wichtig sei. Angesichts der Corona-Epidemie ist Schutzausrüstung für das medizinische Personal weltweit knapp.

+++ 17.04.2020: Spahn: Ausbruch ist beherrschbar geworden +++

Die bisherigen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie in Deutschland sind nach Darstellung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erfolgreich gewesen. "Der Ausbruch ist - Stand heute - wieder beherrschbar und beherrschbarer geworden", sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Mitte März habe es im Ausbruchsgeschehen eine sehr starke Dynamik gegeben. Daher hätten sich Bund und Länder zu einer "Vollbremsung" entschieden.

"Nun können wir sagen, das war erfolgreich. Wir haben es geschafft, das dynamische Wachstum zurückzubringen zu einem linearen Wachstum. Die Infektionszahlen sind deutlich gesunken, vor allem auch die relativen Steigerungen von Tag zu Tag", sagte Spahn. Ermutigend sei auch, dass seit dem 12. April täglich mehr Menschen genesen, als es neue Infizierte gebe.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, sprach ebenfalls davon, "dass wir ein wirklich gutes Zwischenergebnis erreicht haben". Es gebe mehrere positive Tendenzen. So habe sich der tägliche Anstieg der Fallzahlen verlangsamt. Momentan liege die Reproduktionszahl bei 0,7. "Das heißt, dass inzwischen im Durchschnitt, aktuell nicht mehr jede Person, die infiziert ist, eine andere Person ansteckt."

Allerdings steige die Zahl der Todesfälle an, sagte Wieler. "In dieser Woche hatten wir tatsächlich den größten Anstieg." Der Anteil der Verstorbenen an allen gemeldeten Fällen liege jetzt bei 2,9 Prozent.

+++ 17.04.2020: Kanzleramtschef Braun: Um Corona-Erfolge beneidet uns die ganze Welt +++

Die Wirksamkeit der in der Corona-Krise ergriffenen Maßnahmen hat Deutschland laut Kanzleramtschef Helge Braun große internationale Anerkennung gebracht. Das Virus sei in den letzten Wochen deutlich zurückgedrängt worden, sagte der CDU-Politiker am Freitag im RBB-Inforadio. "Das ist ein Riesenerfolg, um den uns die ganze Welt beneidet", sagte Braun. "Viele meiner Amtskollegen weltweit rufen mich an und fragen: "Wie habt ihr das geschafft?"."

Trotz der Erfolge appellierte Braun weiter an Geduld und Disziplin der Bürger: Es sei wichtig, dass die Infektionskurve jetzt nicht wieder steil ansteige, damit Infizierte und deren Kontaktpersonen nachverfolgt werden könnten.

Braun verteidigte darüber hinaus die Bund-Länder-Einigung zur schrittweisen Öffnung von Schulen. "Wir haben nicht gesagt, dass alle die Schulen am gleichen Tag wieder öffnen müssen", sagte er mit Blick darauf, dass in einigen Bundesländern einzelne Schüler schon Ende April in ihre Klassenräume zurückkehren sollen und in anderen erst im Mai. "Insofern gibt's da nichts zu kritisieren."

+++ 17.04.2020: Lehrerpräsident: Debatte um verkürzte Sommerferien fehl am Platz +++

Für den Präsidenten des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, stehen kürzere Sommerferien wegen der Corona-Krise aktuell nicht zur Debatte. "Ich glaube, zum jetzigen Zeitpunkt eine Diskussion um die Verkürzung von Sommerferien zu führen, geht eigentlich fehl", sagte Meidinger am Freitag im "Deutschlandfunk". "Ich glaube auch, dass das gar nicht mal den großen Effekt hat." Vielmehr brauche es jetzt "ein großes Gesamtkonzept".

Eine Verkürzung der Sommerferien hatte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble ins Gespräch gebracht. "Bis auf Ausnahmen bleiben die Schulen noch einige Zeit geschlossen. Daher frage ich mich, ob die Verantwortlichen in den Ländern darüber nachdenken, die Schulferien in der Sommerzeit etwas zu verkürzen", sagte der CDU-Politiker der Zeitung "Augsburger Allgemeine" (Freitag). Ein solcher Schritt böte Schülern die Gelegenheit, den durch die Corona-Pandemie versäumten Unterrichtsstoff nachzuholen.

Die Bildungsgewerkschaft GEW hatte außerdem einen "Corona-Bonus" bei den Schulnoten in diesem Schuljahr vorgeschlagen. Auch für diese Erwägung gab Meidinger noch keine endgültige Bewertung ab. "Jetzt sollen mal die Prüfungen geschrieben werden", sagte er. "Wenn sich tatsächlich herausstellt, dass da eine besondere Situation war, die zu schlechteren Ergebnissen geführt hat, dann muss man sich wirklich diese Geschichte anschauen."

+++ 17.04.2020: Gespräch über Lockerung des Gottesdienstverbots +++

Das im Kampf gegen das Coronavirus verhängte Gottesdienstverbot ist an diesem Freitag Thema eines Treffens in Berlin. Innen-Staatssekretär Markus Kerber kommt mit Vertretern der verschiedenen Religionsgemeinschaften zusammen. Bei dem Gedankenaustausch soll es unter anderem darum gehen, wie Begräbnisse in Zeiten der Corona-Pandemie stattfinden und ob Gottesdienste künftig unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt werden können.

Zu dem Gespräch sind Repräsentanten der katholischen und evangelischen Kirche, der orthodoxen Christen, des Zentralrats der Juden sowie des Koordinierungsrats der Muslime eingeladen, wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte.

Nächste Woche ist eine Unterredung von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und den Ministerpräsidenten mit Spitzenvertretern der Religionsgemeinschaften geplant. Der Kirchenbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hermann Gröhe, sagte, er hoffe sehr, «dass in Kirchen, Moscheen und Synagogen zeitnah wieder öffentliche Gottesdienste gefeiert werden dürfen».

Bund und Länder hatten sich bei ihren Beratungen am Mittwoch darauf geeinigt, dass gemeinschaftliche Gottesdienste noch nicht wieder erlaubt werden. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hatte das als unverständlich kritisiert.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime (ZMD), Aiman Mazyek, unterstrich dagegen, der Schutz von Gesundheit und Menschenleben müsse Priorität haben. "So schwer es uns fällt, unsere Moscheen im Heiligen Monat Ramadan weiter geschlossen zu halten, so ist es unsere religiöse und bürgerliche Verantwortung, in der aktuellen Phase genau das zu tun", sagte Mazyek der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Kerber würdigte das Engagement muslimischer Gemeinden im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Sie zeigten "ein hohes Maß an Verantwortungsgefühl und Solidarität für unsere Gesellschaft", sagte der Staatssekretär den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). "Damit wird der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft erneuert und gestärkt."

Einer Umfrage zufolge halten mehr als zwei Drittel der Deutschen öffentliche Gottesdienste in der Corona-Krise für nicht notwendig. Nach einer repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstituts Insa Consulere für die Zeitung "Tagespost" (Würzburg) sind nur zwölf Prozent der Deutschen dafür, Gottesdienste auch während der Pandemie zu erlauben.

+++ 17.04.2020: Schäuble bringt Verkürzung der Sommerferien ins Spiel +++

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat eine Verkürzung der Sommerferien ins Gespräch gebracht. "Bis auf Ausnahmen bleiben die Schulen noch einige Zeit geschlossen. Daher frage ich mich, ob die Verantwortlichen in den Ländern darüber nachdenken, die Schulferien in der Sommerzeit etwas zu verkürzen", sagte der CDU-Politiker der Zeitung "Augsburger Allgemeine" (Freitag). Ein solcher Schritt böte Schülern die Gelegenheit, den durch die Corona-Pandemie versäumten Unterrichtsstoff nachzuholen.

"Im Moment ist ohnehin noch aus vielen Gründen unklar, wann und wie man im Sommer verreisen kann", sagte Schäuble. "Das Urlaubskonto vieler Eltern dürfte durch die Krise jetzt schon strapaziert sein." Deshalb könne er die verstehen, "die sich fragen, wie sie da noch sechs Wochen Sommerferien organisieren sollen".

+++ 17.04.2020: RKI: Corona-Ansteckungsrate sinkt - Wichtiger Wert unterschritten +++

Die Ansteckungsrate mit dem neuartigen Coronavirus ist in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts gesunken. Laut der am Donnerstagabend veröffentlichten RKI-Statistik steckt jeder Infizierte nunmehr weniger als einen weiteren Menschen an, die sogenannte Reproduktionsrate liegt bei 0,7. Das bedeutet, dass die Zahl der Neuerkrankungen leicht zurückgeht, wie das RKI berichtete. Anfang März lag die wichtige Kennziffer noch bei drei, am 8. April bei 1,3 - jeweils mit einer gewissen Schwankungsbreite. Die Kennzahl gibt an, wie viele Menschen eine erkrankte Person im Durchschnitt infiziert.

RKI-Präsident Lothar Wieler hatte am Dienstag gesagt, um die Epidemie abflauen zu lassen, müsste diese Reproduktionszahl unter 1 liegen, derzeit betrage sie 1,2. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte im Zuge der Ankündigung erster Lockerungen bei Corona-Maßnahmen am Mittwoch deutlich gemacht, dass schon vermeintlich kleine Änderungen der Reproduktionszahl erhebliche Folgen haben können.

Wieler hatte allerdings auch gesagt, für eine Lockerung der Maßnahmen sei nicht nur die Reproduktionszahl relevant, sondern auch der Anteil immuner Menschen in der Bevölkerung sowie die Kapazitäten des Gesundheitssystems. Es gebe derzeit noch keine Hinweise darauf, dass die Coronavirus-Epidemie in Deutschland eingedämmt sei. Es sei aber gelungen, sie zu verlangsamen, vor allem durch das Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln.

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 77.000 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

+++ 16.04.2020: Auszahlung von Soforthilfe-Zuschüssen des Bundes in Sachsen gestoppt +++

Auch in Sachsen sind betrügerische Webseiten zur Beantragung von Corona-Soforthilfen für Unternehmen aufgetaucht. "Die Auszahlung der Soforthilfe-Zuschüsse des Bundes wird bis zur Klärung des Sachverhaltes gestoppt", teilte die Sächsische Aufbaubank (SAB) am Donnerstagabend mit. "Die Darlehen des Freistaates Sachsen sind davon nicht betroffen." Die Bank habe "alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen, um Fehlleitungen öffentlicher Mittel zu vermeiden".

Anträge für beide Programme könnten weiterhin gestellt werden, erklärte die Bank. Um Schäden zu vermeiden, sollten Antragsteller beim Aufrufen der Webseite zur Antragstellung auf die korrekte Schreibweise der Internetadresse der SAB achten: https://www.sab.sachsen.de/.

Zuvor war in Nordrhein-Westfalen nach Betrügereien das Soforthilfe-Programm für kleine Betriebe in der Corona-Krise zeitweise gestoppt worden. An diesem Freitag soll es wieder anlaufen und dann auch besser vor Betrug geschützt sein.

Noch vor einer Woche hatte Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) gesagt, im Freistaat gebe es bisher keine Erkenntnisse zu möglichen Betrugsversuchen. Sachsen habe verglichen mit anderen Bundesländern auch den Vorteil, dass Anträge nur über ein Förderportal möglich seien.

+++ 16.04.2020: Fallzahlen aktuell: Mehr als 134.400 Corona-Nachweise in Deutschland - mehr als 3800 Tote

In Deutschland sind bis Donnerstagabend mehr als 134.400 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.30 Uhr: Mehr als 131.400 Infektionen). Mindestens 3.800 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.30 Uhr: 3.553). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige der Bundesländer ihre Zahlen jeweils nicht immer zur gleichen Uhrzeit. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 77.000 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 35.500 nachgewiesenen Fällen und mindestens 1.070 Toten, Nordrhein-Westfalen mit 28.000 Fällen und mindestens 760 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 26 600 bestätigten Fällen und mindestens 874 Toten.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 271,6 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 161,6. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch.

+++ 16.04.2020: Ein Drittel der Deutschen fühlt sich durch Corona-Auflagen belastet +++

Die Einschränkungen der persönlichen Freiheit zur Bekämpfung der Corona-Pandemie empfindet einer Umfrage zufolge ein knappes Drittel (31 Prozent) der Deutschen als sehr starke oder starke Belastung. Die Mehrheit hat jedoch weniger bis gar keine Schwierigkeiten mit Kontaktverboten sowie der Schließung von Geschäften, Restaurants und Schulen, wie aus dem «Deutschlandtrend» im ARD-«Morgenmagazin» (Freitag) hervorgeht.

Demnach empfinden 43 Prozent die bestehenden Auflagen als weniger stark. Ein Viertel (26 Prozent) fühlt sich durch den Lockdown überhaupt nicht belastet. Dabei haben jüngere Menschen größere Probleme. Bei den unter 40-Jährigen sprechen 41 Prozent von starken bis sehr starken Belastungen und damit doppelt so viele wie bei den über 65-Jährigen (21 Prozent).

+++ 16.04.2020: Rheinland-Pfalz geht bei Ladenöffnung eigenen Weg +++

Rheinland-Pfalz weicht als zweites Bundesland bei der Öffnung der Geschäfte vom Beschluss der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ab. "In Rheinland-Pfalz können ab Montag alle Geschäfte öffnen, wenn Waren nur auf bis zu 800 Quadratmetern Verkaufsfläche angeboten werden. Größere Geschäfte erhalten so die Chance, einen Teil ihrer Verkaufsfläche abzutrennen", sagte Regierungssprecherin Andrea Bähner am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Der Bund hatte am Mittwoch eine Grenze von 800 Quadratmetern genehmigter Verkaufsfläche vorgesehen. "Für uns ist dies ein Gebot der Gleichbehandlung und der rechtlichen Klarheit", erläuterte Bähner die Abweichung.

Für alle gelte natürlich weiterhin die Einhaltung von Hygienevorgaben, Abstandsregelungen und eine Kundenbegrenzung von einem Kunde pro zehn Quadratmeter. Die rot-gelb-grüne Landesregierung empfiehlt zudem beim Einkaufen dringend das Tragen einer nicht-medizinischen Alltagsmaske in Form einer textilen Barriere.

Zuvor hatte Nordrhein-Westfalen auch Einrichtungshäusern und Babyfachmärkten unabhängig von der Verkaufsfläche erlaubt, am Montag wieder zu öffnen. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) begründete dies mit einem "klaren wirtschaftlichen Interesse". In NRW habe die Möbelbranche etwa 35.000 Mitarbeiter. Über 60 Prozent aller Küchen in Deutschland würden in Westfalen produziert. Wenn größere Autohäuser unter den Bedingungen des Infektionsschutzes wieder öffnen könnten, sei das auch bei Einrichtungshäusern möglich, sagte er.

Die Grenze von 800 Quadratmetern war unter anderem von der Landesvereinigung der Unternehmerverbände (LVU), dem Bund der Selbstständigen und dem Einzelhandelsverband kritisiert worden.

+++ 16.04.2020: Thüringen will Museen unter Voraussetzungen Ende April öffnen +++

Thüringens Landesregierung will Museen und anderen Kultureinrichtungen unter Auflagen erlauben, in anderthalb Wochen wieder zu öffnen. Die meisten Einrichtungen im Land sind wegen der Verordnungen zur Eindämmung des Coronavirus seit Mitte März für Besucher geschlossen.

Nach der Schaltkonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Länder-Regierungschefs waren am Mittwochabend fortbestehende Maßnahmen aus früheren Beschlüssen aufgeführt worden: Demnach sind unter anderem Museen für den Publikumsverkehr weiter geschlossen. In Thüringen verständigte sich die Landesregierung jedoch am Mittwoch in sogenannten Schlussfolgerungen darauf, dass ab dem 27. April Zoologische und Botanische Gärten, Freilichtmuseen sowie Galerien, Museen und Ausstellungshallen öffnen dürfen. Auch Bibliotheken und Archive dürften wieder Besucher empfangen, hieß es.

Voraussetzung für die Wiederöffnung in Thüringen seien unter anderem Auflagen zu Hygiene und etwa dazu, wie viele Menschen die Einrichtung betreten dürfen, heißt es in den "Schlussfolgerungen". Zudem werde dringend empfohlen, Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Wie genau die Auflagen aussehen und ob einzelne Einrichtungen diese überhaupt erfüllen können, war am Donnerstagmittag jedoch noch nicht klar. Der Beschluss ging zudem nicht auf die Situation von Theatern oder anderen Bühnen ein.

+++ 16.04.2020: Keine Maskenkontrollen im ÖPNV - Verkehrsträger setzen auf Vernunft +++

In Bussen und Bahnen dürfte es nach den beschlossenen Lockerungen in der Corona-Krise bald wieder voller werden - was die Sicherheit angeht, setzen die Verkehrsträger dabei vor allem auf die Vernunft der Menschen. "Wir bitten die Kundinnen und Kunden zum Beispiel vielerorts, sich in den Fahrzeugen zu verteilen, nicht kurz vor knapp zur Haltestelle zu kommen und mehr Zeit einzuplanen", teilte Oliver Wolff, Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), der Deutschen Presse-Agentur mit. "Bei den Bahnen gilt weiter: Es müssen nicht alle in den ersten oder letzten Wagen einsteigen."

Die Behörden forderte der Verband dazu auf, Maßnahmen zu ergreifen, um "die Fahrgastnachfrage in den Spitzenzeiten besser zu verteilen". Hilfreich seien etwa gestaffelte Anfangs- und Endzeiten des Schulunterrichts. "Wir wollen in den Fahrzeugen wünschenswerte Abstände der Fahrgäste untereinander ermöglichen - allerdings kann es zuweilen und für eine begrenzte Zeit zu Unterschreitungen kommen", hieß es.

Bund und Länder hatten sich am Mittwoch auf eine Lockerung der Corona-Beschränkungen in einigen Lebensbereichen geeinigt. So sollen etwa Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern von Montag an wieder öffnen dürfen. Auch der Friseurbesuch soll vom 4. Mai an wieder möglich sein. Für diesen Tag ist auch eine schrittweise Öffnung der Schulen vorgesehen.

Angesichts des dann zu erwartenden steigenden Verkehrs wird das Tragen von Masken dringend empfohlen - auch im Öffentlichen Personennahverkehr. Kontrollen diesbezüglich werde es aber keine geben, betonte der VDV. Nicht auszuschließen sei, dass einzelne Verkehrsbetriebe etwa den Zugang zu Bahnsteigen auf eine bestimmte Anzahl von Menschen begrenzen, um Ansammlungen zu vermeiden.

+++ 16.04.2020: Bayern lockert Ausgangsbeschränkung minimal - Fahrplan für Schulstart +++

Bayern lockert die Ausgangsbeschränkung zur Eindämmung des Coronavirus minimal: Ab kommenden Montag ist im Freien auch der Kontakt zu einer Person außerhalb des eigenen Hausstands erlaubt. Diese Änderung, mit der Bayern auf die bundesweit vorherrschende Linie einschwenkt, gab Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach einer Kabinettssitzung am Donnerstag in München bekannt. Zudem beschloss die Staatsregierung Stufenpläne zur langsamen Wiedereröffnung der Schulen und von Geschäften.

Nach den coronabedingten Schulschließungen soll der Betrieb dort ganz langsam wieder anlaufen: Ab dem 27. April sollen Abschlussklassen an den Gymnasien, Real- und Mittelschulen als erste wieder zurück an die Schulen dürfen, ebenso Meisterklassen. Frühestens ab dem 11. Mai sollen an diesen Schulen die Jahrgänge folgen, die im kommenden Jahr ihren Abschluss machen, also etwa die derzeitigen Elftklässler an Gymnasien und die jetzigen Neuntklässler an Realschulen.

Die Wiedereröffnung kleinerer Geschäfte erlaubt Bayern, das vom Coronavirus besonders betroffen ist, mit einer Woche Verzögerung gegenüber dem am Mittwoch beschlossenen allgemeinen Bund-Länder-Fahrplan: Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern dürfen im Freistaat ab dem 27. April wieder öffnen.

In Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr sollen Menschen in Bayern Schutzmasken über Mund und Nase tragen. Sollte das nicht ausreichen, "erwägen wir dann auch eine Maskenpflicht", sagte Söder.

+++ 16.04.2020: Fallzahlen aktuell: Mehr als 131.400 Corona-Nachweise in Deutschland - 3.554 Tote +++

In Deutschland sind bis Mittwochvormittag mehr als 131.400 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.15 Uhr: Mehr als 128.500 Infektionen). Mindestens 3.554 (Vortag Stand 10.15 Uhr: 3.222) mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige der Bundesländer ihre Zahlen jeweils nicht immer zur gleichen Uhrzeit. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 77.000 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 34.600 nachgewiesenen Fällen und mindestens 995 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 27.600 Fällen und mindestens 708 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 26 000 bestätigten Fällen und mindestens 820 Toten.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 265,1 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 158,1. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch.

+++ 16.04.2020: Pläne für schrittweisen Schulstart in Bayern werden konkreter +++

Nach der Bund-Länder-Einigung über eine langsame Lockerung der Corona-Beschränkungen werden die Pläne für den schrittweisen Schulstart in Bayern konkreter. So zeichnete sich am Donnerstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ab, dass auch Viertklässler ab dem 11. Mai wieder die Schule besuchen dürfen. Dies sollte am Vormittag in einer Kabinettssitzung besprochen werden.

Schon ab dem 27. April sollen die Abschlussklassen an den Gymnasien, Real- und Mittelschulen wieder zurück an die Schulen dürfen, ebenso Meisterklassen. Am 11. Mai sollen an diesen Schulen die Jahrgänge folgen, die im kommenden Jahr ihren Abschluss machen werden, also etwa die derzeitigen Elftklässler an Gymnasien und die aktuellen Neuntklässler an Realschulen - und wohl die Viertklässler.

Wann alle übrigen Jahrgänge zurück an die Schulen dürfen, ist demnach noch offen. Auch die Kitas sollen zunächst geschlossen bleiben - das hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch angekündigt.

+++ 16.04.2020: Ministerpräsident Hans: Zu früh, um über Sommerurlaub zu sprechen +++

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans hat bei der schrittweisen Lockerung der Corona-Beschränkungen zur Geduld aufgerufen. "Es ist jetzt zu früh, um über den Sommerurlaub zu debattieren", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im RTL-"Frühmagazin". Man taste sich jetzt ganz vorsichtig wieder an die Normalität heran. "Wir fahren quasi auf Sicht mit beiden Händen am Lenkrad, und ich glaube, dass auch nur dieses Handeln auch letztendlich verantwortungsvoll ist."

Klar sei aber, dass es auch im Sommer keine großen Konzerte oder Massenveranstaltungen geben werde, sagte Hans. "Man kann sich nur schlecht vorstellen, dass man mit Schutzkleidung im Hochsommer auf einem Konzert steht."

Nach fast vier Wochen hatten sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch darauf verständigt, erste Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus in Deutschland zu lockern. So dürfen kleine und mittlere Geschäfte wieder öffnen dürfen. Die Schulen bleiben dagegen für die meisten Schüler erst einmal dicht, nur für einige Jahrgänge soll es ab dem 4. Mai wieder Unterricht geben - einzelne Länder können vom Termin aber abweichen. Die wegen der Pandemie verhängten Kontaktbeschränkungen wurden bis mindestens 3. Mai verlängert.

+++ 16.04.2020: Bayer will bei Herstellung von Impfstoff gegen Corona helfen +++

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer will nach der Zulassung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus bei der Produktion des Mittels aushelfen. Zurzeit halte das Unternehmen schon Kapazitäten vor, um diese bei Bedarf teilweise umwidmen zu können, sagte Unternehmenschef Werner Baumann in einem am Donnerstag veröffentlichen Podcast mit dem Journalisten Gabor Steingart. Baumann rechnet demnach für Anfang oder Mitte 2021 mit der Zulassung eines Impfstoffs. Zurzeit stellt Bayer keine Impfstoffe her, die Produktion müsste erst wieder hochgefahren werden.

+++ 16.04.2020: Industrieverband begrüßt Corona-Lockerungen - Kritik an Details +++

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat die ersten Lockerungen in der Corona-Krise für einige Wirtschaftszweige unterm Strich begrüßt, aber auch Kritik an einzelnen Regelungen geäußert. "Mir erschließt sich die 800-Quadratmeter-Grenze zum Beispiel nicht", sagte Industriepräsident Dieter Kempf am Donnerstag im Deutschlandfunk. Bund und Länder hatten sich am Mittwoch darauf verständigt, Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern wieder zu öffnen.

Zur Begrenzung des individuellen Ansteckungsrisikos sei diese Größe aber kaum geeignet, sagte Kempf. Stattdessen hätten andere Kriterien - wie etwa die Ausarbeitung von Hygiene-Konzepten - eher ausschlaggebend sein sollen. Auch eine "verbindliche Ansage" zum Tragen von Mundschutz etwa in Geschäften des Einzelhandels hätte er sich gewünscht, so Kempf. Handel und Gastronomie hatten zuvor Kritik an den aus ihrer Sicht zum Teil unzureichenden Lockerungen geäußert.

Die "klaren Entscheidungen" zur Öffnung seien aber grundsätzlich positiv zu bewerten, sagte der BDI-Chef. Nun gebe es einen verbindlichen Fahrplan. Die Unternehmen sollten die Zeit nutzen, um Schutzmaßnahmen für die eigenen Mitarbeiter ebenso wie für Kunden zu installieren. "Das scheint mir sehr wichtig", sagte Kempf.

+++ 16.04.2020: Ministerpräsidentin Dreyer hofft auf Schulöffnungen bis Sommer +++

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hofft auf eine Wiederaufnahme des Unterrichts für alle Schüler noch in diesem Schuljahr. Dreyer verwies am Donnerstag im Deutschlandfunk auf die Kultusministerkonferenz der Länder, die bis Ende April ein Konzept zur stufenweisen Schulöffnung vorlegen soll. "Unser Ziel wäre es, wenn es irgendwie möglich ist, dass alle Schüler und Schülerinnen vor der Sommerpause auch noch mal in die Schule gehen können." Gleichzeitig betonte sie: "Aber das wird natürlich abhängig sein vom Infektionsgeschehen. Wir müssen das betrachten, was passiert nach den Lockerungen."

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hatten sich am Mittwoch darauf verständigt, dass die Schulen für die meisten Schüler in der Corona-Krise erst einmal dicht bleiben sollen. Nur für einige Jahrgänge soll es ab dem 4. Mai wieder Unterricht geben - einzelne Länder können vom Termin aber abweichen. Prüfungen und Prüfungsvorbereitungen der Abschlussklassen können schon vorher stattfinden.

+++ 16.04.2020: Corona-Krise: Maskenpflicht in Läden und ÖPNV in Hanau +++

Nach den angekündigten schrittweisen Öffnungen im Einzelhandel ab kommender Woche hat die Stadt Hanau wegen der Corona-Infektionsgefahr für das Betreten der Geschäfte eine Maskenpflicht angeordnet. "Die dringende Empfehlung der Bundes- und Landesregierung, sich mit einem Mund-Nasen-Schutz verantwortungsbewusst und rücksichtsvoll in der Öffentlichkeit zu verhalten, haben wir dahingehend erweitert, dass ab Montag in Hanau jeder, der ein Ladengeschäft betritt, eine solche Behelfs- oder Alltagsmaske tragen muss", teilte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) mit. Diese Maskenpflicht solle auch im Öffentlichen Personennahverkehr gelten.

Bisher geschlossene Läden mit einer Verkaufsfläche bis 800 Quadratmeter dürfen nach einer Ankündigung der Landesregierung vom Mittwoch in Hessen wieder aufmachen. Unabhängig von der Ladengröße gilt dies auch für Kfz-Händler, Fahrradhändler und Buchhandlungen. Regierungschef Volker Bouffier (CDU) geht davon aus, dass dies im Laufe der kommenden Woche so weit sein wird.

+++ 16.04.2020: Kanzleramtschef: Brauchen sehr kleine Schritte bei Öffnungen +++

Kanzleramtschef Helge Braun hat die Beschlüsse von Bund und Ländern zur Lockerung der Corona-Maßnahmen verteidigt. "Es wird immer wieder kleine Schritte geben. Aber wir können nicht mit einem Schlag alles öffnen, weil die Epidemie bleibt", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im ARD-"Morgenmagazin". "Sehr, sehr kleine Schritte" bei der Öffnung von Geschäften und Schulen seien notwendig, um das richtige Maß in der Bekämpfung des Coronavirus zu finden.

Braun widersprach Forderungen, Beschränkungen im Handel noch weiter zu lockern. Es müsse dafür gesorgt werden, dass es sowohl in den Geschäften selbst als auch in den Innenstädten insgesamt nicht zu voll werde. "Eine normal gefüllte Fußgängerzone, wie wir das von früher kennen, können wir momentan auch nicht riskieren." Große Geschäfte, die häufig Publikumsmagnete seien, müssten daher noch "eine Weile" geschlossen bleiben, sagte Braun.

+++ 16.04.2020: Merz: Denkbar, dass manche Lockerungen zurückgenommen werden müssen +++

Der CDU-Politiker Friedrich Merz hält einen zu schnellen Ausstieg aus den Corona-Abwehrmaßnahmen für falsch. "Ich teile die Einschätzung, dass Lockerungen lieber nicht zu früh vorgenommen werden sollten", sagte der Bewerber um den CDU-Vorsitz dem Nachrichtenportal t-online.de. "Ob sie in dieser Form wirklich zielgenau sind, werden wir erst in der Rückschau beurteilen können - es wäre sogar denkbar, dass manche Lockerungen wieder zurückgenommen werden müssen, falls die Infektionszahlen erneut ansteigen."

In erster Linie gehe es darum, das Gesundheitssystem nicht zu überfordern. "Danach geht es Schritt für Schritt um die Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft. Ein bundeseinheitliches Vorgehen ist dabei sicher hilfreich, Alleingänge einzelner Bundesländer eher nicht."

Zu einem anderen Thema - der Frage, wann der CDU-Vorsitzende gewählt wird - sagte er: "Ich gehe davon aus, dass die gesamte Führung der CDU auf dem regulären Parteitag Anfang Dezember in Stuttgart gewählt wird."

+++ 15.04.2020: Habeck: Corona-Beschlüsse "insgesamt angemessen" +++

Grünen-Chef Robert Habeck hat die Beschlüsse von Bund und Ländern zu einer vorsichtigen Lockerung der Regeln in der Corona-Krise gelobt. Aus Sicht der Grünen seien die Beschlüsse "insgesamt angemessen", sagte Habeck am Mittwoch in Flensburg. "Sie geben eine gewisse Lockerung und damit Licht am Horizont. Aber sie sind vorsichtig genug, so dass wir auch nach unseren Zahlen, nach dem, was wir wissen, nicht in eine zu große Gefahr reinlaufen, das Gesundheitssystem zu überfordern."

Habeck sagte, es sei gut, dass man sich insgesamt geeinigt habe. Die Menschen sollten nicht das Gefühl bekommen, dass es um Parteitaktik gehe. Die Bundesregierung müsse aber besser darin werden, die Voraussetzungen für weitere Lockerungen zu schaffen, etwa mit der Ausstattung mit Schutzmasken und Schutzkleidung. An die Kultusminister der Länder appellierte er, die Kinder, die noch nicht wieder in die Schule oder Kita gehen könnten, nicht alleine zu lassen. Die Chancengleichheit müsse gewahrt bleiben.

+++ 15.04.2020: Merkel schließt Alltagsmaskenpflicht nicht völlig aus +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schließt nicht aus, dass im Kampf gegen das Coronavirus künftig bei bestimmten Gelegenheiten eine sogenannte Alltagsmaske Pflicht werden kann. Merkel sagte am Mittwoch nach einer Schaltkonferenz mit den Regierungschefs der Länder auf die Frage, warum es nur eine Empfehlung zu solchen einfachen Gesichtsmasken gebe und keine Pflicht: "Wir müssen ja das, was wir fordern von den Bürgerinnen und Bürgern, auch wirklich umsetzen können."

Deswegen sei man schrittweise mit den Alltagsmasken auch weiter gegangen, sagte Merkel. "Umso mehr die vorhanden sein werden, umso mehr wird man vielleicht auch darüber reden, ob es dann noch weitere Schritte der Dringlichkeit gibt. Aber jetzt erst einmal sagen wir: Wer solche Masken hat und wer das erhalten kann, und die sind ja jeden Tag besser erhältlich, der soll die auch benutzen."

Zugleich wies Merkel darauf hin, wie wichtig eine sachgerechte Behandlung der Masken sei. "Sie müssen regelmäßig gewaschen werden beziehungsweise gebügelt, in den Backofen gelegt oder in die Mikrowelle. Auch, wenn sich das etwas sozusagen hausfraulich anhört. Aber das sind die Patentrezepte", sagte die Kanzlerin. "Ansonsten sind sie nicht produktiv im Sinne des Schutzes für andere." Die Masken müssten auch häufiger gewechselt werden.

+++ 15.04.2020: Mehr als 131.400 Corona-Nachweise in Deutschland - mehr als 3.500 Tote +++

n Deutschland sind bis Mittwochabend mehr als 131.400 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.30 Uhr: Mehr als 128.400 Infektionen). Mindestens 3.553 (Vortag Stand 20.30 Uhr: 3.217) mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

+++ 15.04.2020: Geschäfte bis 800 Quadratmeter dürfen wieder öffnen +++

In der Corona-Krise sollen Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern unter Auflagen ab Montag wieder öffnen dürfen. Dies gilt unabhängig von der Verkaufsfläche auch für Kfz-Händler, Fahrradhändler und Buchhandlungen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus den Beratungen der Ministerpräsidenten mit der Bundesregierung erfuhr. Supermärkte hatten ohnehin während der Krise geöffnet.

Die Geschäfte sollen demnach unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen wieder öffnen dürfen.Die massiven Einschränkungen in der Corona-Krise mit der Schließung von Geschäften hatten die Wirtschaft schwer belastet. Der private Konsum ist eingebrochen, wie das Wirtschaftsministerium in einem aktuellen Bericht geschrieben hatte. Wirtschaftsverbände hatten einen verbindlichen Fahrplan über das Hochfahren der Wirtschaft gefordert. Die Politik hatte umfassende Hilfspakete auf den Weg gebracht, um Jobs und Firmen zu erhalten.

Der Handelsverband Deutschland hatte unmittelbar vor der Entscheidung von Bund und Ländern davor gewarnt, zunächst nur kleine Läden zu öffnen. Eine 800-Quadratmetergrenze verlaufe mitten durch die Innenstadt, hieß es. Ein mittelgroßes Bekleidungsgeschäft und der Elektronikhändler zum Beispiel hätten weiterhin geschlossen, Schuhläden und Haushaltswarengeschäfte etwa dürften wieder öffnen.

Alle Maßnahmen im Überblick finden Sie hier.

+++ 15.04.2020: Schulstart in Deutschland schrittweise ab 4. Mai geplant +++

Der Schulbetrieb in Deutschland soll am 4. Mai beginnend mit den Abschlussklassen, den Klassen, die im kommenden Jahr Prüfungen ablegen und den obersten Grundschulklassen wieder aufgenommen werden. Anstehende Prüfungen sind bereits vorher möglich. Darauf haben sich Bund und Länder am Mittwoch verständigt, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr.

+++ 15.04.2020: Großveranstaltungen bis 31. August grundsätzlich untersagt +++

Großveranstaltungen sollen wegen der Corona-Pandemie bis zum 31. August grundsätzlich untersagt werden. Betroffen seien auch Fußballspiele. Die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einigten sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch auf dieses prinzipielle Verbot.

Konkrete Regelungen, etwa zur Größe der Veranstaltungen, sollen demnach von den Länder getroffen werden. Vom Verbot betroffen seien unter anderem größere Konzerte, Schützenfeste oder Kirmes-Veranstaltungen. Diese Einschränkung trage effektiv zur Eindämmung des Corona-Virus bei und sorge zugleich für dringend notwendige Klarheit für Veranstalter, darunter viele Vereine, hieß es.

+++ 15.04.2020: Kreise: Bund und Länder wollen Masken in Handel und ÖPNV empfehlen +++

Im Kampf gegen das Coronavirus wollen Bund und Länder das Tragen von Alltagsmasken im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel "dringend" empfehlen. Eine generelle bundesweite Maskenpflicht soll es demnach aber nicht geben, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus den Beratungen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin erfuhr.

+++ 15.04.2020: Bund will Öffnung von Geschäften bis 800 Quadratmeter ermöglichen +++

Der Bund will die Öffnung von Geschäften bis zu einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern wieder ermöglichen. Das sieht eine Beschlussvorlage des Corona-Kabinetts für die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin am Mittwochmittag vorlag. Danach könnten die Länder solche Geschäfte unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen wieder öffnen. Die seit Wochen geltenden harten Kontaktbeschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus sollen grundsätzlich bis 3. Mai verlängert werden.

