11.10.2019, 14.26 Uhr

Aus für Oregon Project: Nike-Trainingsprogramm endet - was wird jetzt mit Konstanze Klosterhalfen?

Läuferin Konstanze Klosterhalfen wollte eigentlich im umstrittenen Trainingscamp "Oregon Project" an der US-Westküste bleiben. Doch Nike beendet das umstrittene Projekt. Das Unternehmen wehrt sich aber weiter gegen Dopingvorwürfe und unterstützt Chefcoach Salazar.

Das Sportartikelunternehmen Nike schließt sein umstrittenes Oregon Project. Zu den Athleten, die in Oregon trainieren, zählt auch die Leverkusener Mittel- und Langstreckenläuferin Konstanze Klosterhalfen. Bild: Michael Kappeler / picture alliance / dpa

Die WM-Dritte Konstanze Klosterhalfen braucht eine neue sportliche Heimat. Nike schließt sein umstrittenes Oregon Project in Portland (USA), wie das Sportartikelunternehmen der Deutschen Presse-Agentur am Freitag bestätigte. Dort hatte die 22-jährige Langstreckenläuferin seit einem Jahr trainiert.

Aus für Oregon Project: Läuferin Konstanze Klosterhalfen muss anderweitig trainieren

"Wir haben beschlossen, das Oregon-Projekt zu beenden, damit sich die Athleten auf ihre Trainings- und Wettkampfbedürfnisse konzentrieren können", heißt es in der Nike-Stellungnahme. Zuvor hatten mehrere US-Medien über die Entscheidung des Unternehmens berichtet.

Doping-Wirbel um Oregon Project und Cheftrainer Alberto Salazar

Projekt-Cheftrainer Alberto Salazar war in der vergangenen Woche wegen Verstößen gegen die Anti-Doping-Regeln für vier Jahre gesperrt worden. Die Vorwürfe beziehen sich auf die Zeit von 2010 bis 2014. Salazar war nach langjährigen Ermittlungen der amerikanischen Anti-Doping-Agentur USADA aus dem Verkehr gezogen worden, ebenso wie der Arzt Jeffrey Brown. Der gebürtige Kubaner und frühere Marathon-Spitzenläufer Salazar hat dagegen Einspruch erhoben. Die Leverkusenerin Klosterhalfen, die zuletzt bei der Leichtathletik-WM in Doha Bronze über 5000 Meter gewann, betonte stets, dass Pete Julian ihr Coach in Oregon sei.

Konstanze Klosterhalfen trainierte seit 2018 beim Oregon Project in den USA

Laut Nike habe die Untersuchungskommission nicht festgestellt, dass bei NOP-Athleten "jemals leistungssteigernde Mittel eingesetzt" worden seien. Die Gesamtsituation sei für die Läufer aber zu einer "unfairen Belastung" geworden. "Wir werden all unseren Athleten bei diesem Übergang helfen, wenn sie die für sie geeigneten Trainingsbedingungen auswählen. Wir werden Alberto in seiner Berufung weiterhin unterstützen."

Klosterhalfen ging im Herbst 2018 in die USA. Noch in Katar hatte die Rheinländerin angekündigt, weiter beim NOP trainieren zu wollen: "Das bleibt das beste Team der Welt. Ich weiß für mich und alle, die drumherum sind und Einblicke haben, was da passiert und was nicht passiert", sagte sie. "Doping ist da nie ein Thema." Der Deutsche Leichtathletik-Verband, der einen langjährigen Ausrüstervertrag mit Nike hat, kündigte zum Ende der WM an, beratend auf Klosterhalfen und ihr Management einwirken zu wollen.

Der NOP-Campus befindet sich auf dem Hauptgelände des Sportartikelherstellers Nike, dem Haupt-Geldgeber. Bereits 2001 hatten Nike und Salazar das Projekt gegründet. Der gebürtige Kubaner gewann einst dreimal den New-York-Marathon und bekam als Läufer mit seinem gnadenlosen Ehrgeiz gesundheitliche Probleme. Der heute 61-Jährige wollte damals die Vormachtstellung der übermächtigen Ausdauersportler aus Afrika durchbrechen.

NOP-Athleten brillierten bei Leichtathletik-WM 2019 in Doha (Katar)

Die NOP-Läufer räumten bei der WM in Doha mächtig ab. Wären die Elite-Läufer, die sich gerne als Team bezeichnen, im Medaillenspiegel geführt, dann hätten sie so oft Gold wie China geholt und lägen auf Rang fünf, auch vor Deutschland (2-0-4). Sieben der insgesamt zwölf Ausdauersportler aus Salazars Team waren in Doha am Start. Ihre Bilanz: dreimal Gold, einmal Silber und Bronze für Klosterhalfen.

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loc/news.de/dpa

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