Was wusste Meghan Markle?: Missbrauchsverdacht gegen ihren Vater - FBI hat viele offene Fragen

Vier Kisten voller mutmaßlichem Missbrauchsmaterial, ein belastendes Filmnegativ und eine Tochter, die seit sieben Jahren schweigen musste – die Vorwürfe gegen Herzogin Meghans Vater Thomas Markle Sr. erschüttern die ohnehin zerrüttete Familie bis ins Mark.

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In einem Statement ließ Herzogin Meghan verlauten, dass sie bereits seit 2018 um die Missbrauchsvorwürfe rund um ihren Vater Thomas Markle gewusst habe. (Foto) Suche
In einem Statement ließ Herzogin Meghan verlauten, dass sie bereits seit 2018 um die Missbrauchsvorwürfe rund um ihren Vater Thomas Markle gewusst habe. Bild: picture alliance/dpa/Rolf Vennenbernd
  • Schwere Vorwürfe gegen Meghans Vater – Polizei sichert mutmaßliches Beweismaterial
  • Herzogin Meghan äußert sich zu den Anschuldigungen – so geht es ihr mit der Situation
  • Thomas Markle Sr. weist alle Vorwürfe zurück – Anschuldigungen als "kranke Lügen" bezeichnet
  • Scotland Yard und FBI eingeschaltet – viele Fragen zu den Vorwürfen bleiben offen

Gegen Thomas Markle Sr., den 82-jährigen Vater von Herzogin Meghan, stehen schwerwiegende Vorwürfe des sexuellen Kindesmissbrauchs im Raum. Wie jetzt gegenüber der Presse bekannt wurde, übergab sein Sohn Thomas Markle Jr. den philippinischen Behörden in Cebu City ganze vier Kisten mit mutmaßlichem Missbrauchsmaterial, das er in der früheren Wohnung seines Vaters entdeckt hatte. Laut "The Sun" sollen sich darin "Hunderte, wenn nicht Tausende" Aufnahmen von sexuellem Kindesmissbrauch befinden. Und Tochter Meghan? Auch sie reagiert auf den schwerwiegenden Verdacht.

Wie viel wusste Meghan Markle wirklich?

Die Ehefrau von Prinz Harry erklärte in einem öffentlichen Statement, sie habe bereits 2018 von entsprechenden Anschuldigungen gegen ihren Vater erfahren und daraufhin jeden Kontakt zu ihm abgebrochen. Immerhin sei dies heute rund acht Jahre her. Wie tief ihr Vater wirklich im Missbrauchssumpf steckt, zeigt sich erst im Zuge aktueller Ermittlungen.

Verstörendes Material in der Wohnung des Vaters entdeckt

Thomas Markle Jr., Meghans 60-jähriger Halbbruder, stieß demnach in der ehemaligen Wohnung seines Vaters in Cebu City auf das belastende Material. Mehr als neun Stunden verbrachte er bei der formellen Übergabe der vier Kisten an die philippinische Polizei. Unter den sichergestellten Gegenständen befanden sich laut "The Sun" ein Laptop, alte Bücher mit Abbildungen nackter Minderjähriger sowie Computerbildschirme mit Hunderten verstörenden Miniaturansichten und Videos.

Besonders brisant: Ein altes 35-mm-Filmnegativ soll einen bärtigen Mann zeigen, bei dem es sich mutmaßlich um Thomas Markle Sr. handelt – auf einem Bett mit einem jungen asiatischen Mädchen. Der Mann auf dem Bild soll Ende 40 oder Anfang 50 gewesen sein. Thomas Jr. erklärte, er sei "entsetzt" gewesen und habe "keine andere Wahl gehabt, als seinen Vater anzuzeigen".

Jahrelange Frustration – und nun Erleichterung bei Herzogin Meghan

Eine enge Vertraute der Herzogin, die mit Meghans Einverständnis sprach, schilderte gegenüber "The Sun" deren aktuelle emotionale Lage angesichts der aktuellen Entwicklungen: "Als Mutter kleiner Kinder ist sie von all dem zutiefst erschüttert." Vor allem gelte ihre Sorge den Kindern, denen möglicherweise Leid zugefügt wurde. "Nach so vielen Jahren mit zutiefst beunruhigenden Bedenken herrscht auch echte Erleichterung darüber, dass diese Angelegenheiten nun ordentlich untersucht werden."

