Risikofaktoren: Was vor Brustkrebs schützt und was ihn fördert

Ob eine Frau Brustkrebs bekommt oder nicht, ist nicht vorherzusagen. Forscher haben jedoch mehrere Faktoren identifiziert, die beim Tumorwachstum eine Rolle spielen. News.de fasst sie zusammen.

Frauen, die länger stillen, erkranken seltener an Brustkrebs. Bild: dpa

Das schützt vor Brustkrebs:

Sport: Sechs Stunden intensiver Freizeitsport pro Woche können das Risiko für Brustkrebs um 23 Prozent senken. Das haben Forscher aus den USA kürzlich gemeldet. Diese Schutzwirkung besteht nach Forscherangaben unabhängig vom Alter der Frauen. Studienleiter Brian Sprague sagt: "Der Hormonspiegel von Frauen variiert stark in den verschiedenen Lebensphasen. Aber aktive Sportlerinnen haben in jedem Alter meist niedrigere Östrogenwerte als inaktive Frauen."

Andere Studien belegen, dass Sport auch hilfreich in der Brustkrebsbehandlung ist: Die Rückfallquote sportlicher Frauen liegt demnach deutlich niedriger, sie meistern ihren Alltag sowie die körperliche und psychische Belastung leichter.

Ernährung: Japanerinnen erkranken fünfmal seltener an Brustkrebs als Amerikanerinnen und Europäerinnen. Studien belegen, dass es an ihren Essgewohnheiten liegen muss. Die japanische Küche gehört zu den gesündesten der Welt. Die niedrigen Brustkrebsraten haben die japanischen Frauen ihrer Leibspeise, der Sojabohne, zu verdanken.

Das Besondere an Soja sind die darin enthaltenen Phytoöstrogene. Dabei handelt es sich um dem Östrogen verwandte Pflanzenstoffe, die im Körper die Wirkung von "Hormonzwittern" entfalten. Das heißt, sie wirken an den Organsystemen, die einen hohen Östrogenbedarf haben, östrogenverstärkend. Am Brustdrüsengewebe, wo zu hohe Östrogenkonzentrationen das Krebswachstum begünstigen, wirken sie als Östrogenblocker. Sie hemmen dabei nicht nur das Wachstum der Tumorzellen, sondern auch das der Blutgefäße, die der Krebs für seine Versorgung bildet.

Auch eine fettarme, vitamin- und ballaststoffreiche Kost scheint das Risiko zu verringern, an Brustkrebs zu erkranken.

Späte erste Regelblutung: Laut der Deutschen Krebshilfe erkranken weniger Frauen an Brustkrebs, deren erste Regelblutung nach dem zwölften Lebensjahr einsetzte. Auch der Beginn der Wechseljahre spielt eine Rolle. Hier gilt: Je früher desto besser. Liegt der Zeitpunkt vor dem 45. Lebensjahr, ist das Brustkrebs-Risiko verringert.

Schwangerschaften: Je mehr Schwangerschaften eine Frau jedoch erlebt, umso geringer wird das Risiko, ab einem Alter von 40 Jahren an Brustkrebs zu erkranken. Ein Hormon, das während der Schwangerschaft produziert wird, verhindert möglicherweise krebsartige Veränderungen der Brustzellen.

Frühe Mutterschaft: Auch eine frühe Schwangerschaft, am besten mit 20 Jahren, verringert die Anfälligkeit für Brustkrebs um 50 Prozent. Vermutlich liegt das daran, dass während der Schwangerschaft die noch unfertigen Drüsenzellen in der Brust ausreifen und fertig ausgereifte Zellen weniger leicht entarten.

Stillen: Säuglinge profitieren vom Stillen, aber auch die Mütter gewinnen dabei. Je länger sie stillen, umso seltener erkranken sie an Brustkrebs. Wie der Milchfluss vor Krebs schützt, ist noch unbekannt.

Kopfschmerzanfälle: Es ist zwar ein schwacher Trost für Kopfschmerzgeplagte, aber sie haben ein um 30 Prozent vermindertes Risiko für Brustkrebs. Dafür haben die Forscher noch keine Erklärung, aber eine Vermutung: Wahrscheinlich spielt der wechselnde Hormonspiegel eine Rolle. So ist bereits bekannt, dass Frauen, die die Antibabypille einnehmen, während ihrer einwöchigen Pillenpause besonders häufig an Migräneattacken leiden. Auf der anderen Seite sind die meisten schwangeren Kopfschmerzkranken beschwerdefrei. Während der Schwangerschaft steigt der Pegel des weiblichen Sexualhormons Östrogen stark an.

Alkohol: Alkohol gilt als wichtiger Risikofaktor für Brustkrebs. Einer Studie zufolge ist er in 60 Prozent aller Brustkrebsfälle an der Entstehung und Ausbreitung beteiligt.

Nikotin: Rauchen ist zwar kein direkter Auslöser für Brustkrebs, er fördert aber in Kombination mit anderen Faktoren das Wachstum und die Ausbreitung dieser Krebszellen. Tierversuche ergaben, dass Nikotin in das Zellwachstum eingreift und zum Wachstum von Krebszellen in der Brust beiträgt. Das Nikotin verband sich dabei mit anderen Substanzen, bevor es zum Krebswachstum beitrug.

Fettreiche Kost: Essen Frauen viel Butter, Margarine, verarbeitetes Fleisch und Fisch und meiden sie Brot und Fruchtsäfte, so steigt das Brustkrebs-Risiko um fast das Doppelte, wie eine Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke zeigt.

Übergewicht: Dicke Frauen erkranken eher an Brustkrebs als schlanke Altersgenossinen. Übergewicht geht bei Frauen mit der Bildung von Fettgewebe im Bauchraum einher. In diesem Fettgewebe werden Hormonvorläufer zu Östrogenen umgebaut, die das Risiko für Brustkrebs erhöhen, haben Berliner Krebsspezialisten herausgefunden.

Stadtleben: Frauen, die in Städten leben, haben ein dichteres Brustgewebe als ihre Geschlechtsgenossinen auf dem Land, und damit ein deutlich höheres Krebsrisiko. Warum das so ist, konnte die Wissenschaft bislang nicht klären. Lebensstil, Ernährung und Stress könnten jedoch einen Einfluss auf die Beschaffenheit der Brust haben.

Großer Busen: Eine große Brust alleine erhöht das Risiko zwar nicht. Aber es ist erhöht, wenn die Brust infolge von Übergewicht groß ist, weil dann mehr Fettzellen Östrogen produzieren. In großen Brüsten werden Tumore zudem oft später erkannt, weil kleine Verhärtungen nicht so schnell auffallen.

Hormonersatztherapie: Hormontherapien sollen die Beschwerden der Wechseljahre mildern. Aber sie erhöhen tatsächlich das Brustkrebsrisiko, weil die Frauen länger dem Östrogen ausgesetzt sind.

FOTOS: Brustkrebs Prominente und die Diagnose

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