Krätze 2017: Alles Wichtige über Ansteckung, Übertragung und wirksame Behandlung

Die Krätze ist weiter auf dem Vormarsch in Deutschland, wobei Großstädte in Nordrhein-Westfalen besonders stark betroffen sind. Das sollten Sie zu Ansteckung, Übertragung und Symptomen des Hautausschlags wissen.

Die Krätze breitet sich wieder in Deutschland aus. (Symbolbild) Bild: dpa

Die Krätze ist auf dem Vormarsch: In Bonn musste aufgrund der Hauterkrankung am vergangenen Wochenende eine Krankenhausstation des Johanniter-Krankenhauses geschlossen werden. Auch bei der Bereitschaftspolizei in Bruchsal wurden mehrere Krätze-Fälle festgestellt. Die Polizeischule musste sogar geschlossen werden. Bereits seit einigen Jahren breitet sich die Krätze wieder in Deutschland aus.

Krätze 2017 weiter auf dem Vormarsch in Deutschland

Vor allem in Nordrhein-Westfalen registrieren die Gesundheitsämter seit 2016 immer mehr Fälle der ansteckenden Hautkrankheit. Das betrifft insbesondere größere Städte, wie etwa Düsseldorf, Köln, Duisburg oder Bonn. Allein in Düsseldorf sind bis September 2017 bereits 123 Fälle registriert worden, 2016 waren es im gesamten Jahr 105 Fälle und 2013 lediglich 23, berichtet "rp-online.de". Allerdings könnte die Dunkelziffer weitaus höher liegen, weil die Krätze nicht meldepflichtig ist.

Krätzmilben verursachen starken Juckreiz bei Skabies

Die Hauterkrankung ist auch unter dem Namen Scabies oder Skabies bekannt, das sich von dem lateinischen Word "scabere" für "kratzen" ableitet. Denn zu den bezeichnenden Symptome der Krätze gehört ein unerträglicher Juckreiz, Hautrötungen, schuppige Haut, Krusten und Papeln. Verursacher ist ein Parasit, die Krätzmilbe. Die Milben graben sich in die obere Hornschicht der Haut und legen dort ihre Eier ab. Dadurch schädigen sie die Haut, was wiederum eine Reaktion des Immunsystems auslöst.

Ansteckung und Übertragung der Krätze geht sehr schnell

Da die Milben ein warmes Milieu bevorzugen, sind sie an bestimmten Körperstellen besonders häufig anzutreffen, etwa zwischen Fingern und Zehen, im Genital-, Brust und Achselbereich, am Bauchnabel und den Handgelenken. Das ist zudem der Grund, warum sie sich im Bett besonders schnell vermehren und nachts einen starken Juckreiz verursachen. Die Übertragung der Krätze geht recht fix über die Haut. Dabei genügt schon ein einziges Milbenweibchen, wie "Onmeda" informiert, um die Hauterkrankung zu bekommen. Geschlechtsverkehr gehört zu den häufigsten Übertragungswegen, weshalb die Krätze auch zu den sexuell übertragbaren Krankheiten zählt. Aber auch eine Ansteckung allein über Textilien ist möglich.

In Einrichtungen, wo viele Menschen auf engstem Raum miteinander umgehen, etwa in Kitas, Schulen, Altenheimen oder Flüchtlingsunterkünften, ist das Ansteckungsrisiko sehr hoch. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, zum Beispiel bei HIV, sind zudem für eine Infektion mit der Krätze besonders gefährdet.

Hautausschlag-Symptome der Krätze besser nicht mit Hausmitteln behandeln

Wer einmal die Krätze hat, wird die Milben auch mit häufigem Baden oder Duschen nicht so schnell wieder los und sollte bei ersten Symptomen einen Arzt aufsuchen. Die Behandlung erfolgt sowohl medikamentös - und einmalig - mit Ivermectin, als auch äußerlich mit einer Salbe. Die enthält das künstlich hergestellte Insektizid Permethrin, das auch für Schwangere und Kinder geeignet und sehr wirksam gegen die Krätzmilben ist, oder die Wirkstoffe Benzyl­benzoat oder Allethrin, die jedoch starke Nebenwirkungen haben.

Um das Ansteckungsrisiko für andere zu minimieren, sollten Sie Ihre Bettwäsche und Textilien täglich bei 60 Grad waschen und lange auslüften lassen. Die Krätzmilben sind auf den Menschen als Wirt spezialisiert und überleben abseits unserer Haut nicht lange. Auf Hausmittel, wie etwa Teebaumöl, sollten Sie jedoch verzichten, da es so zu weiteren Hautreizungen kommen kann.

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kad/kns/news.de

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