Frauen werden oft als Opfer geboren
Wollen Sie wissen, wie es bei dem Thema weitergeht?Wir informieren Sie gerne kostenlos.
Von Michael Kraft
Artikel vom 01.07.2008Viel erreicht, doch noch viel zu tun. So sieht die Bilanz nach 50 Jahren Gleichberechtigung in der Bundesrepublik aus. Doch die Probleme anderswo sind viel gravierender. Frauen werden weltweit Opfer – von Zwangsheirat, Gewalt oder Diskriminierung.
Die frauenpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Ina Lenke, sieht Frauen in Deutschland «längst noch nicht gleichberechtigt». Ihre Kollegin Irmingard Schewe-Gerigk von den Grünen spricht von «Lethargie in Sachen Frauenpolitik». Und laut Jan Hoem, Direktor des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock, ist die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau in der Bundesrepublik bisher lediglich «eine Illusion».
Die Fakten stützen diese Kritik, und im Vergleich etwa zu den skandinavischen Ländern gibt es hierzulande in der Tat großen Nachholbedarf. Doch im weltweiten Maßstab wird klar: Anderswo sieht es noch viel schlimmer aus. Frauen werden diskriminiert, eingesperrt und umgebracht.
Jede dritte Frau auf der Welt wird in ihrem Leben irgendwann einmal geschlagen, sexuell missbraucht oder vergewaltigt, schätzt Amnesty International. Besonders betroffen sind Frauen in Afrika und der arabischen Welt. Aber nicht nur dort: 671.000 US-Amerikanerinnen wurden laut einem UN-Bericht im Jahr 1999 Opfer von familiärer Gewalt. In Russland wurden im selben Jahr rund 14.00 Frauen von ihren Partnern oder Angehörigen getötet. Nach wie vor gibt es dort kein Gesetz, dass Gewalt in der Familie bestraft.
Auch unmittelbar in Deutschlands Nachbarschaft sind die Probleme noch groß: Laut einer EU-Umfrage finden 58 Prozent der Polinnen, dass Frauen in ihrem Land diskriminiert werden. Polen hat noch immer kein Gleichstellungsgesetz, obwohl bereits seit 1993 über ein solches diskutiert wird und obwohl das Land als EU-Mitglied verpflichtet ist, für die Gleichstellung von Mann und Frau zu sorgen. Stattdessen schaffte die Kaczynski-Regierung vor zwei Jahren die Stelle der Gleichstellungsbeauftragten ab, inzwischen wurde sie aber wieder besetzt.
Lesen Sie auf Seite 2, wie Frauen in Japan, Afrika und in der arabischen Welt benachteiligt werden
Lesen Sie auf Seite 3, in welchen Ländern Frauen noch gesteinigt oder als Hexen verfolgt werden
Zum Thema
Thema verfolgen »
Artikel kommentieren
Am 1. Juli 1958 ist das erste Gleichstellungsgesetz Deutschlands in Kraft getreten. In den vergangenen fünfzig Jahren mehr ...
du kleiner .......
jetzt antwortenKommentar meldenSeit die Prügelstrafe abgeschafft worden ist - sehe ich überall nur noch: Stöcke! In jedem Einrichtungshaus - in allen Variationen angeboten. Was vermutlich seinen Grund darin hat das die Frau ihren unter Überdruck stehenden und Männlichkeitswahn chronisch verärgerten Mann soweit zu kriegen ihr den Hintern (kontrolliert) zu verhauen als blind irgendwann irgendwohin geschlagen zu werden um dann mit blauen Augen oder sonstwas herum zu laufen. Subtile Gewalt wie die Frau nicht aus dem Haus gehen/arbeiten gehen lassen - oder ein/aussperren nur noch herum brüllen ist leider genauso krank machend
jetzt antwortenKommentar meldensind wir frauen schlechter wie männer?? machen wir unsere arbeit schlechter?? eine frau bekommt in deutschland einiges weniger an geld wie ein mann für die gleiche arbeit. von wegen gleichberechtigung!!! in deutschland ist noch lange nicht wirklich gleichberechtigung, auch wenn das land so tut.
jetzt antwortenKommentar meldenFrauen werden nicht nur in arabischen Ländern minderwertig behandelt, sondern auch in der BRD und das öffentlich und dann auch noch nach dem Gesetz ganz reell. Wir haben den ewigen Geschlechterkampf, der schon mehr als lächerlich ist. Frauen sind zumeist doppelt belastet, wenn sie Familie und Beruf zusammen erledigen muss. So gut, wie unsere vorschlagenden Politiker haben es die Frauen aus dem Volk nicht. Wir können uns keine Internate unterhalten und unsere Männer sehen in der Arbeit der Frau nur ein Zubrot. Wenige Männer haben Verständnis für ihre Frau, wenn sie nach ihrem Job müde ist.
jetzt antwortenKommentar meldenMan schreibt immer von "Deutschland" bezüglich Gleichberechtigung. Vergleicht doch mal die Gleichberechtigung der Frauen in der DDR mit der heutigen Bundesrepublik! Da hinkt die BRD immer noch mehr als 20 Jahre hinterher ..... Diese seltsame Familienpolitik hier kann man doch vergessen, eine Entlastung für die Frauen bringt diese nun wirklich nicht, seien es Studentinnen, Schichtarbeiterinnen, Frauen in Führungspositionen ....
jetzt antwortenKommentar meldenZwangsheiraten gibt es unter den Hergekommenen in Deutschland auch.
jetzt antwortenKommentar meldenDas in Deutschland bis heute Frauen für die selbe Arbeit weniger Geld bekommen, und dies von den Gewerkschaften etc. geduldet wird ist mir ein großes Rätsel !!!! Warum ist es in Deutschland so ein großes Problem, das Frauen für die gleiche Arbeit auch den gleichen Lohn bekommen ???
jetzt antwortenKommentar melden