Für clevere Studenten: Hausarbeiten zu Geld machen

Sie erfüllen Mama und Papa mit Stolz: gut benotete Studienarbeiten. Doch auch der stets leeren Studentenkasse können sie auf die Sprünge helfen. Im Internet lassen sich wissenschaftliche Texte gewinnbringend zum Kauf anbieten. News.de zeigt, wie.

Die Stunden vor dem Bildschirm können sich auch finanziell lohnen. Bild: dapd

Wird die Seminar- oder Diplomarbeit mit einer guten Note belohnt, ist das viel wert. Da wäre es schade, wenn sie im hauseigenen Bücherregal verstaubt. Dank des Internets ist es heutzutage ganz einfach, wissenschaftliche Texte unter die lesewütige Meute zu bringen und sich damit ein paar Euro dazuzuverdienen. Egal, ob es sich dabei um eine einfache Seminararbeit oder um Abschlusswerke wie BachelorNiedrigster akademischer Abschlussgrad. An den deutschen Hochschulen wird dieser Abschluss in der Regel nach drei Studienjahren (sechs Semester) erreicht. - oder Diplomarbeiten und DissertationenWissenschaftliche Arbeit zur Erlangung des Doktorgrades. handelt.

Wer einen seiner Aufsätze zu Geld machen will, ist beim Grin VerlagDer Grin-Verlag hat sich seit der Gründung im Jahr 1998 auf die Veröffentlichung akademischer Texte spezialisiert - im Internet und auf dem Buchmarkt. an der richtigen Adresse. Auf den Seiten grin.com, hausarbeiten.de und diplomarbeiten24.de können Dozenten, Absolventen und Studenten Arbeiten hochladen und vermarkten - ob kostenfrei oder gegen Bezahlung, bleibt dem Urheber überlassen. Laut Unternehmensangaben sind monatlich bis zu fünf Millionen Besucher auf den Seiten unterwegs. Der Interessentenkreis für die rund 3,8 Millionen Texte ist entsprechend groß.

FOTOS: Mit Wissen Geld verdienen Hausarbeiten als Goldgrube
zurück Weiter Grin Verlag (Foto) Foto: news.de (Screenshot) Kamera

Pro Monat werden rund 2000 neue Texte eingesendet, besonders viele im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, aber auch zu geistes- und sprachwissenschaftlichen Themen. Die Konkurrenz ist also groß. Bestseller ließen sich nicht ausmachen, sagt Geschäftsführer Patrick Hammer im news.de-Interview. Bestimmte Themen seien meist dann begehrt, wenn sie im Unterricht aktuell werden. Eine Analyse der Yes-We-Can-Rede von US-Präsident Barack Obama verkaufe sich beispielsweise zu Wahlkampfzeiten besonders gut - bis zu hundert Mal im Monat.

Wie viel lässt sich verdienen?

Der Preis eines Textes orientiert sich an dessen Umfang, Note und Aktualität. Der Autor hat ein Mitspracherecht und kann sich vom Verlag beraten lassen. Diplomarbeiten kosten durchschnittlich 30 Euro, Hausarbeiten 8 bis 10 Euro. Egal worauf man sich einigt - dem Autor steht in jedem Falle ein Honorar zu. Dabei hat er zwei Möglichkeiten: Entscheidet er sich für eine Einmalzahlung, erhält er von Grin 10 Euro, sobald sein Text veröffentlicht wird. Und zwar auch dann, wenn der Text sich nicht verkauft. Sollte sein Werk doch Abnehmer finden, wird der Urheber nicht prozentual am Gewinn beteiligt.

Das ist nur der Fall, wenn er sich für ein prozentuelles Autorenhonorar entscheidet. Für jedes verkaufte Buch gibt es dann 10 Prozent vom Nettoverkaufspreis. Für digitale Veröffentlichungen erhält der Autor 40 Prozent, wenn es sich dabei um Abschlussarbeiten und Dissertationen handelt. Alle anderen Arbeiten bringen ihm 35 Prozent bei jedem Verkauf ein. Der Verlag verdient also ordentlich mit. Besser als nichts ist das Zubrot aber allemal. Laut Hammer bekommen manche Autoren sogar über 1000 Euro pro Quartal. Und so ein eigenes Buch macht sich im Lebenslauf auch nicht schlecht.

Wie funktioniert's?

Ein Autorenprofil zu erstellen, ist kostenlos und funktioniert ähnlich einem Facebook-Konto. Auch hier kann sich jeder persönlich vorstellen, Angaben zu Ausbildung und Beruf machen, sich mit anderen Autoren vernetzen und informieren, welche Themen und Texte in Planung sind. Dateien lassen sich als PDF-, Word-, RTF- oder OpenOffice-Dokument hochladen. Veröffentlicht werden können neben Seminar- und Abschlussarbeiten auch Essays und Referate, sofern sie den Qualitätskriterien des Verlages genügen. Hochschularbeiten müssen mindestens die Note 3 vorweisen. Alle Einsendungen werden von einer Redaktion auf Mängel geprüft. Sie entscheidet, ob eine Arbeit online geht.

Einmal veröffentlicht, werden die Texte von Grin auf verschiedenen Kanälen vermarktet. Sie erscheinen auf den Verlagsseiten, bei Spiegel Online, buecher.de und buch.de. Erstere sind mit einem Katalog versehen, der nach Fachbereichen gegliedert ist, was die Textsuche erheblich erleichtert. Auch über Google sind im Grin Verlag digital veröffentlichte Texte erreichbar. Bestimmte Nutzungsrechte werden mit der Veröffentlichung bei Grin an den Verlag abgetreten. Diese sind in einem Autorenvertrag detailliert nachzulesen.

Optional können Autoren ihre Aufsätze bei Grin auch kostenlos als gebundenes Buch in Auftrag geben, ohne dass ihnen dabei selbst Kosten entstehen. Das Werk erhält eine ISBN-Nummer und gelangt über das Vertriebsnetzwerk des Verlages in über 6000 Buchhandlungen. Dort kann es - wie auch in zahlreichen Onlineshops wie libri.de und amazon.de - unter Angabe der entsprechenden Nummer bestellt werden. Außerdem ist das Buch über Goolge Books verfügbar und erhält einen Eintrag im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek.

Erfahren Sie in unserer Bilderstrecke, wo Sie Ihre wissenschaftlichen Texte noch zu Geld machen können.

sis/som/ivb/news.de

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