Zähneknirscher sind Selbstzerstörer
Wollen Sie wissen, wie es bei dem Thema weitergeht?Wir informieren Sie gerne kostenlos.
Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen
Artikel vom 29.01.2009Nur etwa eine Stunde lang brauchen wir unsere Zähne am Tag zum Essen. Viele Menschen beißen sie jedoch auch sonst zusammen und kauen auf Problemen herum. Das hat Folgen - nicht nur für das Gebiss.
Vor allem nachts werden Probleme buchstäblich immer und immer wieder durchgekaut. «Häufig bemerkt man die Aktivitäten im Schlaf erst dann, wenn die Zähne darunter leiden und starke Abnutzungserscheinungen zeigen oder wenn die vom Knirschen ausgelösten Spannungsschmerzen der Kopf- und Nackenmuskulatur unerträglich werden», erklärt Dr. Oliver Ahlers, Experte der Initiative Pro Dente und zahnärztlicher Leiter des CMD-Centrums Hamburg-Eppendorf.
Gründe für das ständige Pressen, Beißen und Knirschen sind zumeist im seelischen Bereich zu suchen. Die Spannungen ungelöster Probleme, Belastungen, Ärger und Sorgen übertragen sich nicht nur auf Schulter-, Nacken- oder Stirnmuskulatur, wo sie unter anderem Kopfschmerzen, Seh- und Konzentrationsstörungen sowie schmerzhaften Muskelhartspann hervorrufen, sondern auch auf die Kaumuskulatur. Durch Knirschen, Beißen und Zungendrücken wird der innere Druck unkontrolliert und meist völlig unbewusst an den Kauapparat weitergegeben. Meist sind Frauen betroffen, denn sie fressen Stress öfter als Männer in sich hinein.
Übermäßiges nächtliches Zähneknirschen, in der Fachsprache Bruxismus genannt, kann aber auch mit Störungen im Zusammenbiss der Zahnreihen zusammenhängen. Experten sprechen in diesem Fall von Craniomandibulären Dysfunktionen (CMD), die zu den häufigsten zahnmedizinischen Erkrankungen zählen und die Auswirkungen von Fehlstellungen zwischen Schädel (Cranium) und Unterkiefer (Mandibula) bezeichnen. Sie seien besonders schwer als Ursache für Beschwerden auszumachen, sagt Ahlers.
Oft führen fehlende Zähne, die nicht ersetzt werden zu umfangreichen Funktionsstörungen. Bereits ein fehlender Zahn belastet das ausgewogene Verhältnis der Zahnreihen, der Kaumuskulatur und des Kiefergelenkes. Die Nachbarzähne kippen in die Lücke hinein und werden schief oder wachsen aus dem Kiefer heraus, weil der Gegenzahn fehlt. Die Bissverhältnisse stimmen nicht mehr, und die Belastungen im Kiefer verändern sich.
Die CMD werden mit verstärkter Muskelaktivität beantwortet, wie Ahlers erläutert. Weiterhin können orthopädische Probleme wie Fehlhaltungen und Fehlfunktionen der Halswirbelsäule zugrunde liegen. Diese führen tagsüber zu erhöhter muskulärer Aktivität, die sich verselbstständigen kann und so auch nachts überhöhte Muskelanspannungen verursacht.
Zum Thema
Thema verfolgen »
Artikel kommentieren
Mundgeruch ist ein Thema, das vielen peinlich ist - es ist ein Tabuthema. Dabei ist mehr ...
Chronisch entzündete Zähne können die Ursache für permanente Herzbeschwerden sein - aber nicht nur: Auch ein Schlaganfall mehr ...
Zähne malmen sich täglich durch harte Brocken wie Körnermüslis, Karottenschnitze und Karamellbonbons. Damit einem diese mehr ...
Unter dem Motto «Gesund beginnt im Mund – aber bitte mit Spucke!» stellt der Aktionskreis Zahngesundheit zum mehr ...
Der Aktionskreis Tag der Zahngesundheit hat Tipps zusammengestellt, die helfen, den Speichel gesund zu mehr ...