Urlaub für Allergiker Pollenfrei die Ferien genießen

Pollenfreier Urlaub (Foto)
Die Nase läuft schon wieder? Dann ab in die pollenfreie Zone und den Urlaub genießen. Bild: SRT

Von Julia Rothhaas
Sobald der Frühling einsetzt und Flora und Fauna zu neuem Leben erweckt werden, bleiben Allergiker im Haus. Das ist aber gar nicht nötig - mit dem richtigen Reiseziel und einem pollenfreien Hotelzimmer.

Verquollene Augen, kratzender Hals, triefende Nase: Der Frühling kann für Allergiker ein Albtraum sein. Schnell weg! Nur wohin? Wer sich mit Pollen aller Art quält, sollte seinen Urlaub taktisch klug planen. Während der Hauptblütezeit der meisten Bäume und Gräser im Frühjahr lohnt sich eine Reise in den Norden anstatt ins südliche Europa. Und wenn daheim die Pollen fliegen, sieht das auf der anderen Seite des Äquators schon ganz anders aus. Dort sind die Jahreszeiten und damit auch die Blütezeiten um ein halbes Jahr verschoben.

Birkenpollengeschädigte machen Bogen um Skandinavien

Allergie
Die Pollen fliegen wieder
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Das Motto sollte lauten: antizyklisch reisen. Im Norden Europas blühen Gräser und Bäume generell später als in Deutschland. Wer gegen Birken allergisch ist, der sollte jedoch einen großen Bogen um Skandinavien machen und seine Ferien auf den Kanarischen Inseln verbringen - dort wachsen kaum Birken. Von April bis Juli fliegen die Gräserpollen in den Mittelmeerländern und wer gegen Hasel- und Erlenpollen allergisch ist, verlegt seine Reise in die Türkei, auf den Balkan und in die Pyrenäen nicht auf den Anfang des Jahres. Wann und wo in Europa was blüht, zeigt die Internetseite des Europäisches Polleninformationssystems.

Wer schnupfenfrei reisen möchte, ohne dauernd auf den Heuschnupfenkalender schauen zu müssen, der fährt an die See. Gerade die deutschen Nord- und Ostseeinseln gelten als relativ «heuschnupfensicher», denn zwischen Küste und Insel werden die Pollen abgehängt.

Aufgepasst: Natürlich ist der Pollengehalt in der Luft von der vorherrschenden Windrichtung abhängig. Auch in den Bergen können Heuschnupfengeplagte gut urlauben - vor allem in Höhen ab 1300 Metern. In der dünnen Bergluft sinkt die Pollenbelastung deutlich und Schimmelpilze finden sich auch nur selten. Wer gegen Hausstaubmilben allergisch ist, der freut sich besonders: Die gibt es in den Bergen nicht. Als absoluter Geheimtipp gilt Island, denn die Insel ist kaum bewaldet und die Luft klar.

Im Hotel auf Gütesiegel achten

Auch das pollenärmste Urlaubsziel nützt nichts, wenn das Hotelzimmer das Immunsystem strapaziert, zum Beispiel wenn es von Hausstaubmilben nur so wimmelt. Reisende sollten daher auf das Siegel der Europäischen Stiftung für Allergieforschung achten, das Hotels als allergiefreundlich ausweist. Um das Siegel zu erhalten, müssen die Häuser alle Zimmer ohne Teppich zur Verfügung stellen und dürfen nur mit Grünpflanzen dekorieren, die keine Allergie auslösen können. Es muss Haustier- und rauchfreie Zonen geben sowie Restaurants, die auf die Empfindlichkeit des Gastes Rücksicht nehmen, also mitunter laktosefreie Milch und glutenfreies Brot anbieten. Eine gute Orientierungshilfe bei der Suche nach einem geeigneten Urlaubsort schaffen dabei die Internetseiten urlaub-mit-allergien.de oder urlaub-fuer-allergiker.de.

Neben einem geeigneten Urlaubsziel und der dazu passenden Unterkunft gibt es noch weitere Tipps, die Allergiker für entspannte Ferien berücksichtigen sollten. Bei der Autofahrt durch blühende Landschaften bleiben die Fenster geschlossen - auch, wenn einem nicht danach ist. Ein spezieller Luftfilter im Wagen kann zudem Abhilfe gegen übermäßiges Niesen und Husten schaffen.

Das Essen im fremden Land kann Allergikern das Leben schwer machen, wenn man das Nahrungsmittel, gegen das man allergisch ist, aufgrund der Sprachbarriere nicht als solches erkennt. Den Allergiepass vorsorglich in die jeweilige Landessprache übersetzen zu lassen, kann nicht schaden. Das Europäische Verbraucherzentrum hat die wichtigsten Begriffe vorsorglich in 21 europäische Sprachen übersetzt. Zudem sollte die Reiseapotheke entsprechend auf Vordermann gebracht werden.

Weitere Informationen bietet Deutsche Allergie- und Asthmabund.

sca/kat/rzf/news.de/srt

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Christian
  • Kommentar 1
  • 17.10.2012 17:21

Hallo, der der Dienst der EVZ ist eingestellt worden. "Aufgrund fehlender Finanzierung muss die Verbraucherzentrale die Verantwortung für das Europäische Verbraucherzentrum in Kiel aufgeben." Na super, als Alternative fand ich im Web einen "internationalen Allergieausweis in 10 Sprachen". So long

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