Bindehautentzündung Das geht ins Auge

Kaum erwacht, geht die Tortur los: rote, brennende Augen. Die Augenlider sind so eitrig verklebt, dass sie sich kaum heben lassen. Eine Bindehautentzündung ist nicht nur lästig, sondern auch gefährlich.

Bindehautentzündung (Foto)
Klingen die Beschwerden einer Bindehautentzündung nicht innerhalb eines Tages ab, ist der Besuch beim Arzt unausweichlich. Bild: dapd

Im Frühjahr werden die Augen besonders stark in Mitleidenschaft gezogen. Kaum blühen überall die ersten Blumen und Bäume, beginnt für Allergiker eine lange Leidenszeit. Betroffen sind vor allem die Augen - sie jucken, tränen und schwellen an, die Bindehaut rötet sich. Diagnose: Bindehautentzündung.

Wie wichtig die Funktion der Bindehaut für unser Sehorgan ist, wird Patienten erst bewusst, wenn diese schwächelt. Sie überzieht die LederhautSie sorgt für die Stabilität des Augapfels. bis hin zur HornhautSie sorgt zusammen mit der Linse für ein scharfes Bild. und ist unter anderem dafür verantwortlich, dass das Auge mit einem Tränenfilm befeuchtet wird. Zudem ist sie wesentlicher Bestandteil der Immunabwehr, sodass buchstäblich nichts ins Auge geht.

Allergie: Die Pollen fliegen wieder

Sind bei einer Bindehautentzündung die Lider verklebt, liegt das daran, dass die Augen vermehrt ein wässriges bis eitriges Sekret absondern. Betroffene sind in dieser Phase der Erkrankung besonders lichtempfindlich.

Bei allergisch bedingten Bindehautentzündungen sind Pflanzenpollen am häufigsten Auslöser. Auch Hausstaub, Tierhaare oder Schimmelpilze können als Ursache in Frage kommen. Augenarzt Dr. Georg Eckert, Pressesprecher des Berufsverbandes der Augenärzte (BVA), betont: «Ein gereiztes Auge ist ein Symptom, das ganz verschiedene Ursachen haben kann.»

Die Diagnose sei eine Herausforderung für den Facharzt. «Neben einer Allergie können auch Viren oder Bakterien Ursache der Entzündung sein, möglicherweise sogar Verletzungen der Hornhaut oder ernstere Entzündungen der Regenbogen- oder Lederhaut», heißt es in einer BVA-Mitteilung.

Besondere Vorsicht gilt, wenn im Augeninneren starke Schmerzen auftreten oder sich die Sehkraft verschlechtert. Bei einer normalen Bindehautentzündung sei beides nicht der Fall. Dann ist es Eckert zufolge wichtig, so schnell wie möglich zum Augenarzt zu gehen, bevor das Sinnesorgan irreparabel geschädigt wird.

Spätestens nach einem Tag zum Arzt

Eine weitere Faustregel Eckerts: Bei jeder Bindehautentzündung, die unbehandelt nicht innerhalb eines Tages abklingt, sollte der Arzt aufgesucht werden. Wird eine allergische Bindehautentzündung diagnostiziert, verschreibt er dem Patienten antiallergische Augentropfen, die den Botenstoff HistaminEin eiweißhaltiger Abwehrstoff, der bei Allergien ausgeschüttet wird. blockieren und somit für Linderung sorgen. Eckert zufolge sind sie gut verträglich und wirken rasch. Nur in seltenen Fällen müsse Kortison verwendet werden.

Bei einer bakteriellen Entzündung hingegen werden stärkere Geschütze aufgefahren. Dann wird das Auge mit Tropfen oder Salben behandelt, die ein Antibiotikum enthalten.

Wichtig: Von Hausmitteln wie einem Kamillenbad ist abzuraten. Die Heilpflanze hemmt zwar die Entzündung, doch die selbst hergestellte Lösung ist nicht steril und kann das Auge mit Erregern infizieren.

So lange die Entzündung anhält, sollten Kontaktlinsenträger auf ihre Haftschalen verzichten. Das gilt bei jeglicher Reizung, wie Dr. Gerald Böhme, Kontaktlinsenexperte des BVA, rät. Außerdem sollten die Linsen nicht gleich nach einer Behandlung mit Augentropfen eingesetzt werden. Eine Zeitspanne von mindestens 15 Minuten muss sein, denn weiche Linsen können die Wirkstoffe speichern und so ihre Wirkung auf das Auge beeinflussen.

So beugen Sie vor

Leiden Betroffene unter einer bakteriell ausgelösten Bindehautentzündung, ist auch dessen näheres Umfeld gefährdet. Der Rest der Familie kann sich schützen, indem nicht die gleichen Handtücher, Waschlappen und Schwämme benutzt und die Hände regelmäßig mit Seife desinfiziert werden.

Bei einer allergischen Reizung empfiehlt es sich, so gut wie möglich die Gefahrenherde zu umgehen. Das heißt: Plätze mit starkem Pollenflug meiden. Zudem lassen sich die Pollen aus der unmittelbaren Nähe des Auges - in Haaren oder Nase - speziell durch Haarewaschen oder eine Nasendusche entfernen.

som/rzf/news.de

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