Fremdgehportal So bleibt Ihre Affäre geheim

Ashley Madison (Foto)
Spannende Affären sollen angeblich mithilfe des Fremdgehportals Ashley Madison ganz leicht zu finden sein. Jetzt gibt es sogar eine App, die jegliche Spuren für eifersüchtige Partner unsichtbar macht. Bild: istock photo

Ina BongartzVon news.de-Redakteurin
Fremdgehen leicht gemacht: Das auf Seitensprünge spezialisierte Online-Portal Ashley Madison ist mit den deutschen Nutzern höchst zufrieden. Für den schnellen Weg zum Techtelmechtel gibt es nun Erlebnischats und eine App, die den digitalen Lippenstiftabdruck löscht.

Der Sonnenuntergang und das Meeresrauschen im Hintergrund könnten nicht romantischer sein, dann ist da dieser Fremde, der den Moment zum aufregenden Abenteuer werden lässt ... Willkommen beim Fremdgehportal Ashley Madison. Seit knapp sieben Monaten ist es auf dem deutschen Markt und die Macher sind mit der Entwicklung der Nutzerzahlen derart zufrieden, dass sie gleich mehrere neue Features entwickelt haben. Wen romantische Sonnenuntergänge wie eingangs geschildert nicht in Verzückung versetzen, der kann sich mit seiner Affäre auch zum Masken-Date verabreden. 

Warum ist Ashley Madison in Deutschland so erfolgreich? Erst Ende Oktober 2010 ist es gestartet, mehr als 125.000 Mitglieder hat das Portal bereits.

Ashley Madison
Fremdgehen digital
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Diese App vertuscht alles

«Wir studieren die länderspezifischen Anforderungen unserer Nutzer an das Portal und passen unser Produkt entsprechend an. Wir sehen ganz klar, dass jeder Kulturkreis andere Präferenzen hat», erklärt Constantin Dietrich. Der Europachef des Portals hat auch gleich ein paar Beispiele: Die Verbraucher, so nennt Dietrich die Nutzer von Ashley Madison, seien in Deutschland geduldiger als beispielsweise in der Schweiz, zudem seien die Frauen hierzulande emanzipierter und selbstbewusster beim Thema Fremdgehen. Das Portal ist zudem voll und ganz auf Frauen ausgerichtet: frustrierte Ehefrauen, auf der Suche nach dem schnellen Kick.  

Doch eines betont Constantin Dietrich immer wieder: Ashley Madison animiere nicht zum Fremdgehen, es biete lediglich eine Plattform, garantiere Anonymität und Diskretion. Damit diese gewahrt werde, haben die Entwickler von Ashley Madison jetzt eine App für iPhones entwickelt. iWipe heißt sie, die Nutzer können sie gratis downloaden. 

Ashley-Madison-Clip
Fremdgehen im digitalen Zeitalter
Video: hesse und hallermann GbR

Dietrich erklärt, was sie kann: «Unsere Idee ist, dass sich die Nutzer durch eine Tür ins Portal begeben, und am Ende keinerlei Daten wieder mit hinaus nehmen. Einen digitalen Lippenstiftabdruck wird es nicht geben.» Die App funktioniere wie eine Alarmanlage und lösche bei Bedarf alle verdächtigen Spuren, die man im Internet hinterlassen hat. Derzeit steht diese App allerdings nur für Mac-User bereit, doch das soll sich schnell ändern, kündigt Dietrich schon mal an. 

Gegenwind von den «Moralaposteln» 

Als das Portal Ende Oktober 2010 in der deutschen Version online ging, habe es von vielen Seiten Kritik gegeben. «Manche Kritiker haben die Moralapostel gespielt. Das ist weltweit immer das Gleiche, das kennen wir ja schon. Überrascht hat uns in Deutschland aber, dass mit den Themen Seitensprung und Affären so restriktiv umgegangen wird. Es wurde so getan, als hätten wir ein echtes Tabu gebrochen.»

Constantin Dietrich ist die Empörung deutlich anzuhören: Von Tabubruch könne ja wohl keine Rede sein, Ashley Madison habe das Fremdgehen schließlich nicht erfunden. Da sei die Schweiz viel aufgeklärter gewesen. «Die Deutschen sind spießiger und fuchteln mit dem Finger gern in anderer Leute Gesichter umher», sagt Dietrich, dabei seien die Deutschen weltweit gesehen ganz weit vorne, was Internet und Erotik angehe.  «Nach links reden und nach rechts streben, heißt ein Sprichwort. So könnte man das gut umschreiben.» 

Der Umgang mit dem Thema müsse kulanter werden. Sexuelle Untreue gebe es schließlich schon seit Adam und Eva. «Und daran werden wir auch nichts ändern. Doch ob wir das gut finden oder nicht ist völlig subjektiv.»

Fremdgehportal
Clevere Geschäftsidee
Video: news.de

Und Dietrich liefert gleich noch ein paar Fakten dazu: «Die Zahlen der Affären in Partnerschaften liegen vermutlich viel höher als die Statistiker sagen. Wir gehen davon aus, dass es eher in 75 oder 80 Prozent aller Beziehungen zu sexueller Untreue kommt. Je länger Sie verheiratet sind, desto größer wird natürlich die Wahrscheinlichkeit.»

Und wie geht es weiter mit Ashley Madison? Vor kurzem ist das Portal in Spanien gestartet, demnächst soll es auch in Skandinavien online gehen. Für Deutschland sollen noch weitere Features entwickelt werden, etwa Erlebnischats bei Kerzenschein. Constantin Dietrich nennt das «Steigerung der Nutzerfreundlichkeit». Das sei ein ganz wichtiger Aspekt, denn die weltweit fast 9,5 Millionen Mitglieder hätten hohe Ansprüche und liefern Wünsche und Anregungen.

iwe/ivb/news.de

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Paul
  • Kommentar 1
  • 20.05.2011 16:40

Und wieso bekommt dieser zerstörerische Mist eine derartige PR-Plattform bei Ihnen? Was hat Madison denn dafür bezahlt? Bitte transparent machen!! Oder steht der Chefredakteur auf so etwas?

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