IFA-Neuheit Elektroherde Der Dreh zurück

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Der Drehregler kehrt bei Siemens zurück, Neff hat ihn bereits seit einem Jahr. Bild: Siemens

Von news.de-Redakteur Frank Meinzenbach, Berlin
Glatt, edel - und schwer zu bedienen. Moderne Ceran- und Induktionskochfelder sehen gut aus, die Steuerung über berührungsempfindliche Sensoren hat jedoch ihre Tücken. Doch es gibt Abhilfe: Neff und Siemens drehen die Zeit zurück und bringen den Knauf ins 21. Jahrhundert.

Berührungsempfindliche Oberflächen sind spätestens seit dem iPhone der letzte Schrei. Vorreiter war hier, man mag es kaum glauben, die Küchenindustrie mit ihren Cerankochfeldern. Futuristisch sahen die neuen Platten ohne die alten Drehknöpfe aus, auch waren sie leicht zu reinigen. Dazu ist die Bedienung scheinbar modern und kinderleicht: Man tippt mit dem Finger direkt am unteren Rand der Glasplatte auf Plus- und Minustasten und reguliert so die Hitze.

Doch die Touchbedienung offenbarte bald ihre Tücken. Wenig intuitiv und oft störrisch überfordert sie den Koch in hektischen Momenten. Dieser Kritik stellen sich nun die Hersteller, vor allem Neff und Siemens. Während die Konkurrenz versucht, die Touchtechnologie zu optimieren, haben die Ingenieure den Dreh zurückgebracht.

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Dreh vs. Touch
Neff-Induktionskochfeld mit Twist Pad (Foto) Zur Fotostrecke

Den Anfang machte Neff bereits im Jahr 2008. Bei der Twist-Pad-Technologie wird die Hitze wie früher per Drehung eines Knaufs reguliert. Im unteren Teil der Glasplatte befindet sich ein zentraler Drehknopf für alle Kochfelder. Über eine Kippbewegung wählt man zunächst die gewünschte Platte. Das ist sehr logisch angeordnet: Um zum Beispiel die hintere linke Platte anzusteuern, drückt man, wer hätte es gedacht, den Knauf nach oben links.

Mit der Drehbewegung lässt sich jedes Kochfeld schnell auf- oder abdrehen, die Temperaturstufe wird auf der Ceranplatte angezeigt. Damit entfällt das lästige Getippe auf der Ceranoberfläche. Der Twist am Twist Pad: Er wird nur über einen Magneten auf der Herdoberfläche festgehalten und lässt sich nach dem Kochen abnehmen. Das hat mehrere Vorteile: Zum einen fällt die Reinigung leichter, zum anderen können Kinder den Herd nicht einschalten. Da die Nefflösung bereits seit einigen Monaten auf dem Markt ist, kann man Einstiegskochfelder im Internet bereits für rund 500 Euro erwerben.

Inspiriert von Neff stellt Siemens auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) einen etwas anderen Ansatz vor. Disc Control nennt der Hersteller seine als Drehknauf des 21. Jahrhunderts angekündigte Technologie, die im April 2010 in den Handel kommen soll. Das zentrale Element bilden dabei vier kleine schwarze Metallscheiben, jede von der Größe eines Doppelkekses.

Diese Scheiben werden in die passenden Ausbuchtungen am unteren Rand des Kochfelds eingelegt und fungieren dann als Drehregler. So lässt sich die Temperatur schnell und intuitiv einstellen. Dabei herrscht maximale Übersicht: Wer möchte, kann die Scheiben nur für die Platten, die wirklich gebraucht werden, einlegen.

Auch bei Siemens funktionieren die Regler über einen Magnetmechanismus. Die Kindersicherheit ist sehr hoch: Nimmt man die Scheiben heraus, schaltet sich das Kochfeld sofort ab. Einziger Nachteil: Wenn die Kinder die schönen Scheiben oder den Neff-Knauf mit Spielzeug verwechseln und dann verlieren, gibt es eine Zeitlang nur kalte Mahlzeiten. Die Regler können nachbestellt werden, bei Neff kostet der Twist Pad rund 30 Euro, Siemens hat noch keine genauen Preise, spricht aber von 10 bis 20 Euro pro Scheibe.

Da die neuen Siemenskochfelder erst in einem halben Jahr auf den Markt kommen, lässt sich über die Preise noch nicht viel sagen. Siemens nennt eine unverbindliche Preisempfehlung von 2025 Euro für den kleinsten Ceranfeldherd und 2687 Euro für den größten Induktionsherd. Allerdings sind diese Zahlen nur wenig aussagekräftig, da die Marktpreise im Einbauküchensegment erfahrungsgemäß deutlich unter den Empfehlungen der Hersteller liegen.

sgo/news.de

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