Unabhängig von der Verkaufsfläche sollen nach dem Papier Kfz-Händler, Fahrradhändler und Buchhandlungen wieder öffnen. Unter gleichen Auflagen sollten auch Kultureinrichtungen wie Bibliotheken und Archive sowie zoologische und botanische Gärten wieder öffnen können. Unter jenen Dienstleistungsbetrieben, bei denen körperliche Nähe unabdingbar sei, "sollen sich zunächst Friseurbetriebe darauf vorbereiten", unter bestimmten Auflagen sowie "unter Nutzung von persönlicher Schutzausrüstung den Betrieb am 4. Mai wieder aufzunehmen". Restaurants, Bars und Kneipen sollen wie bisher grundsätzlich geschlossen bleiben.

Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen und Synagogen sowie religiöse Feierlichkeiten und Veranstaltungen sowie Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften sollen nach den Vorstellungen des Bundes untersagt bleiben. Hotels sollten auch weiterhin "nur für notwendige und ausdrücklich nicht touristische Zwecke zur Verfügung" stehen.

Prüfungen und Prüfungsvorbereitungen der Abschlussklassen des laufenden Schuljahres sollten nach entsprechenden Vorbereitungen unmittelbar wieder stattfinden können, heißt es in dem Papier weiter. Die Notbetreuung in den Kitas werde fortgesetzt und auf weitere Berufs- und Bedarfsgruppen ausgeweitet. Dadurch solle besonders Eltern in zentralen Wirtschaftsbereichen eine Rückkehr in den Arbeitsalltag ermöglicht werden.

Ab dem 4. Mai sollen nach den Vorstellungen des Bundes prioritär auch die Schüler der Abschlussklassen und qualifikationsrelevanten Jahrgänge wieder in die Schule können, die im nächsten Schuljahr ihre Prüfungen ablegen. Zudem soll die letzte Klasse der Grundschule wieder in die Schule dürfen. Die Kultusministerkonferenz soll bis zum 29. April ein Konzept für weitere Schritte vorlegen, wie der Unterricht unter besonderen Hygiene- und Schutzmaßnahmen insgesamt wieder aufgenommen werden kann.

+++ 15.04.2020: Debatte über regionale Differenzierung bei Corona-Lockerung +++

Thüringen kann sich regionale Unterschiede bei der Lockerung der harten Corona-Beschränkungen vorstellen. Das sieht ein Papier der Landesregierung vor, das der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt vorliegt. Darin heißt es, "Thüringen sollte - abgestimmt mit den mitteldeutschen Ländern - darauf Wert legen, dass in der Phase der Lockerung der beschränkenden Maßnahmen regionale Differenzierung Beachtung findet". Basis für Entscheidungen zu einzelnen Regionen könnten Empfehlungen von Wissenschaftlern sein. Kriterien wären danach die Infektionsentwicklung und damit die Ansteckungsgefahr in einer bestimmten Region sowie die jeweiligen Krankenhauskapazitäten.

+++ 15.04.2020: Giffey für Kita-Öffnung für Vorschulkinder und Alleinerziehende +++

Bei der Wiedereröffnung von Kitas sollte nach Ansicht von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) erwogen werden, Kinder von Alleinerziehenden und Vorschulkinder zuerst wieder in die Betreuung aufzunehmen. Sie halte es für wichtig, dass weiter die systemrelevanten Berufe dazugehörten, sagte sie am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin". Es müsse aber auch Überlegungen geben mit Blick auf Kinder von erwerbstätigen Alleinerziehenden, zudem müssten die Vorschulkinder berücksichtigt werden. Darüber habe sie sich mit ihren Länderkollegen ausgetauscht. "Das ist ein ganz wichtiger Punkt, dass die in den letzten Monaten vor der Grundschule vorbereitet werden, aus pädagogischen Gründen, und einem Vorschulkind kann man auch erklären, wie Händewaschen geht."

Giffey sprach sich gegen eine weitere Komplettschließung von Kitas aus. "Ich finde nicht, dass wir den Eltern jetzt einfach sagen können: Bis zum Sommer sind alle Kitas dicht", sagte sie dem ARD-"Hauptstadtstudio". Viele Eltern kämen an ihre Grenzen. Homeoffice mit Kleinkindern, funktioniere in der Realität doch nicht so gut. "Jede Maßnahme, die wir jetzt überlegen, muss alltagstauglich sein und das Thema Vereinbarkeit und gerade auch die Frauen dürfen an dieser Stelle nicht herunterfallen."

Seibert: Bei schrittweiser Lockerung jeden Übermut vermeiden

Die Bundesregierung mahnt bei einer schrittweisen Lockerung der harten Beschränkungen wegen der Corona-Krise zu größter Umsicht. "Der Pfad, den wir also in den nächsten Wochen gehen müssen, ist ein schmaler zwischen vorsichtiger, schrittweiser Lockerung und Bewahrung unserer Fortschritte im Kampf gegen die Epidemie", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch nach einer Sitzung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit dem Corona-Kabinett. Dabei war ein Beschlussvorschlag erarbeitet worden, mit dem Merkel am Nachmittag in die Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder über mögliche Lockerungen gehen will.

Seibert sagte, die Bundesregierung eine "das Bewusstsein, dass wir alle zusammen im Kampf gegen das Virus etwas erreicht haben - die Menschen in Deutschland, Bürger und Staat - dass wir aber jetzt jeden Übermut, jede Nachlässigkeit vermeiden müssen, um dieses Erreichte nicht zu gefährden". Damit solle vermieden werden, dass man in eine unkontrollierte exponentielle Verbreitung des Virus zurückfalle.

+++ 15.04.2020: "Bild": Bund für Verlängerung von Kontaktbeschränkung bis 3. Mai +++

Der Bund will den Ländern vorschlagen, die bestehenden Kontaktbeschränkungen für die Bürger noch mindestens bis zum 3. Mai aufrecht zu erhalten. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch nach einer Schaltkonferenz des Kanzleramts mit den Staatskanzleichefs der Länder vom Dienstag. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung über Ergebnisse berichtet.

Ein Eckpunktepapier mit entsprechenden Empfehlungen sollte am Mittwoch (ab 10.30 Uhr) in den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Mitgliedern des Corona-Kabinetts beschlossen werden.

Merkel wollte im Corona-Kabinett demnach einen Beschlussvorschlag des Bundes vorbereiten, der am Nachmittag (14.00 Uhr) bei der Videokonferenz der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten diskutiert und voraussichtlich verändert werde, hieß es weiter. Zugleich wurde aus Bundessicht betont, bei möglichen schrittweisen Öffnungen im Schulbereich sei ein abgestimmtes Vorgehen wichtig.

Aus Länderkreisen hieß es, es seien bei der Schalte der Staatskanzleichefs mit Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) dem Grunde nach Wege aufgezeigt worden, wie man stufenweise Lockerungen herbeiführen könne. Bis auf Weiteres solle es aber grundsätzlich bei harten Beschränkungen bleiben, so wie in den meisten Nachbarländern um Deutschland herum. Alles andere sei ein Risiko. Im Gespräch sei auch ein Arbeitsauftrag an die Kultusministerkonferenz gewesen, einen Rahmen für die schrittweise Öffnung von Schulen und Hochschulen zu entwickeln. Hier solle der Sicherheitsgedanke im Vordergrund stehen.

+++ 15.04.2020: Lehrerpräsident: Schulstart nächste Woche "definitiv nicht" sinnvoll +++

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, hat sich erneut gegen einen flächendeckenden Schulstart direkt nach den Osterferien ausgesprochen. "Nein, definitiv nicht", sagte Meidinger am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin" auf die Frage, ob er es für verantwortungsvoll hielte, wenn Schülerinnen und Schüler am kommenden Montag in ihre Klassenzimmer zurückkehren würden. Man müsse den Schulen Zeit geben, um etwa Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln vorzubereiten und um Klassenräume dementsprechend anders zu möblieren, betonte er. "Da brauchen wir schon 'ne Woche, bis wir das alles hinkriegen."

Wenn es zu einer Lockerung des Lockdowns komme, müsse überlegt werden, wie Schulen "sinnvoll schrittweise" wieder öffnen könnten, sagte Meidinger mit Blick auf die Beratungen zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten am Nachmittag. "Das kann sicher nur für einzelne Jahrgangsstufen geschehen, weil wir ja kleinere Gruppengrößen bilden müssen."

+++ 15.04.2020: Medikamentenversorgung in Deutschland auch in Corona-Krise gesichert +++

Trotz Hamsterkäufen und vereinzelten Lieferengpässen müssen sich Menschen in Deutschland derzeit keine Sorgen über die Medikamentenversorgung machen. "Es gibt keine Unterversorgung", sagte ein Sprecher des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Zwar gehe die Corona-Krise nicht spurlos an der Produktion von Arzneien vorbei, es gebe aber keinen Grund zu Panik, hieß es.

"Im Augenblick gibt es keinen Grund sich Sorgen zu machen, dass man schlechter als bisher an Medikamente kommt", sagte auch ein Sprecher der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbänden. Wie in der aktuellen Pandemie habe es auch in den vergangenen Jahren immer mal wieder Engpässe gegeben. Die Auswirkungen der derzeitigen Pandemie und inwieweit Arzneimittelhersteller zum Beispiel in Indien oder China betroffen sind, könne man noch nicht abschätzen, sagte Kern. Teilweise sei es zu Produktionseinstellungen gekommen. Man müsse wachsam sein und Lieferengpässe als eine verzögerte Folge der Pandemie bedenken.

+++ 15.04.2020: Kubicki: Übertriebene Corona-Maßnahmen im Zweifel stoppen +++

Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki hat die Parlamente in Deutschland aufgerufen, "überbordenden Maßnahmen" der Bundesregierung im Zuge der Corona-Krise im Zweifel einen Riegel vorzuschieben. Kubicki sagte der Deutschen Presse-Agentur, er halte "den häufig verwendeten Begriff der "Lockerungen" für unangemessen". "Der Begriff "Lockerungen" suggeriert, der Staat würde den Menschen im Sinne eines exekutiven Gnadenaktes mehr Freiheiten zugestehen. Tatsächlich handelt es sich um die Rücknahme von Eingriffen in verfassungsrechtlich verankerte Freiheits- und Grundrechte."

Der Bundestagsvizepräsident argumentierte weiter: "Nicht die Ausübung der Freiheitsrechte bedarf einer ständigen Prüfung und Begründung, sondern die Beschränkungen dieser Rechte. Dies hat das Bundesverfassungsgericht gerade in seiner jüngsten Entscheidung zur Religionsausübung noch einmal unmissverständlich festgestellt." Er sei daher "nicht besorgt, dass die Bundes- und Landesregierungen unsere Freiheiten dauerhaft beschränken könnten. Unsere Verfassung stünde dem dankenswerterweise entgegen".

Vertreter der Bundesregierung wie auch von Landesregierungen hatten versichert, dass nach der Corona-Krise die freiheitsbeschränkenden Maßnahmen wieder vollständig zurückgenommen würden.

Kubicki forderte zudem eine Änderung beim Infektionsschutzgesetz, um eine Informationspflicht der Regierung gegenüber den Parlamenten zu getroffenen Maßnahmen festzuschreiben: "Eine entsprechende Regelung muss die Landes- und Bundesregierungen verpflichten, die Gesundheitsausschüsse der jeweiligen Gebietskörperschaft mindestens alle vier Wochen über die Wirksamkeit und Angemessenheit der Maßnahmen zu unterrichten", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

+++ 15.04.2020: Elternvertreter gegen Kita-Schließung bis zu den Sommerferien +++

Die Bundeselternvertretung der Kindertagesstätten hat den Vorschlag von Wissenschaftlern, jüngere Kinder wegen der Corona-Pandemie bis zu den Sommerferien nicht in die Kitas zu schicken, scharf kritisiert. "Das geht an der Lebenswirklichkeit von Millionen Menschen vorbei", sagte Ulrike Grosse-Röthig, Bundessprecherin der Elternvertretung, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch). Niemand erwarte "von heute auf morgen" eine vollständige Öffnung der Kitas. Doch 3,7 Millionen Kinder, die zuhause bleiben, würden auch 3,7 Millionen Elternteile bedeuten, die ihrer Arbeit nicht nachgehen könnten.

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hatte am Montag erklärt, dass die Betreuung von fünf- und sechsjährigen Kindern in Kleingruppen wieder aufgenommen werden sollte. Jüngere Kinder sollten aber bis zu den Sommerferien zuhause bleiben.

Ideal wäre aus Sicht der Elternvertreter eine Rückkehr in den normalen Betrieb "am besten mit viel zusätzlichem Personal, um kleinere Gruppen bilden zu können und so Abstand zu halten". Man werde sicherlich auch darüber nachdenken müssen, mehr Aktivitäten draußen zu unternehmen. Eine Regelung, bei der nach individuellem Bedarf der Familien entschieden wird, welche Kinder in die Kita zurückkehren können, sei gegenüber der kompletten Schließung "nur das kleinere Übel".

+++ 15.04.2020: Verbraucherschützer: Maskenpflicht nur bei ausreichender Versorgung +++

Eine Maskenpflicht zur Bekämpfung des Coronavirus sollte nach Einschätzung von Verbraucherschützern nur bei einer ausreichenden Verfügbarkeit von Schutzmasken eingeführt werden. "Sofern eine Maskenpflicht für bestimmte Lebensbereiche angedacht wird, müssen diese auch zwingend zur Verfügung stehen", sagte Kai Vogel, Gesundheitsexperte des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (VZBV), dem "Tagesspiegel" (Mittwoch). Atemschutzmasken seien aber zurzeit vielerorts ausverkauft.

"Die Politik muss dafür Sorge tragen, dass Schutzmasken flächendeckend zur Verfügung stehen, bevor Erleichterungen im öffentlichen Leben erfolgen - und der persönliche Schutz eine der Bedingungen für diese Lockerungen ist", betonte der Verbraucherschützer. Auf keinen Fall dürfe die Schutzkleidung dafür aber aus anderen Bereichen, etwa aus dem Gesundheits- und Pflegebereich, abgezogen werden.

Eine Pflicht zum Tragen einer Maske für Mund und Nase in der Öffentlichkeit wird als eine mögliche Maßnahme diskutiert, um die zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie erlassenen Beschränkungen schrittweise zu lockern.

+++ 14.04.2020: Dreyer will Schulen nach und nach öffnen +++

Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, hat einen Stufenplan zur Wiedereröffnung der Schulen angekündigt. "Wir werden beim Schulstart einen Stufenplan vorsehen, um immer wieder sehen zu können, wie sich das Infektionsgeschehen entwickelt", sagte die SPD-Politikerin der "Rheinische Post" vor Beratungen der Länder-Regierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Corona-Krise an diesem Mittwoch. Offen sei noch, mit welchen Klassenstufen man beginne.

"Der Einwand, dass es gerade für jüngere Schülerinnen und Schüler schwieriger ist, sich an die empfohlenen Hygienestandards zu halten, ist auf jeden Fall nachvollziehbar und gut zu überlegen", sagte Dreyer. Sie befürwortete auch die Verpflichtung, Schutzmasken im öffentlichen Nahverkehr zu tragen. "Einfache Atemmasken können ein probates Mittel sein, um andere zu schützen. Das ist besonders wichtig, wenn der Mindestabstand nur schwer einzuhalten ist, wie in Bussen oder Bahnen."

Dreyer hatte sich Anfang April gegen eine allgemeine Maskenpflicht zur Eindämmung des Virus ausgesprochen. "Wir dürfen nicht suggerieren, dass der einfache Maskenschutz die Lösung des Problems ist. Das wäre das absolut falsche Signal", hatte die Ministerpräsidentin gewarnt. Allerdings hatte sie auch festgestellt, dass viele Menschen das Bedürfnis entwickelt hätten, solche Schutzmasken zu tragen.

+++ 14.04.2020: Zahlreiche Covid-19-Infektionen auf Krebsstationen des UKE +++

Am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) haben sich im hochsensiblen Bereich der Krebsstationen mehrere Patienten und Mitarbeiter mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. "Im Bereich der Onkologie sind in der vergangenen Woche rund 20 Patientinnen und Patienten sowie rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterschiedlicher Berufsgruppen Covid-19-positiv getestet worden", erklärte UKE-Sprecherin Saskia Lemm am Dienstagabend auf Anfrage. Die zuständigen Behörden seien informiert worden. "Einige dieser Patienten werden entsprechend noch im UKE betreut, andere sind in die Häuslichkeit entlassen worden."

Nach Bekanntwerden der ersten Infektion seien alle Patienten der onkologischen Stationen auf Covid-19 getestet worden. Infizierte seien umgehend auf spezielle Covid-19-Stationen außerhalb des Zentrums für Onkologie verlegt und dort isoliert untergebracht worden. Mitarbeiter der betroffenen Stationen seien einem ausgedehnten Screening unterzogen worden. Die genauen Wege der Infektion würden derzeit aufgearbeitet, könnten aber nicht auf eine einzelne Person zurückgeführt werden, betonte Lemm. Laut einem Bericht des "Spiegel", der zuerst über den Fall berichtet hat, gehen die Infektionen auf eine infizierte Reinigungskraft zurück.

+++ 14.04.2020: Mehr als 128.400 Corona-Nachweise in Deutschland - mehr als 3.200 Tote +++

In Deutschland sind bis Dienstagabend mehr als 128.400 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.30 Uhr: Mehr als 126.600 Infektionen). Mindestens 3.217 (Vortag Stand 20.30 Uhr: 2994) mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige der Bundesländer ihre Zahlen jeweils nicht immer zur gleichen Uhrzeit. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 68.200 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 33.900 nachgewiesenen Fällen und mindestens 891 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 27 200 Fällen und mindestens 661 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 25.200 bestätigten Fällen und mindestens 756 Toten.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 259,3 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 154,5. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch.

+++ 14.04.2020: 53 Corona-Infizierte in Pflegeheim - Krankenhäuser vorgewarnt +++

Nach positiven Corona-Tests bei 53 von 70 Bewohnern eines Pflegeheims in der Gemeinde Rümpel bei Bad Oldesloe sind die umliegenden Krankenhäuser vorsorglich alarmiert worden. Bisher seien keine schweren Erkrankungen festgestellt worden und es sei auch kein Infizierter im Krankenhaus, sagte Amtsarzt Jörg Günther am Dienstag in Bad Oldesloe auf einer Pressekonferenz des Kreises Stormarn (Schleswig-Holstein).

Noch steht nicht fest, ob ein Bewohner von der schweren Verlaufsform verschont bleibt. Auch 19 von 58 Beschäftigten des Wohnparks Rohlfshagen sind laut Günther infiziert. Das Heim mit Garten liegt abgelegen, Polizisten kontrollierten am Dienstag die Zufahrt. Das Durchschnittsalter der Bewohner ist 81 Jahre, wie Heimleiter Daniel Schöneberg mitteilte.

Wie das Virus in die Pflegeeinrichtung für Demenzkranke und psychisch Auffällige genau kam, ist laut Günther ungeklärt. Eine Mitarbeiterin habe am 3. April noch in dem Heim gearbeitet, am Tag darauf, einem Samstag, habe sie Krankheitssymptome festgestellt. Nachdem die Mitarbeiterin positiv getestet worden war, sollten alle Bewohner und Mitarbeiter getestet werden. Ein Großteil wurde bereits getestet. Bei 14 Bewohnern und 29 Pflegekräften war der Test negativ. Die Tests von 10 Mitarbeitern stehen noch aus. Ein Heimbewohner lehnte den Test ab.

Es sei nicht zwangsläufig so, dass die erste festgestellte infizierte Mitarbeiterin das Virus ins Heim getragen haben müsse. Denn nachdem sie positiv getestet worden sei, seien innerhalb weniger Tage insgesamt 72 Infizierte nachgewiesen worden. "Es war keine Dynamik feststellbar, wir hatten einen Fall und dann sofort 72 Fälle."

Günther verteidigte den Ansatz, dass auch infizierte, aber symptomfreie Pflegekräfte weiterhin in der Einrichtung die Bewohner betreuten. Dies liege daran, dass Demenzkranke und psychisch Auffällige auf vertraute Pflegekräfte angewiesen seien und Corona-Auflagen ohnehin selber nicht befolgen könnten. Wegen der räumlichen Situation konnten die bislang negativ getesteten Bewohner nicht separiert werden, um die ungewohnte Situation nicht weiter zu verschärfen.

+++ 14.04.2020: Mehr als 127.900 Corona-Nachweise in Deutschland - mehr als 3.100 Tote +++

In Deutschland sind bis Dienstagnachmittag mehr als 127.900 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 16.15 Uhr: Mehr als 126.000 Infektionen). Mindestens 3143 (Vortag Stand 16.15 Uhr: 2942) mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige der Bundesländer ihre Zahlen jeweils nicht immer zur gleichen Uhrzeit. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 68.200 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 33.900 nachgewiesenen Fällen und mindestens 891 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 27.200 Fällen und mindestens 661 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 24.800 bestätigten Fällen und mindestens 702 Toten.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 259,3 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 153,9. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch.

+++ 14.04.2020:Baden-Württembergs Regierung für Schulbeginn frühestens am 27. April +++

Die baden-württembergische Landesregierung hat sich dafür ausgesprochen, die Schulen im Land frühestens am 27. April wieder zu öffnen. Das geht aus einem Papier des Staatsministeriums für die Schaltkonferenz der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Mehrere Medien hatten zuvor darüber berichtet.

In der Schaltkonferenz will Merkel an diesem Mittwoch mit den Ministerpräsidenten über das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Corona-Pandemie beraten. Dabei geht es unter anderem um die Lockerung der strengen Einschränkungen im öffentliche Leben.

"In der 18. oder 19. Kalenderwoche soll zuerst der Unterricht für die Jahrgänge, die vor Abschlussprüfungen stehen, beginnen", heißt es in dem Schreiben. "Dann folgen die Jahrgänge, die unmittelbar danach folgen." Besonders in Kindergärten und in den unteren Grundschulklassen werde es nicht gelingen, die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln in der Praxis zu garantieren. Bei den Schülern älterer Jahrgänge könne man mehr Verständnis voraussetzen.

"Das Abflachen der Infektionskurve wird es uns in absehbarer Zeit ermöglichen, erste Schritte zurück in die Normalität zu gehen", heißt es in dem Papier. Darin ist auch die Rede von ersten vorsichtigen Öffnungen in verschiedenen Dienstleistungsbereichen.

Allerdings müssten die Kontaktbeschränkungen vorerst bestehen bleiben - etwa der Mindestabstand von 1,5 Metern in der Öffentlichkeit und das Verbot von Menschenansammlungen von mehr als zwei Personen. Auch von einem "Maskengebot" ist die Rede: Im öffentlichen Raum - etwa im öffentlichen Nahverkehr, in Schulen oder beim Einkaufen - sollen künftig möglichst alle Menschen im Land einfache Stoffmasken tragen, um sich und andere zu schützen.

+++ 14.04.2020: Kretschmer will weniger Einschränkungen nach dem 20. April +++

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat für eine Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen bereits vom 20. April an plädiert. "Wir wollen eine Lockerung in den Bereichen, die gesellschaftlich und wirtschaftlich am wichtigsten sind", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag) vor den Beratungen von Bund und Ländern am Mittwoch. Er verwies darauf, dass Deutschland durch schnelles Handeln, das den Bürgern viel abverlangt habe, bisher eine große Tragödie erspart geblieben sei. "Nur weil wir alle diszipliniert waren, haben wir viele Menschenleben retten können."

Die Krankenhäuser hätten ihre Kapazitäten aufgestockt und es könne mehr getestet werden. "Jetzt können wir über weitere Schritte entscheiden." Der Schutz der Gesundheit habe weiter höchste Priorität bei der Umsetzung der Maßnahmen. "Wir werden nicht ohne, aber mit weniger Einschränkungen nach dem 20. April leben können."

+++ 14.04.2020: NRW-Ministerin will Schulen nach Osterferien schrittweise öffnen +++

Die Schulen in Nordrhein-Westfalen sollen nach den Osterferien schrittweise wieder öffnen. Das sei ihr "festes Ziel", um vor allem die Durchführung von Prüfungen und die Vergabe von Abschlüssen zu ermöglichen, sagte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

+++ 14.04.2020: Sachsen will mit Vier-Stufen-Plan Corona-Beschränkungen lockern +++

Sachsen will mit einem Vier-Stufen-Plan die Auflagen im Kampf gegen das Coronavirus lockern. Details sollen aber erst am Mittwochabend nach der Telefonkonferenz der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und einer anschließenden Sitzung des sächsischen Kabinettes mitgeteilt werden. Sachsen strebe bei der Telefonkonferenz ein einheitliches Vorgehen der Länder an, sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag in Dresden. Viele Empfehlungen der Wissenschaftsakademie Leopoldina seien auch im sächsischen Plan enthalten. Nicht alles werde auf einmal möglich sein, sagte Köpping. Das weitere Vorgehen erfolge "Schritt für Schritt".

+++ 14.04.2020: Laschet will Mittwoch über Wege aus der Corona-Krise informieren +++

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will die Öffentlichkeit am Mittwoch informieren, wie es mit den Einschränkungen in der Corona-Krise in seinem Bundesland weitergeht. Das kündigte der Regierungschef am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Düsseldorf an.

Von einem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch erwarte er einheitliche Maßstäbe zum weiteren Umgang mit den Einschränkungen, die aber flexible Lösungen für den spezifischen Bedarf eines jeden Landes zuließen, sagte Laschet. Am Donnerstag solle das Landeskabinett in Düsseldorf dann über einen Vorschlag beschließen, wie es mit den Schulen weitergehe.

+++ 14.04.2020: Sanofi und GlaxoSmithkline arbeiten bei Corona-Impfstoff zusammen +++

Die beiden Pharmakonzerne Sanofi und GlaxoSmithKline wollen gemeinsam an einem Impfstoff gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 arbeiten. Erste klinische Tests für einen Kandidaten sollen in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres beginnen, wie es bei der Vorstellung der Pläne am Dienstag von Sanofi hieß. Sollten diese erfolgreich verlaufen, könne ein Impfstoff in der zweiten Jahreshälfte 2021 verfügbar sein.

+++ 14.04.2020: Weil: Lockerungen werden vorsichtig und schrittweise erfolgen +++

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat vor den Beratungen von Bund und Ländern zur Corona-Krise vor vorschneller Hoffnung auf umfassende Lockerung der Einschränkungen gewarnt. "Niemand von uns sollte die Illusion haben, dass wir ab nächster Woche unser altes Leben zurückbekommen", sagte der SPD-Politiker am Dienstag in Hannover. "Auf der Grundlage der aktuellen Erkenntnisse über die Ausbreitung des Virus und die Auslastung unserer Krankenhäuser werden wir allenfalls über erste, vorsichtige Schritte zur Lockerung der geltenden Einschränkungen reden können."

Und auch weitere Schritte könnten jeweils nur stufenweise und unter enger Bewertung des Infektionsgeschehens erfolgen, meinte Weil. "Bis wir aber beispielsweise wieder große Konzerte miteinander besuchen können, wird noch einige Zeit ins Land gehen." Auf der Politik liege derzeit ein erheblicher öffentlicher Druck aus ganz unterschiedlichen Richtungen. "Ein Teil der Bürgerinnen und Bürger hat große Sorgen vor einer zu schnellen Ausbreitung des Virus und ist dementsprechend skeptisch gegenüber der gesamten Exit-Debatte", so Weil. Ein anderer Teil wünsche eine zügige Rückkehr in die Normalität.

Am Mittwoch will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten in einer Schaltkonferenz die Lage bewerten. Zuvor tagt erneut das Corona-Krisenkabinett. "Wir werden sehr genau abzuwägen haben, sind uns unserer Verantwortung bewusst und werden dieser Verantwortung, so hoffe ich, auch gerecht werden", meinte Weil vor der Bund-Länder-Konferenz.

+++ 14.04.2020: Spahn zufrieden mit Verhalten der Bürger an Osterwochenende +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich zufrieden mit dem Verhalten der Bürger am Osterwochenende gezeigt. Die Einschränkungen wegen der Corona-Krise hätten "eine sehr, sehr hohe Akzeptanz und Unterstützung" in der Bevölkerung gefunden, sagt er am Dienstag in Wiesbaden. Das sei wichtig für das weitere Vorgehen und für mögliche Lockerungen der Corona-Regelungen.

Spahn hatte zuvor an einer Sitzung des hessischen Corona-Kabinettausschusses teilgenommen. Am Vormittag war er außerdem zu Besuch im Uni-Klinikum in Gießen gewesen, um sich dort über die Situation angesichts der Corona-Krise zu informieren.

+++ 14.04.2020: Von der Leyen legt Exit-Strategie aus Corona-Sperren vor +++

Mit einer Woche Verzögerung will EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen an diesem Mittwoch ihre europäische Strategie zur schrittweisen Lockerung der Corona-Auflagen vorstellen. Dies kündigte ihr Sprecher Eric Mamer am Dienstag an. Der Plan soll gemeinsame Kriterien für die schrittweise Aufhebung der Beschränkungen vorschlagen, darunter die Klinikkapazitäten. Die Entscheidung und der Zeitplan liegen aber in der Hand der einzelnen EU-Staaten.

Ursprünglich wollte von der Leyen die Strategie schon am Mittwoch voriger Woche vorlegen. Der Termin wurde auf Bitten einzelner Mitgliedsstaaten verschoben, die vor Ostern kein Signal der möglichen Lockerung der Beschränkungen setzen wollten.

Ein Entwurf der Strategie wurde aber schon bekannt. Das Wichtigste: Die Kommission empfahl darin kleine, streng kontrollierte Schritte der Öffnung, die sich über Monate hinziehen sollen. Zwei Bedingungen sollten vorher erfüllt sein: eine spürbare Verlangsamung der Ausbreitung des Coronavirus und eine ausreichende Zahl von Krankenhaus- und Intensivbetten.

Einige Länder haben bereits erste Schritte zur Lockerung eingeleitet, darunter Österreich und Spanien. In Deutschland wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der Länder ebenfalls am Mittwoch beraten, wann und in welchem Umfang eine schrittweise Öffnung beginnen könnte.

+++ 14.04.2020: Günther rechnet mit schrittweiser Lockerung der Corona-Regeln +++

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat eine schrittweise Lockerung der Corona-Auflagen in Schleswig-Holstein angekündigt. Die Schleswig-Holsteiner müssten sich in der "Phase des Hochfahrens" weiter auf Einschränkungen einstellen, sagte Günther am Dienstag. "Wir werden einen Phasenplan als Landesregierung entwickeln, um eine klare Perspektive zu geben." Die Menschen müssten abschätzen können, ab wann was wieder möglich sein werde. "Das wird sich aber an klaren Kriterien orientieren."

Beim Wiederhochfahren spiele neben dem Verlauf des Infektionsgeschehens auch die Auslastung der Krankenhäuser eine Rolle. "Immer steht im Mittelpunkt, Menschen mit Vorerkrankungen, ältere Menschen zu schützen", sagte Günther.

Die Landesregierung werde vor den Gesprächen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch definitiv keine Entscheidungen treffen, sagte Günther. Der Regierungschef geht davon aus, dass in einigen Bereichen bundesweit einheitlich vorgegangen wird. Als Beispiel nannte er die Regeln für Kitas und Schulen. Er rechne mit einem Konsens in vielen Bereichen, sagte Günther. Allerdings gebe es unterschiedliche Begebenheiten in den Ländern.

+++ 14.04.2020: Gaststättenverband fordert einheitliches Vorgehen in Corona-Krise +++

Der Gaststättenverband Dehoga hat mit Blick auf eine künftige Lockerung der Maßnahmen in der Corona-Krise ein einheitliches Vorgehen von Bund und Ländern gefordert. "Ganz wichtig ist für die Branche und die Bevölkerung, dass die Regelungen verständlich und bundesweit einheitlich sind", sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges der Deutschen Presse-Agentur. Zudem forderte sie eine frühzeitige Ankündigung möglicher Lockerungen. "Es muss so rechtzeitig sein, dass die Betriebe Zeit für den Wareneinkauf, die Personaleinsatzplanung und für die Umsetzung notwendiger Schutzmaßnahmen haben. Drei Arbeitstage wären ausreichend."

Am Mittwoch kommen die Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammen, um über die Schutzmaßnahmen in der Corona-Krise zu beraten.

Hartges geht davon aus, dass Hotels und die Gastronomie in jedem Fall besonders lange von Einschränkungen betroffen sein werden. "Es wird weiter weniger Veranstaltungen, Tagungen oder Kongresse geben." Der Besuch von Clubs, Diskotheken oder Bars sei vermutlich ebenfalls erst später wieder möglich. Hartges forderte deshalb Verpächter auf, den Betrieben entgegenzukommen. "Die Pacht ist für die Unternehmen eine hohe Belastung." In guten Lagen mache sie bis zu 30 Prozent vom Nettoumsatz aus. "Hier gibt es gesetzgeberischen Handlungsbedarf."

+++ 14.04.2020: Noch nicht eingedämmt: RKI rät zu anhaltender Pandemie-Disziplin +++

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat dazu geraten, die Abstands- und Hygieneregeln auch im Fall einer ersten Lockerung von Maßnahmen streng beizubehalten. Es gebe noch keine Hinweise darauf, dass der Corona-Ausbruch in Deutschland eingedämmt sei, betonte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag. Es sei aber gelungen, sie zu verlangsamen, vor allem durch das Einhalten der Regeln. "Diese Disziplin sollten wir weiter beibehalten", ergänzte er. "Wenn die Mobilität wieder zunimmt, ist das nicht schlecht - aber bitte mit Abstandsregeln."

Im Moment stecke ein infizierter Mensch in Deutschland durchschnittlich 1,2 weitere Menschen an, so Wieler. Um die Epidemie abflauen zu lassen, müsste diese sogenannte Reproduktionszahl unter 1 liegen.

Die Ansteckungszahlen hätten sich - regional unterschiedlich - insgesamt auf einem hohen Niveau eingependelt, erklärte der RKI-Chef weiter. "Wir haben noch keinen eindeutigen Hinweis, dass sie zurückgehen." Ein möglicher Effekt nicht eingehaltener Kontaktsperren über Ostern wird sich wegen der Inkubationszeit, der Zeit für Test und Testergebnis sowie der Meldeverzögerungen erst in etwa 14 Tagen in der RKI-Statistik zeigen.

Nach den Daten, die dem Institut bisher vorliegen, entwickeln rund zwei Prozent der infizierten Menschen in Deutschland eine Lungenentzündung. Rund jeder sechste Infizierte (16 Prozent) kommt wegen schwerer Symptome ins Krankenhaus.

Für Wieler sind zwei wichtige Etappenziele schon erreicht: Die Grippewelle in Deutschland ist zu Ende und kann sich mit der Pandemie nicht mehr überschneiden. Und trotz der Dynamik der Pandemie gebe es zur Zeit keine Engpässe bei den Behandlungsmöglichkeiten, sagte er.

Das Tragen selbstgenähter Mund- und Nasenbedeckung, zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln, sieht Wieler als einen kleinen zusätzlichen Schutz-Baustein. Jedoch nur, wenn die Abstands- und Hygieneregeln auch weiter streng gewahrt werden. Da sich Symptome erst zwei bis drei Tagen nach einer Ansteckung zeigten, sei die Chance, dass mit der Bedeckung von Mund und Nase weniger Viren in die Umgebung geschleudert würden, größer. Einen wirklichen Schutz aber böten nur Profi-Masken, die Ärzten und Pflegepersonal vorbehalten seien.

+++ 14.04.2020: Studie: Zahl der Covid-19-Toten in Pflegeheimen stark unterschätzt +++

Etwa jeder zweite Todesfall durch das Coronavirus in fünf europäischen Ländern wird einer Studie zufolge aus einem Pflegeheim gemeldet. Eine Forschergruppe der London School of Economics hat für ihre Untersuchung die offiziellen Daten von fünf Ländern ausgewertet: Italien, Spanien, Irland, Belgien und Frankreich. Demnach standen zwischen 42 und 57 Prozent aller Todesfälle in diesen Heimen in Verbindung mit dem neuartigen Erreger.

Die Wissenschaftler betonten am Dienstag, dass ihre Studie nur bedingt aussagekräftig sei: Die einzelnen Länder zählten die Fälle auf verschiedene Weisen; auch die Definition von "Pflegeheim" unterscheide sich von Staat zu Staat. Dies könnte die Ergebnisse beeinflusst haben, erläutern die Experten. Dennoch dürfe das Ausmaß der Infektionen und Todesfälle in den Heimen nicht ignoriert werden.

Eindeutig ist die Lage demnach in Irland, da das Land zentral die Daten zu den Covid-19-Erkrankungen erfasst. Von den bis Samstag 6.444 registrierten Patienten mit der Lungenerkrankung starben 288. 156 von ihnen - also 54 Prozent - waren Bewohner in Pflegeheimen. In Spanien kam das Team sogar auf 57 Prozent. Hier basierten die Zahlen jedoch auf Medienberichten zu den von Regionalregierungen veröffentlichten Statistiken. Belgien kam auf den einen Wert von 42 Prozent, Frankreich auf 45 und Italien auf 53 Prozent.

