Erkältung
Heilpflanzen und Honig sind Hustenkiller

Husten klingt oft schlimmer als er ist. Tatsächlich handelt es sich um einen sinnvollen Abwehrmechanismus unseres Körpers: Er befreit die Bronchien und die Lunge vom Schleim. Husten sollte deshalb nicht unterdrückt werden, er lässt sich auch mit Heilpflanzen lindern.

Zwei- bis dreimal im Jahr haben die meisten Menschen Husten, meist als Randerscheinung einer Erkältung. Bild: dpa

Husten ist unangenehm, raubt den Schlaf und ärgert die Mitmenschen in Büro, Bus oder abends im Theater. Dabei ist der Hustenreflex lebenswichtig: Er schützt die Atemwege und sorgt dafür, dass sie frei bleiben. Er ist eigentlich keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom, das die verschiedensten Krankheiten als Ursache haben kann.

Meistens tritt der Husten als Teil einer Erkältung auf, der in der Regel bald von selbst verschwindet. Verursacher sind häufig Viren, die eine Entzündung und Schwellung der Schleimhaut in den Atemwegen auslösen. Dadurch werden die Hustenrezeptoren, das sind dünne Nervenfasern, stimuliert und bewirken eine kräftige Ausatmung gegen die geschlossenen Stimmbänder – das Husten.

Schwerwiegender ist eine Bronchitis, bei der es im allgemeinen Bakterien sind, die Bronchien der Lunge zur Entzündung bringen. Manche der sogenannten Kinderkrankheiten treten auch gemeinsam mit Husten auf, beispielsweise Masern und natürlich der oft quälende Keuchhusten. Auch durch nichtinfektiöse Reize wie Rauchen, Pollen oder andere Allergieauslöser kann Husten verursacht werden. Und zu guter Letzt kann Reizhusten durch Stress und innere Anspannung begründet sein.

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Wenn Husten chronisch wird

Ein länger als drei bis vier Wochen andauernder Husten kann auf eine ernste Erkrankung hinweisen. «Normalerweise sorgt der Hustenstoß für die Entfernung von Schadstoffen, zähem Schleim und Fremdkörpern aus den Atemwegen. Wenn Husten aber chronisch wird und länger als vier Wochen dauert, ist er ein ernstzunehmendes Symptom, dem unbedingt nachgegangen werden muss», sagt der Vorsitzende der Deutschen Lungenstiftung, Harald Morr.

Weitere Alarmsignale seien roter oder gelblich-grüner, abgehusteter Schleim, hohes Fieber, Atemnot oder Schmerzen in der Brust. Wenn Gewichtsverlust, Abgeschlagenheit, Nachtschweiß und Heiserkeit hinzukommen, könne der Husten auf Lungenkrebs, Tuberkulose, Lungenentzündung, Lungenembolie oder Pneumothorax (Lungenriss) hinweisen.

«Nur durch die Klärung der Ursache des Hustens hat man die Chance, dem Fortschreiten einer schweren Krankheit rechtzeitig entgegenzuwirken», warnt der Professor. Das Symptom Husten dürfe nicht medikamentös behandelt beziehungsweise unterdrückt werden, solange die zugrundeliegende Krankheit nicht erkannt ist. Wenn Husten aber als offensichtlicher Begleiter einer banalen Erkältung auftritt, können Betroffene sich auch selbst helfen, indem sie zu bewährten Hausmitteln greifen.

«Ein trockener Reizhusten lässt sich zum Beispiel gut mit Eibischtee beziehungsweise Malventee behandeln», erklärt Morr. «Der Eibisch gehört zu den Malvengewächsen und wird auch Malve oder Weiße Pappel genannt. Die in den Blüten, Blättern und Wurzeln enthaltenen Schleimstoffe - sogenannte Polysaccharide - lindern Reizungen und schützen die Schleimhäute in Mund- und Rachenraum sowie im Magen», erklärt der Mediziner.

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So wird der Hustentee zubereitet

Bei der Anwendung als Tee ist grundsätzlich folgendes zu beachten: Sowohl die Blätter und Blüten als auch die Wurzel müssen in kaltem Wasser angesetzt werden. Zur Einnahme werden sie dann auf angenehme Trinktemperatur erwärmt - zu starkes Erhitzen würde die Schleimstoffe allerdings zerstören. Außerdem sollte der Tee möglichst langsam in kleinen Schlucken getrunken werden, um die Flüssigkeit möglichst lange im Mund zu behalten, so dass sie ihre heilsame Wirkung entfalten kann.

