Achille Demagbo: Schwarzafrikaner will kein AfD-"Quotenneger" sein

Schwarzafrikaner Achille Demagbo vertritt die AfD in Schleswig-Holstein. Ist das pure Berechnung? Der 36-Jährige will jedenfalls nicht für Propagandazwecke eingesetzt werden.

Achille Demagbo (links) sieht keinen Rechtsruck in der AfD. Bild: dpa

Die AfD sieht die Selbstbestimmung der Bürger in Europa und Deutschland in Gefahr. Die europäische Idee des Individuums falle dem alles bestimmenden Staat zum Opfer, sagte der AfD-Europaparlamentarier Marcus Pretzell zuletzt. "Eine angestrebte Umkehr dieses europäischen Gedankens werden wir nicht dulden."

Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry zog Parallelen zur DDR. Dort sei die Politik durch ideologische Wunschvorstellungen bestimmt gewesen, die "Politikerkaste2 sei abgehoben gewesen und habe die Probleme der Bürger ignoriert. Die Medien hätten nicht die Realität dargestellt. "Es war gefährlich, seine Meinung zu sagen", sagte Petry und fügte als rhetorische Frage an die rund 300 Gäste hinzu: "Kommt Ihnen das bekannt vor?" Die AfD werde dafür eintreten, dass solche Zustände nicht "auf leisen Sohlen wieder zurückkehren".

Achille Demagbo: Schwarzafrikaner will nicht der "AfD-Quotenneger" sein

Für diese Prinzipien tritt auch Achille Demagbo ein. Der 36-Jährige kam vor zwölf Jahren aus Benin nach Kiel – heute arbeitet er, einem Bericht von "shz.de" zufolge, als Übersetzer - und ist zudem Kreisvorsitzender der AfD. Mehr noch: Der Schwarzafrikaner gehört zu den Gründungsmitgliedern der AfD in Kiel. Dank dieser mutmaßlich eigenwilligen Kombination muss sich Achille Demagbo auch den Vorwurf gefallen lassen, die AfD würde ihn nur für Propagandazwecke benutzen.

Diesen Kritikern entgegnet Demagbo laut "shz.de": "Wenn die AfD fremdenfeindlich oder rechtsradikal wäre, hätten sie mich ja wohl kaum gewählt." Ob die Antwort befriedigend oder schlüssig ist, darf jeder selbst entscheiden. Demagbo ist sich jedenfalls sicher, nicht der "Quoten-Neger" der AfD zu sein. Stattdessen habe er mit seiner "wertkonservativen Einstellung" laut "shz.de" schon Russlanddeutsche, Türken und Kurden für die AfD gewinnen können.

Kein Rechtsruck in der AfD

Einen "Rechtsruck" will er bei der AfD übrigens nicht erkennen. "Wer ins Land komme, und nichts geleistet habe, der dürfe keine Leistungen beziehen.", erklärt der AfD-Mann via "shz.de". Für die Einwanderung müssten "Akzeptanz der deutschen Werte und den damit verbundenen Pflichten, gute berufliche Qualifikation – und Deutschkenntnisse" gewährleistet werden. Übrigens: Vor seinem Studium konnte Demagbo laut "shz.de" nur "wenige Wörter deutsch" – auch die "Werte habe er erst hier kennengelernt"...

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rut/sba/news.de/dpa

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