Kritiker bemängeln seit Wochen, dass in die Statistiken in Großbritannien bislang kaum Todesfälle in Heimen eingehen. Rosalind Altmann, Mitglied des britischen Oberhauses, sagte im BBC-Interview am Dienstag, sie sei ernsthaft besorgt. Bewohner in Pflegeheimen hätten ihr berichtet, das sie sich "wie Lämmer beim Schlachter" fühlten. Auch Senioren müssten angemessen behandelt werden.

Der britische Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) ist chronisch unterfinanziert. Es fehlt im Kampf gegen die Pandemie an Klinikpersonal, Betten, Schutzausrüstungen und Tests. Ärzte müssen einer Richtlinie zufolge nach Überlebenschancen entscheiden, wer beispielsweise beatmet wird, falls die Kapazitäten nicht mehr ausreichen sollten

+++ 14.04.2020: Müller sieht Lockerungen von Beschränkungen frühestens ab 27. April +++

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) geht davon aus, dass die Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Krise nicht vor dem 27. April gelockert werden. Lockerungen könne es "frühestens ab 27. April, eventuell auch erst ab 1. Mai" geben, sagte Müller am Dienstag dem RBB-Hörfunksender Radio eins. "Ab kommendem Montag wird es wahrscheinlich nicht sein", fügte er hinzu. Dann laufen die bisherigen Bestimmungen zu Kontaktverboten, Geschäfts- oder Schulschließungen aus. Müller verwies auf die am Mittwoch geplante Telefonkonferenz der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

+++ 14.04.2020: Spahn informiert sich an Gießener Uni-Klinik über Corona-Lage +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich am Uni-Klinikum in Gießen über die Situation im Gesundheitswesen angesichts der Corona-Krise informiert. Bei dem Besuch am Dienstag sprach er unter anderem mit einer Medizinstudentin, die sich am Eingang der Klinik um Coronavirus-Verdachtsfälle kümmert, sowie mit einem Arzt und einer Krankenschwester vor der Intensivstation. Am Uni-Klinikum in Gießen (UKGM) werden nach Angaben eines Sprechers derzeit 18 Covid-19-Patienten behandelt. Bei Spahns Besuch standen außerdem Gespräche mit der Geschäftsführung und dem Krisenstab des Klinikums auf dem Programm.

Der Bundesminister wurde unter anderem begleitet von Ministerpräsident Volker Bouffier, Kanzleramtschef Helge Braun (beide CDU) und dem hessischen Sozialminister Kai Klose (Grüne). Sie alle trugen bei dem Besuch in der Klinik Mundschutz.

+++ 14.04.2020: Söder warnt bei Corona-Exit-Strategie vor Überbietungswettbewerb +++

Vor den Beratungen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel über Wege aus den Anti-Corona-Maßnahmen hat Bayerns Regierungschef Markus Söder vor einem Überbietungswettbewerb gewarnt. "Wir brauchen einen sicheren und besonnenen Weg aus der Corona-Krise", schrieb der CSU-Politiker am Dienstag auf Twitter. "Unsere Maßnahmen wirken, aber wir dürfen keinen Rückschlag riskieren." Vorsichtige Erleichterungen könne es nur mit zusätzlichem Schutz geben. "Es sollte kein Überbietungswettbewerb entstehen, der die Menschen verunsichert", schrieb er. Maß und Mitte seien gefragt.

Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder wollen am Mittwoch in einer Videokonferenz über das weitere Vorgehen im Kampf gegen das Coronavirus beraten. Mit Spannung erwartet wird, ob und welche Art von Fahrplan es geben wird, um die einschneidenden Maßnahmen wie Schulschließungen und Ausgangsbeschränkungen langsam zu lockern.

Die nationale Wissenschafts-Akademie Leopoldina hatte am Montag für einen "realistischen" Zeitplan zurück zur Normalität plädiert. Die Wissenschaftler empfahlen, Schulen "sobald wie möglich" wieder zu öffnen - angefangen bei Grundschulen sowie Unter- und Mittelstufen. Die Leopoldina nannte aber auch viele Voraussetzungen für eine Rückkehr zu mehr Normalität. Zudem liegt eine Ausarbeitung eines von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) berufenen Expertenrats vor.

+++ 14.04.2020: Abstandsregeln: RKI rät zum Schulstart für höhere Jahrgänge +++

Anders als die Leopoldina regt das Berliner Robert Koch-Institut (RKI) an, Schulen zuerst wieder für die höheren Jahrgänge zu öffnen. Es gehe dabei um die Annahme, dass Jugendliche Abstandsregeln besser einhalten könnten, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag. "Das ist eine Entscheidung der Politik", ergänzte er. Es gebe Gründe dafür und dagegen. Vieles sei ein Ausprobieren.

Es gebe derzeit noch keine Hinweise darauf, dass die Coronavirus-Epidemie in Deutschland eingedämmt sei, betonte Wieler. Es sei aber gelungen, sie zu verlangsamen, vor allem durch das Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln. "Diese Disziplin sollten wir weiter beibehalten."

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina aus Halle hatte am Montag empfohlen, zuerst Grundschulen und die Sekundarstufe 1 zu öffnen, unter anderem, weil Jüngere mehr auf persönliche Betreuung, Anleitung und Unterstützung angewiesen seien.

+++ 14.04.2020: Mehr als 126.600 Corona-Nachweise in Deutschland - 2.998 Tote +++

In Deutschland sind bis Dienstagvormittag mehr als 126.600 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.15 Uhr: Mehr als 124.100 Infektionen). Mindestens 2.998 (Vortag Stand 10.15 Uhr: 2.834) mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige der Bundesländer ihre Zahlen jeweils nicht immer zur gleichen Uhrzeit. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 68.200 Menschen die Infektion überstanden. Die tatsächliche Zahl dürfte noch weit darüber liegen - unter anderem, weil zahlreiche milde oder symptomlose Verläufe gar nicht durch Tests erfasst wurden.

Besonders hohe Infiziertenzahlen haben den Test-Statistiken zufolge Bayern mit mehr als 33.300 nachgewiesenen Fällen und mindestens 834 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 26.900 Fällen und mindestens 613 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 24.800 bestätigten Fällen und mindestens 702 Toten.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 254,9 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 152,3. Allerdings ist die Anzahl der Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

+++ 14.04.2020: NRW-Minister: Kein Normalbetrieb in Kitas und Schulen nach Ferien +++

Nordrhein-Westfalens Familienminister Joachim Stamp erwartet keine Rückkehr zu normal geöffneten Schulen und Kitas in NRW sofort nach den Osterferien. "Ich halte es für ausgeschlossen, dass schon am kommenden Montag Schulen und Kitas wieder regulär öffnen", sagte der FDP-Politiker der "WAZ" (Dienstag).

Mit den Kitaträgern werde über einen Stufenplan gesprochen. Ein "Maßnahmenkatalog" mit Hygieneregeln werde vorbereitet. Es werde diskutiert, dass diese zunächst mit älteren Kindern eingeübt und danach jahrgangsweise erweitert werden könnten. "Eventuell könnten wir Ende des Monats damit beginnen, aber nur unter der Voraussetzung, dass die Umsetzung der Hygienemaßnahmen bis dahin gewährleistet werden kann", sagte Stamp.

Am Mittwoch wollen sich die Regierungschefs der Bundesländer mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über die nächsten Schritte verständigen und festlegen, wie es nach den Osterferien weitergeht.

+++ 14.04.2020: Branchenverband für vorsichtige Wiederöffnung der Möbelhäuser +++

Die deutsche Möbelindustrie setzt sich für eine Wiederöffnung ihrer Handelshäuser ein, die wegen der Corona-Pandemie seit Wochen geschlossen sind. Der Gesundheitsschutz stehe natürlich ganz oben an, sagte der Geschäftsführer des Verbands der Möbelindustrie, Jan Kurth, der "Neuen Westfälischen Zeitung" (Dienstag). Aber wenn dieser gewährleistet sei, "dann plädieren wir dafür, den Handel vorsichtig wieder hochzufahren".

Der Verbandschef verwies auf die Situation in den Baumärkten, die auch in der Krise nicht geschlossen worden seien. Was dort funktioniere, müsse auch im Möbelhandel möglich sein. Die Kunden hätten längst verstanden, wie wichtig es sei, Abstand zu halten. An diesem Mittwoch beraten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder über eine mögliche Aufhebung von Einschränkungen des öffentlichen Lebens wegen der Corona-Pandemie.

Nach einer Umfrage des Verbandes haben bereits 85 Prozent der Möbelhersteller Kurzarbeit angemeldet. Gut die Hälfte der Unternehmen (55 Prozent) habe seine Produktion ganz oder teilweise eingestellt. "Die Ausweichmöglichkeiten auf den Online-Handel sind nur begrenzt", sagte Kurth. Nur bei 29 Prozent der Unternehmen habe der Online-Handel zu einem spürbaren oder gar starken Umsatzanstieg geführt.

+++ 14.04.2020: Leopoldina-Präsident: Stadionbesuche erst in vielen Monaten +++

Der Präsident der Wissenschaftsakademie Leopoldina rechnet über einen langen Zeitraum mit Geisterspielen im Fußball. "Es wird sicherlich viele Monate dauern, es kann bis zu eineinhalb Jahre sein", sagte Gerald Haug den ARD-"Tagesthemen" auf die Frage, wie lange auf Besuche in Fußballstadien verzichtet werden sollte. Der 52-Jährige verwies darauf, dass die Corona-Pandemie erst ende, wenn ein Impfstoff gegen das Virus gefunden sei. Bis dahin sei es "sicherlich klug", nicht ins Fußballstadion zu gehen.

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hatte am Montag eine Stellungnahme veröffentlicht, die sich mit Schritten zur Lockerung der Beschränkungen in der Corona-Krise beschäftigt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte die Studie der Leopoldina als "sehr wichtig" für das weitere Vorgehen bezeichnet. Am Mittwoch wollen die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten über die weiteren Maßnahmen beraten.

Die Deutsche Fußball Liga hat für den Freitag eine außerordentliche Mitgliederversammlung angesetzt. Dann soll über eine mögliche Fortsetzung der Saison in den Bundesligen im Mai entschieden werden. Die DFL plant vorerst mit Geisterspielen, um zumindest große Teil der noch ausstehenden TV-Gelder und Sponsoren-Einkünfte in Höhe von rund 750 Millionen Euro zu retten.

Leopoldina-Präsident Haug verwies darauf, dass die Stellungnahme der Wissenschaftler nur eine Empfehlung sei. "Der Fahrplan muss ganz klar von der Politik kommen", sagte der Klimaforscher. Ob es bis zur Öffnung der Stadien für die Fans wirklich eineinhalb Monate dauere, müsse man abwarten. Es gebe auch "optimistischere Prognosen", wann ein Impfstoff bereitstehen könnte.

+++ 14.04.2020: Grünen-Chefs fordern stufenweise Öffnung von Kitas und Schulen +++

Die Grünen-Chefs Annalena Baerbock und Robert Habeck haben sich dafür ausgesprochen, Schulen und auch Kitas nach und nach wieder zu öffnen - aber begleitet von Vorsichtsmaßnahmen. Bevor am Mittwoch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten beraten, wie es in der Corona-Krise weitergeht, schrieben die beiden einen Brief an die Parteimitglieder, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. "Abschlussklassen sollten als erste wieder in die Schulen", heißt es darin. Auch die Klassen eins bis sechs sollten Priorität haben, weil die Betreuung der jüngeren Schüler besonders wichtig sei.

"Kitas sollten schrittweise geöffnet werden", schreiben Baerbock und Habeck - erst für Kinder mit einem Elternteil in sogenannten systemrelevanten Berufen, dann auch für andere, vor allem an Orten mit geringen Infektionszahlen. Sowohl für Schüler als auch Kita-Kinder schlagen die beiden vor, Gruppen aufzuteilen, um sie zu verkleinern. Die Nationalakademie Leopoldina hatte am Montag empfohlen, Kitas bis zu den Sommerferien im Notbetrieb zu lassen, und nur Fünf- bis Sechsjährige mit höchstens fünf Kindern im Raum auf den Übergang in die Grundschule vorzubereiten.

Als Priorität sehen Habeck und Baerbock auch soziale Hilfsstrukturen wie Beratungsstellen und Tafeln, Einzelhändler, die den gebotenen Abstand zwischen Menschen organisieren können, und Industriebetriebe mit den zugehörigen Dienstleistungen, deren Ausfall nicht kurzfristig überbrückt werden kann. Hier seien Lockerungen "besonders dringend". Grundsätzlich müssten aber immer Vorsichts- und Schutzmaßnahmen eingehalten werden.

Habeck und Baerbock halten regionale unterschiedliche Maßnahmen für notwendig, fordern aber bundesweit einheitliche Kriterien dafür. Kriterien für Lockerungen sollten eine geringe Ansteckungs- und Erkrankungsgefahr sein, Härten für das gesellschaftliche Leben und die Relevanz des jeweiligen Bereiches der Wirtschaft.

+++ 14.04.2020: Maas für einheitliche Corona-App in der EU +++

Außenminister Heiko Maas hat sich für eine einheitliche Corona-App in der Europäischen Union ausgesprochen. "Wichtig ist, dass wir nicht bei einem Flickenteppich aus 27 Corona-Apps und 27 Datenschutzregimen landen, sondern möglichst abgestimmt vorgehen", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag). "Damit leisten wir auch einen Beitrag, Reisebeschränkungen und Grenzkontrollen in der EU schnell und dauerhaft wieder abzubauen."

Eine Corona-App wird laut Maas ein wichtiger Teil der Exit-Strategie sein - allerdings auf freiwilliger Basis. Man müsse nicht die "Big-Brother-Methoden autoritärer Staaten kopieren".

In Deutschland und anderen europäischen Ländern ist die Idee einer solchen App seit Wochen im Gespräch. Es geht darum, Menschen schnell zu informieren, wenn sie Kontakt zu Infizierten hatten. Nach Angaben von Chris Boos, einem der führenden Forscher des Projektes PEPP-PT, steht die in Europa entwickelte Smartphone-Technologie zur Eindämmung der Covid-19-Epidemie voraussichtlich bald nach Ostern als konkrete Corona-Warn-App zur Verfügung.

+++ 13.04.2020: Rund 126.600 Corona-Nachweise in Deutschland - mindestens 2.994 Tote +++

In Deutschland sind bis Montagabend mindestens Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: 124.100). Mindestens 2.994 (Vortag Stand 20.15 Uhr: 2830) mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige der Bundesländer ihre Zahlen jeweils nicht immer zur gleichen Uhrzeit. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 64.300 Menschen die Infektion überstanden. Damit gelten etwa die Hälfte der bisher erfassten Infizierten inzwischen als genesen. Die tatsächliche Zahl dürfte noch weit darüber liegen - unter anderem, weil zahlreiche milde oder symptomlose Verläufe gar nicht durch Tests erfasst wurden.

Besonders hohe Infiziertenzahlen haben den Test-Statistiken zufolge Bayern mit mehr als 33.300 nachgewiesenen Fällen und mindestens 834 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 26.900 Fällen und mindestens 613 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 24.800 bestätigten Fällen und mindestens 702 Toten.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 254,9 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 152,3. Allerdings ist die Anzahl der Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

+++ 13.04.2020: Corona: WHO rät zu äußerster Umsicht bei Weg zurück zur Normalität +++

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in der Coronakrise erneut zu äußerster Umsicht bei der Lockerung strenger Maßnahmen geraten. "Jetzt ist die Zeit für Wachsamkeit. Jetzt ist die Zeit sehr, sehr vorsichtig zu sein", sagte WHO-Experte Michael Ryan am Montag in Genf. Wer erste Schritte zurück zur Normalität gehe, müsse mehrere Bedingungen erfüllen, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Dazu gehöre nicht zuletzt die Fähigkeit, die Infizierten schnell identifizieren und isolieren zu können. Er warnte, dass sich das Coronavirus zwar schnell ausbreite, aber sehr langsam weiche. Das Virus sei zehnmal tödlicher als die Schweinegrippe 2009, so Tedros. Die Menschen müssten auf absehbare Zeit ihr Verhalten ändern und soziale Distanz leben, hieß es.

Zur Frage, ob einmal Infizierte einen Schutz vor Wiederansteckung hätten, hielt sich die WHO zurück. Es gebe noch viel zu wenige Daten, um das wirklich grundsätzlich beantworten zu können. Aktuell gehe man davon aus, dass einmal Erkrankte zumindest für eine gewisse Zeit einen Schutz genießen würden. Wie lange diese Zeit sei, sei aber unklar.

+++ 13.04.2020: Mehr als 70 Corona-Infizierte in Pflegeheim +++

In einem Pflegeheim in Schleswig-Holstein sind 53 der 70 Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Von den 60 Mitarbeitern liegen bislang 19 positive Testergebnisse vor, wie der Kreis Stormarn am Montag mitteilte. Mit weiteren positiven Testergebnissen sei zu rechnen. Die Einrichtung in Rümpel bei Bad Oldesloe steht seit Donnerstag unter Quarantäne, als die ersten zwei positiven Tests bekannt wurden. Die Bewohner und Bewohnerinnen seien überwiegend dement oder psychisch auffällig.

Bislang wiesen sie keine respiratorischen Symptome wie Atemnot auf, hieß es. Wegen der räumlichen Situation könnten die bislang negativ getesteten Bewohner nicht separiert werden. Das Personal solle vorerst weiterarbeiten, solange es keine Symptome aufweise. Die Bewohner seien schon durch die ausbleibenden Besuche belastet und sollten nicht zusätzlich durch einen Wechsel des vertrauten Personals verunsichert werden.

+++ 13.04.2020: Leopoldina: Schulen so bald wie möglich wieder öffnen +++

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt, unter bestimmten Voraussetzungen sobald wie möglich zuerst Grundschulen und die Sekundarstufe I schrittweise wieder zu öffnen. In der am Montag veröffentlichten Stellungnahme der Wissenschaftler heißt es unter anderem zu den Voraussetzungen, die Infektionen müssten auf niedrigem Niveau stabilisiert und die bekannten Hygieneregeln eingehalten werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die Studie der Leopoldina als "sehr wichtig" für das weitere Vorgehen bezeichnet.

+++ 13.04.2020: Kieler Virologe: Ohne Schutzmaßnahmen wären Krankenhäuser voll +++

Für eine Entwarnung in der Corona-Krise gibt es nach Überzeugung des Kieler Virologen Prof. Helmut Fickenscher bisher keinen Grund. "Würde man die Schutzmaßnahmen aufheben, hätten wir höchstwahrscheinlich in kurzer Zeit volle Krankenhäuser", sagte der Leiter des Instituts für Infektionsmedizin der Universität Kiel der Deutschen Presse-Agentur. Dann könnten wegen Überlastung nicht einmal mehr simple Unfälle angemessen behandelt werden. "Die Bremsung muss aufrechterhalten werden", sagte Fickenscher, der auch Präsident der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten (DVV) ist.

Dass die Zahl der Infektionen nicht mehr so stark steigt, sei schlicht die Folge der strengen Schutzmaßnahmen. "Die Entwicklungen in New York und in Großbritannien führen uns ja vor Augen, wie extrem schwer etwas wieder eingefangen werden kann, wenn es außer Kontrolle geraten ist."

Eine Diskussion über Anpassungen in kleinen Schritten sei jetzt ganz wesentlich, sagte Fickenscher. "Eine Exitdebatte muss ständig geführt werden, damit man die jeweiligen Argumente verstehen kann." Dabei spielten so viele Faktoren eine Rolle, dass man mit jeder Entscheidung auch aufs Glatteis geraten könne. Viele schwere Fehler seien denkbar. "Wenn man jetzt zum Beispiel sofort alle Schulen wieder komplett öffnen würde, hielte ich das für einen großen Fehler", sagte Fickenscher. "Mit solchen Situationen bestehen ja noch keine Erfahrungswerte."

+++ 13.04.2020:Kramp-Karrenbauer will möglichst einheitliche Corona-Ausstiegsregeln +++

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer pocht auf ein möglichst einheitliches Vorgehen bei einem schrittweisen Ausstieg aus den harten Corona-Beschränkungen nach den Osterferien. "Es ist wichtig, dass wir möglichst einheitliche Regelungen haben. Alles andere wirft zusätzliche Fragen auf", sagte Kramp-Karrenbauer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Es gebe auch innerhalb der Ministerpräsidentenkonferenz die feste Vereinbarung, "gemeinsam mit der Bundesregierung ein gutes Gesamtpaket auch vorstellen zu können, mit dem man möglicherweise - das hängt von der Entwicklung der Zahlen über Ostern ab - erste Schritte gehen kann", sagte Kramp-Karrenbauer.

Die CDU-Vorsitzende kritisierte, in einem Bundesland seien Baumärkte geöffnet gewesen, in einem angrenzenden Land aber geschlossen. "Da wundert es nicht, dass es sofort einen regen Reiseverkehr dorthin gibt", sagte sie. "Gerade deswegen haben die Länder ein eigenes Interesse daran, möglichst koordiniert vorzugehen." Entscheidend für das weitere Vorgehen werde aber vor allem die Frage sein: "Wirken die Maßnahmen nachhaltig, die wir jetzt ergriffen haben" und seien überhaupt erste Schritte der Lockerung möglich.

+++ 13.04.2020: Hans fordert Corona-Masterplan von Bund und Ländern +++

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans dringt für den weiteren Verlauf der Corona-Krise auf ein abgestimmtes Handeln von Bund und Ländern. In den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag) forderte der CDU-Politiker einen "Masterplan für den Umgang mit dem Coronavirus in den nächsten Wochen und Monaten". Das Virus werde uns noch das ganze Jahr beschäftigen. "Es geht nicht um Rückkehr zur Normalität, sondern wie eine neue Normalität aussehen wird."

Der Masterplan müsse sich an nachvollziehbaren Kriterien orientieren, sagte Hans weiter. An oberster Stelle stehe dabei, die Bürger vor Ansteckung zu schützen. Er warnte davor, falsche Hoffnungen auf eine rasche, umfassende Lockerung der Ausgangsbeschränkungen zu wecken. Bund und Länder würden am Mittwoch beraten, "wann und unter welchen Bedingungen die Zeit gekommen sein wird, wieder schrittweise den Einstieg in ein Leben mit weniger Auflagen und Beschränkungen zu finden". Hans betonte: "Wir sind noch nicht über den Berg. Es gilt die Botschaft: Durchhalten und Abstand halten!"

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will an diesem Mittwoch (15. April) mit den Ministerpräsidenten in einer Schaltkonferenz die Lage in der Corona-Krise nach den Ostertagen bewerten.

+++ 12.04.2020: Kommunen: Flächendeckende Corona-Tests Bedingung für Lockerungen +++

Der Städte- und Gemeindebund hat flächendeckende Corona-Tests als Voraussetzung für eine Lockerung der Schutzmaßnahmen genannt. Dazu gehöre der Aufbau eines bundesweit einheitlichen Test- und Meldesystems, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe (online Sonntag/Print Dienstag). "Zudem müssen die Testkapazitäten deutlich ausgebaut werden, damit 80 bis 100 Prozent der Kontaktpersonen von Infizierten innerhalb eines Tages gefunden und getestet werden können." Statt derzeit 60.000 müsse es bis Ende Mai 500.000 Tests pro Tag geben.

Landsberg forderte auch ein "vorsorgliches Schutzmaskengebot" in Geschäften, Behörden und Nahverkehr, "sobald ausreichend Schutzmasken vorhanden sind".

Bei den Lockerungen der Beschränkungen könne es regionale Unterschiede geben. "Auch der Föderalismus hat sich in der Krise bewährt: Die Situation in den Bundesländern und Regionen ist sehr unterschiedlich, weshalb auch die Lockerungsanforderungen dementsprechend Rechnung tragen müssen", so Landsberg.

+++ 12.04.2020: Von der Leyen: Mit Buchung von Sommerurlaub noch abwarten +++

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat angesichts der Corona-Pandemie geraten, mit der Buchung des Sommerurlaubs noch zu warten. "Ich rate dazu, mit solchen Plänen noch zu warten. Für Juli und August kann derzeit niemand verlässliche Vorhersagen machen", sagte sie der "Bild am Sonntag".

Skeptisch äußerte sich von der Leyen zum Beschluss der Bundesregierung, dass Kunden für Reisen, die sie wegen der Corona-Pandemie nicht antreten können, erst mal nur einen Gutschein erhalten sollen. "Europaweit haben die Menschen rein rechtlich die Wahl, ob sie das Geld oder einen Gutschein wollen."

Finanziell nicht notleidende Kunden rief sie allerdings dazu auf, dieses Recht nicht in Anspruch zu nehmen: "In dieser Krise ist die Solidarität aller gefragt. Wem es finanziell möglich ist, der sollte nicht auf Geld bestehen, sondern mit Gutscheinen helfen, dass Reiseunternehmen diese schwierigen Wochen überbrücken können."

+++ 11.04.2020: Viele Ausflügler in Niedersachsen verstoßen gegen Corona-Regeln +++

Am sonnigen Karfreitag haben viele Menschen in Niedersachsen und Bremen auf ihren Ausflügen gegen das Kontaktverbot verstoßen. Allein in den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim erstattete die Polizei nach Mitteilung vom Samstag 80 Anzeigen wegen Verstößen gegen das Versammlungsverbot und die Kontaktbeschränkungen.

Anders als befürchtet habe sich die Autotuner-Szene nicht zu einem "Car-Freitag" blicken lassen, sagte ein Polizeisprecher. Aber auf den Wander- und Radfahrrouten der Ausflugsregion Emsland sei es "supervoll" gewesen. Auch aus dem Kreis Cloppenburg wurden 36 Anzeigen gemeldet.

Die Landesregierung und andere Behörden hatten vor dem langen Osterwochenende dazu aufgerufen, möglichst zu Hause zu bleiben, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Am Karsamstag, an dem die Läden offen hatten, blieb die Lage zunächst ruhig, wie Polizeistellen in Hannover und Bremen mitteilten. "Wenn wir etwas sehen, dann schreiten wir ein", sagte eine Polizeisprecherin in Bremen. Es seien aber keine großen Verstöße gegen die Allgemeinverfügungen gemeldet worden.

+++ 10.04.2020: Brandenburger Polizei: Weniger Verstöße gegen Corona-Regeln +++

Die Brandenburger Polizei ist an Karfreitag zu 159 Einsätzen wegen der Corona-Regeln gerufen worden. Das erklärte Torsten Herbst, Sprecher des Brandenburger Polizeipräsidiums, am Samstag. 151 Platzverweise seien erteilt worden. Im Vergleich zum Samstag vor einer Woche bei ebenfalls schönem Wetter seien das nur zwei Drittel der Fälle gewesen.

"Es verfestigt sich der Eindruck, dass die Brandenburger der Krise den Garaus machen wollen", sagte Herbst. "Wir sind sehr, sehr zufrieden." Zusätzlich seien täglich 150 Bereitschaftspolizisten im Einsatz.

+++ 11.04.2020: 500 Polizisten kontrollieren Ausgangsbeschränkungen in Berlin +++

Die Berliner Polizei kontrolliert am Karsamstag mit rund 500 Beamten die Einhaltung der Corona-Regeln in der Hauptstadt. Bei sonnigem Wetter werden insbesondere Parks und andere Grünanlagen in den Blick genommen, wie eine Polizeisprecherin am Samstag sagte. Es sollen auch Zivilkräfte unterwegs sein.

dpa-Reporter berichteten am Vormittag von langen Schlangen auf Märkten und in Geschäften. Vor manchen Supermärkten standen Berliner fast 100 Meter lang an.

Um die Verbreitung des neuartigen Virus einzuschränken, müssen Menschen einen Mindestabstand von 1,50 Meter halten. Gruppen mit mehr als zwei Personen dürfen nicht zusammen spazieren gehen, es sei denn, sie leben in einem Haushalt.

Bereits am Karfreitag kontrollierten rund 500 Polizistinnen und Polizisten stadtweit die Einhaltung der Maßnahmen gegen das Virus, in der Nacht zu Samstag waren es 140. Insgesamt wurden nach Polizeiangaben sechs Straf- und 160 Ordnungswidrigkeitsanzeigen gestellt. Seit dem 23. März (Inkrafttreten der Kontaktsperre) seien bisher fast 1300 Ordnungswidrigkeiten gezählt worden.

Unter der Woche hatte die Polizei mitgeteilt, dass sie zur Überwachung der Corona-Regeln keine Drohnen einsetzen werde. Kontrollen erfolgten stets im persönlichen Gespräch. Um eine Übersicht zu möglichen Ansammlungen von Menschen zu bekommen, sei aber der Einsatz des Polizeihubschraubers vorgesehen.

+++ 11.04.2020: Experten warnen vor gefährlichen Spam-E-Mails mit Formularen +++

Durch Deutschland schwappt aktuell eine gefährliche Welle mit Spam-E-Mails, die vermeintlich vom Bundesgesundheitsministerium stammen. In der Mail werden die Empfänger aufgefordert, sich ein geändertes Antragsformular für "Familien- und Krankenurlaub" anzuschauen, das der Mail als Word-Dokument in der Anlage beigefügt wurde. "Die Datei ist aber infiziert und lädt den Trojaner Trickbot nach", sagte Computerviren-Experte Christoph Fischer der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Zum Schluss der Infektionskette werde der Rechner verschlüsselt, um ein Lösegeld zu erpressen.

Die gefälschte E-Mail sehe auf den ersten Blick authentisch aus, warnte Fischer. "Hoffentlich löst das nach Ostern keine große Infektionswelle aus, wenn die Leute im Homeoffice dann diese gefährliche Spam-Mail vorfinden."

Anfang des Monats hatte bereits das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor gefährlichen Spam-Mails mit angeblichem Corona-Bezug im Dateianhang gewarnt, die Schadprogramme verbreiten. Nach einer erfolgreichen Infektion könnten die Angreifer in das Online-Banking der Nutzer eingreifen oder Zugriff auf Unternehmensnetzwerke erlangen, um sensible Informationen auszuspähen oder Daten zu verschlüsseln und dann die Opfer zu erpressen.

Mit Online-Shops machten sich Betrüger zudem die derzeit erhöhte Nachfrage nach Schutzbekleidung oder Atemmasken zunutze. Diese Waren würden nach Bestellung und Bezahlung nicht geliefert oder seien von schlechter Qualität.

+++ 11.04.2020: Kretschmann: Die meisten werden nach Corona-Krise erstmal ärmer sein +++

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann erwartet für die Zeit nach der Corona-Krise harte Verteilungskämpfe. "Machen wir uns nichts vor: Das wird eine harte Debatte geben, wer die Kosten für die Rettungspakte trägt", sagte der Grünen-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Letztlich werde die gesamte Bevölkerung dafür bezahlen: "Die meisten Menschen werden nach der Corona-Krise erstmal ärmer sein."

Baden-Württemberg zum Beispiel spanne für fünf Milliarden Euro einen Schutzschirm, der Betrag sei binnen zehn Jahren zu tilgen. "Das heißt: Eine halbe Milliarde im Jahr muss im Haushalt anderswo eingespart werden. Das Geld fällt ja nicht vom Himmel."

+++ 11.04.2020: Zwei Drittel der Deutschen zufrieden mit Corona-Krisenmanagement +++

Zwei Drittel der Deutschen sind zufrieden mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung im Kampf gegen das Coronavirus - und die Tendenz ist steigend. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur bewerteten 66 Prozent das Agieren des schwarz-roten Kabinetts unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Krise eher positiv. Vor zwei Wochen waren es noch 54 Prozent. Der Anteil der Unzufriedenen ist in diesem Zeitraum von 38 auf 27 Prozent gesunken.

Die Bundesregierung hat zusammen mit den Ländern beispiellose Maßnahmen beschlossen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Am kommenden Mittwoch soll entschieden werden, wie es weitergehen soll. Das Krisenmanagement der Regierung wird über die Parteipräferenzen hinweg überwiegend positiv bewertet, mit einer Ausnahme: Die Wähler der AfD sind zu 52 Prozent unzufrieden und nur zu 45 Prozent zufrieden. Aber auch hier wächst die Zustimmung zum Regierungskurs. Vor zwei Wochen waren noch 68 Prozent der AfD-Wähler eher unzufrieden und nur 27 Prozent zufrieden.

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus lobte das Agieren Merkels. "Kanzler bei Schönwetter können viele. Man braucht Leute, die auch in der Krise bestehen", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Merkel strahle Sicherheit und Ruhe aus. Und daran werde sich nach Corona jeder Kanzlerkandidat - egal von welcher Partei - messen lassen müssen.

+++ 10.04.2020: Landesregierung unterstützt Heinsberg-Studie mit rund 65.000 Euro +++

Die nordrhein-westfälische Landesregierung unterstützt die sogenannte Heinsberg-Studie des Virologen Hendrik Streeck mit 65.315 Euro. Das geht aus der Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Anfrage der SPD im Landtag hervor. Demnach werden mit dem Geld Corona-Tests und medizinische studentische Hilfskräfte finanziert.

Die SPD-Abgeordnete Sarah Philipp hatte die Landesregierung auch nach der Bezahlung der Berliner Agentur Storymachine gefragt, die die Dokumentation der Studie unter anderem in Sozialen Medien leistet. Dazu habe man keine Erkenntnisse, erklärte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) im Namen der Landesregierung. Agentur-Mitinhaber Philipp Jessen hatte dem Internetdienst "Meedia" am Donnerstag gesagt: "Natürlich fließen weder Steuergelder noch finanzielle Mittel der Universität Bonn in unsere Arbeit." Die Agentur sei von sich aus auf Streeck zugegangen.

Die SPD-Abgeordnete Philipp nannte die Beteiligung von Storymachine am Freitag einen "unlauteren Wettbewerbsvorteil", selbst wenn kein Geld geflossen sei. Die Agentur könne so schließlich auf ein Referenzprojekt verweisen, das "bestimmt auch andere Agenturen gerne gehabt hätten".

Virologe Streeck von der Universität Bonn hatte am Donnerstag im Beisein von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) erste Ergebnisse seiner Studie im vom Coronavirus besonders betroffenen Landkreis Heinsberg vorgestellt und sich für erste Lockerungen der aktuellen Maßnahmen ausgesprochen.

+++ 10.04.2020: Woidke sieht Ausstiegsplan für Corona-Regeln nur unter Bedingungen +++

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat vor einer zu frühen Debatte über das Lockern von Beschränkungen in der Corona-Krise gewarnt. "Erst wenn sich die Situation deutlich und nachhaltig verbessert, werden wir die Schublade mit den sukzessiven Ausstiegsplänen ziehen. Sicher ist: Wir werden nicht von null auf hundert schalten", sagte der amtierende Bundesratspräsident der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam. "Es gibt wichtige Voraussetzungen, die wir erfüllen müssen: beispielsweise weiterer Ausbau der Testkapazitäten, eine gute Grundversorgung mit Schutzausrüstung und bedarfsgerechte Ausstattung mit Intensivbetten."

Seit mehreren Tagen wird in Deutschland über mögliche Lockerungen der strengen Regeln gegen die schnelle Ausbreitung des Coronavirus diskutiert. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sah am Donnerstag nach den neuesten Infektionszahlen "Anlass zu vorsichtiger Hoffnung". Nordrhein-Westfalens Regierungschef Armin Laschet (CDU) hält es für möglich, das öffentliche Leben nach Ostern behutsam in eine "verantwortbare Normalität" zurückzuführen. Bis vorerst zum 19. April gelten zahlreiche Ausgangsbeschränkungen. Schulen, Kitas und viele Läden sind geschlossen.

Der Brandenburger Regierungschef hält den Zeitpunkt für die Lockerung von Auflagen noch für offen. "Ich beteilige mich nicht an Lockerungsübungen. Wir sind jetzt mittendrin in der Pandemie", sagte Woidke. "Wir werden lange noch mit Einschränkungen zu tun haben, was nicht heißt, dass es nicht vorher in bestimmten Bereichen eine Rückkehr zum relativ normalen Leben geben kann." Er betonte: "Wann das sein wird, ist völlig offen. Wir werden uns am nächsten Mittwoch eng mit der Bundesregierung und den anderen Ländern abstimmen." Die Abstimmung zwischen den Ländern und dem Kanzleramt funktioniere - inzwischen - "wirklich gut". "Es schweißt zusammen. Und was jetzt richtig gut ist: Parteipolitik interessiert nicht."

+++ 10.04.2020: Mittelstand: Wirtschaft schnell schrittweise hochfahren +++

Der Mittelstand hat im Falle von dauerhaften massiven Einschränkungen in der Corona-Krise vor schweren Schäden für die Wirtschaft gewarnt. "In einer gemeinsamen Kraftanstrengung muss es gelingen, die Wirtschaft so schnell wie möglich nach Ostern schrittweise wieder hochzufahren", heißt es in einem Schreiben des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) und die Mitglieder des Bundestags. "Es drohen sonst massive Wohlstandsverluste und ein volkswirtschaftlicher Schaden, die über Jahre nicht zu kompensieren sein würden."

Das Schreiben liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Darin heißt es, es bestehe die akute Gefahr, dass die "Nebenwirkungen der Medizin" mehr Schaden anrichteten als die Krankheit. "Allein die Vorlage einer Exit-Strategie ist geeignet, der Wirtschaft und den Beschäftigten wieder Zuversicht zu vermitteln."

