11.09.2019, 15.19 Uhr

Königin Astrid: Tödliches Déjà-vu? Royaler Unfall mit Auto und Paparazzi

Das Königspaar will nur einen letzten Ausflug in die Berge machen, doch dann kommt es zu einem schrecklichen Unfall... die Bilder landen in der Presse.

Astrid - Prinzessin von Schweden Bild: gemeinfrei

Es ist der 29. August 1935: König Leopold von Belgien (33) und seine Frau Astrid (29) machen Ferien in der Schweiz. Endlich kann das junge Paar mal wieder durchatmen. Das vergangene Jahr ist kräfteraubend gewesen.

König Albert I. war nur kurz zuvor gestorben

Leopolds Vater Albert I. (1875-1934) war unter mysteriösen Umständen bei einer Bergtour ums Leben gekommen, seitdem musste der 33-Jährige selbst das Land regieren.

Die letzten Tage hat das Paar in der Sommerresidenz Villa Haslihorn in Horw mit seinen zwei ältesten Kindern verbracht. Prinz Baudouin (4) und Prinzessin Josephine-Charlotte (7) wurden jedoch gestern mit ihren Kindermädchen zurück nach Belgien geschickt. Der kleine Prinz Albert (14 Monate) war gar nicht erst mitgereist. Ein Umstand, der sich später als Segen herausstellen sollte...

Eine Unachtsamkeit führt die Katastrophe herbei

Am frühen morgen will das Königspaar noch einen letzten Ausflug unternehmen, bevor auch sie zurückreisen. Gegen jede royale Etikette fährt der König das Cabriolet der US-Nobelmarke Packard selbst, sein Chauffeur nimmt auf dem Rücksitz Platz. Die gebürtige Schwedin navigiert ihren Mann mit einer Karte – so wird es ein Zeuge später aussagen.

Als Astrid auf einen gegenüberliegenden Berg zeigt, ist ihr Mann offenbar kurz abgelenkt. Das rechte Rad des Cabriolets kommt von der Küstenstraße ab. Vermutlich gibt Leopold in diesem Moment Gas, um wieder komplett auf die Fahrbahn zu gelangen. Ein fataler Fehler. Sekunden später prallt der Wagen mit der Beifahrerseite gegen einen Birnbaum.

Die Königin wird beim Zusammenstoß aus dem offenen Wagen geschleudert. Das Auto rollt weiter und kracht gegen einen weiteren Baum. Erst in einem See kommt das Fahrzeug endgültig zum Stehen.

Die letzten Minuten im Leben der belgischen Königin

König Leopold, so wird es im Krankenhaus später festgestellt, hat eine Gehirnerschütterung, Schnittwunden, sowie Prellungen der Hand und Lunge. Trotz seines Zustands eilt der Belgier sofort mit dem leicht verletzten Chauffeur zu Astrid. Die blutüberströmte Königin liegt bewusstlos auf einer Wiese, hat aber noch Puls. Der Monarch kämpft um das Leben der dreifachen Mutter, doch weder er, noch die wenige Minuten später eintreffenden Ärzte können sie retten. Die dreifache Mutter stirbt mit nur 29 Jahren in den Armen ihres Mannes.

Das Unfassbare: Ein junger Student fotografiert, wie die Königin am Unfallort in den Sarg gelegt wird, und verkauft die Fotos an die Presse...

Leopold leidet schwer unter dem Tod seiner Frau

Die Obduktion ergibt später, dass die gebürtige Schwedin einen Schädelbruch und schwere Gesichtsverletzungen erlitten hatte.

König Leopold versinkt nach dem Tod seiner Frau in tiefe Trauer. Er gibt sich die Schuld dafür, dass die drei Kinder ohne Mutter aufwachsen müssen. Er verbietet ihnen je wieder ein Wort über sie zu sprechen – viele zu groß ist der Schmerz. Den Unfallwagen lässt er im Vierwaldstätter See versenken. Die Villa Haslihorn, in der er die letzten schönen Stunden mit seiner geliebten Astrid verbracht hatte, wird verkauft und später abgerissen.

Zehn Monate nach dem Unfall lässt König Leopold oberhalb der Strasse die Astrid-Kapelle errichten. Ein Kreuz aus schwedischem Granit markiert noch heute die Stelle, an der die belgische Königin den Tod fand.

AH/add/news.de

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