Von news.de-Redakteurin - 29.06.2018, 16.09 Uhr

"Milanoir" im Test: Knackige Pixel-Action! Mafiosi ballert sich durch Mailand

"Milanoir" erzählt eine Geschichte von Gier, Verrat und Rache. Indie-Entwickler Italo Games und Good Shepherd entführen den Spieler in die kriminelle Unterwelt vom Mailand der 70er-Jahre. Die einzige Regel: Bleib am Leben und vertraue niemandem.

"Milanoir" entführt den Spieler in die düstere Unterwelt von Mailand (Milano). Bild: Italo Games, Good Shepherd

Der Spieler schlüpft gleich zu Beginn von "Milanoir" in die Rolle eines noch namenlosen blonden Mannes. In einer Bar erfährt er vom Barkeeper, dass die gesuchte Person auf der Toilette sei. Dort feuert man auf die Toilette, doch plötzlich kommen Schüsse aus der Nachbarkabine. Der blonde Typ ist tot. Oh nein! Doch dann kommt Piero aus der Kabine, die eigentliche Spielfigur. Puh, nicht gleich am Anfang verkackt!

Kinderkiller sinnt in "Milanoir" nach Rache

Piero arbeitet für die Mafia und soll einen anderen Don ausschalten. Doch versehentlich tötet er nicht nur den Mafiaboss, sondern auch dessen Frau und Kind. Weil sich in der eigenen Organisation ein Maulwurf befindet, muss Piero in den Knast. Dort erlebt er als Kindermörder die Hölle auf Erden: Von Polizisten verprügelt und von Häftlingen vergewaltigt. Als er völlig unerwartet aus dem Knast entlassen wird, sinnt er nach Rache. Wer hat ihn verraten und trachtet nach seinem Leben? Der Spieler muss in dem pixelbasierten Game in insgesamt sieben Kapiteln durch die brutale Unterwelt Mailand schleichen und jeden ausschalten, der ihm in die Quere kommt.

Knackiges Action-Game mit fairen Speicherpunkten

Die Kampagne kann man entweder allein oder im Couch-Koop erleben. Auch ein Arena-Modus stellt den Spieler auf die Probe. Nur eines darf man nicht haben: Angst zu sterben. Dem Spieler wird nichts geschenkt. Und das ist auch gut so: Eine Schießerei kann so schnell zur tödlichen Falle werden. Denn der Spieler muss nicht nur Gegner ausschalten, die von allen Seiten feuern, sondern gleichzeitig auch noch Deckung suchen.

Die Kämpfe sind knackig und so kommt der Spieler vor allem bei Verfolgungsjagden und Schießereien am Anfang schnell an seine Grenzen. Zum Glück lädt sich die Lebensenergie von Piero nach einer gewissen Zeit automatisch wieder auf. Zeit, die man leider oft nicht hat. Da scheint es fast als Segen, dass der Spielstand automatisch abgespeichert wird und man sich nicht komplett von vorn durchballern muss.

Tarantino meets Italo-Krimi

Die harten und bitterbösen Dialoge machen Laune. Auch der Stil von "Milanoir" ist ein Augenschmaus. Besonderes Highlight: Sobald Piero Schaden nimmt (Ja, er sollte es besser nicht!), löst sich das Bild allmählich auf, genauso als würde Zelluloid verbrennen. Der Stil von "Milanoir" wirkt wie Tarantino meets Italo-Mafia-Krimi. Und das kommt nicht von ungefähr: Der Indie-Entwickler Italo Games hat sich nämlich wirklich Inspiration von italienischen Filmen der 70er-Jahre wie "Caliber 9" geholt, die von keinem anderen als Tarantino höchstpersönlich vergöttert werden. Retrofans werden dieses Game lieben.

"Milanoir" ist seit Mai 2018 für Playstation 4, Xbox One, Nintendo Switch sowie Windows PC verfügbar.

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bua/jat/news.de

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