Bund und Länder wollen nach den Osterfeiertagen, am 15. und 19. April, beraten, wie es mit den beschlossenen Beschränkungen in der Krise weitergehen soll. Viele Geschäfte mussten schließen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Dazu sind internationale Lieferketten unterbrochen und die Nachfrage ist eingebrochen. Die Bundesregierung und Ökonomen erwarten infolge der Corona-Krise eine schwere Rezession in Deutschland.

In dem Schreiben des Verbandes heißt es, ebenso beispiellos wie die Rettungsmaßnahmen des Staates seien die Eingriffe in die Versammlungsfreiheit, die Bewegungsfreiheit, die Gewerbefreiheit oder die Religionsfreiheit. Dieser Ausnahmezustand dürfe keinen Tag länger als unbedingt notwendig andauern. "Die Corona-Krise bedroht die gesellschaftliche Stabilität unseres Landes."

+++ 09.04.2020: Gericht kippt Osterreiseverbot für Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns +++

Wie das Gericht am Abend mitteilte, wurde der umstrittene Paragraf 4a der Verordnung über Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 bis zu einer Entscheidung in der Hauptsache außer Vollzug gesetzt. Dieser Paragraf in der Verordnung war erst am Mittwoch neu gefasst worden, um die verbotenen Reiseziele zu präzisieren.

Demnach waren von Karfreitag bis Ostermontag für Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns Ausflüge zu den Ostseeinseln, zur Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, in Gemeinden direkt an der Ostsee und Boddengewässern sowie zu Tourismuszentren in der Mecklenburgischen Seenplatte verboten worden. Damit wollte die Regierung die Umsetzung der Kontaktbeschränkungen insbesondere über die Feiertage erzwingen.

Für Touristen aus anderen Bundesländer gilt bereits seit Mitte März ein Einreiseverbot nach Mecklenburg-Vorpommern, das zumindest bis zum 19. April bestehen bleibt. Eingeschlossen ist ein Nutzungsverbot von Ferienwohnungen, die Auswärtigen als Zweitwohnsitz dienen.

+++ 09.04.2020: Merkel: keine Verschärfung, aber auch keine Lockerung der Maßnahmen +++

Mögliche Lockerungen der Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Epidemie sind aus Sicht von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nur in sehr begrenztem Ausmaß vorstellbar. "Wir müssen ganz, ganz vorsichtig vorgehen", sagte Merkel am Donnerstag in Berlin. Wenn, dann könne man "in kleinen Schritten"" vorgehen und müsse immer wieder die Folgen beobachten. Das Ziel sei weiterhin, das Gesundheitssystem in keinem Punkt zu überfordern.

Merkel machte deutlich, dass anstehende Entscheidungen über eine mögliche neue Phase "auf festem Grund" von Zahlen unter anderem zum Infektionsgeschehen zu treffen seien. Sie verwies auch auf eine nach Ostern erwartete Studie der nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina. Am Dienstag will zunächst die Bundesregierung im Corona-Kabinett beraten, am Mittwoch sprechen dann der Bund und die Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen.

+++ 09.04.2020: Ostern wird laut Spahn "Weggabelung" für Corona-Auflagen +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat alle Bürger aufgerufen, die Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Krise über die anstehenden Feiertage unbedingt einzuhalten. "Ostern wird eine Weggabelung sein", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin. "Bleiben wir auch übers Wochenende konsequent, wird die schrittweise Rückkehr zur Normalität wahrscheinlicher. Werden wir jetzt nachlässig, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Verlängerung der Auflagen nötig wird." Spahn äußerte sich zuversichtlich dazu, weil die Gesellschaft in der Krise enger zusammengerückt sei.

Er verwies darauf, dass die Einschnitte in den Alltag Wirkung zeigten und erste Erfolge zu sehen seien. So gebe es bei fast 110.000 Infizierten mehr als 50.000 Gesundete. Die Zahl neu gemeldeter Infektionen flache sich ab. Es gelte nun aber, diese ersten Erfolge nicht zu gefährden. Auch wenn eine schrittweise Rückkehr zur Normalität angestrebt werde, sei man weit davon entfernt, dass alles so werde, wie es einmal war. Es müsse noch über Wochen und Monate etwa auf Festivals, Clubbesuche oder Volksfeste verzichtet werden.

Spahn betonte, das Gesundheitswesen habe bei allen Problemen eine starke Basis, so dass Deutschland bisher "vergleichsweise gut durchgekommen" sei. Derzeit seien rund 3.000 Covid-Patienten in Intensiv-Behandlung, dennoch seien mehr als 10.000 Intensivbetten frei. Möglich seien am Tag bis zu 100.000 Tests, nun auch zusehends in Pflegeeinrichtungen. Sechs von sieben Corona-Patienten würden ambulant in Praxen behandelt, die den "ersten Schutzwall" bildeten.

+++ 09.04.2020:Mehr als 108.200 Corona-Nachweise in Deutschland - 2.079 Tote +++

In Deutschland sind bis Donnerstagvormittag mindestens 108.200 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.20 Uhr: mehr als 103.100 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige der Bundesländer ihre Zahlen jeweils nicht immer zur gleichen Uhrzeit.

Mindestens 2079 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 10.20 Uhr: 1819). Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 46.300 Menschen die Infektion überstanden.

Besonders hohe Infiziertenzahlen haben Bayern mit mehr als 28.000 nachgewiesenen Fällen und mindestens 589 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 22.800 Fällen und mindestens 413 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 21.400 Fällen und mindestens 514 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 214,5 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 130,2. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Bundesland Infektionen (mindestens) Tote
Baden-Württemberg 21490 514
Bayern 28053 589
Berlin 4212 37
Brandenburg 1613 35
Bremen 442 11
Hamburg 3370 29
Hessen 5114 92
Mecklenburg-Vorpommern 571 11
Niedersachsen 6845 139
Nordrhein-Westfalen 22849 413
Rheinland-Pfalz 4247 50
Saarland 1842 35
Sachsen 3339 52
Sachsen-Anhalt 1077 16
Schleswig-Holstein 1934 36
Thüringen 1299 20
Gesamt 108297 2079

+++ 09.04.2020:650.000 Betriebe haben Kurzarbeit angemeldet +++

Die Zahl der Betriebe, die in der Corona-Krise Kurzarbeit angemeldet haben, ist auf 650.000 gestiegen. Das gab die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg bekannt. Dies bedeute eine Steigerung um rund 40 Prozent gegenüber dem jüngsten Vergleichswert. Zum 27. März war die Zahl von 470.000 Betrieben ermittelt worden.

Die Sondererhebung der Bundesagentur gibt keine Auskunft darüber, für wie viele Personen Kurzarbeit angemeldet wurde. Dies ist erst im Nachgang möglich, weil einige Betriebe Kurzarbeit zwar anmelden, diese dann aber nicht realisieren. Außerdem variiert die Zahl der Beschäftigten pro Betrieb stark. Die Bundesagentur geht jedoch davon aus, dass der bisherige Rekord von mehr als 1,4 Millionen Kurzarbeitern aus dem Mai 2009 deutlich überschritten wird.

Die Anzeigen für Kurzarbeit kämen aus allen Branchen, schwerpunktmäßig aus dem Gastgewerbe und dem Einzelhandel.

Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Detlef Scheele, warnte davor, das Verfahren zur Beantragung von Kurzarbeit komplizierter zu machen. Derzeit seien alleine 8000 Mitarbeiter bei den Arbeitsagenturen damit betraut, die Anzeigen zu bearbeiten.

"Es gibt in der Politik eine Diskussion, das Kurzarbeitergeld zu erhöhen oder auszuweiten. Für uns als Verwaltung ist entscheidend, dass wir den Anstieg der Anzeigen nur bewältigen können, wenn das Verfahren weiter so unbürokratisch bleibt, wie es jetzt ist", sagte Scheele. "Es darf nicht komplizierter werden."

+++ 09.04.2020: Umfrage: Mehrheit gegen Lockerung der Corona-Maßnahmen ab 20. April +++

Eine Mehrheit von rund 56 Prozent der Bürger hält eine Lockerung der einschneidenden Beschränkungen im Alltagsleben wegen des Coronavirus ab 20. April für zu früh. Das hat eine repräsentative Civey-Umfrage für das Magazin "Business Insider" ergeben, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Danach halten knapp 30 Prozent Lockerungen vom 20. April an für angemessen, lediglich 9,4 Prozent für zu spät.

Die aktuellen Einschränkungen des öffentlichen Lebens sind vorerst bis zum 19. April befristet. Bundeskanzlerin Angela Merkel will am 15. und am 19. April mit den Ministerpräsidenten der Länder darüber beraten, wie es weitergehen soll.

Wie die Civey-Umfrage ergab, sollten aus Sicht der Befragten zuerst Geschäfte sowie Schulen und Kitas wieder geöffnet werden, gefolgt von Friseursalons, Spielplätzen, Restaurants/Cafes, Kirchen, Museen und Fitnessstudios.

Angesichts erster Erfolge bei der Eindämmung des Coronavirus in Deutschland hält Gesundheitsminister Jens Spahn vorsichtige Schritte aus dem staatlich angeordneten Stillstand nach den Osterferien für möglich. Sollte die Entwicklung bei den Infektionszahlen anhalten, "werden wir mit den Ministerpräsidenten über eine schrittweise Rückkehr zur Normalität nach den Osterferien reden können", sagte der CDU-Politiker dem "Handelsblatt" (Donnerstag).

An diesem Donnerstag tritt das Corona-Krisenkabinett der Bundesregierung zu einer weiteren Sitzung zusammen. Ein Thema könnte erneut die Beschaffung von Schutzmaterial sein, außerdem eine denkbare Anhebung des Kurzarbeitergeldes.

Am Nachmittag wollen Spahn, Familienministerin Franziska Giffey (SPD) und der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, über die aktuelle Corona-Situation in Deutschland informieren.

+++ 09.04.2020: Lehrerverband: Kein "Unterrichts-Vollstart" nach den Osterferien +++

 

Eine Rückkehr zum normalen Unterricht an den Schulen direkt nach den Osterferien wird es nach Einschätzung des Deutschen Lehrerverbandes nicht geben. Alles hänge von der medizinisch-virologischen Lageeinschätzung und den Maßnahmen ab, die am kommenden Mittwoch von den Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beschlossen und verkündet würden, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der Deutschen Presse-Agentur. "Ich bin mir aber sicher, dass es nach den Osterferien keinen Unterrichts-Vollstart an den Schulen geben wird."

Merkel und die Länderchefs wollen am Mittwoch nach Ostern über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten. Es geht dabei vor allem um die Frage, inwieweit beschlossene Maßnahmen und Kontaktbeschränkungen wieder gelockert werden können oder nicht. Sollte bei der Schalte eine Verlängerung oder Verschärfung der bisherigen Maßnahmen vereinbart werden, dann werde es auch keine Schulöffnungen geben, sagte Meidinger. "Wird aber der Lockdown gelockert, kann man auch eine stufenweise Rückkehr zum Schulbetrieb wieder andenken."

Unter stufenweiser Rückkehr stellt sich der Lehrerverbandspräsident, der selbst ein Gymnasium im niederbayerischen Deggendorf führt, beispielsweise eine gestaffelte Rückkehr der Schüler vor, beginnend mit den Abschlussklassen für Abitur, Mittlere Reife und Hauptschulabschluss. Möglich wären seiner Ansicht nach dabei auch Gruppen- und Klassenteilungen, um einen höheren Sicherheitsabstand einhalten zu können.

+++ 09.04.2020: Weil: Länder sollten Corona-Beschränkungen gemeinsam lockern +++

 

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hofft auf ein einheitliches Vorgehen der Bundesländer bei der Lockerung der wegen der Corona-Krise verfügten Beschränkungen. "Ich will da nicht mutmaßen, aber es kann mindestens nicht unser Ziel sein", sagte Weil im ZDF-"Morgenmagazin" am Donnerstag auf die Frage, ob unterschiedliche Lösungen - etwa bei Schulöffnungen - denkbar seien.

Zwar habe man in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedliche Situationen - zum Beispiel, was die Zahl der Infektionen angehe, sagte der SPD-Politiker. Dennoch wäre es sehr hilfreich, wenn die Länder "im gleichen Schritt in die gleiche Richtung gehen, dass da keine Verwirrung entsteht".

Die bislang geltenden Maßnahmen zeigten Wirkung, doch man sei noch lange nicht am Ziel, betonte Weil. Nun müsse geschaut werden, wie sich die Situation über Ostern entwickele. "Und niemand soll glauben, dass ab dem 20. April gewissermaßen unser altes Leben wieder schlagartig beginnen kann - mit Sicherheit nicht", sagte er. "Ob es überhaupt Lockerungen geben kann - ich weiß es nicht."

+++ 08.04.2020:40 Millionen Schutzmasken sollen nach Deutschland kommen +++

Die Bundesregierung erwartet zum Schutz gegen Corona-Infektionen eine schnelle Großlieferung von Schutzausstattung für das medizinische Personal. Diese Woche sollen 40 Millionen Schutzmasken nach Deutschland kommen, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte. Das sei so viel wie in den beiden vorangegangenen Wochen zusammen. Hintergrund ist auch eine Kooperation mit der Lufthansa in einer Art "Luftbrücke" für regelmäßige Transportflüge nach China. Masken und andere Schutzausstattung sind derzeit weltweit knapp.

Die Bundesregierung setzt zugleich auf die Produktion von medizinischen Schutzmasken in Deutschland. 

+++ 08.04.2020: Corona-App steht nach Ostern zur Verfügung +++

Die in Europa entwickelte Smartphone-Technologie zur Eindämmung der Covid-19-Epidemie steht voraussichtlich bald nach Ostern als konkrete Corona-Warn-App zur Verfügung. Das kündigte Chris Boos, einer der führenden Forscher des Projektes PEPP-PT in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur an. Die App soll Menschen rasch und anonym informieren, wenn sie Kontakt zu anderen hatten, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Dies gilt ein technischer Weg, Beschränkungen teils aufheben zu können.

+++ 08.04.2020: Bund und Länder erreichen Einigung in Quarantäne-Regelung bei Einreisenden +++

Rechtzeitig vor dem Osterwochenende verständigten sich Bund und Länder auf die neuen Quarantäne-Regeln für Einreisende. Die Länder haben nach Angaben des Bundesinnenministeriums vom Mittwochabend zugesagt, gemäß der Absprache eigene Verordnungen zu erlassen. Um grenzüberschreitende Infektionsketten zu stoppen, hatte das Corona-Krisenkabinett am Montag beschlossen, für alle Einreisenden eine 14-tägige Quarantäne anzuordnen. Einreisende werden nach der Muster-Verordnung des Bundes verpflichtet, "sich unverzüglich nach der Einreise auf direktem Weg in die eigene Häuslichkeit oder eine andere geeignete Unterkunft zu begeben und sich für einen Zeitraum von 14 Tagen nach ihrer Einreise ständig dort abzusondern". Wer gegen die Quarantäne-Regeln verstößt, muss mit saftigen Bußgeldern rechnen.

+++ 08.04.2020: EU-Kommission für Verlängerung des Einreisestopps bis 15. Mai +++

Der weitgehende Stopp der Einreisen in die Europäische Union soll nach Ansicht der EU-Kommission bis zum 15. Mai verlängert werden. Dies schlug die Brüsseler Behörde am Mittwoch vor; die Entscheidung darüber kann jedoch jedes Land für sich treffen. Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie hatten sich Mitte März alle EU-Staaten außer Irland sowie die Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island darauf geeinigt, nicht zwingend notwendige Reisen in die EU zunächst für 30 Tage einzuschränken.

+++ 08.04.2020: WHO warnt Europa: Nicht die Zeit zur Lockerung von Corona-Maßnahmen +++

Das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation WHO warnt vor einer frühzeitigen Lockerung der gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus erlassenen Maßnahmen. "Jetzt ist nicht die Zeit, um Maßnahmen zu entspannen", sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Mittwoch auf einer online übertragenen Pressekonferenz.

Wachsendes Wissen über Covid-19 und positive Entwicklungen in einigen Staaten bedeuteten noch lange nicht, dass man das Coronavirus Sars-CoV-2 besiegt habe. Vielmehr biete dies die Chance, das Virus besser in den Griff zu bekommen.

Es sei nicht der richtige Zeitpunkt, um das Visier hochzuklappen, sagte Kluge. "Wir haben noch einen weiten Weg in diesem Marathon vor uns." Später ergänzte er: "Ein Land kann Covid-19 nicht alleine bekämpfen oder stoppen." Der Kampf gegen die Corona-Krise müsse vielmehr international abgestimmt ablaufen. Mehrere Länder hatten nach Fortschritten bei der Eindämmung des Virus Sars-CoV-2 erste vorsichtige Lockerungen ihrer in der Corona-Krise erlassenen Maßnahmen angekündigt, darunter Dänemark und Österreich.

+++ 08.04.2020: Laumann will "in Kürze" wieder Besuche in Pflegeheimen ermöglichen +++

 

Bewohner der nordrhein-westfälischen Pflegeheime sollen trotz der Corona-Krise bald wieder Besuch empfangen dürfen. Er habe bei mehreren Wissenschaftlern Praxisvorschläge in Auftrag gegeben, wie das Leben in den Heimen trotz Virus aufrechterhalten werden könne, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) der "Rheinischen Post" (Mittwoch). "Die Vorschläge werden schon in Kürze vorliegen und dann auch schnell umgesetzt. Wie auch immer geartete Besuche müssen wieder möglich sein."

Die Freiheitsrechte der älteren Generation könnten nicht über einen längeren Zeitraum ausgehebelt werden, betonte der 62-Jährige. "Sie können es den 170.000 Menschen in unseren Pflegeheimen nicht zumuten, dass für sie über ein halbes oder ganzes Jahr hinweg ein Besuchsverbot gilt, dass sie weder Ehepartner, Kinder noch Enkel sehen können."

+++ 08.04.2020: Günther erwartet nur wenige Lockerungen nach dem 19. April +++

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther rechnet nicht mit weitgehenden Lockerungen der Corona-Regeln nach den Osterferien ab 19. April. "Es ist gut möglich, dass es dann erst wenig Erleichterung gibt", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch der "Wirtschaftswoche". Die Ausnahmesituation werde das Leben über geraume Zeit bestimmen. "Zurzeit sind eher die Älteren getroffen, deren Gesundheit stark gefährdet ist." Sie blieben noch länger eingeschränkt.

"Die wirtschaftlichen Auswirkungen werden hingegen die junge Generation noch stark beschäftigen", sagte Günther. Die Jüngeren müssten hohe Staatsschulden abbezahlen. Deshalb halte er auch nichts von der Forderung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) nach weniger Steuern: "Es ist nicht die Zeit, jetzt über Steuersenkungen zu reden."

+++ 08.04.2020: Mehr als 103.200 Coronavirus-Infizierte, mehr als 1.860 Tote +++

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, hat sich erneut zuversichtlich über die Wirkung der in Deutschland geltenden Einschränkungen im Kampf gegen das neue Coronavirus geäußert. "Es ist auf jeden Fall ein positiver Trend und den bringen wir natürlich zusammen mit den Maßnahmen", sagte Wieler in einem Interview des "Deutschlandfunk" am Mittwoch. "Das heißt also: Die Maßnahmen, die von den politischen Entscheidern eingeführt wurden, diese Maßnahmen helfen. Das ist gut." Er betonte jedoch auch, dass es sich lediglich um eine Momentaufnahme handele. Entwarnung könne noch nicht gegeben werden.

Aktuell liegt die sogenannte Reproduktionszahl laut Wieler bei 1,3 - mit einer gewissen Schwankungsbreite. Die Reproduktionszahl gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt. Ziel ist es laut Wieler, den Wert unter 1,0 zu drücken. Dann steckt ein Infizierter im Schnitt weniger als einen weiteren Menschen an, das Virus wird langsam eingedämmt.

Für eine Lockerung der Maßnahmen sei aber nicht nur die Reproduktionszahl relevant, sondern auch der Anteil immuner Menschen in der Bevölkerung sowie die Kapazitäten des Gesundheitssystems, erklärte Wieler.

Die aktuellen Coronavirus-Fallzahlen in Deutschland laut RKI (Stand: 08.04.2020, 7.50 Uhr)

  • Baden-Württem­berg: 20.680 (464 Tote)
  • Bayern: 27.564 (564 Tote)
  • Berlin: 4.028 (32 Tote)
  • Brandenburg: 1.472 (22 Tote)
  • Bremen: 424 (10 Tote)
  • Hamburg: 3.165 (23 Tote)
  • Hessen: 4.965 (84 Tote)
  • "Mecklenburg-Vor­pommern": 555 (11 Tote)
  • Niedersachsen: 6.385 (121 Tote)
  • Nordrhein-West­falen: 20.929 (348 Tote)
  • Rhein­land-Pfalz: 4.148 (45 Tote)
  • Saarland: 1.637 (23 Tote)
  • Sachsen: 3.144 (50 Tote)
  • Sachsen-Anhalt: 1.020 (16 Tote)
  • Schles­wig-Holstein: 1.827 (28 Tote)
  • Thüringen: 1.285 (20 Tote)
  • Gesamt: 103.228 (1.861 Tote)

+++ 08.04.2020:Ärztepräsident erwartet noch massive Einschränkungen für Sommerurlaub +++

 

 

Der Sommerurlaub wird nach Überzeugung von Ärztepräsident Klaus Reinhardt in Deutschland noch mit massiven Einschränkungen verbunden sein. "Ich glaube nicht, dass die Deutschen in diesem Sommer schon wieder Urlaubsreisen machen können", sagte der Präsident der Bundesärztekammer den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch). Selbst bei schrittweiser Rückkehr in den Alltag werde die Pandemie das Land noch bis zum Sommer beschäftigen. "Darum glaube ich, dieser Sommer wird anders. Wir werden wohl nicht wie gewohnt ins Auto, in den Zug oder ins Flugzeug steigen und in die Ferien fahren."

Auch würden in Urlaubsländern wie Italien oder Spanien die Probleme noch nicht soweit gelöst haben, dass Tourismus wieder möglich sei. "Ich hoffe aber sehr, dass wir das in Teilen in den Herbstferien machen können - und erst recht im kommenden Jahr", fügte Reinhardt hinzu.

+++ 08.04.2020: Bundesinnenministerium schlägt strenge Quarantäne-Regeln vor +++

Wer in Deutschland gegen die neuen Quarantäne-Regeln für Einreisende verstößt, muss womöglich mit saftigen Bußgeldern rechnen. In einem Entwurf zu einer Muster-Verordnung für die Bundesländer, die derzeit im Bundesinnenministerium erarbeitet wird, heißt es, Einreisende seien verpflichtet, sich "unverzüglich nach der Einreise auf direktem Weg in ihre Wohnung oder in die während ihres Aufenthalts geplante Unterkunft zu begeben und sich für einen Zeitraum von 14 Tagen nach ihrer Einreise ständig dort auszuhalten". Während dieser Zeit sei es "nicht gestattet, Besuch von Personen zu empfangen, die nicht ihrem Hausstand angehören", heißt es in dem Entwurf, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Ausnahmen gibt es etwa für Pfleger.

Wie hoch das Bußgeld jeweils ist, soll davon abhängen, wie groß das Ausmaß der "durch die Tat entstandenen Gefahren für die öffentliche Gesundheit" ist, ob der Betreffende fahrlässig gehandelt hat oder sich uneinsichtig zeigt und ob ein Wiederholungsfall vorliegt.

Wer nach der Einreise gegen die häusliche Absonderung verstößt, soll nach den Empfehlungen des Ministerium zwischen 200 Euro und 25.000 Euro zahlen. Verstöße gegen das Besuchsverbot sollen mit einem Bußgeld von mindestens 150 Euro und höchstens 10.000 Euro geahndet werden. Fährt jemand nicht direkt nach Hause, soll er 50 Euro bis 5.000 Euro bezahlen. Wer seiner Verpflichtung, Kontakt zum Gesundheitsamt aufzunehmen, nicht nachkommt, soll dafür ein Bußgeld zwischen 50 Euro und 2.000 Euro entrichten.

Um grenzüberschreitende Infektionsketten zu stoppen, hatte das Corona-Krisenkabinett am Montag beschlossen, für alle Einreisenden eine 14-tägige Quarantäne anzuordnen. Da außer Berufspendlern, Lastwagenfahrern und anderen speziell definierten Gruppen ohnehin kaum noch Ausländer einreisen dürfen, betrifft diese Regelung in erster Linie Deutsche und Ausländer, die dauerhaft in Deutschland leben. Zuständig für die Verordnung sind die Gesundheitsministerien der Länder.

+++ 07.04.2020: Laschet: Könnte Option sein, zunächst kleine Läden wieder zu öffnen +++

Nach Einschätzung von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet könnten in der Corona-Krise bei einer stufenweisen Rückkehr zur Normalität möglicherweise zunächst kleinere Läden wieder öffnen. "In den Bäckereien wird zum Beispiel der Mindestabstand zwischen den Kunden nach meiner Wahrnehmung fast überall eingehalten", sagte der CDU-Politiker dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Mittwoch). "Deswegen könnte eine Option sein, zunächst die kleinen Läden, in denen sich nicht viele Menschen gleichzeitig aufhalten, wieder zu öffnen."

Bei der Wiederöffnung der Gastronomie könnte es ebenfalls ein Kriterium sein, "wie gut der Schutz der Gäste und Mitarbeiter vor Ansteckung gewährleistet werden kann". Damit sich das neuartige Coronavirus nicht so schnell ausbreitet, wurde das öffentliche Leben in den vergangenen Wochen massiv eingeschränkt.

+++ 07.04.2020: 42 bestätigte Corona-Infektionen in Asylbewerber-Anlaufstelle +++

42 der rund 840 Bewohner der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber (Zast) in Halberstadt in Sachsen-Anhalt haben sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Alle Bewohner der Ende März wegen eines infizierten Bewohners unter Quarantäne gestellten Einrichtung seien inzwischen getestet worden, sagte Landesgesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Dienstag in Magdeburg. Den 42 positiv Getesteten gehe es gut. Sie wurden aus der Anlaufstelle in andere Einrichtungen verlegt. Wegen der langen Inkubationszeit des Coronavirus bleibt die Quarantäne der Zast dennoch zunächst bestehen.

+++ 07.04.2020: Lufthansaschrumpft Flotte und schließt Germanwings +++

Als Reaktion auf die Corona-Krise schließt die Lufthansa den Flugbetrieb ihrer Kölner Tochter Germanwings. Zudem sollen etliche Flugzeuge auch anderer Teilgesellschaften stillgelegt werden, wie das Unternehmen am Dienstag in Frankfurt mitteilte.

+++ 07.04.2020: Gericht bestätigt Gottesdienstverbot wegen Corona-Pandemie +++

Der Kasseler Verwaltungsgerichtshof (VGH) hat den Eilantrag eines Christen gegen das Gottesdienstverbot in der Corona-Krise abgelehnt. Dabei handele es sich zwar um eine in der jüngeren Vergangenheit beispiellose Einschränkung der Religionsfreiheit, erklärte ein Gerichtssprecher am Dienstag. Diese massiven Eingriffe seien aber durch gesetzliche Grundlagen getragen und zur Erreichung eines legitimen Ziels, der befristeten Verhinderung weiterer Infektionen und der Gewährleistung einer möglichst umfassenden Versorgung von Covid-19-Patienten. Der Beschluss ist unanfechtbar. (Aktenzeichen: 8 B 892/20.N)

Das Land Hessen hatte am 17. März Schritte beschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Die Regierung untersagte dabei Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen und Einrichtungen anderer Glaubensgemeinschaften. Dagegen hatte ein Mitglied der römisch-katholischen Kirche geklagt: Das Grundrecht der Religionsfreiheit dürfe nicht eingeschränkt werden und das Verbot sei unverhältnismäßig.

Laut den Kasseler Richter ist ein Verstoß gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zumindest momentan nicht festzustellen. Auch der Einwand des Klägers, die Freiheit der Religionsausübung sei nicht durch Gesetz oder Verordnung einschränkbar, greife nicht. Dieses Grundrecht finde seine Grenzen dort, wo dies zum Schutz der Grundrechte Dritter oder anderer mit Verfassungsrang ausgestatteter Rechtswerte notwendig sei. Dies sei hier in Bezug auf Leben und Gesundheit anderer Menschen der Fall.

+++ 07.04.2020: Sachsen denkt über "schrittweise Lockerung" nach +++

Sachsen will in der kommenden Woche nach einer Beratung von Bund und Ländern über eine mögliche Lockerung der Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus nach dem 19. April entscheiden. Dazu soll es am nächsten Mittwoch (15. April) eine Schaltkonferenz der Länder und der Kanzlerin geben, wie Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Dienstag in Dresden ankündigte. Man denke über eine "schrittweise Lockerung" nach - in Abstimmung mit anderen Bundesländern und den Kommunen.

"Wir sollten den Menschen schon in Aussicht stellen, dass die aus unserer Sicht aktuell positive Entwicklung auch zu entlastenden Maßnahmen führen kann", so Kretschmer. Zugleich betonte er, dass die bestehenden Einschränkungen im Freistaat bis zum 19. April aufrecht erhalten werden sollen. Er rief die Sachsen zu Geduld und Disziplin auf - vor allem während der Osterfeiertage. Es gebe derzeit eine "trügerische Ruhe", so der Regierungs-Chef.

+++ 07.04.2020: Spahn: Noch eine Weile auf Partys und Volksfeste verzichten +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat einer vollständigen Rückkehr in die Normalität nach Ostern eine Absage erteilt. "Es wird nicht sofort wieder alles so sein wie vorher", sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Stuttgart nach seiner Teilnahme an einer Sitzung des grün-schwarzen Landeskabinetts. Er finde deshalb den Begriff "Exit" auch nicht passend, weil er suggeriere, dass bald alles wieder sein werde wie vor der Corona-Krise. "Wenn, dann geht es um eine schrittweise Rückkehr in den Alltag", sagte Spahn.

Dabei spiele eine Rolle, was am ehesten verzichtbar sei für den Einzelnen und die Gesellschaft und wo die Risiken einer Ansteckung besonders hoch seien. "Das, was sicherlich als letztes wieder möglich ist, das ist im Zweifel die Party und das Volksfest." Bei solchen Veranstaltungen sei das Ansteckungsrisiko besonders hoch. "Wir dürfen uns nicht in falscher Sicherheit wiegen", sagte Spahn. "Die Lage ist nach wie vor ernst."

+++ 07.04.2020: Corona-Krise: Söder erwartet Maskenpflicht +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder erwartet im Zuge der Corona-Krise eine Pflicht zum Tragen von Schutzmasken. "Natürlich wird es am Ende eine Form von Maskenverpflichtung geben", sagte der CSU-Chef am Dienstag in München im Anschluss an eine Kabinettssitzung. Dies sehe er als hochwahrscheinlich an.

+++ 07.04.2020: Von der Leyen plant europäische Exit-Strategie aus Corona-Sperren +++

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen will am Mittwoch eine gemeinsame europäische Strategie zur schrittweisen Lockerung der Beschränkungen in der Corona-Krise vorschlagen. Ziel sei ein koordiniertes und einheitliches Vorgehen in der Europäischen Union, sagte ihr Sprecher Eric Mamer am Dienstag.

Einige Länder hätten schon damit begonnen, erste Maßnahmen zur Lockerung anzukündigen, darunter Österreich und Dänemark, so Mamer. Diese Maßnahmen habe man noch nicht bis ins Letzte analysiert. Doch hätten sie den Ansatz, schrittweise vorzugehen, der auch beim Konzept der EU-Kommission eine wichtige Rolle spielen werde. Gut sei, dass die Staaten nicht nur die Kommission, sondern auch die übrigen EU-Länder vorab informiert hätten, sagte Mamer. "Wir halten es für sehr wichtig, dass das in koordinierter Art und Weise passiert." Von der Leyen will am Mittwoch in einer Online-Pressekonferenz über ihre Strategie informieren.

+++ 07.04.2020: Sächsische Ministerin warnt vor unseriösen Schutzausrüstung-Angeboten +++

Die sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hat vor unseriösen Angeboten im Zusammenhang mit Schutzausrüstungen für die Corona-Krise gewarnt. "Leider versuchen Glücksritter, mit falschen Angeboten und der Hoffnung auf Vorkasse, schnelles Geld auf dem Rücken des Steuerzahlers zu verdienen", sagte Köpping der "Sächsischen Zeitung" (Dienstag).

Laut Ministerium trafen in den ersten zwei Wochen der Corona-Pandemie täglich etwa 40 bis 50 Angebote von sogenannten Vermittlern und Zwischenhändlern ein. Meist habe sich jedoch schnell herausgestellt, dass die Ware weder in Deutschland noch im Ausland vorrätig war. Die Anbieter hätten dabei beteuert, Ware gegen Vorkasse beschaffen zu können - und das mitunter bis zu 100 Prozent.

Die Preise seien bis zu zehn Mal so hoch wie vorher, hieß es. "Bei den bisher rund 500 Angeboten hat sich etwa nur jede 20. Offerte als seriös herausgestellt", sagte Ministeriumssprecher Andreas Friedrich. Der weltweite Markt an Schutzkleidung sei "nur auf den ersten Blick weitgehend leer". Es gebe noch Möglichkeiten, "wenn man sich über den Preis einigt". Textilfirmen aus Sachsen lieferten zuverlässig.

+++ 07.04.2020: Ethikrat begrüßt Debatte über Lockerung von Corona-Beschränkungen +++

Der Deutsche Ethikrat hat die Debatte über eine Lockerung der massiven Beschränkungen im öffentlichen Leben im Zuge der Corona-Krise begrüßt. "Es ist zu früh, Öffnungen jetzt vorzunehmen. Aber es ist nie zu früh, über Kriterien für Öffnungen nachzudenken", sagte der Vorsitzende des beratenden Gremiums, der Theologe Peter Dabrock, am Dienstag in Berlin. "Alles andere wäre ein obrigkeitsstaatliches Denken, das bei uns nicht verfangen sollte und mit dem man das so notwendige Vertrauen der Bevölkerung nicht stärken würde."

Es stimme auch nicht, dass man den Menschen damit falsche Hoffnungen mache. "Hoffnungsbilder brauchen Menschen genau dann, wenn sie in einer katastrophalen Situation wie der jetzigen sind. Das motiviert zum Durchhalten", sagte Dabrock. Der Ethikrat warnte, zu häufig werde die Debatte über Öffnungsperspektiven vor allem über den Zeitaspekt geführt. Sachliche und soziale Kriterien würden hintangestellt.

+++ 07.04.2020: Günther hofft auf baldige Lockerung der Corona-Regeln +++

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hofft auf eine schrittweise Lockerung der Corona-Auflagen nach Ostern. "Wir beginnen also demnächst eine Phase, wo wir aller Voraussicht nach gewisse gesellschaftliche Dinge wieder ermöglichen", sagte Günther der Wochenzeitung "Die Zeit". "Die Schließung etwa von Restaurants und Cafés war auch deshalb nötig, weil der Abstand nicht eingehalten wurde - anfangs war auch nicht das Bewusstsein für die notwendigen Verhaltensregeln vorhanden. Das ist jetzt anders. Da, wo es räumlich möglich ist, den Abstand zu wahren, kann man Regelungen auch wieder lockern."

Günther nannte den 14. April als entscheidendes Datum. Dann wollen die Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über eine mögliche Lockerung der massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens beraten. "In Schleswig-Holstein wird kurz danach schon Abitur geschrieben", sagte Günther. "Wir müssen den Menschen eine klare Perspektive aufzeigen."

Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz nannte den 20. April als denkbares Datum für Lockerungen. "Wie die Mediziner sagen, steht die Welle auch noch vor uns, das heißt, wir werden mit den Schutzmaßnahmen leben müssen, und dann kann man es nur ganz langsam wieder zurück wagen in den Alltag", sagte der Kandidat für den CDU-Vorsitz, der selbst eine Coronavirus-Infektion überstanden hat, am Dienstag im Fernsehsender RTL. Er vermute, entsprechende Schritte werde es frühestens am 20. April geben. "Ich werde erst in der übernächsten Woche wieder nach Berlin fahren, wenn die Beschränkungen gelockert sind, und dann auch an den internen Diskussionen teilnehmen", sagte Merz.

+++ 07.04.2020: RKI will mit neuer App Corona-Verbreitung besser vestehen +++

Das Robert Koch-Institut (RKI) will mit Hilfe von Fitness-Armbändern und Computeruhren neue Erkenntnisse zur Ausbreitung von Coronavirus-Infektionen in Deutschland gewinnen. Dafür veröffentlichte das RKI am Dienstag die App "Corona-Datenspende", die auf Daten aus den Geräten zugreifen kann. Die Nutzung der App sei freiwillig, betonte das RKI.

Das RKI will sich zunutze machen, dass Smartwatches und Fitness-Armbänder unter anderem den Ruhepuls sowie Informationen zum Schlaf und dem Aktivitätsniveau ihrer Nutzer aufzeichnen können. "Bei einer akuten Atemwegserkrankung ändern sich diese Vitalzeichen in den meisten Fällen deutlich. Daher können auch typische Covid-19-Symptome wie Fieber durch die App erkannt werden", erläuterte das Institut.

