Prinz Harry: Ist Harrys kalifornischer Traum vorbei? Alle Zeichen stehen auf Trennung

Nach der Hochzeit mit Meghan Markle hatte es Prinz Harry eilig, dem britischen Königshaus den Rücken zu kehren. Jetzt, sechs Jahre später, mehren sich jedoch die Anzeichen, dass der kalifornische Traum des Königssohns ausgeträumt sein könnte.

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Prinz Harry hat im kalifornischen Montecito eine neue Heimat gefunden - doch nun spricht alles dafür, dass es den Königssohn wieder in seine britische Heimat zieht. (Foto) Suche
Prinz Harry hat im kalifornischen Montecito eine neue Heimat gefunden - doch nun spricht alles dafür, dass es den Königssohn wieder in seine britische Heimat zieht. Bild: picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd

Anfang 2020, als Prinz Harrys Märchenhochzeit mit Meghan Markle noch keine zwei Jahre zurücklag, hatte es der jüngere Sohn von König Charles III. plötzlich sehr eilig, seine britische Heimat ebenso hinter sich zu lassen wie die Pflichten, die er bis dato als Vollzeit-Royals erfüllt hatte. Knall auf Fall verkündeten Harry und Herzogin Meghan, ihren Lebensmittelpunkt nach Nordamerika verlegen zu wollen und wurden kurz darauf im kalifornischen Montecito sesshaft. Doch was ist heute, sechs Jahre später, aus Prinz Harrys kalifornischem Traum geworden?

Prinz Harry riss mit Meghan Markle in die USA aus - was ist vom kalifornischen Traum übrig?

Amanda Platell, für für die britische "Daily Mail" aus der Adelswelt berichtet, hat darauf eine ebenso klare wie ernüchternde Antwort: Ihrer Ansicht nach spricht vieles dafür, dass Prinz Harrys Kalifornien-Kapitel eher früher als später wie eine Seifenblase zerplatzen könnte. Den Anlass für derartige Spekulationen gab Prinz Harry selbst, als aus seinem Lager berichtet wurde, dass der Königssohn nach einem privaten Wiedersehen mit seinem Vater König Charles III. plane, künftig "aller paar Monate" seine britische Heimat zu besuchen.

Prinz Harry legt Sinneswandel hin und kündigt häufigere Heimatbesuche an

Auf die lange Bank schieben will der Herzog von Sussex seine Reisepläne offenbar nicht: Bereits im September sei ein einwöchiger Aufenthalt geplant, künftig wolle er alle paar Monate auf der Insel vorbeischauen. Doch hinter der Erzählung vom reuigen Sohn, der die Nähe zu seinem Vater sucht, lauert eine unbequeme Frage: Geht es Harry tatsächlich um familiäre Bande – oder vielmehr um die Rettung einer Marke, die auf beiden Seiten des Atlantiks massiv an Strahlkraft verloren hat?

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Die Beliebtheitswerte sprechen eine deutliche Sprache: Prinz Harry kommt in Großbritannien laut "Daily Mail" derzeit auf magere 27 Prozent Zustimmung, Herzogin Meghan sogar nur auf 18 Prozent. Auch in den USA ist das Interesse an den Sussexes rapide gesunken. Denn die vergangenen Jahre in den Vereinigten Staaten verliefen für das Paar alles andere als nach Plan. Der einst lukrative Spotify-Vertrag über 20 Millionen Dollar ist Geschichte. Meghans Netflix-Sendung "With Love, Meghan" wurde nach lediglich zwei Staffeln aus dem Programm genommen.

Den wohl peinlichsten Tiefpunkt markierte jedoch der gemeinsam produzierte Kinofilm "Cookie Queens" – eine Geschichte über Pfadfinderinnen beim Keksebacken. Das Werk erlebte an den US-Kinokassen eine demütigende erste Woche und wurde dort von einem Zusammenschnitt skateboard-fahrender Katzen geschlagen. Das einstige Millionen-Imperium der Marke Sussex trocknet zusehends aus. Die Zustimmungswerte des Paares sind in den USA ähnlich eingebrochen wie zuvor bereits in Großbritannien. Vor diesem Hintergrund erscheint Harrys plötzliche Sehnsucht nach der alten Heimat in einem anderen Licht.

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Wer genauer hinschaut, erkennt schnell die Risse in Harrys Erzählung von der glücklichen Familienrückkehr. Bei seinem jüngsten Besuch in Highgrove empfingen ihn lediglich König Charles und Königsgemahlin Camilla – Letztere war Berichten zufolge vor allem anwesend, um die Einhaltung einer strikten Vereinbarung zu überwachen: keine Fotos, keine Durchstechereien an die Presse.

Weder Prinzessin Anne noch Prinz Edward trafen die Sussexes. Und mit Prinz William gab es nicht einmal ein Telefonat – geschweige denn eine persönliche Begegnung. Laut Vertrauten des Thronfolgers sitzt der Schmerz über die Angriffe in Harrys Memoiren "Spare" so tief, dass William erst wieder mit seinem Bruder sprechen werde, wenn König Charles eines Tages nicht mehr lebt und die Pflicht es erfordert. Prinz Harrys Beteuerung, er "liebe es immer, seine Familie zu sehen", wirft damit eine naheliegende Frage auf: Welche Familie genau meint er eigentlich?

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Als offiziellen Grund für die häufigeren Besuche nennen Harrys Vertraute sein Engagement für britische Wohltätigkeitsorganisationen. Er wolle diese künftig stärker durch persönliche Präsenz unterstützen. Konkret handelt es sich dabei um drei Projekte: die von ihm mitgegründeten Invictus Games für verwundete Veteranen, die Minenräumorganisation HALO Trust sowie WellChild, eine Initiative für schwerkranke Kinder.

Freunde des Prinzen betonen, er sei entschlossen, die kommenden Invictus Games "zu den besten aller Zeiten" zu machen. Seine Reisen sollten sich künftig stärker auf die Schirmherrschaften konzentrieren und "weniger vom sonstigen Unsinn überlagert" werden. Im Vergleich dazu fällt das Arbeitspensum allerdings überschaubar aus: Prinz William fungiert als Schirmherr oder Präsident von rund 50 gemeinnützigen, militärischen und öffentlichen Organisationen – darunter Dianas Obdachloseninitiative Centrepoint, Londons Rettungshubschrauber und der afrikanische Naturschutzverein Tusk Trust.

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All das nährt den Verdacht, dass Prinz Harrys neu entdeckte Liebe zur britischen Heimat weniger emotionalen als vielmehr strategischen Ursprungs ist. Die "Daily Mail" ordnet die Ankündigungen als mögliche "Aufweichungskampagne" ein – eine gezielte Medienoffensive, um die desaströsen Beliebtheitswerte aufzupolieren, bevor neue kommerzielle Vorhaben an den Start gehen. Bemerkenswert ist auch ein Widerspruch, der ins Auge sticht: Jahrelang argumentierte Harry, seine Familie könne ohne permanenten Personenschutz nicht sicher nach Großbritannien reisen. Die Regierung verweigerte diesen Rundumschutz außerhalb offizieller Anlässe. Nun soll er plötzlich alle paar Monate problemlos vorbeikommen können.

Sollte der Prinz tatsächlich glauben, einfach zurückkehren zu können und alles sei vergeben, dürfte ihn ein unsanftes Erwachen ereilen. Wenn selbst der König ihm nur eine Stunde seiner Zeit einräumt, stellt sich die Frage, warum die britische Öffentlichkeit großzügiger sein sollte.

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