11.07.2016, 14.11 Uhr

Carlo Ancelotti privat: Frau Mariann, Tortellini und Respekt: So tickt Ancelotti

Beim FC Bayern weht jetzt ein anderer Wind: Neu-Trainer Carlo Ancelotti ist kein Asket. Er schätzt gutes Essen und Wein, schöne Frauen und Höflichkeit. Wenn die Laune doch mal kippt, warnt seine linke Augenbraue. Dann sollte man sich in Acht nehmen.

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Seit Montag hat offiziell ein neuer Mann das Trainingszepter beim FC Bayern übernommen. Und das heißt in diesem Fall auch: Es weht ein ganz neuer Wind. Der grüblerische - man könnte auch sagen "verkopfte" - unnahbare, asketisch wirkende Pep Guardiola (45) ist Geschichte. Jetzt ist Carlo Ancelotti (57) am Ruder. Viel größer könnte der Unterschied kaum ausfallen. Denn wahrscheinlich fängt, so der Erfolg auf dem Rasen mitspielt, nun eine Ära des Wohlfühlens an. Denn genau das, das Wohlfühlen und Wohlfühlenlassen, ist eine von Ancelottis Spezialitäten. Um das herauszufinden, muss man nur seinen früheren Spielern zuhören.

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Carlo Ancelotti privat: Der Mann, dem die Superstars vertrauen

"Ich vermisse ihn sehr", sagte etwa der frischgebackene Europameister Cristiano Ronaldo nach Ancelottis Abschied von Real Madrid. "Als er ging, waren alle traurig - auch die, die nicht gespielt haben", meinte Mannschaftskollege Toni Kroos. Sogar Zlatan Ibrahimovic, jener Stürmer, der in der WM der größten Egos durchaus Siegchancen gegen "CR7" hätte, liebt Ancelotti. "Er ist ein fantastischer Coach, eine wunderbare Person", schwärmte "Ibra" dereinst. Nur zur Erinnerung: Über Pep Guardiola hatte der Star geringfügig weniger schmeichelhaft geurteilt. "Er ist feige und hat keine Eier", hieß es da.

Ancelotti: Ein Mann mit "erdbebensicherem Arsch"

Eier hat Ancelotti - auf seine ganz eigene Art. Eben nicht, weil er auf Konfrontation mit großen Namen geht. Sondern weil er zum Beispiel auf eherne Ernährungsregeln pfeift. Oder auf übertriebenen Ernst. "Er isst, trinkt. Dann isst und trinkt er noch ein bisschen mehr. Aber nicht allein", erzählte Paolo Maldini, Ancelottis Kapitän beim AC Mailand. Und während dem Sportler Angst und Bange wurde, blieb Ancelotti ganz locker und lud Maldini zum Mitmachen ein. Der wollte ablehnen, der schlanken Linie wegen. Und hatte keine Chance. "Ich bin dein Trainer", habe ihn Ancelotti unterbrochen. "Probier es - es ist gut!"

Tortellini beleidigen ausgeschlossen

Auch, dass bei den Kabinenansprachen des Coaches schon mal Tränen fließen, ist aus Maldinis Munde überliefert. Allerdings Lachtränen: Ancelotti sei bisweilen rasend komisch. Was ja durchaus genauso bemerkenswert ist wie sein Faible für gutes Essen, in Zeiten von Trainern wie Thomas Tuchel, die nicht nur sich, sondern auch ihren Spielern das Pasta-Essen untersagen. Das zum Beispiel könnte Ancelotti nie passieren. Verbal ausgetickt ist der Star-Trainer einst, als ihm ein Fan sagte, er solle "abhauen" und sich mit seiner Leibspeise Tortellini "vollfressen". "Ich lasse es nicht zu, dass jemand einen ordentlichen Teller Tortellini beleidigt", verteidigte sich Ancelotti laut "Telegraph" später.

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