Die App diene nicht der Nachverfolgung von Kontaktpersonen, betonte das RKI. Sie solle aber helfen, Infektionsschwerpunkte besser zu verstehen. Das RKI kenne zu keinem Zeitpunkt persönliche Daten wie Name oder Anschrift der App-Nutzer. Man müsse lediglich einmalig die Postleitzahl eingeben. Ortungs- und Standortdaten aus den Geräten würden nicht abgefragt. Die Teilnehmer werden auch gebeten, Geschlecht, Alter sowie grob Größe und Gewicht anzugeben.

+++ 07.04.2020: RKI-Chef Wieler bei Pressekonferenz: "Noch keine Entspannung" +++

Der Chef des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hat bei der Pressekonferenz am Dienstag über die Corona-Entwicklung in Deutschland gesprochen und dabei erklärt: "Von einer Entspannung kann noch nicht ausgegangen werden – Schwankungen sind immer möglich." Konkret warnte Wieler: "Es ist mit einem weiteren Anstieg der Todesfälle zu rechnen."

+++ 07.04.2020: Japans Regierungschef ruft Notstand für Tokio wegen Coronavirus aus +++

Japans Regierungschef Shinzo Abe hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus den Notstand für Tokio und sechs andere Provinzen ausgerufen. Die Maßnahme tritt am Mittwoch in Kraft und gilt bis zum 6. Mai für Tokio, die drei Nachbarprovinzen Chiba, Kanagawa und Saitma sowie Osaka, Hyogo und Fukuoka. Damit dürfen die Behörden die Bürger anweisen, in ihren Häusern zu bleiben, sowie die Schließung von Schulen und anderen Einrichtungen verordnen. Eine harte Abschottung wie in Italien oder Frankreich ist das aber nicht. Bürger können bei Missachtung weder belangt werden, noch können Firmen gezwungen werden, zu schließen. Doch dürften die Aufrufe der Behörden psychologischen Druck auf das Volk ausüben, sie zu befolgen.

+++ 07.04.2020: RKI meldet: Zahl der Neuinfektionen wieder gestiegen +++

In Deutschland ist die Zahl der Neuinfektionen und der infolge einer Ansteckung verstorbenen Patienten wieder stärker angestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 99.225 bestätigte Infektionsfälle, das ist ein Anstieg binnen 24 Stunden um 3834. Am Tag zuvor hatte das RKI 3677 Neuinfektionen mitgeteilt. Die Zahl der verstorbenen Patienten stieg um 173 auf 1607. Am Montag lag der Anstieg hier noch bei 92 Todesfällen binnen 24 Stunden.

+++ 07.04.2020: Ausgangssperre für Corona-Hotspot Mitterteich in Bayern gelockert +++

Drei Wochen nach dem Verhängen der bundesweit ersten weitreichenden Corona-Ausgangssperre im oberpfälzischen Mitterteich sind die Vorschriften vorzeitig gelockert worden. Seit diesem Dienstag gelten in der Kleinstadt nun dieselben Ausgangsbeschränkungen wie in ganz Bayern.

Das Infektionsgeschehen im Stadtgebiet Mitterteich weise keine signifikanten Unterschiede zum restlichen Landkreis Tirschenreuth mehr auf, hatte der Landkreis am Montag nach einer Sitzung des Krisenstabes Katastrophenschutz mitgeteilt. Der Erste Bürgermeister Roland Grillmeier habe die Entscheidung begrüßt. Die strengeren Regeln sollten ursprünglich bis einschließlich diesen Donnerstag gelten.

Die 6500-Einwohner-Stadt galt deutschlandweit als einer der Corona-Hotspots. Mitte März war die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten und der dadurch erkrankten Menschen plötzlich besonders gestiegen. Als eine wesentliche Ursache wurde ein Starkbierfest vermutet.

+++ 07.04.2020: Merkel wünscht Premier Johnson viel Kraft +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dem an der Lungenkrankheit Covid-19 leidenden britischen Premierminister Boris Johnson viel Kraft und gute Besserung gewünscht. Sie hoffe, dass Johnson das Krankenhaus bald wieder verlassen könne, schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag auf Twitter. Der Gesundheitszustand des 55-Jährigen hatte sich am Montag derart verschlechtert, dass er auf eine Intensivstation gebracht werden musste. Über den genauen Zustand des britischen Regierungschefs wurde offiziell nichts mitgeteilt.

Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron wünschten Johnson via Twitter eine schnelle Genesung. Johnson habe Außenminister Dominic Raab damit beauftragt, ihn zu vertreten, wo es notwendig sei, hieß es in einer offiziellen Mitteilung der Downing Street. Der Premier hatte seine Infektion mit dem neuartigen Erreger bereits am 27. März öffentlich gemacht. Am Sonntag war er dann zu Untersuchungen in das St. Thomas' Hospital gebracht worden und einen Tag später auf die Intensivstation verlegt worden.

+++ 06.04.2020: Fast 99.000 infizierte Deutsche +++

Mindestens 1575 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 1415).

Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 25 300 nachgewiesenen Fällen und mindestens 444 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 20 800 Fällen und mindestens 297 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 20 000 Fällen und mindestens 427 Toten. Gerechnet auf 100 000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 193,9 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 118,8. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat eingeräumt, dass das Coronavirus auch von der Politik unterschätzt worden ist. Bild: dpa

+++ 06.04.2020: Airbus unterbricht Produktion wegen Corona +++

 

Wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus unterbricht der Flugzeugbauer Airbus seine Produktion in Bremen und Stade. "Mit diesen Maßnahmen reagiert das Unternehmen auf verschiedene Umstände, die im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie stehen", teilte das Unternehmen am Montag mit. Auch am US-Standort Mobile (Alabama) wird die Produktion vorübergehend gestoppt.

An den Standorten seien die Lagerbestände hoch. Außerdem verwies der Konzern auf "Empfehlungen der jeweiligen Regierungen sowie Anforderungen, die sich auf verschiedene Phasen des gesamten industriellen Produktionsflusses auswirken".

In Bremen ruhten Produktions- und Montagearbeiten der Zivilflugsparte seit Montag bis zum 27. April, so der Luftfahrt- und Rüstungskonzern weiter. In Stade habe die Pause bereits am Sonntag begonnen und dauere bis zum 11. April. "In den Wochen danach wird in einigen Produktionsabteilungen jeweils tageweise nicht gearbeitet", hieß es. "Geschäftskritische Tätigkeiten" liefen aber weiter. In Mobile werde die Produktion der Modelle A220 und A320 von dieser Woche an und bis zum 29. April ausgesetzt. Auch dort werden aber einige Arbeiten weitergeführt - "in Übereinstimmung mit geltenden Hygiene- und Abstandsvorschriften (Social Distancing)", wie Airbus betonte.

+++ 06.04.2020: Drei Corona-Tote und 47 Infizierte in Hamburger Pflegeheim +++

Nach Angaben der Behörde vom Montag haben sich in der Einrichtung im Stadtteil Wellingsbüttel mittlerweile 47 Menschen mit dem Coronavirus infiziert: 38 Bewohner sowie neun Pflegekräfte. Die negativ auf Covid-19 getesteten Bewohner des betroffenen Wohnbereichs, insgesamt 19 Senioren, wurden laut Behörde in eine andere Pflegeeinrichtung verlegt, um weitere Infektionen zu verhindern.

+++ 06.04.2020: Merkel dankt Bürgern für Einhaltung von Corona-Auflagen +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Bürgerinnen und Bürgern für die weitgehende Einhaltung der Auflagen zur Eindämmung des Coronavirus gedankt. "Für dieses Verständnis, das es gibt, möchte ich mich bedanken, denn die Regeln werden ja doch von der überwiegenden Mehrzahl der Menschen eingehalten", sagte die CDU-Politikerin am Montag bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt nach dem Ende ihrer eigenen häuslichen Quarantäne. Merkel hatte sich zuhause isoliert, nachdem sie Kontakt mit einem Arzt hatte, der positiv auf das Coronavirus getestet worden war.

Die Einhaltung dieser "sehr, sehr harten Regeln" gerade auch beim aktuellen schönen Wetter leiste einen Beitrag, um Menschenleben zu retten und Pflegepersonal das Leben zu erleichtern, sagte Merkel.

Die Auflagen müssten schrittweise gelockert werden, stellte sie in Aussicht. Es sei aber noch zu früh, um ein Datum zu nennen. Der Gesundheitsschutz stehe im Vordergrund. Es gebe zwar den Wunsch nach einer Lockerung, aber die Diskussion würde sich in ihr Gegenteil verkehren, wenn Menschen wegen einer Überlastung des Gesundheitssystems stürben.

Auf eine Frage nach der Nützlichkeit von Masken für die Bevölkerung verwies Merkel auf Experten, deren Meinung sich inzwischen zum Positiven wandle. Wichtig sei aber der richtige Umgang mit Stoffmasken: "Unsachgemäßer Umgang wäre noch fataler", sagte sie - also regelmäßiges Waschen, eine nicht zu lange Tragezeit, heißes Bügeln oder die Erwärmung im Backofen oder der Mikrowelle. "Dabei nie die Abstandsregeln vergessen", warnte sie. "Die Pflege dieser Masken ist dann auch ganz, ganz wichtig." Es könne sein, dass auch die Regierung für das Tragen werben werde, so weit sei es aber noch nicht.

+++ 06.04.2020: Corona: Metro würde gerne alle Großmärkte für Endverbraucher öffnen +++

Angesichts der Corona-Pandemie würde die Großhandelskette Metro gerne alle ihre 103 Großmärkte in Deutschland auch für Endverbraucher öffnen. Das Unternehmen könne damit einen Beitrag leisten, den erhöhten Bedarf an Grund- und Nahversorgungsangeboten bei den Verbrauchern in der Corona-Krise zu decken, sagte ein Unternehmenssprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Voraussetzung für einen solchen Schritt sei allerdings, dass die Bundesländer grünes Licht dafür geben. Vorreiter ist Mecklenburg-Vorpommern. Dort stimmte das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung bereits vor einigen Tagen einer entsprechenden Nutzungsänderung zu. Seit Montag können deshalb in den fünf Metro-Märkten in Wolgast, Greifswald, Wismar, Neustrelitz und Waren nicht mehr nur gewerbliche Kunden wie Gastronomen, Hoteliers oder Kiosk-Betreiber einkaufen, sondern auch alle anderen Verbraucher. Befristet ist diese Genehmigung vorerst bis zum 19. April.

"Wir würden diesen Schritt gerne auch bundesweit tun", sagte ein Metro-Sprecher. Allerdings müssten die einzelnen Bundesländer dazu die Voraussetzungen schaffen. Der Deutschland-Chef der Metro, Frank Jäniche, betonte, Kapazitäten dafür gebe es bei dem Großhändler aktuell durchaus. Schließlich macht er normalerweise einen großen Teil seiner Umsätze mit Gastronomiebetreibern, die ihre Geschäfte wegen der Pandemie schließen mussten.

+++ 06.04.2020: Johns-Hopkins-Uni: Weltweit bereits mehr als 70 000 Coronavirus-Tote +++

Weltweit sind US-Experten zufolge bereits mehr als 70 000 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Die Zahl der bestätigten Infektionen mit Sars-CoV-2 stieg bis Montagmorgen (Ortszeit) weltweit auf rund 1,3 Millionen, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins hervorging. In Italien starben demnach rund 16 000 Corona-Infizierte, in Spanien mehr als 13 000, in den USA knapp 10 000 und in Frankreich mehr als 8000.

Unter den am stärksten von der Lungenkrankheit Covid-19 betroffenen Ländern registrierte die Universität den höchsten Anteil an Corona-Toten relativ zur Bevölkerungszahl bislang in Spanien und Italien. In beiden Ländern starben etwa 27 Menschen pro 100 000 Einwohner an dem Virus. In Deutschland waren es dagegen 1,9 Todesfälle pro 100 000 Einwohner, in China 0,24.

Die Webseite der Forscher der Universität Johns Hopkins wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand bestätigter Infektionen als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der US-Gesundheitsbehörde CDC.

+++ 06.04.2020: Österreichs Bundesland Tirol hebt Covid-19-Quarantäne auf +++

Das österreichische Bundesland Tirol hebt die Quarantäne für das gesamte Landesgebiet mit kleinen Ausnahmen an diesem Dienstag auf. Das teilte Landeschef Günther Platter (ÖVP) am Montag in Innsbruck mit. Die Quarantäne für alle 279 Gemeinden sollte ursprünglich noch bis einschließlich Ostermontag, 13. April, gelten. Seit dem 18. März durften die Menschen in Tirol nur in Ausnahmefällen ihre Wohnorte verlassen.

Von der Aufhebung nicht betroffen seien vorerst St. Anton, das Paznauntal und Sölden, sagte Platter. Das Paznauntal mit dem beliebten Wintersportort Ischgl steht schon länger unter Quarantäne als die restlichen Tiroler Gemeinden. Die Situation in diesen Gebieten solle aber noch in dieser Woche genauer analysiert werden.

+++ 06.04.2020: Trotz Lockerungen in Österreich: Bayerns Regierung bekräftigt Zeitplan +++

Die bayerische Staatsregierung bleibt auch nach der angekündigten Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen in Österreich beim zwischen Bund und Ländern verabredeten Zeitplan: Erst am Dienstag nach Ostern (14. April) wollen die Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über das weitere Vorgehen beraten. An diesem Zeitplan, auf den sich die Runde zuletzt verständigt hatte, ändere sich nichts, hieß es am Montag in Regierungskreisen.

Bayern hatte seine umfangreichen Ausgangsbeschränkungen und weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens wegen der Ausbreitung des Coronavirus zuletzt bis einschließlich 19. April verlängert. Ob und wann und für welche Bereiche die Fristen dann erneut nach hinten verschoben werden müssen, ist offen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat aber wiederholt betont, es sei nicht zu erwarten, dass ab dem 20. April plötzlich wieder alles so sein werde wie vorher.

+++ 06.04.2020: Bundesregierung beschließt neues Kreditprogramm für Mittelstand +++

Die Bundesregierung hat in der Corona-Krise zusätzliche Hilfen für den Mittelstand beschlossen. Mit einem neuen Kreditprogramm sollen vor allem mittelständische Firmen einfacher mit dringend notwendigen Krediten versorgt werden. Wirtschaftsverbände begrüßten die neuen Hilfen. Der Hauptgeschäftsführer des Industrieverbandes BDI, Joachim Lang, sprach am Montag von einem starken Signal für den Mittelstand.

"Es ist gut, dass die Bundesregierung jetzt die Mittelstandslücke schließt", erklärte Lang. "Für unsere mittelständischen Unternehmen ist es überlebenswichtig, schnell und unbürokratisch Kredite zu erhalten. Dafür ist eine 100-prozentige Staatshaftung für eine klar begrenzte Zeit vertretbar." Mit der umfassenden Garantie des Bundes sollten nun für die Kreditinstitute alle Bedenken ausgeräumt sein, und sie könnten Kredite schnellstmöglich auszahlen. "Es hilft wenig, wenn wir das Virus besiegen, die Nebenwirkungen der Therapie aber so stark sind, dass unsere Volkswirtschaft dauerhaft Schaden nimmt."

+++ 06.04.2020: Gegen Kontaktverbot verstoßen: Polizei löst Musikvideo-Dreh auf +++

Die Polizei hat ein Treffen mehrerer Männer aufgelöst, die trotz Kontaktverbots ein Rap-Musikvideo drehen wollten. Wie die Polizei mitteilte, hatten sich am Sonntag in einem Industriegebiet im nordrhein-westfälischen Siegen elf Männer zwischen 18 und 34 Jahren verabredet. Darunter waren demnach ein Kameramann sowie mehrere Rapper und Tänzer. Extra für den Dreh hatte die Gruppe nach den Angaben vom Montag außerdem sechs schicke Autos angemietet. "Das waren alles sehr teure, hochwertige Wagen", sagte ein Sprecher der Polizei. Die Männer mussten den Dreh abbrechen. Sie erwartet eine Anzeige.

+++ 06.04.2020: Statistisches Bundesamt bietet Infoseiten zu Corona +++

Daten zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie hat das Statistische Bundesamt auf seiner Homepage gebündelt. Auf der Sonderseite "Corona-Statistiken" werden seit Montag Konjunkturindikatoren zur Bewertung der wirtschaftlichen Folgen präsentiert, etwa zur Industrieproduktion oder zum Außen- und Binnenhandel, wie die Behörde in Wiesbaden mitteilte. Gezeigt werden, "statistische Ergebnisse, in denen sich bereits die Auswirkungen zeigen oder in denen Auswirkungen erwartbar sind".

"Die realwirtschaftlichen Konjunkturindikatoren werden in den kommenden Wochen und Monaten stark im Fokus stehen", erklärte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Georg Thiel, am Montag. Weitere Statistiken zu den gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen sollen folgen. "Unsere Zahlen werden zeigen, wie schwer sich die Corona-Pandemie auf Wirtschaft und Gesellschaft auswirkt."

+++ 06.04.2020: Bericht: Auch Bundesregierung plant Lockerungen +++

Die Bundesregierung treibt die Planungen für die Lockerung der Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie voran. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters am Montag unter Berufung auf ein Konzeptpapier des Innenministeriums. Demnach sollten als Erstes der Einzelhandel, Restaurants und in bestimmten Regionen die Schulen wiedereröffnet werden. Großveranstaltungen und private Feiern müssten aber vorerst verboten bleiben. Die Einschränkungen sollen bislang bis zum 19. April gültig bleiben.

+++ 06.04.2020: Kreise: Zwei Wochen Quarantäne bei Rückkehr nach Deutschland +++

Deutsche, EU-Bürger oder langjährig in Deutschland wohnhafte Personen, die nach mehrtägigem Auslandsaufenthalt in die Bundesrepublik zurückkehren, sollen künftig zwei Wochen in Quarantäne. Das empfahl das sogenannte Corona-Krisenkabinett nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Montag den Bundesländern.

+++ 06.04.2020: Österreich will ab 14. April die Anti-Corona-Maßnahmen lockern +++

Nach Ostern soll in Österreich in der Corona-Krise der langsame Weg zurück in Richtung Normalität beginnen. Ziel sei es, dass ab dem 14. April kleine Geschäfte sowie Bau- und Gartenmärkte unter strengen Auflagen wieder öffnen dürfen, teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Montag in Wien mit. Ab 1. Mai sollen dann alle Geschäfte, Einkaufszentren und Friseure wieder öffnen dürfen. Hotels und die Gastronomie sollen frühestens Mitte Mai folgen. Die Ausgangsbeschränkungen werden allerdings bis Ende April verlängert, die Schulen bleiben bis Mitte Mai zu. Veranstaltungen sollen bis Ende Juni nicht stattfinden. Zudem wird das Tragen eines Mundschutz künftig nicht nur in Supermärkten und Drogerien zur Pflicht.

Österreich ist damit eines der ersten europäischen Länder, das im Kampf gegen das Coronavirus seine Maßnahmen schon direkt nach Ostern wieder etwas lockern will. Auch in Dänemark hat Regierungschefin Mette Frederiksen angekündigt, das Land wahrscheinlich nach Ostern schrittweise wieder öffnen zu wollen. Einen genauen Plan hat sie aber noch nicht vorgelegt. In Tschechien wird aktuell über kleinere Ausnahmeregelungen für den Handel diskutiert, das Minderheitskabinett ist in dieser Frage aber heftig zerstritten.

+++ 06.04.2020: In Jena gilt jetzt Mundschutzpflicht +++

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus gilt in Jena seit Montag eine Pflicht zum Tragen von Mundschutz etwa in Geschäften sowie Bussen und Bahnen. Damit soll eine Übertragung des Virus durch Tröpfcheninfektion beim Sprechen, Husten oder Niesen eingedämmt werden. Im Freien ist der Mundschutz nicht vorgeschrieben.

Nach Angaben der Stadt ist auch kein medizinischer Mundschutz notwendig, es reichen selbstgenähte Masken sowie Tücher oder Schals, die Mund und Nase bedecken. Der Schritt gelte nicht dem Eigenschutz, sondern dem Schutz anderer, hieß es zur Begründung. Ab Freitag (10. April) soll die Vorgabe auf weitere geschlossene Räume inklusive Arbeitsstätten mit mehr als einer Person ausgeweitet werden.

Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), äußert sich bei einer Pressekonferenz zum Stand der Verbreitung des Coronavirus in Deutschland. Bild: dpa

+++ 06.04.2020: Mehr als 95 900 Corona-Nachweise in Deutschland - über 1400 Tote +++

In Deutschland sind bis Sonntagabend mehr als 95.900 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 91 100 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Mindestens 1415 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 1316). Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 24 000 nachgewiesenen Fällen und mindestens 383 Toten sowie Nordrhein-Westfalen mit mehr als 20 500 Fällen und mindestens 258 Toten. Gerechnet auf 100 000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 186,2 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 115,4. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

+++ 06.04.2020: Coronavirus: Britischer Premierminister Boris Johnson im Krankenhaus +++

Der britische Premierminister Boris Johnson ist wegen seiner Covid-19-Erkrankung vorsorglich ins Krankenhaus gebracht worden. Das teilte der Regierungssitz Downing Street in London am Sonntagabend auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. "Es handelt sich um einen vorsorglichen Schritt, da der Premierminister noch zehn Tage, nachdem er positiv auf das Coronavirus getestet wurde, Symptome hat", hieß es in einer Mitteilung der Regierung.

Der 55 Jahre alte konservative Politiker hatte am Freitag vergangener Woche seine Infektion bekannt gemacht und sich in Selbstisolation in seiner Dienstwohnung zurückgezogen. Doch noch eine Woche später klagte er über Fieber. Ob er seine Amtsgeschäfte weiterführen kann, war zunächst unklar. Sein Stellvertreter wäre nach Medienberichten Außenminister Dominic Raab.

Auch Johnsons schwangere Verlobte Carrie Symonds, hat nach eigenen Angaben eine Woche mit Symptomen der Lungenkrankheit Covid-19 im Bett verbracht. Das teilte die 32 Jahre alte ehemalige Kommunikationschefin der Konservativen Partei am Samstag per Twitter mit. Getestet worden sei sie aber nicht.

+++ 06.04.2020: Queen macht Briten Mut: "Wir werden uns wiedersehen" +++

Königin Elizabeth II. hat die Briten in einer historischen Rede zum Durchhalten in der Coronavirus-Pandemie aufgerufen - und ihnen Mut zugesprochen. "Wir bekämpfen diese Krankheit gemeinsam", sagte die 93 Jahre alte Monarchin in der mit Spannung erwarteten Ansprache, die am Sonntagabend übertragen wurde. "Wenn wir vereint und entschlossen bleiben, werden wir sie überwinden", so die Queen.

Abgesehen von den traditionellen Weihnachtsansprachen ist es erst die vierte solche Rede des seit 1952 amtierenden britischen Staatsoberhaupts. Zuvor hatte sich Elizabeth II. 2002 beim Tod ihrer Mutter, Queen Mum, sowie vor der Beisetzung Prinzessin Dianas 1997 und während des Golfkriegs 1991 an die Briten gewandt. Es war ein nüchterner Auftritt. Die Königin trug ein grünes Kleid mit schlichter Perlenkette und eine passende Brosche. Anders als bei ihren Weihnachtsansprachen waren keine Bilder auf dem Tisch neben ihr aufgestellt, nur eine Porzellanschale mit roten Blumen war zu sehen.

"Ich richte mich an Sie in einer Zeit, die, wie ich weiß, zunehmend herausfordernd ist", sagte die Queen. "Eine Zeit der Unterbrechung des Lebens in unserem Land; eine Störung, die Manche in Trauer gestürzt hat, für Viele finanzielle Schwierigkeiten und für uns alle enorme Veränderungen in unserem täglichen Leben bedeutet."

+++ 05.04.2020: Regierung will Gutscheine für abgesagte Reisen staatlich absichern +++

Nach Kritik an den geplanten Gutscheinen für abgesagte Reisen und Kultur- oder Sportveranstaltungen hat die Bundesregierung angekündigt, für die Voucher finanziell einzustehen. "Wir nehmen die Bedenken der Verbraucher sehr ernst. Kein Kunde darf sein Geld verlieren", sagte der Tourismusbeauftragte Thomas Bareiß (CDU) am Sonntag. "Deshalb wollen wir den Wert der Gutscheine staatlich absichern." Zuvor hatten Verbraucherschützer das Vorhaben als "Zwangskredite der Verbraucher an die Unternehmen" abgelehnt und eine Rückzahlung der Reisekosten gefordert.

Bareiß betonte: "Natürlich müssen die Verbraucher ihr Geld zurückbekommen können, wenn sie den Gutschein nicht einlösen und keine Reise antreten." Deshalb würden die Wertscheine zeitlich begrenzt. "Und für all diejenigen, die es besonders hart trifft und ihr Geld schnell selbst brauchen, wird es eine Härtefallregelung geben", sagte der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung.

Bei abgesagten Reisen und Kultur- oder Sportveranstaltungen sollen die Verbraucher nach dem Willen der Bundesregierung Gutscheine statt einer sofortigen Rückzahlung bekommen. Die Gutscheine sollen bis Ende 2021 befristet sein und für alle Tickets gelten, die vor dem 8. März gekauft wurden. Hat der Kunde seinen Gutschein bis Ende 2021 nicht eingelöst, muss der Veranstalter ihm den Wert erstatten. Die EU-Kommission muss dieser Lösung allerdings noch zustimmen.

"Die Gutscheine sind in dieser schwierigen Lage ein guter Kompromiss, um die Arbeitsplätze bei den Reiseveranstaltern und Reisebüros zu sichern und gleichzeitig die Kundeninteressen zu wahren", sagte Bareiß. Er verwies darauf, dass wegen der Corona-Krise auch 85 000 Mitarbeiter von Reisebüros und Veranstaltern um ihre Jobs bangten sowie die Unternehmen schwer belastet würden."Es kommt nicht nur kein Geld herein, die bereits verplanten Einnahmen werden nun auf einen Schlag vollständig zurückgefordert."

+++ 05.04.2020: 2 Millionen Schutzmasken aus China in Berlin angekommen +++

In Berlin sind zwei Millionen Atemschutzmasken und 300.000 Schutzkittel aus China angekommen. Sie sind am Samstag am Flughafen Leipzig/Halle eingetroffen. Die Bundeswehr habe sie dort abgeholt und nach Berlin gebracht, sagte die Berliner Senatssprecherin Melanie Reinsch am Sonntagmorgen. Die Schutzmasken und -kittel sollen ab Montag in Berlin unter anderem an Kliniken, Pflegeheime und die Polizei verteilt werden. Zuvor hatte der "Spiegel" darüber berichtet.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) twitterte zu der Lieferung der in Berlin dringend benötigten Schutzausrüstung, das seien "gute Nachrichten". In den vergangenen Tagen hatten sich Meldungen über fehlendes Material in Berliner Krankenhäusern und Arztpraxen gehäuft.

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) sagte der "Berliner Morgenpost" (Sonntagsausgabe): "Die Ärzte und Pflegekräfte haben derzeit gerade das Nötigste. Alle Bereiche im Krankenhaus, aber auch Pflegeheime, niedergelassene Ärzte oder Dialysezentren sind ausgestattet - für wenige Wochen." Kalayci hatte für die Lieferung aus China die Bundeswehr um Amtshilfe für den Transport der Schutzausrüstung nach Berlin gebeten.

Nach Senatsangaben war zuvor eine Lieferung von 200.000 Schutzmasken auf dem Flughafen der thailändischen Hauptstadt Bangkok verschwunden. Der Grund war am Samstag noch unbekannt, der Senat forsche nach, hieß es. Die Masken waren für die Berliner Polizei bestimmt. Innensenator Andreas Geisel (SPD) hatte am Freitag mitgeteilt, die Masken seien auf Betreiben der USA "konfisziert" worden. Das Portal "t-online.de" zitierte einen hohen US-Regierungsbeamten mit der Aussage, die Vorwürfe aus Berlin seien "komplett falsch". Die Berliner CDU warf dem Senat "bewusste Irreführung" und "Desinformation" vor.

+++ 05.04.2020:Söder: 500 Euro Bonus für alle Pflegekräfte in Bayern +++

 

Für ihren oftmals aufreibenden Einsatz in der Corona-Krise will die Staatsregierung allen Pflegekräften in Bayern eine steuerfreie Bonuszahlung von 500 Euro zukommen lassen. "Wir in Bayern reden nicht nur darüber - wir machen das. Wir werden 500 Euro als Bonus an alle Pflegekräfte zahlen", sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) der "Bild am Sonntag".

Den Bonus sollen nach Angaben eines Regierungssprechers alle Pflegekräfte in Krankenhäusern, Reha-Kliniken, Alten-, Pflege- und Behindertenheimen bekommen - insgesamt 252.000 Angestellte. Den Freistaat koste dies unterm Strich 126 Millionen Euro.

Die Bonuszahlung soll an diesem Dienstag im Kabinett beschlossen werden und das Geld so bald wie möglich bei den Pflegekräften ankommen.

"Vorläufig" sollen die 500 Euro einmalig gezahlt werden, hieß es. Je nachdem, wie lange der Kampf gegen das Coronavirus dauert, ist damit nicht ausgeschlossen, dass es später weitere Zahlungen gibt. Zusammen mit Nordrhein-Westfalen ist Bayern das am stärksten vom Coronavirus betroffene Land.

+++ 05.04.2020:Mehr als 91.300 Corona-Nachweise in Deutschland - über 1300 Tote +++

In Deutschland sind bis Sonntagvormittag mindestens 91.384 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.30 Uhr: 85.559 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Mindestens 1.318 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 10.30 Uhr: 1.154). Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 23.000 nachgewiesenen Fällen und mindestens 370 Toten sowie Nordrhein-Westfalen mit mehr als 19.400 Fällen und mindestens 250 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner, verzeichnet Bayern mit einem Wert von 176,3 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 109,9. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Baden-Württemberg: 18515 (363 Tote)
Bayern: 23049 (370 Tote)
Berlin: 3626 (24 Tote)
Brandenburg: 1388 (24 Tote)
Bremen: 388 (6 Tote)
Hamburg: 2882 (14 Tote)
Hessen: 4325 (48 Tote)
Mecklenburg-Vorpommern: 523 (5 Tote)
Niedersachsen: 5764 (89 Tote)
Nordrhein-Westfalen: 19405 (250 Tote)
Rheinland-Pfalz: 3627 (33 Tote)
Saarland: 1410 (21 Tote)
Sachsen: 2843 (32 Tote)
Sachsen-Anhalt: 921 (12 Tote)
Schleswig-Holstein: 1638 (17 Tote)
Thüringen: 1080 (10 Tote) 
Gesamt: 91384 (1318 Tote)

+++ 05.04.2020: Rumänien erlaubt Reisen von Erntehelfern ins Ausland +++

 

Rumänien erlaubt Saisonarbeitern trotz der Corona-Krise ausnahmsweise die Ausreise mit dem Flugzeug ins Ausland. Das teilte Rumäniens Innenminister Marcel Vela am Samstag mit. Dies dürfte insbesondere die Situation deutscher Landwirte, vor allem von Spargelbauern, erleichtern, die dringend Erntehelfer benötigen. Diese kamen bisher zum großen Teil aus Rumänien.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) hatten sich am Donnerstag geeinigt, 80.000 ausländische Saisonkräfte unter strengen Auflagen nach Deutschland zu fliegen. Um beim Ernten und anderen dringenden Feldarbeiten zu helfen, können im April und Mai je 40.000 Menschen kommen. Zuvor hatte das Innenministerium weitgehende Einreisebeschränkungen für Saisonarbeiter verhängt.

Die rumänische Sondergenehmigung bezieht sich aber nicht auf Personal im Bereich der Medizin und Pflege, wie der Minister betonte. Insbesondere Österreich hatte zuletzt darauf gedrängt, dass Rumänien die Ausreise von Pflegepersonal ermöglichen solle. Allerdings herrscht auch in Rumänien akuter Mangel an Ärzten und Pflegern. Dort weigern sich etliche Fachkräfte zu arbeiten, weil sie in Ermangelung von Schutzausrüstung um ihre eigene Gesundheit bangen und befürchten, ihre Familien und weitere Patienten zu infizieren.

Eigentlich sind Flugverbindungen zwischen Rumänien und Corona-Risikoländern verboten. Auf dem Landweg sind Reisen Richtung Westen nicht möglich, weil Ungarn die Grenzen geschlossen hat. In Rumänien sind bisher 140 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 gestorben. Die Zahl der Infizierten stieg bis Samstag auf 3616, 430 mehr als am Vortag.

+++ 05.04.2020: Maas ruft zur Einhaltung des Kontaktverbots über Ostern auf +++

Angesichts der weltweit dramatisch wachsenden Todeszahlen der Corona-Pandemie hat Bundesaußenminister Heiko Maas eindringlich dazu aufgerufen, das in Deutschland geltende Kontaktverbot einzuhalten. "Ein Blick über unsere Grenzen zeigt noch viel dramatischer als bei uns, wie tödlich der Corona-Virus ist", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Daraus müsse man Konsequenzen ziehen: "Wir müssen weiter alles tun, um eine zu schnelle Ausbreitung in Deutschland zu vermeiden. Das gilt leider auch für die Ostertage - so bitter das für viele Familien und Freundeskreise ist."

In Italien sind bereits mehr als 15.000 Menschen an Covid-19 gestorben, in Spanien rund 12.000 und in Frankreich fast 8.000. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Bundesländer hatten am Mittwoch dazu aufgerufen, auch zu Ostern private Reisen generell zu unterlassen. Dies gelte auch für "überregionale tagestouristische Ausflüge".

Maas zeigte sich beeindruckt, wie konsequent sich die große Mehrheit der Menschen in Deutschland bisher an die Regeln zur Kontaktvermeidung halte. "Das zeigt auch, wie groß der Gemeinsinn und die Solidarität in unserem Land sind. Genau darauf müssen wir aufbauen, um so gut wie möglich durch diese Krise zu kommen."

+++ 04.04.2020: Mehr als 91 000 Corona-Nachweise in Deutschland - über 1300 Tote +++

In Deutschland sind bis Samstagabend mehr als 91.100 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 85.100 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Mindestens 1.316 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 1150). Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 23.000 nachgewiesenen Fällen und mindestens 370 Toten sowie Nordrhein-Westfalen mit mehr als 19.400 Fällen und mindestens 250 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner, verzeichnet Bayern mit einem Wert von 176,3 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 109,4. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

+++ 04.04.2020: Mehr als 85.500 Corona-Nachweise in Deutschland - mehr als 1.150 Tote +++

In Deutschland sind bis Samstagvormittag mehr als 85.559 Infektionen (Vortag Stand 11.00: mehr als 80.500 Infektionen) mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 20.900 nachgewiesenen Fällen und mindestens 327 Toten und Nordrhein-Westfalen mit mehr als 18 500 Fällen und mindestens 224 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 160,3 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 102,9.

Mindestens 1154 (Vortag Stand 10.15 Uhr: 1022) mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

  • Baden-Württemberg: 17180 (321 Tote)
  • Bayern: 20962 (327 Tote)
  • Berlin: 3486 (22 Tote)
  • Brandenburg: 1311 (14 Tote)
  • Bremen: 354 (6 Tote)
  • Hamburg: 2739 (13 Tote)
  • Hessen: 4097 (37 Tote)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 501 (5 Tote)
  • Niedersachsen: 5455 (72 Tote) 
  • Nordrhein-Westfalen: 18557 (224 Tote)
  • Rheinland-Pfalz: 3466 (30 Tote)
  • Saarland: 1318 (20 Tote)
  • Sachsen: 2646 (25 Tote)
  • Sachsen-Anhalt: 898 (11 Tote)
  • Schleswig-Holstein: 1568 (17 Tote)
  • Thüringen: 1021 (10 Tote)
  • Gesamt: 85559 (1154 Tote)

+++ 04.04.2020: Corona-Bonus für Pflegekräfte im Gespräch +++

Angesichts der Belastungen von Pflegekräften in der Corona-Krise zeigen sich Pflegekassen und Arbeitgeber offen für Bonuszahlungen von bis zu 1.500 Euro. Pflegekräfte leisteten unter Corona-Bedingungen Herausragendes, und dies sollte auch besonders honoriert werden, sagte Florian Lanz, Sprecher des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV), der auch die Pflegekassen vertritt, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Samstag). Der Vizepräsident des Arbeitgeberverbands Pflege, Friedhelm Fiedler, sagte der "Bild"-Zeitung (Samstag): "Wir sind offen für einen einmaligen Bonus in Höhe von bis zu 1.500 Euro."

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte angekündigt, in der Corona-Krise Bonuszahlungen für Arbeitnehmer bis 1.500 Euro steuerfrei zu stellen. GKV-Sprecher Lanz erläuterte: "Da diese Prämie am Ende aus den Portemonnaies der Beitragszahler finanziert wird, muss deren Höhe mit Augenmaß festgelegt werden". Hier sollten sich insbesondere Politik und Pflege-Arbeitgeber auf einen Höchstwert verständigen. Es sollte nicht nach Ost oder West, Nord oder Süd unterschieden werden.