Quellen aus Meghans Umfeld betonten, die Herzogin habe acht Jahre lang nicht öffentlich über die Vorwürfe sprechen können. Juristische Berater hätten ihr davon abgeraten, da öffentliche Äußerungen laufende Ermittlungen hätten gefährden können. Zudem hätte sie sich dem Risiko einer Verleumdungsklage ausgesetzt, solange es sich um unbewiesene Anschuldigungen handelte. Diese erzwungene Zurückhaltung habe sie als äußerst belastend empfunden.

"Kranke Lügen" – Vater weist alle Vorwürfe zurück

Thomas Markle Sr. meldete sich aus einem Pflege- und Rehabilitationszentrum in Florida zu Wort und wies sämtliche Anschuldigungen kategorisch zurück. Gegenüber der "Daily Mail" erklärte der 82-Jährige: "Ich bin schockiert, verletzt und sehr aufgebracht, dass mein Sohn diese Anschuldigungen gegen mich erhebt. Ich könnte niemals das tun, was mir vorgeworfen wird."

Die Vorwürfe bezeichnete er als "kranke Lügen" und vermutete, sein Sohn wolle damit Geld verdienen. Zudem bestritt er, jemals entsprechendes Material heruntergeladen zu haben: "Niemals. Niemals. Niemals."

Der ehemalige Hollywood-Lichttechniker behauptete außerdem, die beschlagnahmten Computer seien seit seinem Wegzug aus Rosarito in Mexiko im Januar 2025 nicht mehr in seinem Besitz gewesen. Er habe seit Monaten keinen Kontakt zu seinem Sohn gehabt und schwanke zwischen tiefer Trauer und großer Wut.

Scotland Yard auf der Suche nach dem Brief von 2018

Die Metropolitan Police geriet nach Meghans Erklärung selbst unter Druck. Ein Sprecher von Scotland Yard teilte mit, man sei sich der Medienberichte bewusst, wonach Beamte der Abteilung für Personenschutz der Royals 2018 an der Weitergabe eines Briefes beteiligt gewesen seien. "Wir führen interne Nachforschungen durch, um dies zu bestätigen", hieß es. Quellen bei der Met betonten laut "Daily Mail" jedoch, dass die Behörde selbst zu keinem Zeitpunkt Ermittlungen gegen Thomas Markle Sr. eingeleitet habe – weder 2018 noch danach. Die Sussexes boten an, ihre eigene Kopie des Schreibens zur Verfügung zu stellen, falls die Polizei das Original nicht auffinden könne.

Das FBI erklärte, man kenne die Vorwürfe und werde die philippinischen Behörden "in angemessener Weise unterstützen". Zudem werde man mögliche Verstöße gegen US-Bundesrecht eigenständig prüfen.

Zerrüttete Familie und viele offene Fragen

Die Beziehung zwischen Meghan und ihrem Vater war bereits vor der Hochzeit mit Prinz Harry im Mai 2018 schwer belastet. Thomas Markle Sr. hatte kurz vor der Trauung inszenierte Paparazzi-Fotos gestellt und zog sich nach zwei Herzinfarkten von der Zeremonie zurück. Seitdem haben Vater und Tochter nicht mehr miteinander gesprochen.

Der frühere Lichttechniker aus Hollywood war 35, als er Meghans Mutter Doria kennenlernte. Aus seiner ersten Ehe stammen die Halbgeschwister Thomas Jr. und Samantha. Harry und Meghan legten 2020 ihre royalen Pflichten nieder und kehrten im August dieses Jahres überraschend nach Großbritannien zurück.

Zahlreiche Fragen bleiben ungeklärt: Wer verfasste den Brief von 2018? Welche Behörde führte damals tatsächlich Ermittlungen? Eine Quelle aus dem Umfeld der Königsfamilie stellte lediglich fest, dies sei "eine Angelegenheit des Sussex-Haushalts".

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