Weltveganertag: Tote Tiere stecken überall drin

Ein echter Veganer muss sich gut auskennen mit sämtlichen Produkten. Denn nicht nur Fleisch und Milch sind tierisch, auch in Instrumenten, Fernsehern und Kaugummis stecken Knochen, Fette oder Farbstoff von Tieren. Zum Weltveganertag erklären wir die Tücken des veganen Lebens.

FOTOS: Vegane Alternativen Vleisch, Schakalode und «Eier»kuchen
zurück Weiter Eierkuchen (Foto) Foto: wikipedia/ Karl Gruber/ Creative Commons Licence Kamera

Rund 600.000 Menschen Menschen in Deutschland leben vegan, schätzt der Deutsche Vegetarierbund, das sind etwa ein Zehntel der Vegetarier. Veganer verzichten auf alles vom Tier - kein Fleisch oder Fisch, keine Milch, Eier oder Honig, kein Leder, keine Schurwolle. Auf den ersten Blick ist es heutzutage nicht mehr schwierig, sich vegan zu ernähren. Dank Tofuwurst, Saitanburgern veganen Kuchenrezepten müssen Veganer bei der Ernährung kaum verzichten, wie Sie hier sehen können.

Doch der Teufel steckt für sie im Detail. Für wirklich strenge Veganer ist das Leben komplizierter, als man in Zeiten von Tofu und Sojaburgern denken mag, denn Tierisches findet sich nicht nur im Essen.

In Kosmetika stecken tierische Fette, in Fotopapier Gelatine - hier eine Übersicht:

Aktivkohle: Ein Kohlenstoff, der unter anderem aus getöteten Tieren gewonnen wird, um unerwünschte Farb-, Geschmacks- und Geruchsstoffe zu beseitigen. Kann zum Reinigen von Zucker und zum Säubern von Bier, Wein und Fruchtsäften verwendet werden.

Cholesterin: Ein in tierischen Fetten, Ölen, Nervengeweben, Eigelb und Blut vorkommender Naturstoff, der als Emulgator und Stabilisator in Cremes, Shampoos und Kosmetikartikeln verwendet werden kann. Selbst die Flüssigkristalle in LCD-Bildschirmen von Fernsehern, Computern, Handys und Digitalkameras können auf Cholesterin basieren.

Fette: Tierische Fette können Ausgangsstoff für Speisefette in Lebensmitteln sein, zum Beispiel in Fertigprodukten. Sie verstecken sich aber auch in manchen Medikamenten, Kosmetika und Farben.

Därme: Geigensaiten werden noch immer teilweise aus Därmen hergestellt.

Gelatine: Ein Protein-Gemisch, das zum Beispiel aus Haut und Knochen von Rindern und Schweinen gewonnen wird. Das Verdickungs- und Bindemittel steckt in manchen Desserts, Torten und Süßigkeiten. Auch in Kapseln, Dragees und Tabletten kann Gelatine enthalten sein. Vegan zu fotografieren bleibt eine Herausforderung, weil in Negativen und Fotopapieren die Gelatine Teil der farbtragenden Schicht ist.

Karmin: Das rote Farbpigment aus toten Läusen wird als Farbstoff in Kosmetika und Süßigkeiten, Wassereis oder rot gefärbten Getränken und Likören verwendet, aber auch in Mal- und Textilfarben.

Knochenleim: Viele Klebstoffe, die zum Beispiel in Musikinstrumenten oder für Schuhe verwendet werden, sind aus tierischen Knochen hergestellt.

Lactose: Der in Kuhmilch enthaltene Zucker wird als Träger- und Füllstoff in Tabletten eingesetzt. Bei der Produktion von Suppen, Soßen und Kartoffelchips wird er als Aromastoff genutzt.

Schellack: Der Harz aus Ausscheidungen der Schildlaus fand sich früher in Schallplatten. Heute werden Farben, Lacke und Polituren sowie Klebemittel für Zigaretten und Kaumasse für Kaugummis mit Schellack hergestellt. Auch Tattoo-Tinte kann Schellack enthalten.

Tenside: Können tierischen Ursprungs sein, etwa wenn sie aus Fetten gewonnen werden. In einigen Waschmitteln erhöhen sie die Löslichkeit von Fett- und Schmutzpartikeln.

Tierhaare: Besen, Bürsten und Pinsel können Schweineborsten, aber auch Haare von Dachsen, Mardern, Wieseln oder Eichhörnchen enthalten. Wolle, Seide und Haar kann außerdem in Decken, Laken, Bezügen, Federn und Daunen stecken, etwa als Füllung für Kissen und Sitzmöbel. Bögen für Streichinstrumente werden oft aus dem Schweifhaaren von Hengsten hergestellt.

iwi/news.de/dpa

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