+++ 03.04.2020: Mehr als 85.000 Corona-Infizierte in Deutschland - 1152 Menschen tot +++

Die Zahl der Corona-Infizierten in Deutschland steigt weiter rasant. Wenn man die Zahlen am Freitagabend auf Grundlage der Meldungen der Landesgesundheits- und Sozialministerien berechnet, beträgt sie 85.432. Das würde im Vergleich zum Vortag (79.450 Corona-Infizierte) einen Anstieg von 7,5 Prozent bedeuten. Bislang sind 1152 Menschen gestorben.

+++ 03.04.2020: Erste Beatmungsgeräte werden nächste Woche verteilt +++

Die ersten zusätzlich vom Bund bestellten Beatmungsgeräte zur Behandlung von Covid-19-Patienten sollen in der kommenden Woche ausgeliefert werden. In einem Schreiben des Bundesgesundheitsministeriums, das am Freitag an die Abgeordneten von Union und SPD ging, heißt es, bis zum kommenden Mittwoch sei geplant, "in einer ersten Tranche mehrere hundert Geräte an die Länder zu verteilen". Durch die frühzeitige Auftragsvergabe seitens des Bundes seien "Kontingente auf einem mittlerweile sehr umkämpften Weltmarkt gesichert" worden.

Das Ministerium habe Verträge mit mehreren Anbietern über den Kauf von mehr als 20.000 Beatmungsgeräten geschlossen. Da diese größtenteils noch produziert werden müssten, "laufen sie über mehrere Monate verteilt zu".

+++ 03.04.2020: Kanzlerin kehrt nach Corona-Quarantäne ins Kanzleramt zurück +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist am Freitag nach zweiwöchiger Corona-Quarantäne ins Kanzleramt zurückgekehrt. Wie Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, hat sie ihre Geschäfte wieder persönlich in der Regierungszentrale aufgenommen. Selbstverständlich würden dort die bestehenden Abstandsregelungen beachtet. Gespräche mit anderen Regierungschefs führe sie per Telefon oder per Videoschalte. "Jetzt geht die Arbeit wieder aus dem Kanzleramt weiter", sagte Seibert.

Merkel hatte drei Corona-Test machen lassen, die alle drei negativ waren. Sie hatte aber zunächst die Dienstgeschäfte noch aus ihrer häuslichen Quarantäne wahrgenommen, um die übliche zweiwöchige Quarantäne einzuhalten. Merkel war dort seit dem 22. März, nachdem sie darüber unterrichtet worden war, dass sie am 20. März mit einem Arzt Kontakt hatte, der dann positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Der Mediziner hatte Merkel vorbeugend gegen Pneumokokken geimpft.

+++ 03.04.2020: RKI: Maßnahmen zeigen deutlich Wirkung - aber keine Entwarnung +++

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Epidemie in Deutschland zeigen nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts messbar Wirkung. Ein infizierter Mensch stecke seit einigen Tagen in Deutschland im Durchschnitt nur noch einen weiteren Menschen an, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Freitag. Ein Grund zur Entwarnung sei das aber noch nicht.

+++ 03.04.2020: Politiker prophezeit: Kontaktsperre könnte das ganze Jahr dauern +++

Berlins Innensenator Andreas Geisel geht davon aus, dass die Abstandsregeln noch das ganze Jahr über andauern könnten. Im rbb-Inforadio erklärte er, es gehe darum "die Infektionsgeschwindigkeit so zu verringern, dass wir das Gesundheitssystem nicht überlasten und Zustände wie in Spanien oder Italien verhindern." Er geht aktuell nicht davon aus, dass am 19. April alles zu Ende sein wird.

"Wir werden uns darauf einstellen müssen, dass wir zwar diesen Lockdown im Laufe des April, Mai dann sicherlich lockern müssen. (...) Aber die Beschränkungen, Abstandsregelungen, die Veränderung unserer Lebensgewohnheiten - ich fürchte, das wird uns das ganze Jahr über begleiten", so Geisel.

+++ 03.04.2020:Heil erwägt Anhebung des Kurzarbeitergeldes +++

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erwägt in der Coronavirus-Krise eine Anhebung des Kurzarbeitergeldes. Er werde mit Arbeitgebern und Gewerkschaften darüber reden, "ob wir das Kurzarbeitergeld noch einmal anheben können", sagte er der "Rheinischen Post" (Freitag) in Düsseldorf. Zugleich stellte er eine mögliche Verlängerung in Aussicht: "Ihr habt die erleichterten Regeln für Kurzarbeit, mit denen wir Brücken über diese Krise bauen. Wenn es nötig ist, bauen wir die auch noch länger." Das gewerkschaftsnahe Forschungsinstitut IMK hatte sich bereits am Donnerstag für eine Aufstockung von Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld I ausgesprochen, um die Folgen der Corona-Pandemie einzudämmen.

Beschäftigte in Kurzarbeit erhalten 60 Prozent und in Haushalten mit Kindern 67 Prozent des entgangenen Nettoentgelts. In einigen Branchen und Betrieben gibt es tarifvertragliche Regelungen zur Aufstockung des Kurzarbeitergeldes.

+++ 03.04.2020:Kanzleramt strebt rasche Stichproben mit Anti-Körper-Tests an +++

Die Bundesregierung will im Kampf gegen das Coronavirus sofort nach Vorliegen eines zuverlässigen Antikörpertests repräsentative Stichproben in der Bevölkerung machen lassen. Das kündigte Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "maybrit illner" an. Ziel sei ein Überblick, wie groß der Anteil der Menschen in der Bevölkerung ist, die Antikörper gegen das Virus haben. Einen Test auf Antikörper im Blut gebe es schon, er sei "aber noch nicht so genau, wie wir ihn brauchen", sagte Braun.

Der derzeit vorliegende Test könne "den fatalen Fehler machen, dass er einem suggeriert, man sei schon immun und es stimmt am Ende gar nicht". Sobald dies behoben ist, solle "eine große Serie von Menschen, die glauben, sie hätten nie etwas mit Corona zu tun gehabt", freiwillig getestet werden. Dies werde zeigen, wie viele Menschen die Erkrankung "still" durchmachten und wie groß die Infizierten-Dunkelziffer sei.

+++ 03.04.2020: Arbeitgeberpräsident Kramer: Im Mai sollten wir wieder loslegen +++

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer lobt die Krisenpolitik in Deutschland und hofft auf eine baldige Rückkehr zum normalen Wirtschaftsleben. "Im Mai sollten wir nach und nach wieder loslegen können, wenn der Infektionsverlauf dieses wie erwartet zulässt", sagte Kramer dem "Tagesspiegel" (Freitag). "Im nächsten Jahr sollte es wieder kräftig aufwärts gehen, sofern der 'Lockdown' jetzt nicht zu lange dauert."

Nach Einschätzung des Präsidenten der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA) kann man "die Kurzarbeit im Sommer im Wesentlichen hinter uns lassen". Dann sei auch "die Chance sehr groß, dass wir schnell an die Phase anschließen können, die wir vor dem Virus hatten".

Die Krisenpolitik von Bund und Ländern sei "grundsätzlich gut und notwendig". Auch die Abstimmung der Politik mit Arbeitgebern und Gewerkschaften funktioniere gut. "Das können wir in Deutschland, und das hilft uns auch diesmal bei der Krisenbewältigung. Es war ja in der Vergangenheit nicht das Gelbe vom Ei, was die große Koalition so alles abgeliefert hat. Jetzt in der Krise funktioniert es aber erstaunlich gut", sagte Kramer. Ob weitere staatliche Hilfen erforderlich sind, könne man derzeit noch nicht absehen.

Kramer verteidigte die Weigerung vieler Arbeitgeber, das Kurzarbeitergeld von 60 Prozent des Nettoeinkommens aufzustocken, wie das die Gewerkschaften immer wieder fordern. "Ein Unternehmen kann aber nicht aufstocken, wenn es überhaupt keine Einnahmen mehr hat", sagte der BDA-Chef. "Der Erhalt des Arbeitsplatzes ist das wichtigste Ziel der Kurzarbeit."

+++ 03.04.2020:Wegen Corona: Giffey plant anderen Berechnungsmodus bei Elterngeld +++

Werdende oder frischgebackene Eltern sollen wegen der Corona-Krise keine Abstriche beim Elterngeld hinnehmen müssen. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) strebt dafür eine Änderung im Berechnungsmodus an. Das sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Grundlage für die Höhe des Elterngeldes ist normalerweise das durchschnittliche Nettoeinkommen der letzten zwölf Monate vor der Geburt. Bei Müttern und Vätern, die das Elterngeld jetzt oder demnächst beantragen und wegen der Krise Einkommenseinbußen hinnehmen müssen, sollen die entsprechenden Monate nicht mit in die Berechnung einfließen, weil das die Elterngeldhöhe negativ beeinflussen würde.

Über diese und weitere Regelungen habe sie bereits mit den Ländern gesprochen, sagte Giffey. Auch mit den Bundestagsfraktionen sei sie im Gespräch, wie das zügig umgesetzt werden könne. "Es wird sich in den nächsten Tagen klären, welchen Weg wir da gehen."

Geplant sind demnach auch Anpassungen beim Elterngeld für Mütter und Väter, die in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten. Wenn diese wegen der aktuellen Lage ihre Elterngeldmonate nicht nehmen können, sollen sie diese verschieben können. Auch die Regeln beim Partnerschaftsbonus - eine zusätzliche Leistung, die Mütter und Väter bekommen, die gleichzeitig Teilzeit arbeiten, um sich die Kindererziehung zu teilen - könnten gelockert werden, wenn Teilzeit momentan so nicht einzuhalten ist.

Elterngeld bekommen Mütter und Väter, wenn sie nach der Geburt des Kindes nicht oder vorerst nur wenig arbeiten wollen. Der Staat unterstützt das mit mindestens 300 Euro und maximal 1.800 Euro im Monat - abhängig vom Netto-Verdienst vor der Geburt des Kindes. Das Elterngeld wird maximal 14 Monate lang gezahlt, wenn sich beide an der Betreuung beteiligen. Die Zahlungsdauer kann auch weiter gestreckt werden (ElterngeldPlus). Dafür sind die monatlichen Zahlungen dann kleiner. Laut Familienministerium gibt der Staat jährlich mehr als sieben Milliarden Euro dafür aus.

+++ 03.04.2020:Özdemir fordert mehr Gesundheitschecks an Flughäfen +++

Der Grünen-Politiker Cem Özdemir hat stärkere Gesundheitskontrollen an deutschen Flughäfen in der Corona-Krise gefordert. "Mechanismen, die in anderen Ländern selbstverständlich sind, greifen bei uns nicht", sagte der Vorsitzende des Bundestagsverkehrsausschusses der "Welt" (Freitag). "Die Körpertemperatur der Reisenden wird zum Beispiel nicht standardmäßig gemessen. Es ist unklar, ob kritische Fälle in den Flugzeugen getrennt von den anderen Passagieren untergebracht und versorgt werden."

Die Rückholaktion von im Ausland gestrandeten Deutschen begrüßte Özdemir. Die Ansteckungsgefahr dürfe dadurch aber nicht größer werden. Selbstauskünfte von Reisenden wertete er als unzureichend: "Die Menschen wollen in dieser Krisensituation verständlicherweise so schnell wie möglich zurück nach Hause." Da verdränge mancher vielleicht seine leichten Krankheitssymptome.

+++ 03.04.2020: Bürger sollen über Ostern auch auf größere Tagesausflüge verzichten +++

Zur Eindämmung des Coronavirus sollen die Menschen in Deutschland über die Osterferien auch auf Tagesausflüge zu weiter entfernten touristischen Zielen verzichten. Das geht aus dem jüngsten Beschluss von Bund und Ländern hervor, wie ein Regierungssprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur erläuterte. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten am Mittwoch dazu aufgefordert, auch zu Ostern private Reisen generell zu unterlassen. Dies gelte auch für "überregionale tagestouristische Ausflüge".

Dieser ergänzende Hinweis solle verdeutlichen, auch Ausflüge mit oder zu Bekannten und Verwandten zu vermeiden, die mit einer Rückkehr am selben Tag enden, sagte der Regierungssprecher. "Überregional" beziehe sich auf touristische Ziele, die an Feiertagen generell gerne aufgesucht werden, aber durchaus weiter vom jeweiligen Wohnort entfernt liegen. Ziel sei, eine großflächige Vermischung bisher isolierter Kontaktgruppen und auch Kontakte durch mögliches Nutzen des öffentlichen Nahverkehrs zu verhindern. "Letztlich sollen alle Reisen, egal ob von langer oder kurzer Dauer, vermieden werden."

In den Bundesländern beginnen nun nach und nach die Osterferien. Allerdings sind die Schulen bereits bundesweit wegen der Coronakrise geschlossen. Bund und Länder hatten am Mittwoch zudem beschlossen, die generellen Beschränkungen des öffentlichen Lebens, zu denen auch Ladenschließungen zählen, vorerst bis 19. April in Kraft zu belassen.

+++ 02.04.2020: Fast 80.000 Infizierte! Mehr als 1000 Tote in Deutschland +++

Die Zahl der Corona-Infizierten in Deutschland ist auf 79.450 gestiegen. Das geht aus den Meldungen der Landesgesundheits- und Sozialministerien aktuell hervor. Das entspricht einem Anstieg von 9 Prozent gegenüber dem Vortag mit 72.893 Infizierte. Insgesamt sind hierzulande bisher 1001 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektoon gestorben.

+++ 02.04.2020: RKI: 2.300 medizinische Mitarbeiter in Kliniken mit Corona infiziert +++

2300 medizinische Mitarbeiter in deutschen Krankenhäusern sind laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) mit dem Coronavirus infiziert. Dies teilte das RKI der "Süddeutschen Zeitung" auf Anfrage mit. Erfasst seien in dieser Zählung nur die Mitarbeiter von Krankenhäusern, nicht die von Arztpraxen, Laboren, Senioren- und Pflegeheimen oder ambulanten Pflegediensten. Deshalb müsse von höheren Zahlen ausgegangen werden. Für eine Bestätigung war das RKI am Donnerstagabend nicht mehr zu erreichen.

+++ 02.04.2020: Robert Koch-Institut ändert Einschätzung zu Mundschutz +++

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat in der Coronakrise seine Einschätzung für das Tragen von Mundschutz geändert. Wenn Menschen - auch ohne Symptome - vorsorglich eine Maske tragen, könnte das das Risiko einer Übertragung von Viren auf andere mindern, hieß es auf der Internetseite der Bundesbehörde. Wissenschaftlich belegt sei das aber nicht. Zuvor hatte das RKI den Mundschutz nur Menschen mit akuten Atemwegserkrankungen empfohlen.

Nicht jeder, der mit Sars-CoV-2 infiziert ist, bemerke das auch, hieß es. Manche Infizierte erkrankten gar nicht, könnten den Erreger aber trotzdem weitergeben. Regeln zum Husten- und Niesen, zur Händehygiene und zum Mindestabstand sollten auch mit Masken weiterhin eingehalten werden. Außerdem gebe es keine hinreichenden Belege dafür, dass ein Mund-Nasen-Schutz oder eine selbstgenähte Maske einen selbst vor einer Ansteckung schützt.

+++ 02.04.2020: Müller zur Corona-Krise: "Sind noch nicht über den Berg" +++

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat die Menschen aufgerufen, sich weiter konsequent an die Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie zu halten. "Wir sehen, dass das Infektionsgeschehen in unserer Stadt so ist, dass unser Gesundheitswesen noch Schritt halten kann", sagte Müller am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. "Aber ich muss auch klar sagen: Wir sind noch nicht über den Berg. Es werden noch harte Wochen auf uns zukommen." Daher könne der Senat die Kontaktsperre auch jetzt nicht lockern, sondern werde sie vielmehr bis 19. April verlängern.

+++ 02.04.2020:Von der Leyen kündigt neue Milliardenhilfen gegen Corona-Krise an +++

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat noch einmal milliardenschwere Hilfen gegen die Wirtschaftskrise angekündigt. "In dieser Coronavirus-Krise werden nur die stärksten Antworten ausreichen", erklärte von der Leyen am Donnerstag bei der Vorstellung ihrer Initiativen in Brüssel. "Wir müssen jedes zur Verfügung stehende Mittel nutzen."

So müsse jeder verfügbare Euro im EU-Budget gegen die Krise aktiviert werden. Alle EU-Regeln würden gelockert, damit das Geld schnell und wirksam fließen könne. Mit einem neuen "Solidaritäts-Instrument" würden zudem 100 Milliarden Euro für Jobs und Unternehmen aktiviert - gemeint ist das angekündigte Kurzarbeiter-Instrument namens "Sure". "Damit bündeln wir die Kräfte mit den Mitgliedsstaaten, um Leben zu retten und Einkommen zu schützen", erklärte von der Leyen.

+++ 02.04.2020: Söder: Brauchen in Deutschland am Ende Milliarden Masken +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder prognostiziert im Kampf gegen das Coronavirus in Deutschland auf lange Sicht einen Bedarf von Milliarden Masken. "Wir werden auf Dauer enorm viel Masken brauchen. Ich glaube, dass wir am Ende in Deutschland Milliarden Masken brauchen", sagte der CSU-Chef am Donnerstag im niederbayerischen Weng (Landkreis Landshut).

Zuerst brauche man die Masken für das medizinische Personal und dann prioritär auch für Alten- und Pflegeheime, sagte Söder. Man brauche die Masken dann aber auch "in der breiten Entwicklung auch irgendwann, wenn es um den Arbeitsschutz geht, um das Miteinander".

Söder und Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) besuchten am Donnerstag einen Automobilzulieferer, der seinen Betrieb angesichts der Corona-Krise auf die Produktion von Masken umstellt. Üblicherweise werden in dem Werk der Firma Zettl Zubehörteile wie Sitzbezüge oder Türverkleidungen hergestellt. "Das sind Corona-Schutzmasken", sagte Söder. Diese seien höherwertiger als OP-Masken und "auf dem Weg zu einer FFP2-Maske".

Grundsätzlich unterscheidet etwa das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zwischen selbst hergestellten Masken, medizinischem Mund-Nasen-Schutz und sogenannten filtrierenden Halbmasken (FFP2 und FFP3). Solche FFP2- und FFP3-Masken dienen auch dem Eigenschutz, die anderen vorrangig zum Schutz der anderen vor möglicherweise infektiösen Tröpfchen des Mundschutz-Trägers.

+++ 02.04.2020: Mehr als 73 900 Corona-Nachweise in Deutschland - 879 Tote +++

In Deutschland sind bis Donnerstagvormittag mehr als 73.900 Infektionen (Vortag Stand 10.15 Uhr: mehr als 67.100) mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert dabei von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige Bundesländer ihre Zahlen auch nicht immer zur gleichen Uhrzeit.

Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit mehr als 17.200 Fällen und mindestens 197 Toten und Bayern mit mehr als 17.100 nachgewiesenen Fällen und mindestens 241 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 132,4 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 89,0.

Mindestens 879 (Vortag Stand 10.15 Uhr: 701) mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

+++ 02.04.2020: Bayer will möglichen Covid-19-Wirkstoff auch in Europa produzieren +++

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer schafft nun auch in Europa Produktionsmöglichkeiten für den Wirkstoff Chloroquin im möglichen Kampf gegen die Lungenkrankheit Covid-19. Bayer-Chef Werner Baumann kündigte am Donnerstag im Interview mit dem "Handelsblatt" an, dass Produktionsanlagen auch in Europa für die Fertigung des Medikaments Resochin mit dem Wirkstoff Chloroquin angepasst werden sollen. Bisher wird das Mittel, das Bayer in der Krise kostenlos an Regierungen spenden will, nur an einem Standort in Pakistan hergestellt.

Das bereits in den 1930ern entwickelte Medikament zur Malariaprophylaxe ist schon seit einigen Wochen im Gespräch, nachdem Tests an Zellkulturen eine Hemmung der Vermehrung des neuartigen Coronavirus gezeigt hatten, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. "Es gibt Hinweise darauf, dass Resochin im Labor und in ersten klinischen Untersuchungen die Viruslast senkt", sagte Baumann dem Blatt. Es seien aber weitere klinische Studien notwendig, um das Verhältnis von Nutzen und Risiko zu klären. Diese würden nun unter anderem von der Weltgesundheitsorganisation WHO gestartet.

Chloroquin war im März auch außerhalb von Fachkreisen verstärkt ins Gespräch gekommen, nachdem US-Präsident Donald Trump für den Einsatz des Malaria-Medikaments bei der Behandlung von Covid-19-Erkrankten geworben hatte. Experten sind angesichts möglicher Nebenwirkungen aber vorsichtig und warnen vor einer Selbstmedikation. So ist etwa in Frankreich die Behandlung von Covid-19-Erkrankten nur bei schweren Verläufen und nach Abstimmungen mit Ärzten erlaubt.

+++ 02.04.2020:Experten: Nach überstandener Corona-Infektion wahrscheinlich immun +++

Experten zufolge sind Menschen nach einer überstandenen Infektion mit Sars-CoV-2 wahrscheinlich zunächst immun gegen den Erreger. Stand heute wisse man, dass der Mensch nach der Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus Antikörper bildet, erklärten die Virologin Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig und Friedemann Weber, Leiter des Instituts für Virologie an der Universität Gießen. Es sei davon auszugehen, dass der Immunschutz nach der Infektion ein bis zwei Jahre anhält. Diese Annahme basiere auf der Erfahrung mit anderen humanen Coronaviren.

"Aller Voraussicht nach ist man nach Ansteckung mit dem Sars-CoV-2-Virus mindestens ein paar Jahre lang vor einer erneuten Infektion geschützt", sagte auch der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Thomas Kamradt. Nach allem, was man von ähnlichen Viren wisse, schützten die als Reaktion vom Körper gebildeten Antikörper vor einer erneuten Infektion. Wie lange dieser Schutz anhält, hängt Kamradt zufolge davon ab, in welchem Tempo die Konzentration der Antikörper im Blut, der sogenannte Antikörper-Titer, abnimmt.

Dem ärztlichen Direktor des Instituts für Laborationsmedizin am Marienhospital Stuttgart, Matthias Orth, zufolge lässt sich allerdings noch nicht gesichert sagen, ob die gebildeten Antikörper vor einer erneuten Infektion schützen. Noch sei unbekannt, ab welcher Konzentration von Antikörpern ein Schutz besteht und wie häufig doch erneute Infektionen auftreten.

+++ 02.04.2020: Mehr als 100 Corona-Patienten aus anderen EU-Ländern in Deutschland +++

Deutsche Krankenhäuser haben inzwischen 113 mit dem Coronavirus infizierte Patienten aus EU-Partnerländern aufgenommen. 85 davon wurden aus überlasteten französischen Gebieten nach Deutschland gebracht, 26 aus Italien und zwei aus den Niederlanden. Für Kranke aus Italien sind noch 81 weitere Betten in neun Bundesländern reserviert, für Frankreich sind es weitere 13 Betten in acht Bundesländern. Das teilte das Auswärtige Amt der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit.

Italien ist mit mehr als 110.000 Infizierten das am stärksten von der Pandemie betroffene Land in der Europäischen Union. Frankreich hat nach Zählung der Johns Hopkins Universität in den USA knapp 58.000 Infizierte und ist damit hinter Italien, Spanien und Deutschland das Land mit den viertmeisten Fällen, die Niederlande haben knapp 14.000 Infizierte registriert.

Die Patienten aus dem EU-Ausland wurden teils mit der Bundeswehr-Luftwaffe nach Deutschland transportiert. Im italienischen Neapel ist zudem seit Mittwoch ein Team aus Ärzten und Pflegern der Universitätsklinik Jena im Einsatz. Nach Angaben des Auswärtigen Amts wurden bereits sieben Tonnen Hilfsgüter - darunter Beatmungsgeräte und Atemmasken - nach Italien geschickt. Weitere Lieferungen seien zugesagt. Zum konkreten Bedarf liefen aber noch Gespräche.

Deutschland hat auch Spanien angeboten, Intensivpatienten in deutschen Kliniken aufzunehmen. Die spanische Regierung sei auf dieses Angebot aber bisher nicht eingegangen, da der Fokus derzeit noch auf der Umverteilung der Patienten innerhalb Spaniens liege, hieß es aus dem Auswärtigen Amt. Es gebe aber eine privatwirtschaftliche Hilfsinitiative der Klinikgruppe Helios, die am Montag ein Team aus fünf Ärzten und einer Pflegekraft sowie Beatmungsgeräte nach Madrid geschickt habe.

+++ 01.04.2020: Bund und Länder wollen Kontaktbeschränkungen über Ostern verlängern +++

Bürgerinnen und Bürger sollen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus die bereits geltenden weitgehenden Kontaktsperren auch über Ostern einhalten. Wie Bund und Länder am Mittwoch in Berlin beschlossen, sollen die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes gemäß den geltenden Regeln auf ein absolutes Minimum reduziert werden.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte nach einer Schaltkonferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder, die Menschen in Deutschland sollten generell auf private Reisen und Besuche - auch von Verwandten - verzichten. "Eine Pandemie kennt keine Feiertage", so Merkel.

+++ 01.04.2020:CSU strikt gegen aktuelle Lockerungen der Corona-Beschränkungen +++

Die CSU hat sich vor einer Bund-Länder-Schalte zur Bekämpfung des Coronavirus strikt gegen ein Aufweichen der strengen Kontaktbeschränkungen ausgesprochen. In der aktuellen Lage könne keine Entwarnung gegeben werden, "die Situation bleibt ernst", sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume am Mittwoch in einer Telefonschalte mit Journalisten. "Es ist nicht die Zeit jetzt, um über Lockerungen zu reden." Zunächst müssten die vereinbarten Maßnahmen wirken können.

Das Infektionsgeschehen sei etwas gebremst, man bewege sich aber immer noch im Bereich exponentieller Steigerungen, auch wenn sich die Zeit bis zur Verdoppelung der Zahl der Infizierten in Deutschland verlangsamt habe, sagte Blume. Derzeit erlebe man einen Nachlauf von Ansteckungen, die es vor zwei oder zweieinhalb Wochen gegeben habe und sich nun erst in Tests zeigten.

Es sei gut und wichtig, dass Bund und Länder in einem nationalen Kraftakt bisher einmalige Unterstützungsmaßnahmen für die Wirtschaft beschlossen hätten, sagte Blume. Dies sei "notwendig, damit es nicht zu einer wirtschaftlichen Kernschmelze in Deutschland kommt, die drohen würde, wenn hier nicht so entschlossen gehandelt werden würde". Den Ruf nach einer europäischen Schuldenunion über die Einführung von Corona-Bonds wies er erneut zurück. "Schlechte politische Ideen wie Eurobonds, die werden auch in der Krise nicht zu guten Ideen", sagte Blume.

+++ 01.04.2020: Fast 70.000 Infektionen in Deutschland - Verdopplungszeit steigt +++

Mindestens 67.898 Menschen sind in Deutschland mit dem neuen Coronavirus infiziert. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur von Mittwochvormittag hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit mindestens 15.999 Fällen und 168 Toten und Bayern mit 15.505 nachgewiesenen Fällen und 191 Toten.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 124,4 die meisten Infektionen. Dahinter folgen Baden-Württemberg (120,3) und Bayern (118,6). Die wenigsten registrierten Infektionen pro 100.000 Einwohner hat Mecklenburg-Vorpommern mit 25,6. Für ganz Deutschland liegt der Wert bei 81,7. Experten rechnen für das ganze Land mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Mindestens 721 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Darunter waren zwei Touristen während einer Reise in Ägypten und ein 67-jähriger Tourist auf Zypern. Auf der griechischen Insel Kreta starb ein 42 Jahre alter Deutscher.

Eine nicht unwesentliche Aussagekraft, wie die Maßnahmen funktionieren, hat die Frist, in der sich die Infiziertenzahl verdoppelt. Laut der "Süddeutschen Zeitung" liegt die Zeit, in der sich die Infizierten-Zahlen verdoppeln, in NRW bei 10,2 (Vortag: 9) Tagen, in Bayern bei 6,2 (Vortag: 5). Den größten Verlangsamungseffekt hat nach den Zahlen der Zeitung inzwischen Berlin mit 12,1 (Vortag: 9) Tagen. Für ganz Deutschland lag die Verdopplungsrate demnach am Mittwochvormittag bei 7,1 Tagen.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte diese Zahl, also die Verlangsamung der Verdoppelung, zum Maßstab gemacht für mögliche Lockerungen der Maßnahmen. Nach den Worten ihres Kanzleramtschefs Helge Braun (CDU) haben sich die Zahlen bundesweit zunächst noch nach drei Tagen verdoppelt. Das Ziel müsse jedoch sein, dass sich die Infizierten-Zahlen erst nach "10, 12 oder 14 Tagen" verdoppeln. Dann sei voraussichtlich ein Punkt erreicht, an dem das Gesundheitssystem nicht überfordert wird.

+++ 01.04.2020:Laschet beruft "Expertenrat Corona" für die Exit-Strategie +++

 

Ein "Expertenrat Corona" soll in Nordrhein-Westfalen bei der Bewältigung der Corona-Krise helfen. Jetzt müssten Maßstäbe erarbeitet werden, wie und wann es nach der Krise weitergehe, sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Mittwoch im Düsseldorfer Landtag.

Dazu brauche es nicht nur Virologen, sondern auch Soziologen, Ethiker, Juristen und Experten aus vielen anderen Fachdisziplinen. Der Rat solle seine Arbeit noch diese Woche aufnehmen, kündigte Laschet an. Jetzt gehe es darum, heute schon über den Tag hinauszuschauen.

"Das Ifo-Institut prognostiziert, dass jede zusätzliche Woche Shutdown (zu Deutsch: Stilllegung) ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts kosten würde - also rund 35 Milliarden Euro", sagte Laschet. "Im schlimmsten Fall sinkt die Wirtschaftsleistung um 20 Prozent. Eine solche tiefe Wirtschaftskrise hat Deutschland noch nie erlebt."

Die Politik könne nicht Ende April einfach verkünden, aus den Beschränkungen auszusteigen und alles wieder zu öffnen, sagte Laschet. "Man muss nachvollziehen können, warum man das macht und was abgewogen wird." Dafür sei der Expertenrat nötig.

Zuerst hatte die "Welt" über das Gremium berichtet. Nach Informationen der Zeitung sollen dem zwölfköpfigen Expertenrat unter anderem der Direktor des Bonner Instituts für Virologie, Hendrik Streeck, der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, und der frühere Richter am Bundesverfassungsgericht, Udo di Fabio, angehören.

+++ 01.04.2020: Mehr als 67.000 Corona-Nachweise in Deutschland - 701 Tote +++

In Deutschland sind bis Mittwochvormittag 67.150 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit 15.505 nachgewiesenen Fällen und 191 Toten und Nordrhein-Westfalen mit 15.251 Fällen und 148 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 124,4 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 80,8.

Mindestens 701 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Darunter waren zwei Touristen während einer Reise in Ägypten und ein 67-jähriger Tourist auf Zypern. Auf der griechischen Insel Kreta starb ein 42 Jahre alter Deutscher.

Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Die aktuellen Zahlen des RKI:

  • Baden-Württem­berg: 13.410 (197 Tote)
  • Bayern: 16.497 (225 Tote)
  • Berlin: 2.754 (16Tote)
  • Brandenburg: 881 (4 Tote)
  • Bremen: 311 (5 Tote)
  • Hamburg: 2.311 (14 Tote)
  • Hessen: 3.445 (21 Tote)
  • Mecklenburg-Vor­pommern: 406 (3 Tote)
  • Niedersachsen: 4.382 (42 Tote)
  • Nordrhein-West­falen: 14.351 (134 Tote)
  • Rhein­land-Pfalz: 2.899 (23 Tote)
  • Saarland: 829 (8 Tote)
  • Sachsen: 2.034 (17 Tote)
  • Sachsen-Anhalt: 750 (7 Tote)
  • Schles­wig-Holstein: 1.246 (10 Tote)
  • Thüringen: 860 (6 Tote)
  • Gesamt: 67.366 (732 Tote)

Stand: 01.04.2020, 8.15 Uhr

+++ 01.04.2020: Pflegeheim im Odenwaldkreis nach Corona-Todesfall unter Quarantäne +++

Nach dem Tod einer Bewohnerin durch Covid-19 ist ein Pflegeheim im hessischen Odenwaldkreis unter Quarantäne gestellt worden. Die Frau sei am Montagabend auf der Fahrt ins Krankenhaus gestorben, sagte eine Sprecherin des Kreises am Mittwoch. Zu diesem Zeitpunkt habe noch kein Ergebnis des Coronavirus-Tests vorgelegen. Am Dienstagabend habe dann festgestanden, dass die Frau sich mit dem Virus infiziert habe. Zuvor hatten mehrere Medien über die Quarantäne berichtet.

Derzeit lägen zwei weitere positiv getestete Heimbewohner im Krankenhaus, sagte die Sprecherin. Im Pflegeheim selbst wurden neun Bewohner positiv getestet, zwölf Testergebnisse stehen den Angaben zufolge noch aus. Ob auch Mitarbeiter infiziert sind, war zunächst nicht bekannt. Zum Ort des Pflegeheims wurden keine Angaben gemacht.

Mit der Leitung der Pflegeeinrichtung wurde den Angaben zufolge eine intensive Überwachung der betroffenen Bewohner vereinbart. Hausärzte, der Rettungsdienst und die umliegenden Krankenhäuser seien über die Situation informiert, hieß es in einer Mitteilung des Kreises.

+++ 01.04.2020: Merkel berät mit Ministerpräsidenten - Debatte um Maskenpflicht +++

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) berät an diesem Mittwoch (14.00 Uhr) erneut mit den Ministerpräsidenten der Länder über den Kampf gegen die Coronavirus-Krise. Dabei soll die aktuelle Entwicklung bei den Neuinfektionen in Deutschland bewertet werden. Es dürfte auch um eine Art Evaluation der bisherigen Anti-Corona-Maßnahmen gehen. Bund und Länder hatten am 22. März strenge Kontaktbeschränkungen für die Menschen beschlossen, die mindestens bis zum 5. April gelten sollten. Diese Maßnahmen dürften nun verlängert werden. Aktuell wird zudem vor allem über eine Maskenpflicht diskutiert.

Viele Länder hatten Kontaktbeschränkungen allerdings ohnehin schon bis zum 20. April beschlossen - an diesem Tag enden häufig die Osterferien der Schüler. Brandenburg und Sachsen verlängerten die Maßnahmen am Dienstag. Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hatte am Wochenende erklärt, die Entwicklung bei der Zahl der neuen Infektionen gebe der Bundesregierung keinen Anlass, eine Aufhebung von Maßnahmen zu erwägen.

Merkel wird die Telefonkonferenz genauso wie die Kabinettssitzung am Vormittag (9.30 Uhr) erneut von ihrer Berliner Wohnung aus leiten. Sie hatte sich am 22. März in häusliche Quarantäne begeben, nachdem bei einem Mediziner, der sie vorbeugend geimpft hatte, das Coronavirus festgestellt worden war. Auch beim dritten Test der Kanzlerin war am Montag keine Infektion festgestellt worden.

+++ 01.04.2020: Städte- und Gemeindebund gegen Maskenpflicht +++

Der Städte- und Gemeindebund ist gegen eine generelle Maskenpflicht in Geschäften. "Eine Pflicht halte ich in der jetzigen Phase nicht für zielführend", sagte Geschäftsführer Gerd Landsberg MDR Aktuell. Man müsse sehen, dass man im Moment in der Corona-Krise in Deutschland ein Riesenproblem habe, für Ärzte oder Krankenpfleger, Masken zu bekommen. Bei einer Maskenpflicht befürchtet Landsberg Hamsterkäufe. Damit mache man den Markt leer für jene, die die Masken wirklich bräuchten.

Man müsse auch überlegen, was man den Menschen noch alles zumuten wolle: "Wir haben so viele Einschränkungen. Ich meine, wir sollten jetzt erst einmal abwarten: Wirken diese Einschränkungen? Das werden wir in kurzer Zeit wissen."

Anfang der Woche hatte Österreich eine Schutzmaskenpflicht angekündigt und damit auch in Deutschland eine Debatte über das Thema ausgelöst. Nun sind erste Kommunen in Thüringen vorgeprescht und haben Verfügungen für eine Maskenpflicht in Supermärkten, Bussen und Bahnen angekündigt.

+++ 31.03.2020: Über 67.000 Tote - 701 Tote in Deutschland aktuell +++

Die Corona-Zahlen steigen hierzulande weiter: 701 Menschen sind bereits gestorben, 67.021 sind mit dem Coronavirus aktuell infiziert (Stand 31.03.2020, 20.30 Uhr).

+++ 31.03.2020: Vier Corona-Tote in Schweinfurter Seniorenheim +++

Auch in einem Seniorenheim im bayerischen Schweinfurt ist es zu einer Häufung von Todesfällen nach Infektionen mit dem Coronavirus gekommen. Am Dienstagabend teilte das Gesundheitsamt mit, dass in der Pflegeeinrichtung drei an Covid-19 erkrankte Menschen gestorben seien. Alle seien über 80 Jahre alt gewesen und hätten Vorerkrankungen gehabt. Von insgesamt sechs in Schweinfurt nach einer Erkrankung mit dem Erreger verstorbenen Menschen lebten damit den Angaben zufolge vier in demselben Pflegeheim.

