Königin Mette-Marit: Arzt macht deutliche Ansage - "nie wieder ein normales Leben"

Wie geht es der norwegischen Königin Mette-Marit nach ihrer Lungentransplantation wirklich? Transplantationsmediziner Jesper Magnusson findet nun deutliche Worte zum Gesundheitszustand der Königin - und mahnt zur Vorsicht.

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Königin Mette-Marit (53) wird laut Medizinern nie wieder ein Leben führen, wie sie es früher einmal getan hat. Dennoch gibt es gute Chancen der Genesung. (Foto) Suche
Königin Mette-Marit (53) wird laut Medizinern nie wieder ein Leben führen, wie sie es früher einmal getan hat. Dennoch gibt es gute Chancen der Genesung. Bild: picture alliance/dpa/NTB Pool/Lise Åserud
  • Nach Lungentransplantation: Experten erklären Mette-Marits Komplikationen
  • Neue Königin fehlt bei Terminen: Was hinter ihren Rückschlägen steckt
  • Transplantationsmediziner warnen: Warum die ersten Monate besonders kritisch sind
  • Genesung kann lange dauern: So steht es um Mette-Marits Aussichten

Nach ihrer Lungentransplantation im Juni kämpft Königin Mette-Marit (53) weiterhin mit gesundheitlichen Rückschlägen. Bei der Vereidigung ihres Mannes König Haakon (53) fehlte sie gänzlich – ihr behandelnder Lungenarzt Are Holm bestätigte, dass es seit dem Eingriff wiederholt zu Komplikationen gekommen sei. Auch bei der Trauerprozession für den verstorbenen König Harald (†89) eine Woche später konnte sie nicht zu Fuß teilnehmen. Stattdessen begleitete sie Königin Sonja (89) aus einem Fahrzeug heraus, während die übrige königliche Familie hinter dem Sarg herging.

Beide Auftritte warfen in Norwegen Fragen über den Zustand der neuen Königin auf. Nun ordnen renommierte Transplantationsmediziner aus Skandinavien ein, warum solche Schwierigkeiten nach einem derart schweren Eingriff keineswegs überraschend kommen.

Komplikationen wie die bei Mette-Marit sind laut Experten der Normalfall

Hans Henrik Lawaetz Schultz, Oberarzt an der Lungenabteilung des Rigshospitalet in Kopenhagen, stellt gegenüber "TV 2" klar: "Komplikationen sind sehr, sehr häufig. Wir sagen tatsächlich allen unseren Patienten, dass niemand dies ohne gewisse Komplikationen übersteht." Wiederholte Klinikaufenthalte nach dem Eingriff seien demnach nichts Ungewöhnliches.

Besonders riskant sind die ersten zwei bis sechs Wochen nach der Operation. In dieser Phase kann das Immunsystem eine akute Abstoßungsreaktion gegen das transplantierte Organ auslösen. Atemnot gilt als mögliches Warnsignal, tritt jedoch nicht bei jedem Betroffenen auf. Regelmäßige Gewebeproben sind daher unverzichtbar, um solche Reaktionen rechtzeitig zu entdecken.

Schwere Verläufe kommen laut Schultz allerdings selten vor. Eine Abstoßung lasse sich in vielen Fällen durch eine Anpassung der Medikamentendosis in den Griff bekommen.

Medikamente schützen das Organ – und schwächen den Körper

Die Arzneimittel, die eine Abstoßung des Spenderorgans verhindern sollen, haben eine problematische Kehrseite: Sie unterdrücken das Immunsystem und machen Patienten dadurch deutlich anfälliger für Infektionen. Schultz erläutert gegenüber "TV 2", dass solche Infektionen keineswegs auf die Lunge beschränkt bleiben müssen – auch Blase oder Darm können betroffen sein.

Jesper Magnusson, medizinischer Leiter für Lungentransplantationen am Sahlgrenska-Universitätsklinikum in Göteborg, warnt zudem vor seltenen, aber gefährlichen Verläufen, berichtet die "Bunte". Unbehandelte Infektionen oder aggressive Bakterien könnten im Extremfall eine Blutvergiftung verursachen.

Hinzu kommt der erhebliche Verlust an Muskelmasse nach einem langen Intensivaufenthalt, der sich über Wochen oder Monate bemerkbar machen kann. Schultz sieht darin auch eine plausible Erklärung dafür, dass Mette-Marit die 40-minütige Trauerprozession vom Fahrzeug aus verfolgte und einem Abendempfang fernblieb.

Genesung von Mette-Marit kann bis zu anderthalb Jahre dauern

Wie schnell sich Patienten nach einer Lungentransplantation erholen, variiert enorm. Magnusson verdeutlicht die Bandbreite: "Manche schaffen das in drei Monaten, aber manche brauchen vielleicht ein Jahr oder anderthalb Jahre, um wieder auf die Beine zu kommen."

Schultz sieht die kommenden Monate als entscheidend an. "Für die meisten sind die ersten sechs Monate die turbulentesten, danach stellt sich eine gewisse Stabilisierung ein", erklärt der Kopenhagener Oberarzt. Trotz der bisherigen Rückschläge bei Mette-Marit schätzt er die langfristigen Aussichten grundsätzlich positiv ein. Die Königin habe gute Chancen, irgendwann wieder einen normalen Alltag zu führen – auch wenn Komplikationen zum Dasein als Transplantationspatientin unweigerlich dazugehörten.

Ein völlig normales Leben wird es nicht mehr geben

Trotz aller Zuversicht bleiben dauerhafte Einschränkungen unvermeidlich. Magnusson formuliert es nüchtern: "Man wird nie wieder ein ganz normales Leben führen können." Dennoch könnten viele Transplantierte nach überstandener Genesungsphase wieder beruflich aktiv sein, verreisen und über Jahre hinweg ein weitgehend selbstbestimmtes Leben führen.

Der norwegische Königshof hatte nach dem Eingriff im Juni mitgeteilt, dass Mette-Marits Erholungsphase voraussichtlich rund sechs Monate in Anspruch nehmen werde. Offizielle Termine seien in diesem Zeitraum nicht eingeplant. Damit dürfte die Königin frühestens gegen Ende des Jahres wieder bei repräsentativen Anlässen in Erscheinung treten – vorausgesetzt, ihr Genesungsverlauf stabilisiert sich wie von den Medizinern erhofft.

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