Bei Hustenmedikamenten aus der Apotheke ist grundsätzlich zu beachten, dass Hustenblocker und Hustenlöser nicht gleichzeitig eingenommen werden dürfen, weil es sonst zu einem Sekretstau kommen kann, erklärt Morr.

Auch die Bundesapothekenkammer pflanzliche Arzneimittel empfiehlt, bei Husten zunächst einmal zu Hausmitteln zu greifen. Den Hustenreiz stillen der Kammer zufolge neben der Eibischwurzel auch Spitzwegerich oder Isländisch Moos.

Das Abhusten wird zum Beispiel erleichtert durch Anis, Fenchel, Primelwurzel oder Süßholzwurzel. Thymian und Efeu wirken gleichzeitig hustenstillend und -lösend. Die Heilpflanzen werden klassisch als Tee zubereitet. Besser, weil höher dosiert, sind Extrakte, die in Form von (Lutsch-)tabletten, Sirup, Saft oder Tropfen eingenommen werden.

«Die meisten Heilpflanzen sind gut verträglich und haben kaum Nebenwirkungen. Aber es gibt Ausnahmen. Wer sich selbst behandeln möchte, sollte sich daher immer in der Apotheke informieren», sagt Dr. Ulrich Krötsch, Präsident der Bundesapothekerkammer. Zum Beispiel ist das schleimlösende Eukalyptusöl für Säuglinge und Kleinkinder nur bedingt geeignet. Im Gesicht aufgetragen, kann es zu einem Stimmritzenkrampf führen. Erwachsene mit Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich oder der Galle sollten es nicht innerlich anwenden. Auch Huflattichblätter sind nach Angaben Krötschs nicht empfehlenswert, da sie leberschädigende Naturstoffe enthalten können.

Thymian zur Stärkung der körperlichen Kraft

In früheren Zeiten waren Pflanzen als Heilmittel erste Wahl. So soll schon Paracelsus auf die günstigen Wirkungen des Lungenkrautes auf die Atemwege aufmerksam gemacht haben. Und Thymian, der bei uns hauptsächlich als Gewürz bekannt ist, schätzten sowohl die Griechen als auch die Römer. Sie opferten ihn ihren Göttern. Die getrockneten Zweige dienten als Räucherstäbchen und sollten den Menschen Mut und Kraft verleihen. Dabei ging es vor allem um körperliche Kraft. Deshalb badeten römische Legionäre, bevor sie in die Schlacht zogen, in einem Thymianbad.

Wer heute eine Linderung seines Hustens sucht, sieht sich einer ganzen Batterie von frei verkäuflichen Hustenmitteln gegenüber gestellt. Welches Medikament eingenommen wird, richtet sich nach der Hustenart. Bei trockenem Reizhusten kommen Mittel zur Unterdrückung des Hustenreizes zur Anwendung wie Hustenstiller und Antitussiva. Bei schleimigem Husten empfehlen sich Mittel zum Lösen des Schleims und zur Erleichterung des Abhustens wie Schleimlöser und Expektoanzien.

Viele von ihnen enthalten den Wirkstoff Dextromethorphan, der das Hustenzentrum im Gehirn hemmen soll. Allerdings sind Medikamente, die auf diesem Stoff basieren, wenig wirksam, fanden Forscher in den USA heraus. Bereits im Jahr 2004 hatten Ian Paul und seine Kollegen anhand einer Untersuchung gezeigt, dass weder Dextromethorphan noch der ebenfalls verbreitete Antihustenwirkstoff Diphenhydramin den Hustenreiz besser unterdrücken als ein Plazebo.

Die Forscher haben schließlich die Wirkung von Dextromethorphan und Honig verglichen. Das Ergebnis: Honig schnitt im Vergleich zu Dextromethorphan in den Bewertungen deutlich besser ab. Die Studienteilnehmer, die Honig einnahmen, litten unter weniger Hustenattacken und schliefen besser als diejenigen, die zur Dextromethorphan-Gruppe gehörten. 

news.de/ap

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3 Kommentare
  • bärbel

    11.11.2009 14:20

    Ich leide in der feuchten Jahreszeit November, oft unter Husten.

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  • 23.01.2009 14:51

    Kommentar von Elster wegen Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen gelöscht.

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  • 23.01.2009 13:45

    Zwiebelsaft ist auch gut . Aber ich habe durch Fagsan- Lösung meinen starken Husten wegbekommen .Was andres hat nicht geholfen .

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