Von den aktuell in der unterfränkischen Stadt 195 positiv auf das Covid-19 getesteten Menschen würden 22 in Krankenhäusern behandelt. 515 Kontaktpersonen befänden sich in Quarantäne. 14 mit dem Virus Infizierte gelten inzwischen als geheilt.

+++ 31.03.2020: Spahn und Laschet gegen Maskenpflicht in Deutschland +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich gegen eine Tragepflicht für Schutzmasken in Deutschland ausgesprochen. "In der jetzigen Lage sehe ich keine Notwendigkeit zu einer Verpflichtung", sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Düsseldorf. Spahn hatte zuvor zusammen mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) das Universitätsklinikum in Düsseldorf besucht.

Der Minister sagte, es müsse unterschieden werden zwischen medizinischen Masken zum Schutz des medizinischen Personals vor einer Ansteckung und anderen in der Öffentlichkeit getragenen - auch selbstgenähten - Masken. Bei diesen gehe es darum, andere nicht anzustecken. Sie könnten "tatsächlich auch eine Hilfe sein dabei, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen". Er nehme wahr, dass es eine zunehmende Bereitschaft gebe, aus Solidarität mit anderen, diese Masken zu tragen, sagte Spahn.

Laschet nannte Spahn Äußerungen "treffend". Man sei jetzt prioritär damit beschäftigt, Masken für den medizinischen Bereich zu beschaffen. "Und wenn es sich gesellschaftlich entwickelt, dass jeder den anderen auch schützen will, dann ist das in Ordnung. Eine Pflicht sehe ich nicht."

+++ 31.03.2020: Sachsen verlängert Ausgangsbeschränkungen bis 20. April +++

Wie andere Bundesländer hat nun auch Sachsen seine Ausgangsbeschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Krise über Ostern hinaus bis zum 20. April verlängert. Die Einschränkungen seien Teil einer Verordnung, die die Maßnahmen zugleich rechtssicher machen sollten, hieß es nach dem entsprechenden Kabinettsbeschluss am Dienstag in Dresden. Mit der Verfügung war unter anderem das Verlassen der Wohnung ohne triftigen Grund untersagt und auch der Besuch von Alten- und Pflegeheimen nicht mehr gestattet worden.

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Fälle ist in Sachsen auf 2084 geklettert, dort gibt es 13 Todesopfer.

Am Montag hatten bereits Bayern und das Saarland ihre Maßnahmen bis 19. beziehungsweise 20. April verlängert. In anderen Ländern waren sie bereits von vornherein bis zum Wochenende nach Ostern terminiert. Kanzlerin Angela Merkel und die Länder-Ministerpräsidenten hatten am 22. März Kontaktbeschränkungen für mindestens zwei Wochen beschlossen - dies musste rechtlich aber durch die Länder umgesetzt werden.

+++ 31.03.2020: Seehofer fordert Industrie zur Herstellung von Schutzkleidung auf +++

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat an die deutsche Industrie appelliert, in der aktuellen Notlage an der Herstellung dringend benötigter Medizinprodukte mitzuwirken. Es sei doch richtig, "dass wir die Kraft unserer Volkswirtschaft nutzen, um den Mangel zu beheben" sagte Seehofer am Dienstag in einem Interview mit "Bild Live". Als Lehre aus der Corona-Pandemie solle gesetzlich geregelt werden, dass Medikamente in Deutschland künftig stets in ausreichendem Umfang vorrätig sein müssten, erklärte der Innenminister.

Um fachfremde Firmen in die Produktion von Beatmungsgeräten, Schutzkitteln und Atemmasken einzubinden, brauche es auch kein Gesetz, fügte Seehofer hinzu, denn "soviel moralische Verantwortung ist in unserem Land schon da". Auf die Frage, ob ein solcher Appell an die Industrie nicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kommen solle, antwortete Seehofer: "Die Bundeskanzlerin lässt sich von mir nicht vorschreiben, welche Reden sie zu halten hat."

Auf die Frage, welche weiteren Maßnahmen perspektivisch notwendig werden könnten, um eine Überforderung des Gesundheitssystems in der Corona-Krise zu vermeiden, sagte er, denkbar seien zusätzliche Einreisebeschränkungen. Eine Pflicht zum Tragen eines Mundschutzes im öffentlichen Raum sei aktuell nicht angezeigt, da es erst einmal darum gehen müsse, medizinisches Personal und die Polizei ausreichend damit auszustatten.

Mit Blick auf die dem Bundesinnenministerium unterstellten Sicherheitsbehörden sagte er: "Ich habe über 1000 Beamte, die in Quarantäne sind, weil sie täglich ihre Pflicht tun." Längerfristig könne aber überlegt werden, ob zu einem späteren Zeitpunkt das Tragen eines Mundschutzes als Begleitmaßnahme zu einem vorsichtigen Wiederhochfahren des Wirtschaftslebens sinnvoll sein könne. Derzeit seien die Kontaktbeschränkungen und die anderen Schutzmaßnahmen noch "alternativlos".

+++ 31.03.2020: RKI: Selbstgebauter Mund-Nasen-Schutz kann für andere hilfreich sein +++

Das Robert Koch-Institut hält auch selbstgebastelten Mund- und Nasenschutz zum Schutz anderer Menschen für hilfreich. "Es hängt vom Material ab", schränkte RKI-Präsident am Dienstag ein. Doch auch ein selbstgebauter Schutz halte Tröpfchen zurück, wenn man huste und niese. "Deswegen ist er für den Schutz von anderen von Relevanz." Deutlich zu unterscheiden sei aber ein einfacher Mund-Nasen-Schutz von den virenabhaltenden Profi-Masken, die im medizinischem Bereich eingesetzt würden. Sie können auch die Träger selbst vor Infektionen schützen.

+++ 31.03.2020: FDP-Politiker fordert Desinfektion vor Geschäften +++

Der FDP-Gesundheitspolitiker Andrew Ullmann wünscht sich eine bessere Hygiene in den Läden, die derzeit noch geöffnet haben. "Sinnvoll wäre es, wenn Lebensmittelläden und Apotheken beim Ein- und Ausgang Desinfektionsmittel bereitstellen würden, damit die Kunden vor und nach dem Einkauf ihre Hände desinfizieren können", sagte Ullmann der "Rheinischen Post" (Dienstag). Er wies darauf hin, dass das Coronavirus durch Schmierinfektion übertragen werden könne.

+++ 31.03.2020: RKI: Coronavirus-Sterberate in Deutschland wird steigen +++

Das Berliner Robert Koch-Institut rechnet mit einer Erhöhung der Coronavirus-Sterberate in Deutschland. Im Moment liege die Rate bei 0,8 Prozent, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag. "Die Meldungen haben aber einen Zeitverzug. Die Menschen sterben erst nach einem gewissen Krankheitsverlauf", erläuterte er. Das jüngste Opfer ist 28 Jahre alt, sagte das RKI. "Wir haben jetzt ja auch leider Fälle in Pflege- und Altenheimen. Wir müssen leider davon ausgehen, dass die Sterberate damit ansteigen wird."

Die aus den erfassten Fällen errechnete Sterberate liegt in Deutschland bisher deutlich niedriger als in der Europäischen Union insgesamt mit etwa 7,6 Prozent. Den Grund für die momentan noch moderate Quote sieht Wieler in frühen und vielen Tests. Deshalb seien in Deutschland auch viele leichte Fälle registriert, die nicht zum Tod führten. Bislang liege das Durchschnittsalter der Infizierten bei 47 Jahren, pro Woche würden rund 350 000 Menschen in Deutschland getestet. Mehr sei im Moment mit herkömmlichen Tests nicht möglich, sagte Wieler.

+++ 31.03.2020: Corona-Infizierter verließ Quarantäne - Kontakt zu zehn Menschen +++

Ein Corona-Infizierter in Schleswig-Holstein hat nach Angaben der Behörden die häusliche Quarantäne verlassen und zu mindestens zehn Menschen Kontakt gehabt. Das sagte eine Sprecherin des Kreises Rendsburg-Eckernförde am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Ob der Mann möglicherweise noch mehr Personen getroffen habe, werde derzeit überprüft. Zuvor hatten andere Medien über den Fall berichtet.

Der Mann war Mitte März aus einem Risikogebiet zurückgekehrt, er kam in häusliche Quarantäne. Er wurde positiv auf das neuartige Coronavirus getestet. Der Infizierte sei weiterhin in häuslicher Quarantäne, hieß es.

Der Quarantäne-Bruch fiel auf, als die Behörden die Kontakte eines anderen Infizierten nachverfolgten, um die Infektionskette zu unterbrechen. Dabei wurde festgestellt, dass der Quarantäne-Brecher Kontakt zu dem anderen Corona-Positiven hatte.

Dem Mann droht mindestens ein Bußgeld, möglicherweise auch eine Strafanzeige, sollten weitere Verstöße bekannt werden, sagte die Sprecherin des Kreises.

+++ 31.03.2020:Mehr als 62.000 Corona-Nachweise in Deutschland - 565 Tote +++

In Deutschland sind bis Dienstagvormittag 62.608 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit 14.442 nachgewiesenen Fällen und 130 Toten und Bayern mit 14.437 Fällen und 133 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 120,3 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 75,3.

Mindestens 565 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Darunter waren zwei Touristen während einer Reise in Ägypten und ein 67-jähriger Tourist auf Zypern. Auf der griechischen Insel Kreta starb ein 42 Jahre alter Deutscher.

Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

  • Baden-Württemberg: 12257 (163 Tote)
  • Bayern: 14437 (133Tote)
  • Berlin: 2581 (13Tote)
  • Brandenburg: 894 (7Tote)
  • Bremen: 297 (4 Tote) 
  • Hamburg: 2214 (6 Tote)
  • Hessen: 3100 (14 Tote)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 366 (1 Toter)
  • Niedersachsen: 4026 (33 Tote)
  • Nordrhein-Westfalen: 14442 (130 Tote)
  • Rheinland-Pfalz: 2686 (19 Tote)
  • Saarland 800: (9 Tote)
  • Sachsen: 1930 (11 Tote)
  • Sachsen-Anhalt: 682 (8 Tote) 
  • Schleswig-Holstein: 1135 (9 Tote)
  • Thüringen: 761 (5 Tote) 
  • Gesamt: 62608 (565 Tote)

(Stand vom 31.03.2020, 10.15 Uhr)

+++ 31.03.2020:Jena plant Mundschutz-Pflicht in Öffentlichkeit +++

Die Stadt Jena plant in der Coranavirus-Pandemie eine Maskenpflicht. "In einer Woche soll das Tragen eines Mund-und-Nasen-Schutzes in Jenaer Verkaufsstellen, dem öffentlichen Nahverkehr und Gebäuden mit Publikumsverkehr verpflichtend werden", teilte die Stadt mit. Die Maßnahme sei vom Fachdienst Gesundheit angemahnt worden. Ziel sei es, die Sicherheit des Personals im öffentlichen Leben zu erhöhen. Neben Masken seien auch Tücher oder Schals als Schutz möglich, wenn sie Nase und Mund bedeckten.

Die Stadt hat nach eigenen Angaben eine Grundausstattung an Masken. Damit wolle man Pflegekräfte, Ärzte, Fahrer im öffentlichen Nahverkehr und andere Menschen in systemrelevanter Infrastruktur versorgen. An die Bevölkerung erging die Bitte: "Nähen Sie sich selbst und anderen Menschen den wichtigen Mund-Nasen-Schutz, um die Verbreitung des Virus einzudämmen."

Die österreichische Regierung hatte am Montag unter anderem eine Mundschutz-Pflicht für Einkäufe in Supermärkten angekündigt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus keinen Nutzen im allgemeinen Mundschutztragen. Es gebe keinerlei Anzeichen dafür, dass damit etwas gewonnen wäre, sagte der WHO-Nothilfedirektor Michael Ryan am Montag in Genf. Vielmehr gebe es zusätzliche Risiken, wenn Menschen die Masken falsch abnehmen und sich dabei womöglich infizieren.

+++ 31.03.2020:Innenminister für Beibehaltung der Maßnahmen zur Corona-Eindämmung +++

Die Innenminister von Bund und Ländern haben sich für eine Beibehaltung der Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Ausbreitung ausgesprochen. Die Maßnahmen "müssen in aller Konsequenz aufrechterhalten und durchgesetzt werden", erklärten die Ressortchefs nach Angaben des Bundesinnenministeriums nach einer Telefonkonferenz am Montag.

"Wir sind erst am Anfang der Pandemie und dürfen nicht frühzeitig die notwendigen Maßnahmen zur Unterbrechung der Infektionsketten aufheben", sagte Bundesminister Horst Seehofer (CSU) laut Mitteilung. "Ich appelliere deshalb eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger, nicht nachzulassen und sich weiterhin an die Kontaktbeschränkungen zu halten. Das ist zwingend erforderlich, um Leben zu retten."

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Thüringens Ressortchef Georg Maier (SPD), ergänzte demnach, die notwendigen Kontaktbeschränkungen müssten erst Wirkung erzielen. "Es gibt noch keine verlässlichen Zahlen, ob und in welcher Weise die eingeleiteten Schritte wirken. Deshalb kommt eine Lockerung der Maßnahmen gegenwärtig nicht in Betracht. Die Polizei wird weiterhin konsequent gegen Verstöße vorgehen."

+++ 31.03.2020: Wohnungslosenhilfe warnt vor "Katastrophenszenario" +++

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe warnt vor einer Verbreitung des neuartigen Coronavirus unter Obdachlosen und in den Hilfseinrichtungen. "Wohnungslosigkeit - ob auf der Straße, in einer Unterkunft, immer kurz bei Bekannten oder im Abbruchhaus - ist ohnehin ein Leben in einer Extremsituation", sagte BAG W-Geschäftsführerin Werena Rosenke dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag). Viele der Wohnungslosen gehörten außerdem zur Risikogruppe.

Rosenke forderte, dass Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe besser ausgestattet werden sollten - etwa mit Gesichtsmasken und Desinfektionsmitteln. "Ich hoffe, dass die Ausrüstung kommt, bevor die Situation in den Einrichtungen möglicherweise eskaliert. Wenn es hier zu Infektionen kommt, droht ein Katastrophenszenario, das ich mir nicht ausmalen will." Die Wohnungslosenhilfe müsse Teil der kritischen Infrastruktur werden, mahnte Rosenke.

Die ohnehin schwierige Lebenssituation der wohnungslosen Menschen habe sich durch die Corona-Pandemie drastisch verschlechtert. "Flaschen sammeln, Straßenzeitungen verkaufen, betteln - all das kann nun kaum noch zum Einkommen beitragen", sagte Rosenke. Die Situation sei "ziemlich aussichtslos."

+++ 31.03.2020: Armutsforscher fordert Rettungsschirm für die "Allerärmsten" +++

Der Armutsforscher Christoph Butterwegge hat in der Corona-Krise höhere Hartz-IV-Sätze gefordert und vor einer "Verelendung" in Teilen der Gesellschaft gewarnt. "Von den Rettungspaketen für die Unternehmen kommt im Kellergeschoss der Gesellschaft wenig an", sagte der Kölner Politikwissenschaftler dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Zeitung).

Die Corona-Krise wirke "sich nicht allein auf die Immunschwachen, sondern auch auf die Einkommensschwachen fatal aus. Tafeln schließen und Bettler bekommen nichts mehr, weil die Straßen leer gefegt sind und alle eine Infektion fürchten. Damit wird die ohnehin brüchige Lebensgrundlage der Ärmsten vollends zerstört." Butterwegge betonte: "Werden für die Allerärmsten, Obdachlose, Drogenabhängige und Transferleistungsbezieher keine Rettungsschirme aufgespannt, kann es in dieser Personengruppe zu einer seit der unmittelbaren Nachkriegszeit nie mehr gekannten Verelendung kommen."

Zudem sollten nach Butterwegges Ansicht die Regelbedarfssätze von Hartz-IV-Empfängern wegen der Corona-Krise um mindestens 100 Euro erhöht werden. "Einem alleinstehenden Hartz-IV-Bezieher werden für Nahrung und Getränke gerade einmal 150 Euro im Monat zugebilligt", sagte Butterwegge dem RND. Davon könne "niemand gesund leben, erst recht nicht, wenn die Tafelläden wie die Sozialkaufhäuser geschlossen sind und man durch Essen von Obst und Gemüse das Immunsystem stärken muss", sagte Butterwegge, der bei der letzten Bundespräsidenten-Wahl als Kandidat der Linken angetreten war.

+++ 30.03.2020: Über 62.000 Coronavirus-Infektionen in Deutschland +++

In Deutschland sind bis Montagabend 62526 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit 14.437 nachgewiesenen Fällen und 133 Toten und Nordrhein-Westfalen mit mindestens 14.442 Fällen und 130 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 120,3 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 75,2. Die Zahl der bundesweit registrierten Fälle stieg somit seit Sonntagabend (20.30 Uhr) um rund 3900.

Mindestens 560 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Darunter waren zwei Touristen während einer Reise in Ägypten und ein 67-Jähriger Tourist auf Zypern. Auf der griechischen Insel Kreta starb ein 42 Jahre alter Deutscher.

Auch in Deutschland rechnen Experten mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

+++ 30.03.2020: Infektions- und Todeszahlen steigen weiter - Sorge um Pflegeheime+++

In Deutschland sind bis Montagnachmittag 61.296 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit 14.437 nachgewiesenen Fällen und 133 Toten und Nordrhein-Westfalen mit mindestens 14.219 Fällen und 125 Toten. Mindestens 512 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben.

Coronavirus-Fälle in deutschen Pflegeheimen markieren aus Sicht des Virologen Christian Drosten eine neue Phase, die auch mit mehr Todesfällen einhergeht. Bisher habe Deutschland auch ein bisschen Glück gehabt, sagte Drosten im NDR-Podcast. Infiziert hätten sich zunächst vor allem jüngere Leute wie Skifahrer, die das Virus aus dem Urlaub eingeschleppt und es in ihren ungefähr gleichaltrigen Netzwerken verbreitet hätten. Diese Menschen erlebten zum größten Teil milde Krankheitsverläufe. In einem Alten- und Pflegeheim in Wolfsburg sind bereits 17 infizierte Menschen gestorben, in einem Heim in Würzburg waren es bis zum Wochenende 13.

+++ 30.03.2020: Rund 7000 Corona-Patienten in deutschen Krankenhäusern +++

In den Krankenhäusern in Deutschland werden momentan rund 7.000 Menschen mit Covid-19 behandelt. Davon befinden sich rund 1.500 Patienten auf Intensivstationen, von denen etwa 1.100 beatmet werden müssen. Das teilte am Montag die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) auf Nachfrage mit. "Wir haben es geschafft, die so wichtigen Beatmungsplätze im Bereich der Intensivmedizin von ehemals 20.000 Plätzen auf zwischenzeitlich 30.000 zu steigern", sagte DKG-Präsident Gerald Gaß. Die Bundesregierung hatte 10.000 neue Geräte bestellt.

+++ 30.03.2020: Schwere Rezession vorhergesagt - Sorge um Infektionen in Pflegeheimen +++

Die "Wirtschaftsweisen" halten eine schwere Rezession in Deutschland durch die Folgen der Coronavirus-Krise für unvermeidbar. Die deutsche Wirtschaft werde 2020 deutlich schrumpfen, heißt es in einem am Montag vorgelegten Sondergutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Wie schlimm es genau kommt, sei noch unklar. Als wahrscheinlichste Entwicklung sehen die Ökonomen derzeit eine Normalisierung der wirtschaftlichen Lage über den Sommer, so dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) unter dem Strich in diesem Jahr um 2,8 Prozent schrumpft. Zum Vergleich: 2009 war die größte europäische Volkswirtschaft in der globalen Finanzkrise um 5,7 Prozent eingebrochen.

+++ 30.03.2020: Bundesregierung: Noch keine Lockerung von Einschränkungen in Sicht +++

Solange sich die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland nicht deutlich verlangsamt, will die Bundesregierung keinen Zeitplan für eine schrittweise Rückkehr zur Normalität vorlegen. Eine Woche nach der Einführung strikter Kontaktbeschränkungen sei klar, "wir brauchen alle Maßnahmen unvermindert", betonte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wäre die Erste, die gerne eine Lockerung dieser strikten Maßnahmen verkünden würde, fügte er hinzu. Sie sei aber überzeugt, dass es falsch wäre, jetzt Hoffnungen zu wecken, die dann nicht erfüllt werden könnten. Dennoch sei klar, "es wird eine Zeit danach geben", sagte Seibert. Merkel und die Ministerpräsidenten haben sich für diesen Mittwoch zu einer Telefonkonferenz verabredet. Thema wird laut Seibert unter anderem eine gemeinsame Bestandsaufnahme sein.

+++ 30.03.2020:Bayern baut Klinik-Kapazitäten für Corona-Patienten weiter aus +++

Zur Versorgung der Corona-Patienten in Bayern will der Freistaat seine Klinik-Kapazitäten mit Hilfskrankenhäusern deutlich erhöhen. Der Plan sehe den Neuaufbau oder die Reaktivierung von bis zu 26 Kliniken vor, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München. Infolge der steigenden Fallzahlen müsse auch in Bayern weiterhin mit einem deutlich höheren Bedarf an Pflegebetten in den Kliniken für Infizierte gerechnet werden. Auch die Verlegung von Ärzten werde derzeit vorbereitet.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die Staatsregierung mitgeteilt, dass sie die Behandlungskapazitäten massiv erhöhen will. So soll unter anderem die Zahl der Intensivbetten an Unikliniken von 600 auf 1200 verdoppelt und Pfleger aus der Rente zurückholt werden.

In Bayerns Krankenhäusern gibt es knapp 4000 Intensivbetten, von denen laut Staatsregierung im Schnitt etwa 20 Prozent nicht belegt sind. Das würde rechnerisch 800 Intensivbetten entsprechen, die für Coronapatienten mit schwerem Krankheitsverlauf frei wären. Die Kliniken treffen aber schon seit Wochen Vorbereitungen, um die Kapazität der Intensivstationen für Coronapatienten zu erhöhen. Dazu werden auch neue Beatmungsgeräte angeschafft.

+++ 30.03.2020:Bayern verlängert Ausgangsbeschränkungen bis Ende der Osterferien +++

Die seit dem 21. März wegen des Coronavirus geltenden Ausgangsbeschränkungen in Bayern werden bis zum Ende der Osterferien am 19. April verlängert. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München.

+++ 30.03.2020:Fast 60.000 Corona-Nachweise in Deutschland - 472 Tote +++

In Deutschland sind bis Montagvormittag 59.268 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit 14.219 nachgewiesenen Fällen und 125 Toten und Bayern mit 13.263 Fällen und 110 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 112,9 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 71,3.

Mindestens 472 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Darunter waren zwei Touristen während einer Reise in Ägypten und ein 67-Jähriger Tourist auf Zypern. Auf der griechischen Insel Kreta starb ein 42 Jahre alter Deutscher.

Auch in Deutschland rechnen Experten mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

  • Baden-Württemberg: 11536 (128 Tote)
  • Bayern: 13263 (110Tote)
  • Berlin: 2462 (11 Tote)
  • Brandenburg: 833 (4Tote)
  • Bremen: 290 (2Tote)
  • Hamburg: 2078 (4Tote)
  • Hessen: 2943 (11 Tote)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 356 (1 Tote)
  • Niedersachsen: 3823 (27 Tote)
  • Nordrhein-Westfalen: 14219 (125 Tote)
  • Rheinland-Pfalz: 2545 (18 Tote)
  • Saarland: 726 (7 Tote)
  • Sachsen: 1816 (10 Tote)
  • Sachsen-Anhalt: 635 (2 Tote)
  • Schleswig-Holstein: 1007 (7 Tote)
  • Thüringen: 736 (5 Tote)
  • Gesamt 59268 (472 Tote)

(Stand: 30.03.2029, 10.00 Uhr)

+++ 30.03.2020: 40 Menschen in Altenheim in Wildeshausen mit Coronavirus infiziert +++

Nach dem Tod von 15 Menschen mit Coronavirus-Infektion in einem Alten- und Pflegeheim in Wolfsburg kämpft ein weiteres niedersächsisches Pflegeheim mit Infektionen. Tests hätten bestätigt, dass 23 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 17 Mitarbeiter eines Altenheims in Wildeshausen im Landkreis Oldenburg mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert seien, teilte der Landkreis mit. Das Gesundheitsamt habe alle 51 Bewohner und 44 Mitarbeiter getestet, nachdem ein 89-Jähriger mit schweren Vorerkrankungen und Coronavirus-Infektion gestorben sei. Bei allen Erkrankten in der Seniorenresidenz seien bislang milde Verläufe festgestellt worden.

Das Ausmaß der Erkrankungen deute darauf hin, dass das Virus nicht erst vor kurzem in das Heim eingeschleppt worden sei, teilte der Landkreis mit. Die infizierten Bewohner bleiben den Angaben zufolge für zwei Wochen in ihren Zimmern und werden von ebenfalls positiv getesteten Mitarbeitern versorgt - strikt getrennt von negativ getesteten Bewohnern, die in Einzelzimmern untergebracht seien und von negativ getesteten Mitarbeitern versorgt würden. Das Gesundheitsamt ermittele die Kontaktpersonen der Infizierten.

In einem Altenheim in Wolfsburg waren 15 Menschen mit Coronavirus-Infektion gestorben. Auch in dem Haus, in dem überwiegend Demenzkranke leben, sollten Infizierte strikt von negativ getesteten Bewohnern getrennt werden. Im Hanns-Lilje-Heim leben 165 Menschen.

"Es ist eine fürchterliche Entwicklung", betonte Carsten Harings, Landrat des Landkreises Oldenburg. Dies zeige, "auf brutale Weise", wie wichtig die Beschränkungen wie Betretungsverbot oder auch Kontaktverbote seien.

+++ 30.03.2020: Corona-Maßnahmen bleiben vorerst: Städtetag zeigt Verständnis +++

Der Deutsche Städtetag hat verständnisvoll auf die Einschätzung des Kanzleramts reagiert, dass vor dem 20. April die Beschränkungen in der Corona-Krise nicht gelockert werden. Städtetagspräsident Burkhard Jung machte aber auch deutlich, dass Deutschland den Ausnahmezustand nicht monatelang durchhalten werde. Er könne die Aussage von Kanzleramtschef Helge Braun gut verstehen, sagte der Leipziger Oberbürgermeister der Deutschen Presse-Agentur. "Der Erfolg der Maßnahmen zeigt sich nicht nach ein oder zwei Wochen." Es brauche genügend Zeit, um das Gesundheitssystem besser vorzubereiten. Gesundheit und Menschenleben zu retten habe nun Priorität.

"Antworten auf die Fragen in der Bevölkerung zur Dauer der Maßnahmen und zu einer stufenweisen Rückkehr zur Normalität brauchen wir allerdings auch", sagte Jung. Der Alltag in den Städten habe sich so stark verändert, "dass wir das nicht monatelang durchhalten können". Der Ausnahmezustand müsse vorübergehend sein. "Wir brauchen danach Strategien der Lockerung, eventuell auch erneuter Zügelung und möglicherweise noch gezieltere Maßnahmen, bis wir nach einigen Monaten wieder zur Normalität zurückkehren können."

Die Regierung will nach Ostern entscheiden, wie es nach dem dann folgenden Wochenende weitergeht. In den meisten Bundesländern müssten die Schüler nach den Osterferien eigentlich am 20. April wieder zur Schule gehen.

Diskussionsbedarf sieht Jung vor allem zur Frage, wie Kapazitäten bei Beatmungsbetten für Corona-Patienten klug gesteuert werden. "Dabei wünschen sich die Städte ein abgestimmtes Vorgehen zwischen Bund, Ländern und kommunaler Ebene", sagte er. "Besonders beachtet werden muss dabei, wie Personen aus Risikogruppen weiter geschützt werden können." Strategien müssten spätestens direkt nach Ostern gut kommuniziert werden. "Bürgerinnen und Bürger brauchen dringend diese Orientierung, damit sie weiterhin die Maßnahmen akzeptieren können."

+++ 30.03.2020: Regierung ringt in Corona-Krise um Eindämmmung der Lockerungsdebatte +++

Zehntausende Corona-Fälle in Deutschland, und der Anstieg geht weiter: Die Bundesregierung versucht deshalb energisch, die Debatte über eine Lockerung der Abwehrmaßnahmen einzudämmen. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) warf den Befeuerern der Diskussion Zynismus vor. "Es geschieht auch, um Leben zu retten, und deshalb ist es aus meiner Sicht zynisch, wenn einige jetzt beginnen, darüber zu diskutieren, das gesundheitliche Fragen hintanstehen sollen und dass wirtschaftliche Fragen vorangehen", sagte er am Sonntagabend im ARD-"Bericht aus Berlin".

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) schrieb auf Twitter: "Öffentliche Forderungen nach Lockerung der Maßnahmen sind verfrüht und deshalb falsch, solange eine deutliche Verlangsamung der Zahl der Neuinfektionen nicht erreicht ist!"

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) wies darauf hin, dass einige Bundesländer ihre Maßnahmen bereits auf den 20. April, also das Ende der Osterferien, terminiert haben. Der Bund werde mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch erneut beraten. Die Dauer der Kontaktbeschränkungen richtet sich nach seinen Worten nach der Tragfähigkeit des Gesundheitssystems. Der "essenziellste Maßstab" sei es, dass jeder stationär behandelt werden könne, für den dies nötig sei, erklärte er in der ZDF-Sendung "Berlin direkt". Dazu müsse die Verdopplung der Infektionszahlen von derzeit alle sechs Tage auf zehn oder mehr Tage verlangsamt werden.

Hamburgs Regierungschef Peter Tschentscher (SPD) riet im ZDF bei Maybrit Illner: "Die Wirkungen solcher Maßnahmen kommt eben erst mit einer bestimmten Verzögerung. Deswegen muss man jetzt wirklich die Nerven behalten." Und seine Kollegin in Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), regte in den ARD-"Tagesthemen" gar, "dass wir das Kontaktverbot Richtung Osterferien noch einmal uns anschauen müssen und in meinen Augen eher noch konkretisieren und verschärfen müssen".

+++ 29.03.2020: Novartis prüft Malaria-Mittel gegen das Coronavirus +++

Der schweizerische Pharmakonzern Novartis setzt bei der Suche nach einem Heilmittel gegen das Coronavirus große Hoffnungen in das Malariamittel Hydroxychloroquin. "Präklinische Studien mit Tieren sowie erste Daten aus klinischen Studien zeigen, dass es das Coronavirus tötet", sagte Novartis-Chef Vasant Narasimhan der "SonntagsZeitung". Derzeit würden in Europa und den USA Patientinnen und Patienten für klinische Studien gesucht und in Zusammenarbeit mit den Aufsichtsbehörden in den USA und der Schweiz eine Zulassung per Eilverfahren geprüft.

Zudem würden weitere bereits entwickelte Medikamente untersucht, ob sie für den Einsatz gegen Covid-19 infrage kämen. Auch das Krebsmittel Jakavi sei "sehr vielversprechend", sagte der Novartis-Chef. Außerdem würden das Multiple-Sklerose-Medikament Gilenya sowie Ilaris, ein Medikament gegen Fiebersyndrome, auf einen möglichen Einsatz geprüft.

++++ 29.03.2020: 54.212, 397 Tote in Deutschland +++

Die Zahl der Infizierten in Deutschland ist auf über 54.000 gestiegen. Hier die Zahlen

Baden-Württemberg: 10.819 (118 gestorben)

Bayern: 11.862 (85 gestorben)

Berlin: 2337 (9 gestorben)

Brandenburg: 721 (4 gestorben)

Bremen: 278 (2 gestorben)

Hamburg: 1935 (4 gestorben)

Hessen: 2776 (10 gestorben)

Mecklenburg-Vorpommern: 348 (1 gestorben)

Niedersachsen: 3483 (21 gestorben)

Nordrhein-Westfalen: 12.744 (105 gestorben)

Rheinland-Pfalz: 2357 (12 gestorben)

Saarland: 669 (6 gestorben)

Sachsen: 1700 (9 gestorben)

Sachsen-Anhalt: 594 (2 gestorben)

Schleswig-Holstein: 917 (5 gestorben)

Thüringen: 672 (5 gestorben)

Gesamt: Stand 28.03., 19.15 Uhr: 54.212 (397 gestorben)

Stand vom Vortag: 27.03., 20.15 Uhr: 48.354 (306 gestorben)

+++ 28.03.2020: Zwölf Tote - Pflegeheim in Wolfsburg im dramatischen Kampf gegen Corona +++

Nach dem Tod von zwölf Corona-Patienten eines Wolfsburger Pflegeheims werden dort Infizierte von negativ getesteten Bewohnern getrennt. Von etwa 165 Bewohnern seien derzeit 72 infiziert, sagte der Leiter des Wolfsburger Gesundheitsamts, Friedrich Habermann, am Samstag. Die zwölf Bewohner waren innerhalb von nur wenigen Tagen gestorben. "Den ersten Toten hatten wir am Montag zu beklagen", sagte der Leiter des Alters- und Pflegeheims für Demente, Lothar Laubert.

Überraschend viele seien verstorben, ohne dass sie Symptome von Corona hatten, sagte Oberbürgermeister Klaus Mohrs. Für das kirchliche Heim mit oft hochgradig dementen Menschen sei die Situation extrem schwierig, sagte der SPD-Politiker. "Wir stehen aber erst am Anfang der Entwicklung. Das wird für uns alle noch eine sehr, sehr harte Zeit".

"Es tut uns unendlich leid, und wir versuchen alles, um die anderen Menschen noch zu schützen", sagte Mohrs. Alle in dem Heim lebenden Menschen seien mit einem Abstrich getestet worden. Bei negativem Ergebnis werde der Test alle drei Tage wiederholt. In den nächsten Wochen sollen die Infizierten und die negativ Getesteten auf unterschiedlichen Stockwerken leben.

Mohrs kündigte umfassende Hygienemaßnahmen für die Pflegeeinrichtung an. Schleusen sollen verhindern, dass Menschen aus den getrennten Bereichen aufeinander treffen. Er glaube, dass Deutschland noch viele unschöne Situationen ertragen werden müsse. Kurzzeitig sei darüber nachgedacht worden, ein Wolfsburger Hotel für die Pflegepatienten umzurüsten. Vorerst werde dies aber nicht umgesetzt.

+++ 28.03.2020: Katze steckt sich bei einem Menschen mit Coronavirus an +++

Eine Katze hat sich in Belgien bei einem Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Von dem Fall berichtet die belgische Behörde für Lebensmittelsicherheit AFSCA auf ihrer Webseite. Bisher gebe es aber keine Hinweise, dass sich das Virus von Haustieren auf Menschen oder auf andere Tiere übertrage.

Die Katze in Belgien und zwei Hunde in Hongkong seien die einzige bekannten Fälle, bei denen sich Haustiere bei infizierten Menschen angesteckt hätten. Die Hunde hätten keine Symptome gezeigt, die Katze aber habe vorübergehend Atem- und Verdauungsbeschwerden gehabt. Am Freitag hatten die Gesundheitsbehörden unter Berufung auf die veterinärmedizinische Fakultät der Universität Lüttich über den Fall informiert.

+++ 28.03.2020:Schon mehr als 100 000 Corona-Hilfsanträge im Südwesten +++

Die Zahl der Anträge auf Corona-Soforthilfe hat in Baden-Württemberg am Samstag nach nicht einmal drei Tagen 100 000 übertroffen. "Stand Samstagmorgen sind es 101 418 Anträge", sagte Wolfgang Grenke, Präsident des baden-württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK). Die digitale Bearbeitung sei der richtige Weg für die Soforthilfe, so könnten alle Beteiligten zügig arbeiten, erklärte er. Allerdings belege die Flut der Anträge auch in brutaler Nüchternheit, was das Coronavirus dem Südwesten und der ganzen Welt abverlange.

Die große Aufgabe der Industrie- und Handelskammern sowie der Handwerkskammern sei, die Anträge zu prüfen und an die staatliche Förderbank L-Bank weiterzuleiten - im Mehrschichtbetrieb und selbstverständlich auch am Wochenende, sagte Grenke. "Bei der L-Bank liegen bereits Tausende Anträge zur endgültigen Bearbeitung und Auszahlung vor." Neben der Bearbeitung der Anträge hätten die Kammern auch zahlreiche Mitarbeiter für Corona-Soforthilfehotlines und die E-Mail-Bearbeitung abgestellt.

+++ 28.03.2020: Zwei Deutsche auf Zypern und auf Kreta gestorben +++

Ein 67-Jähriger Deutscher Tourist ist auf Zypern an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Dies habe das Krankenhaus im türkischen besetzten Nordteil der Insel mitgeteilt, berichtete das zyprische Staatsfernsehen (RIK) am Samstag. Vor zwei Tagen war auf der griechischen Insel Kreta ein 42 Jahre alter Deutscher Mathematikprofessor an einer Lungenembolie als Folge einer Infektion mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 gestorben.

