25.11.2010, 10.30 Uhr

Inzest: Neun Kinder vom eigenen Vater

In Argentinien ist ein Fall von Inzest bekannt geworden, der an die Taten des Österreichers Josef Fritzl erinnert: Ein 62-Jähriger hat mit seiner Tochter neun Kinder gezeugt. Ihm droht eine hohe Gefängnisstrafe.

Ein 62-jähriger Argentinier hat seine Tochter zum Sex gezwungen und mit ihr zehn Kinder gezeugt. Ihm drohen 20 Jahre Haft. Bild: news.de

30 Jahre lang soll der 62-Jährige sein Tochter missbraucht haben. Jetzt hat die argentinische Polizei den Mann aus der Provinz Santa Fé festgenommen. Das 43-jährige Opfer habe sich erst zur Polizei getraut, als ihr Vater wegen Viehdiebstahls festgenommen worden war, berichtete die Online-Zeitung Notife. Die Anzeige der Frau wurde durch Gentests bestätigt.

Sie habe ausgesagt, dass ihr Vater sie dauernd mit seinem Gewehr bedroht habe. Die Kinder hätten bisher nicht gewusst, dass ihr Großvater zugleich ihr Vater ist. Nur ihr ältester Sohn habe es erfahren und sich daraufhin das Leben genommen. «Ich habe nie einen Verdacht gehabt, bis man mir davon erzählt hat», wurde Germán (20), einer der Söhne, zitiert.

Ihr Vater habe die Frau bei jeder neuen Schwangerschaft gezwungen, den älteren Kindern und Nachbarn vorzulügen, sie habe mit wechselnden Männer geschlafen, die sich inzwischen davon gemacht hätten. Einige Nachbarn sagten, sie hätten schon länger vermutet, dass da etwas nicht stimmen könnte, sich aber nicht getraut, einzugreifen.

Sexueller Missbrauch in Familien weit verbreitet

Der zuständige Untersuchungsrichter Virgilio Palud betonte, der sexuelle Missbrauch innerhalb von Familien sei Gang und Gäbe im nördlichen Teil der Provinz. Erst vor einem Monat war in der Provinz Córdoba ein 60-jähriger Mann wegen des Vorwurfs verhaftet worden, seine Tochter 20 Jahre missbraucht und mit ihr sechs Kinder gezeugt zu haben. Dem Täter von Santa Fé droht bei einer Verurteilung eine Strafe von 20 Jahren Gefängnis.

Der Fall erinnert an die Taten des Österreichers Joseph Fritzl, der seine Tochter 24 Jahre lang in einem Kellergewölbe gefangen hielt und sie mehrfach vergewaltigte. Sie gebar in dem Verlies sieben Kinder, von denen eines nicht überlebte. Der Fall war Ende April 2008 bekannt geworden. Ein Jahr später wurde Fritzl zu lebenslanger Haft verurteilt.

zij/cvd/news.de/dpa

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