+++ 28.03.2020: Merkel bittet die Bürger um Geduld in der Corona-Krise +++

Mit einer persönlichen Nachricht hat Bundeskanzlerin Angela Merkel sich aus der häuslichen Quarantäne gemeldet und die Menschen in Deutschland um Geduld in der Corona-Krise gebeten. Der Mensch sei "nun mal auf Kontakt und Nähe eingestellt, und darauf freue ich mich dann auch wieder", sagte die CDU-Politikerin, die nach Kontakt zu einem infizierten Arzt derzeit zu Hause bleibt, in ihrem am Samstag veröffentlichten Wochenend-Podcast. "Niemand kann heute mit gutem Gewissen sagen, er wisse, wie lange diese schwere Zeit anhält", sagte Merkel. "Ich muss Sie bitten, seien Sie geduldig." Noch gäben die Neuinfektionen keinen Grund, die Regeln zu lockern.

+++ 28.03.2020: Maßnahmen bleiben bis 20. April bestehen +++

Kanzleramtschef Helge Braun betonte, dass die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus bis zum 20. April bestehen bleiben."Eines ist allen Modellen gemein, egal, wie wir uns entscheiden: dass die älteren und vorerkrankten Menschen in unserer Gesellschaft wirksam vor einer Infektion geschützt werden müssen, bis es einen Impfstoff gibt", erklärte Braun gegenüber dem Tagsespiegel.

+++ 27.03.2020: "Trooping the Colour": Geburtstagsparade der Queen abgesagt +++

Die traditionelle Geburtstagsparade der britischen Königin Elizabeth II. (93), Trooping the Colour, wird in diesem Jahr nicht wie gewohnt stattfinden. Das teilte der Buckingham-Palast am Freitag mit. Das Event mit Hunderten Gardesoldaten im Zentrum Londons hätte am 13. Juni stattfinden sollen. Nun würden "eine Reihe von Optionen geprüft", hieß es in der Mitteilung.

Höhepunkt der Parade ist, wenn sich die Royals auf dem Balkon des Buckingham-Palasts der jubelnden Menge zeigen und Flugzeuge der Royal Air Force über das Schloss donnern. Das Spektakel findet wegen des besseren Wetters traditionell im Juni statt. Ihren eigentlichen Geburtstag hat die Queen bereits am 21. April.

Elizabeth II. und Prinz Philip (98) hatten sich wegen der Coronavirus-Pandemie bereits vergangene Woche zu einem vorgezogenen Osteraufenthalt auf Schloss Windsor zurückgezogen. Die Queen und ihr Mann gelten aufgrund ihres hohen Alters als besonders durch die Lungenkrankheit Covid-19 gefährdet, die durch das Coronavirus hervorgerufen wird. Berichten zufolge will sich die Queen in den kommenden Wochen wegen der Coronavirus-Pandemie mit einer Ansprache an ihr Volk wenden.

Bereits am Mittwoch war bekannt geworden, dass sich Thronfolger Prinz Charles mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert hat. Seine Symptome sollen mild sein. Mit seinen 71 Jahren gehört Prinz Charles jedoch bereits zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko.

+++ 27.03.2020: Hamburg nimmt Corona-Patienten aus Italien und Frankreich auf +++

Zwei Krankenhäuser in Hamburg wollen in den kommenden Tagen bis zu zwölf schwerkranke Corona-Patienten aus Italien und Frankreich aufnehmen, die auf Beatmung angewiesen sind. Das bestätigte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) am Freitagnachmittag. "Es handelt sich um bis zu zehn Patientinnen und Patienten aus Italien, die am AK Harburg (Asklepios-Klinikum) behandelt werden sollen. (...) Und es handelt sich um zwei Patientinnen und Patienten aus Frankreich, die am UKE (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) behandelt werden", sagte Prüfer-Storcks bei der Landespressekonferenz.

Die Patienten würden nicht alle gleichzeitig kommen, und es stehe auch noch nicht fest, wann sie kommen. "Im Moment sind wir in einer Situation in Hamburg, dass wir diese Kapazitäten haben, dass wir diese Solidarität auch üben können. (...) Aber natürlich können wir das nicht garantieren über die gesamte Strecke."

+++ 27.03.2020: WHO warnt vor unkontrollierten Medikamenteneinsatz gegen Coronavirus +++

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat davor gewarnt, Medikamente gegen das neuartige Coronavirus einzusetzen, deren Wirksamkeit bislang nicht nachgewiesen ist. "Die Geschichte der Medizin ist voller Beispiele von Mitteln, die auf dem Papier und im Reagenzglas funktionierten, aber nicht im Menschen, oder die sogar schädlich waren", sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf. Zudem könnten unkontrollierte Versuche Engpässe bei Medikamenten kreieren, die Patienten mit anderen Diagnosen dringend bräuchten.

Unter anderem hatte US-Präsident Donald Trump das Malariamittel Chloroquin ins Gespräch gebracht, und getwittert, es könne vielleicht bahnbrechende Ergebnisse bringen. Prompt versuchten Tausende in den USA, sich das Medikament zu besorgen.

Weltweit starteten am Freitag in mehr als 45 Ländern Tests mit vier Medikamenten oder Kombinationen von Medikamenten, sagte Tedros. Die ersten Patienten wurden in Norwegen und Spanien in die Studie aufgenommen. Es handelt sich um die "Solidaritätsstudie", die durch große Beteiligung schneller Ergebnisse bringen soll als herkömmliche klinische Studien.

+++ 27.03.2020: Mehr als eine halbe Million nachgewiesene Coronavirus-Infektionen +++

Mit dem neuen Coronavirus sind inzwischen nachweislich mehr als eine halbe Million Menschen in aller Welt infiziert. Das sagte der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Freitag in Genf. Mehr als 20 000 Menschen seien an der Lungenkrankheit Covid-19, die das Virus auslösen kann, gestorben. "Dies sind tragische Zahlen, aber wir müssen uns auch daran erinnern, dass es weltweit Hunderttausende Überlebende gibt", sagte Tedros.

Die renommierte amerikanische Johns-Hopkins-Universität hatte in ihrer weltweit beachteten Datenanalyse am Freitag bereits fast 560 000 nachweislich Infizierte. Die wahre Zahl dürfte um ein Vielfaches höher liegen, glauben Experten. Es gibt in kaum einem Land genügend Tests, um die Menschen flächendeckend zu untersuchen.

+++ 27.03.2020:Bei GZSZ und "Unter Uns" laufen ab Montag wieder Dreharbeiten +++

Die täglichen Seifenopern sind ein zuverlässiger Quotenmagnet und brauchen wegen der dichten Taktung ständig Nachschub. Das Coronavirus drohte die Dreharbeiten lahmzulegen. Doch manche Sender wollen nun weiter machen. Vieles ändert sich, Stars schminken sich jetzt selbst.

+++ 27.03.2020: NRW und Niedersachsen verschieben Abiturprüfungen +++

Die angehenden Abiturienten in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen bekommen mehr Zeit zur Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen. Die Hauptprüfungen für das Abitur sollen in NRW erst am 12. Mai beginnen und damit drei Wochen später, teilte die nordrhein-westfälische Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Freitag in Düsseldorf mit. Die Schüler erhielten damit jetzt Planungssicherheit, damit sie sich bestmöglich auf ihre Prüfungen vorbereiten könnten. "Die Prüfungen werden selbstverständlich unter besonderer Berücksichtigung des Infektionsschutzes stattfinden. Die Gesundheit unserer Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler hat für uns oberste Priorität."

Die Abiprüfungen an Gymnasien, Gesamtschulen, Weiterbildungskollegs und Waldorfschulen sowie an den Beruflichen Gymnasien der Berufskollegs beginnen laut dem Zeitplan am Dienstag, 12. Mai. Letzter Prüfungstermin sei Montag, der 25. Mai. Für Schülerinnen und Schüler, die den Haupttermin nicht wahrnehmen könnten, werde es im Anschluss einen zentralen Nachschreibetermin geben. Durch einen stark verkürzten Korrekturzeitraum können die Abiturzeugnisse dann, wie vorgesehen, spätestens bis zum 27. Juni ausgegeben werden. Allerdings müsse auch der Brückentag nach Christi Himmelfahrt für die Prüfungen genutzt werden, hieß es weiter. Auch die Termine der Abschlussprüfungen an anderen Schulformen und in anderen Jahrgangsstufen seien angepasst worden.

+++ 27.03.2020: Malu Dreyer warnt vor verfrühter Lockerung der Maßnahmen +++

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat vor einer zu frühen Debatte über eine Lockerung der wegen der Corona-Krise verhängten Kontaktbeschränkungen gewarnt. "Ich wage im Moment überhaupt keine Prognose, weil klar ist, dass diese drastischen Maßnahmen ja wirklich auch aus Vorsorge getroffen wurden", sagte sie am Freitag dem Radioprogramm SWR Aktuell. Sie verwies auf die "schreckliche" Entwicklung der Krise im französischen Elsass. "Wir sind gut beraten, dass wir weiterhin etwas Ausdauer haben, dass wir diese Maßnahmen auch durchhalten."

Ähnlich äußerte sich die Ministerpräsidentin auch in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Es ist zu früh und kontraproduktiv, schon jetzt über einen konkreten Zeitpunkt zu diskutieren, wann die Maßnahmen gelockert oder sogar ganz aufgehoben werden können", sagte Dreyer. "Wir sollten erst Klarheit darüber haben, ob die Maßnahmen greifen." Es brauche auch eine Strategie, wie das öffentliche Leben wieder aufgenommen werden könne. Das wichtigste Ziel sei derzeit, die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. "Ich bin der Bevölkerung sehr dankbar, dass sie sich verantwortungsvoll an die Kontaktbeschränkungen hält und bitte, weiterhin durchzuhalten."

+++ 27.03.2020: Wissenschaftler empfehlen Tests wie in Südkorea +++

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat Wissenschaftler untersuchen lassen, wie sich die Corona-Epidemie in Deutschland ausbreiten könnte. In dem Arbeitspapier sei festgehalten, wie sich die aktuelle Situation auf die innere Sicherheit auswirken könnte, "welche unterschiedlichen Verläufe sind hier denkbar", sagte Ministeriumssprecher Steve Alter am Freitag in Berlin.

Laut "Spiegel", NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" empfehlen die Experten im dem vertraulichen Papier mit dem Titel "Wie wir Covid-19 unter Kontrolle bekommen", das Virus nach dem Vorbild Südkoreas mit massiv ausgeweiteten Tests und dem konsequenten Isolieren infizierter Menschen einzudämmen. Demnach spielen sie ein Szenario durch, in dem vom 6. April an 50 000 Tests pro Tag möglich sind, vom 13. April an 100 000 und Ende April dann 200 000. Die bisherige Methode nach dem Motto "Wir testen, um die Lage zu bestätigen" müsse abgelöst werden durch den Ansatz "Wir testen, um vor die Lage zu kommen".

Die Wissenschaftler gehen den Berichten zufolge in diesem positivsten Szenario davon aus, dass sich rund eine Million Menschen infizieren und etwa 12 000 sterben würden. Das strenge Vorgehen müsste zwei Monate durchgehalten werden. Danach "müsste weiterhin kontinuierlich hohe Wachsamkeit bestehen bleiben", weil die Bevölkerung nur zu einem geringen Teil gegen das Virus immunisiert wäre.

Minister Seehofer sagte dem "Spiegel", er sei "entschiedener Anhänger der Suppression", also von strikten Maßnahmen, "auch wenn dieser Weg deutlich teurer ist". "Aber er rettet am meisten Leben."

Im schlimmsten Fall, wenn der Staat nur wenig unternimmt, rechnen die Wissenschaftler damit, dass bald 70 Prozent der Bevölkerung infiziert wären. Mehr als 80 Prozent der Menschen, die intensivmedizinische Behandlung bräuchten, müssten dann von den Krankenhäusern abgewiesen werden. Die Todeszahlen würden die Millionengrenze übersteigen.

Die Fachleute empfehlen, den Deutschen diese Gefahr mit einer Aufklärungskampagne vor Augen zu führen, wie es weiter hieß. "Um die gesellschaftlichen Durchhaltekräfte zu mobilisieren, ist das Verschweigen des Worst Case keine Option", steht den Berichten zufolge im Papier.

+++ 27.03.2020: Reisebranche fordert Aussetzung der Erstattungspflicht +++

Die deutsche Reise- und Luftverkehrsbranche fordert angesichts der Coronavirus-Krise eine vorübergehende Aussetzung der Erstattung von stornierten Pauschalreisen und Flügen. Den erheblichen Fixkosten der Unternehmen stünden praktisch keine Einnahmen mehr gegenüber, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Schreiben des Deutschen Reiseverbands (DRV), des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft und des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Wegen der Ausbreitung des Erregers Sars-CoV-2 seien Tourismus und Luftverkehr fast vollständig zum Erliegen gekommen. "Wenn Unternehmen in dieser prekären Situation gezwungen sind, ihren Kunden die für Reisen, die nicht mehr angetreten werden konnten, gezahlten Reisepreise innerhalb von 14 Tagen zurückzuzahlen, werden viele in die Knie gehen", sagte Norbert Fiebig, Präsident des DRV. Rückzahlungspflichten aus der europäischen Pauschalreiserichtlinie sowie der Fluggastrechte-Verordnung sollten deshalb zeitweise ausgesetzt werden.

Außerdem fordern die Verbände in dem Schreiben, die momentan in Deutschland diskutierte Gutscheinlösung auf europäischer Ebene einzuführen. Nach Vorschlägen aus der Bundesregierung sollen Verbraucher künftig Gutscheine erhalten anstelle von Erstattungen. So soll die Zahlungsfähigkeit von Reiseveranstaltern, Reisevertrieb und Fluggesellschaften gesichert werden.

+++ 27.03.2020: Bundesrat beschließt umfassendes Hilfspaket +++

Der Bundesrat hat das umfassende Hilfspaket gegen die Corona-Krise beschlossen. Es enthält Maßnahmen zur Rettung von Arbeitsplätzen und Unternehmen, zur Unterstützung von Krankenhäusern sowie zur Sicherung von Lebensunterhalt und Wohnung der Bürger.

+++ 27.03.2020:Bundeswehr setzt 15.000 Soldaten zur Corona-Unterstützung ein +++

Die Bundeswehr setzt zur Unterstützung von Bundesländern und Kommunen in der Corona-Krise 15.000 Soldaten ein. Diese Männer und Frauen seien nicht in Verpflichtungen wie die laufenden Auslandseinsätze eingebunden und stünden nun "in abgestufter Verfügungsbereitschaft", sagte Generalleutnant Martin Schelleis, der den militärischen Unterstützungseinsatz koordiniert und führt, am Freitag in einer telefonischen Pressekonferenz. Bundesweit werde es vier regionale Führungsstäbe geben. Volle Einsatzbereitschaft sei in der kommenden Woche geplant. Die Bundeswehr sei auf eventuelle Lageverschärfungen vorbereitet.

Bis Freitagmorgen seien 200 Anträge auf Amtshilfe eingegangen, ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vortag, sagte Schelleis. Er ist Inspekteur der sogenannten Streitkräftebasis und damit Nationaler Territorialer Befehlshaber der Bundeswehr. Gefragt seien vor allem Unterstützungsleistungen des Sanitätswesens. Er nannte auch sichere Lagerflächen für medizinische Güter, Unterkünfte für die Polizei, Fachkompetenz für ein mobiles Krankenhaus, mobile Rettungsstationen und Teststationen. Allerdings seien Ressourcen auch bei der Bundeswehr begrenzt. Weniger als ein Prozent der deutschen Ärzte seien in der Bundeswehr.

+++ 27.03.2020: Infineon liefert Chips für Beatmungsgeräte +++

Zum Auftraggeber hieß es von Infineon nur, dass es sich um einen weltweit führenden Produzenten von Beatmungsgeräten handle. Dessen normales Bestellvolumen habe sich mit der Order verachzigfacht. Wie viele Geräte sich mit den Chips bauen lassen, sagte die Sprecherin nicht. Es werden aber mehrere pro Gerät verwendet.

Der aktuelle Auftrag dürfte nicht der einzige bleiben: "Wir erleben derzeit eine Hinwendung hin zu medizintechnischen Geräten", sagte Vorstandsmitglied Helmut Gassel. "Zahlreiche Hersteller erweitern oder verändern ihren Produktfokus und fragen bei uns die notwendigen Komponenten an, um schnell der besonderen Nachfrage nachzukommen." Namen nannte Infineon nicht. Der Konzern sieht sich als Weltmarktführer bei Leistungshalbleitern. Man sei froh, damit "zur Bewältigung der Krise beitragen zu können", sagte Gassel.

+++ 27.03.2020: Christian Lindner begrüßt die Debatte über Lockerungen der Maßnahmen +++

FDP-Chef Christian Lindner hat die Debatte über Lockerungen der coronabedingten Einschränkungen begrüßt. Das sei ein "positives Zeichen" für die Menschen im Land, sagte er am Freitag im Deutschlandfunk. Wann dafür der richtige Zeitpunkt sei, müssten aber die Gesundheitsexperten entscheiden. Dennoch sollte das staatliche Handeln auf die Frage gerichtet sein, wann es wieder ein normales Leben geben könne. Auf Dauer seien die Beschränkungen "untragbar" auch für die wirtschaftliche Entwicklung im Land.

Auf die Frage, ob die Bundesregierung angesichts erster Insolvenzen ihre Strategie wechseln sollte, erwiderte Lindner: "Auch als Oppositionspolitiker sage ich nein." Dafür seien die Voraussetzungen noch nicht gegeben.

Das milliardenschwere Hilfspaket der Bundesregierung weist indes nach Lindners Ansicht Lücken auf. Der Mittelstand brauche schnellere Hilfen. Die könnten etwa die Finanzämter leisten, indem sie Steuervorauszahlungen zurücküberwiesen, sagte der FDP-Chef.

+++ 27.03.2020: Bundeskanzlerin Angela Merkel ruft zu Geduld auf +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht noch keinen Grund, über eine Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu sprechen. "Es kann noch nicht der Zeitpunkt sein", sagte sie am Donnerstag in Berlin. Im Moment dauere es immer noch nur vier bis fünf Tage, bis sich die Infektionen verdoppeln. Diese Zeitspanne müsse sehr viel weiter gestreckt werden. Deswegen müsse sie die Menschen in Deutschland um Geduld bitten.

Inzwischen sind in Deutschland mehr als 43 000 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Mehr als 260 Infizierte sind bundesweit gestorben. Bund und Länder haben beispiellose Maßnahmen beschlossen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, darunter einen Neun-Punkte-Plan, der zwischenmenschliche Kontakte minimieren soll. Dieser Beschluss war erst am vergangenen Sonntag vereinbart worden. Zuletzt hatte bereits die Debatte darüber begonnen, wann die Maßnahmen wieder gelockert werden können.

+++ 27.03.2020: Zahlen der Infizierten in Deutschland steigen noch immer zu schnell +++

43.071, 266 Todesfälle in Deutschland

Nordrhein-Westfalen: 10872 (82gestorben)

Baden-Württemberg: 8441 (76 gestorben)

Bayern: 8842 (52gestorben)

Brandenburg: 579 (1 gestorben)

Berlin: 1937 (8gestorben)

Bremen: 244 (1 gestorben)

Hamburg: 1614 (1 gestorben)

Hessen: 2170 (6 gestorben)

Niedersachsen: 2726 (gestorben)

Rheinland-Pfalz: 1873 (8 gestorben)

Saarland: 540 (3 gestorben)

Sachsen: 1275 (8 gestorben)

Schleswig-Holstein: 685 (5gestorben)

Thüringen: 512 (3gestorben)

Sachsen-Anhalt: 500 (2 gestorben)

Mecklenburg-Vorpommern: 261 (gestorben)

+++ 27.03.2020: Einreisebeschränkungen gelten auch für Asylbewerber +++

Seehofer dehnte die Einreisebeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus auch auf Asylbewerber aus. Sie müssen in der Coronakrise damit rechnen, an den Grenzen nicht ins Land gelassen zu werden.

+++ 27.03.2020: War einer der ersten Corona-Hotspots das österreichische Ischgl? +++

Die Gesundheitsbehörden in Tirol haben Berichte vehement zurückgewiesen, sie hätten im Fall der folgenreichen Erkrankung eines Barkeepers in Ischgl an der Lungenkrankheit Covid-19 zu spät und halbherzig gehandelt. "Das Gegenteil ist richtig. Wir haben immer genau zu dem Zeitpunkt, wo gesicherte Informationen vorlagen, Schritte gesetzt", sagte ein Sprecher der Landesregierung am Montag. Nur durch die vorsorgliche Eigen-Initiative der Behörden sei es überhaupt gelungen, die Bar, in der der 36-jährige Deutsche gearbeitet habe, als möglichen Verbreitungsort zu identifizieren. In Medienberichten war die Rede davon, dass Informationen aus Island über nach ihrer Heimkehr positiv getestete Touristen aus Ischgl verhängnisvoll lange ignoriert worden seien.

In der Stellungnahme des Tiroler Gesundheitsministers Bernhard Tilg vom Montag heißt es, dass am 6. März, als konkrete Informationen über die 15 Namen der isländischen Gäste und ihrer Unterkunftsadressen in Ischgl vorlagen, sofort alle Mitarbeiter der betreffenden Hotels - mit jeweils negativen Ergebnis - getestet worden seien.

+++ 26.03.2020: Deutschland nimmt 47 Corona-Patienten aus Italien auf +++

Deutschland will weitere schwer erkrankte Corona-Patienten aus Italien aufnehmen. Das Auswärtige Amt berichtete am Donnerstagabend auf Twitter von Zusagen aus verschiedenen Bundesländern zur Behandlung von 47 Intensivpatienten. Außenminister Heiko Maas (SPD) schrieb dazu unter italienischer Flagge: "Wir stehen an der Seite unserer Freundinnen & Freunde." Beteiligt sind unter anderem Kliniken in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen, Hessen und Berlin.

In anderen Bundesländern werden Intensivpatienten aus Frankreich und Italien bereits behandelt. Beide Länder sind von der Pandemie besonders betroffen. Thüringen kündigte an, ein Team der Universitätsklinik Jena zur Versorgung von Covid-19-Patienten nach Italien zu schicken. Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: "Solidarität ist das Gebot der Stunde."

+++ 26.03.2020: Laschet: Einschränkungen wegen Corona-Epidemie bald überprüfen +++

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) dringt darauf, die Einschränkungen von Grundrechten wegen der Corona-Epidemie so bald wie möglich wieder zu überprüfen. "Wir können nicht ein halbes oder dreiviertel Jahr mit einer solchen Art Notstandsgesetzgebung leben", sagte Laschet am Donnerstagabend im Youtube-Livestream "Breaking LAB". "Irgendwann wird man abwägen müssen, wann kommt man wieder ins normale Leben zurück." Das sei wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Zum jetzigen Zeitpunkt halte er aber das geltende Kontaktverbot für verhältnismäßig.

Die Hoffnung von Schülern, dass die Osterferien verlängert würden und womöglich direkt in die Sommerferien übergehen könnten, sei wohl nicht realistisch. "Wenn es wieder verantwortbar ist, werden die Schulen wieder geöffnet." Mitte April würden dazu die Daten zu der Epidemie zusammen mit dem Robert Koch-Institut ausgewertet.

+++ 26.03.2020:Niederländisches Königspaar sagt Staatsbesuch in Deutschland ab +++

Das niederländische Königspaar hat wegen der Coronavirus-Krise den für Juni geplanten Staatsbesuch in Deutschland abgesagt. Der Besuch sei bis auf Weiteres verschoben worden, teilte der Hof am Donnerstag in Den Haag mit. König Willem-Alexander und seine Frau Máxima sollten vom 2. bis 4. Juni Berlin besuchen. Es sollte der Abschluss einer Reihe von Besuchen des Paares in verschiedenen Bundesländern sein.

Wegen der Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie könne der Besuch zur Zeit nicht gut vorbereitet werden, teilte der Hof mit. Der Beschluss sei "in gutem Einvernehmen mit dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier" gefasst worden.

+++ 26.03.2020: Abi-Prüfungen sollen in allen Bundesländern stattfinden +++

Die Schulabschlussprüfungen sollen nach derzeitigem Stand trotz Corona-Krise doch in ganz Deutschland stattfinden. Darauf haben sich die Kultusminister der Länder in einer Schaltkonferenz verständigt, nachdem Schleswig-Holstein zuvor angekündigt hatte, die Prüfungen abzusagen.

"Zum heutigen Zeitpunkt stellen die Länder fest, dass eine Absage von Prüfungen nicht notwendig ist", heißt es in einem gemeinsamen Beschluss. Über das weitere Vorgehen würden sich die Bundesländer eng in der Kultusministerkonferenz (KMK) abstimmen.

Der Beschluss sei einstimmig gefasst worden, teilte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin und KMK-Präsidentin Stefanie Hubig (SPD) in Mainz mit. Auch die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU) habe zugestimmt.

+++ 26.03.2020: Junge-Union-Chef: Sommerferien notfalls verschieben +++

Wegen der unsicheren Lage an den Schulen bei den Prüfungsterminen kann sich der Vorsitzende der Jungen Union (JU), Tilman Kuban, auch einen späteren Beginn der Sommerferien vorstellen. Dem "Focus" sagte Kuban: "Die Sommerferien müssen wir notfalls aufschieben, damit alle Schulabsolventen die gleichen Chancen haben." Die Kultusminister der Länder hatten sich am Mittwoch darauf verständigt, nach derzeitigem Stand die Schulabschlussprüfungen in diesem Jahr stattfinden zu lassen. Zuvor hatte es vereinzelt Gedankenspiele gebeben, diese ausfallen zu lassen.

Da man nicht damit rechnen könne, dass die Prüfungen vor dem Frühsommer stattfänden, könne ein Aufschub der Ferien für die Abiturienten und Abschlussjahrgänge in einigen Bundesländern eine logische Konsequenz sein, sagte Kuban. Ebenso müssten Einschreibefristen für Studiengänge im kommenden Wintersemester auf einen späteren Zeitpunkt verlegt werden. "Der 15. Juli ist definitiv zu früh." Niemand wisse, ob die Schüler bis dahin überhaupt ein Ergebnis hätten, sagte der JU-Chef. Realistisch sei eine Fristende im Frühherbst.

+++ 26.03.2020:Folge der Coronakrise: Kurzarbeit auch beim VfL Wolfsburg +++

Der VfL Wolfsburg hat in der Corona-Krise bei einigen Mitarbeitern auf Kurzarbeit umgestellt. Betroffen sind Mitarbeiter der Niedersachsen unter anderem im kaufmännischen und administrativen Bereich, wie der Fußball-Bundesligist der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag bestätigte. Zuvor hatte die "Bild" darüber berichtet. Die Maßnahme läuft bereits seit Dienstag.

Der VfL Wolfsburg ist eine 100-prozentige Tochter des VW-Konzerns. Volkswagen hat für mehrere zehntausend Beschäftigte in Deutschland Kurzarbeit beantragt. Beim erweiterten Kurzarbeitergeld übernimmt die Bundesagentur für Arbeit 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns. Bei Arbeitnehmern mit Kind sind es 67 Prozent. Auch andere Bundesligisten denken über das Thema nach. Bislang machen vor allem Dritt- und Viertligisten von der Regelung Gebrauch.

+++ 26.03.2020:Autohäuser schicken Mitarbeiter in Kurzarbeit +++

Im deutschen Autohandel gibt es wegen der Coronavirus-Krise nahezu flächendeckend Kurzarbeit. Rund 70 Prozent der Autohäuser und Kfz-Betriebe hätten bereits Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen, berichtete der Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). Für die Mitarbeiter im Verkauf hätten sogar 90 Prozent der Betriebe Kurzarbeit beantragt. Das habe eine Umfrage ergeben, an der sich mehr als 1000 Betriebe beteiligt hätten.

In Deutschland ist zur Eindämmung der Pandemie auch der stationäre Autohandel untersagt worden. Das sei für viele Autohändler eine Katastrophe, weil das Verbot die verkaufsstarke Frühjahrssaison treffe. Die dadurch verursachten Umsatzausfälle könnten, abhängig von der Dauer der Krise, für viele Unternehmen existenzbedrohend werden, beklagt der Verband.

ZDK-Präsident Jürgen Karpinski forderte eine Erhöhung des Kurzarbeitergelds. Ein Kurzarbeitergeld von 60 oder 67 Prozent des pauschalierten Netto-Entgelts werde bei vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Kfz-Gewerbe zu finanziellen Schwierigkeiten führen. Das Kurzarbeitergeld müsse deshalb auf 80 beziehungsweise 87 Prozent erhöht werden. "Da die überwiegend kleinen und mittelständischen Kfz-Betriebe meist nicht über die notwendigen wirtschaftlichen Rücklagen verfügen, um diese Lücke zu schließen, sollte dies auf dem Weg staatlicher Ausgleichszahlungen erfolgen" forderte Karpinski.

+++ 26.03.2020: Jens Spahn spricht von Ruhe vor dem Sturm +++

Spahn bekräftigte, dass Deutschland wegen sehr vieler Tests früh mit Vorbereitungen beginnen konnte. Die Kapazität liege mit 300.000 bis 500.000 Tests pro Woche auch im internationalen Vergleich sehr hoch. Es sei weiterhin wichtig, dass sie zielgerichtet eingesetzt würden.

Es gehe für die Politik zugleich um Konzepte dafür, dass es "eine Zeit nach Corona" geben werde, in der man weiter gegen das Virus kämpfe, das öffentliche Leben aber schrittweise normalisiere. Dies solle auch bei Beratungen nach Ostern zwischen der Bundesregierung und den Ministerpräsidenten Thema sein. Dabei solle auch darüber diskutiert werden, wie Handydaten im Krisenfall für die Klärung von Infektionsketten zu nutzen seien, machte Spahn deutlich.

+++ 26.03.2020: Steinmeier ruft zu Solidarität auf +++

Angesichts der weltweiten Corona-Epidemie hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Bundesbürger und die Staatengemeinschaft zum Zusammenstehen aufgerufen. In einer am Donnerstag veröffentlichten Videobotschaft würdigte er zugleich die "Heldinnen und Helden in der Corona-Krise" wie Ärzte, Pfleger, Mitarbeiter von Supermärkten und Menschen, die anderen helfen.

Das Gebot der Stunde laute jetzt "Abstand halten" und dies wiederum bedeute Verzicht, sagte Steinmeier. Man müsse darauf verzichten, Eltern und Großeltern zu sehen, sich mit Freunden zu treffen, mit ihnen essen zu gehen, zu feiern oder einfach auch nur nach einem langen Winter gemeinsam in der Sonne zu sitzen. "Darauf zu verzichten, das fällt uns allen schwer, auch mir. Doch nur der Verzicht verhindert, dass wir dauerhaft verlieren, was wir lieben."

Die überwältigende Mehrheit der Menschen habe das verstanden und handele danach, sagte Steinmeier weiter. "Wir spüren miteinander: Unser Einstehen füreinander, unsere Solidarität ist jetzt existenziell wichtig." Solidarität bedeute jetzt, für jene da zu sein, die von den Folgen der Epidemie besonders hart getroffen seien.

Solidarität heiße aber auch, dass der Blick weiter als bis zum nächsten Grenzzaun reichen müsse, sagte der Bundespräsident. Es sei gut, dass Krankenhäuser in Deutschland jetzt auch schwerkranke Patienten aus Italien und Frankreich behandelten. Er wünsche sich mehr solche konkrete Solidarität im europäischen Geist. "Nein, das Virus hat keine Staatsangehörigkeit, und das Leid macht nicht vor Grenzen halt. Aber ebenso wenig sollten wir es tun!"

+++ 26.03.2020: Christian Drosten gibt Pressekonferenz +++

Star-Virologe Christian Drosten äußerte sich zu den vergleichsweise niedrigen Corona-Sterberaten in Deutschland. "Warum wir in Deutschland so wenige Todesfälle im Verhältnis zu den Infizierten haben, ist hinreichend damit zu erklären, dass wir extrem viel Labordiagnostik machen", erklärte der Charité-Arzt bei der heutigen Pressekonferenz. Eine halbe Million Test seien in Deutschlad durchgeführt worden. "Die Labormedizin in Deutschland hat eine sehr große Nähe zum Handwerk." Lokale Labore können schnelle Tests für die Umgebung entwickeln und herstellen.

+++ 26.03.2020: Unikliniken sollen sich stärker vernetzen +++

Im Kampf gegen das neuartige Coronavirus sollen sich die deutschen Unikliniken zusammenschließen und eng über Diagnose- und Behandlungsverfahren sowie Patientendaten austauschen. Das ist das Ziel einer Initiative, die am Donnerstag von der Berliner Charité in Zusammenarbeit mit dem Bundesforschungsministerium gestartet wurde. Das Ministerium unterstütze den Aufbau des Netzwerks mit 150 Millionen Euro, wie Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Die Kliniken sollen demnach in einen Erfahrungsaustausch über ihre Maßnahmenpläne im Umgang mit der Pandemie treten. Zudem wird eine Zusammenstellung der Daten aller Covid-19-Patienten angestrebt, um einen Gesamtüberblick über Krankengeschichte und Konstitution der Patienten zu bekommen. Von der Datensammlung erhoffen sich die Initiatoren - der Charité-Vorstandsvorsitzende Heyo Kroemer und der Direktor der Virologie, Christian Drosten - Erkenntnisse für das Pandemiemanagement und die Impfstoff- und Therapieentwicklung.

Die Charité soll das Forschungsnetzwerk der Universitäten koordinieren. "Ich bin überzeugt: Dieses einmalige wissenschaftliche Projekt, dieses Zusammenwirken der Kräfte wird uns in der Behandlung und Erforschung von COVID-19 einen großen Schritt voranbringen", sagte Karliczek. Ziel sei es, voneinander und miteinander zu lernen.

 

+++ 26.03.2020: Prognose von Stephan Weil: Ist Rückkehr zu Normalzustand möglich? +++

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil macht den Niedersachsen angesichts der Corona-Krise wenig Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr ins normale Leben. Paare sollten beispielsweise damit rechnen, große Hochzeitsfeiern zu verschieben, eventuell sogar auf das kommende Jahr, sagte der SPD-Politiker am Donnerstagmorgen im Interview dem Radiosender Antenne Niedersachsen. Mit Blick auf mögliche Flugreisen in den Sommerurlaub sagte Weil: "Im Moment würde ich nicht besonders intensiv planen."

Auch wenn sich die Situation in Deutschland und Niedersachsen bald beruhige, bedeute das ja nicht automatisch, dass das überall auf der Welt so sein werde. Der Regierungschef riet auch dazu, beispielsweise anstehende Umzüge wenn möglich zu verschieben. Nach Ostern werde die Lage erneut analysiert. Erst dann könne über mögliche Lockerungen der Einschränkungen nachgedacht werden, sagte Weil.

Der SPD-Politiker rechnet insgesamt nicht mit einem raschen Ende der aktuellen Maßnahmen. Den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag) sagte er: "Eine schlagartige Rückkehr zum normalen Zustand ist kaum vorstellbar, allenfalls ein stufenweises Vorgehen, das auch immer wieder überprüft werden müsste."

+++ 26.03.2020: Mehr als 4.000 Neuinfektionen in Deutschland, 207 Corona-Tote +++

Die Zahl der Corona-Infizierten in Deutschland ist laut "Focus Online" auf 37.179 gestiegen. Insgesamt gab es in Deutschland bisher 207 Corona-Tote.

Die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder:

Baden-Württemberg: 7252 (56 Todesfälle)

Bayern: 7289 (41 Todesfälle)

Berlin: 1645 (4 Todesfälle)

Brandenburg: 505 (1 Todesfall)

Bremen: 202 (1 Todesfall)

Hamburg: 1450 (2 Todesfälle)

Hessen: 1909 (6 Todesfälle)

Mecklenburg-Vorpommern: 245 (kein Todesfall)

Niedersachsen: 2313 (8 Todesfälle)

Nordrhein-Westfalen: 9686 (66 Todesfälle), Landkreis Heinsberg besonders betroffen

Rheinland-Pfalz: 1637 (6 Todesfälle)

Saarland: 466 (3 Todesfälle)

Sachsen: 1128 (6 Todesfälle)

Sachsen-Anhalt: 420 (1 Todesfall)

Schleswig-Holstein: 609 (4 Todesfälle)

Thüringen: 423 (2 Todesfälle)

+++ 26.03.2020: Ärzte schlagen Alarm: schon bald Mangel an Intensivbetten +++

Wegen der Corona-Krise wird es nach Einschätzung von Ärzten wahrscheinlich auch in Deutschland bald an Betten zur intensiven Betreuung von Schwerkranken fehlen. In einem Schreiben von sieben medizinischen Fachgesellschaften heißt es nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstag), trotz Erhöhung der Kapazitäten stünden wahrscheinlich in kurzer Zeit "nicht mehr ausreichend intensivmedizinische Ressourcen" zur Verfügung. Die Ärzte müssten dann Entscheidungen über Leben und Tod treffen.

++