Prinz Harry: Königssohn vor Gericht gescheitert - jetzt droht das Millionen-Debakel

Prinz Harry hat vor Gericht eine heftige Niederlage erlitten - doch die Schmach des Urteils ist nur eine Seite der Medaille. Nun droht dem Herzog von Sussex obendrein ein finanzielles Debakel in Millionenhöhe.

Erstellt von - Uhr

Prinz Harry hat in seinem Prozess gegen den Verlag Associated Newspapers Limited (ANL) eine deutliche Niederlage einstecken müssen. (Foto) Suche
Prinz Harry hat in seinem Prozess gegen den Verlag Associated Newspapers Limited (ANL) eine deutliche Niederlage einstecken müssen. Bild: Aaron Chown/PA Wire/dpa/dpa
  • Prinz Harry erleidet Niederlage vor Gericht
  • Royale Klage gegen britischen Zeitungsverlag abgewiesen
  • Herzog von Sussex droht finanzielles Debakel in Millionenhöhe

Wer als prominente Persönlichkeit in der Öffentlichkeit steht, gerät früher oder später in den Fokus der Klatschpresse - auch die Royals bleiben von diesem Schicksal nicht verschont. Während sich die meisten Königshaus-Mitglieder mit ihrer Medienpräsenz abfinden, hat sich Prinz Harry dazu entschieden, den Kriegspfad zu beschreiten und juristische Mittel in Anspruch zu nehmen - nur um wiederholt eine empfindliche Klatsche vor Gericht zu kassieren.

Prinz Harry erleidet Niederlage in Gerichtsprozess gegen britische Boulevardpresse

Gemeinsam mit anderen Promis, darunter Popstar Elton John nebst Ehemann David Furnish, Model und Schauspielerin Liz Hurley oder Schauspielerin Sadie Frost, hatte Prinz Harry Klage gegen den Verlag Associated Newspapers Limited (ANL) eingereicht, der unter anderem die britische Boulevardzeitung "Daily Mail" verantwortet.

Im Kern warfen Prinz Harry und seine Mitkläger Reportern der "Daily Mail" vor, über Jahre illegale Recherchemethoden angewandt zu haben, um Schlagzeilen zu generieren. Der Verlag wies die Vorwürfe von Beginn an entschieden zurück. Der aufsehenerregende Bespitzelungsprozess begann bereits im Januar und endete Ende März - nun setzt das schriftlich verkündete Urteil des Gerichts dem Justizspektakel ein Ende, das Prinz Harry so gar nicht gefällt.

Royals-Klage abgewiesen - so reagiert Prinz Harry auf das niederschmetternde Urteil

In einem 436 Seiten langen schriftlichen Urteil erklärte Richter Nicklin, die prominenten Kläger hätten die vorgebrachten Vorwürfe der unrechtmäßigen Informationsbeschaffung nicht ausreichend beweisen können. Die Klage werde deshalb abgewiesen. Für den 41-Jährigen war es bereits die dritte gescheiterte Klage dieser Art gegen britische Boulevardmedien. Harry führt seit Jahren einen juristischen Kampf gegen die Regenbogen-Presse.

Lange dauerte es nicht, bis Prinz Harry öffentlich auf das Urteil reagierte: Nur wenige Stunden nach der Urteilsverkündung meldete sich Prinz Harry mit scharfer Kritik zu Wort. In einer gemeinsamen Erklärung mit Mitklägerin Baroness Doreen Lawrence zeigte sich der Royal zutiefst enttäuscht. "Wir zogen vor Gericht, um Gerechtigkeit und Rechenschaftspflicht zu suchen. Aber wir haben weder das eine noch das andere erhalten", hieß es in dem Statement.

Die Kläger erhoben schwere Vorwürfe gegen das Gericht. Ihrer Ansicht nach seien vorliegende Beweise nicht berücksichtigt und die Aussagen der Journalisten ohne kritische Prüfung akzeptiert worden. "Es ist eine offensichtliche Vertuschung, aber leider nicht ganz unerwartet", erklärten Harry und Lawrence. Der Herzog von Sussex kritisierte zudem, dass das Urteil eine völlige Abkehr von früheren Entscheidungen in vergleichbaren Verfahren gegen andere Medienhäuser darstelle.

"Daily Mail"-Verlag jubelt nach Gerichtsurteil

Der Medienkonzern Associated Newspapers Limited reagierte mit Genugtuung auf das Urteil. Man sprach von einem "überwältigenden Sieg für die 'Daily Mail' und ihre Journalisten sowie für die Pressefreiheit im Allgemeinen". Richter Nicklin bewertete die Aussagen der mehr als 40 Journalisten, die in den Zeugenstand traten, als glaubwürdig. In seinem Urteil bezeichnete er mehrere Reporter als "beeindruckende und ehrliche Zeugen". Die Journalisten hätten legitime Erklärungen für die Herkunft ihrer Informationen geliefert, die das Gericht akzeptierte.

Der Richter stellte fest, dass die Kläger zwar ihre persönliche Betroffenheit schilderten, jedoch nur "begrenzte" direkte Kenntnisse über die tatsächlichen Recherchemethoden vorweisen konnten. Sie hätten sich weitgehend auf Informationen aus zweiter Hand gestützt.

Prinz Harry bald pleite? Nach dem Gerichtsurteil droht das Millionen-Debakel

Für Prinz Harry ist das Gerichtsurteil zweifelsohne ein Schlag unter die Gürtellinie - doch auch in finanzieller Hinsicht könnte es für den Königssohn schmerzhaft werden. Associated Newspapers Limited habe nach eigenen Angaben etwa 58 Millionen Euro investiert, um Anwälte zu bezahlen, nun will der Verlag "die offenen Fragen zu klären, einschließlich der Rückforderung der Kosten, die uns entstanden sind". Im Klartext heißt das: Prinz Harry könnte zur Kasse gebeten werden und im ungünstigsten Fall bald einige Millionen Euro ärmer sein.

Prinz Harrys emotionale Aussagen vor Gericht können Klage-Abweisung nicht verhindern

Im Zentrum des elfwöchigen Verfahrens standen Vorwürfe des Abhörens von Telefonaten und Sprachnachrichten sowie der unrechtmäßigen Beschaffung privater Dokumente. Prinz Harry war im Januar persönlich nach London gereist, um vor Gericht auszusagen. Dabei wurde es emotional: Am Ende seiner Aussage brach dem Prinzen die Stimme. "Sie haben das Leben meiner Frau vollkommen zur Hölle gemacht, Euer Ehren", erklärte er mit Blick auf die Berichterstattung über seine Ehefrau Herzogin Meghan.

Auch Elton John fand bei seiner Aussage im Februar drastische Worte. Die Praktiken des Verlags seien "abscheulich und jenseits jeglicher Standards menschlichen Anstandes", behauptete der 79-jährige Popstar. Er und sein Ehemann David Furnish warfen der "Daily Mail" vor, Telefonate abgehört und intime Dokumente wie Krankenakten über Privatdetektive beschafft zu haben.

Prinz Harry mit juristischer Niederlage bei Heimatbesuch konfrontiert

Die Entscheidung des Gerichts fiel genau zu dem Zeitpunkt, als Prinz Harry für Wohltätigkeitstermine und Vorbereitungen auf die Invictus Games 2027 in Birmingham nach Großbritannien zurückkehrte. Wenige Minuten nach Bekanntwerden des Urteils trat er im Londoner Chatham House auf, äußerte sich dort jedoch zunächst nicht zu der Niederlage.

Das Gerichtsurteil dürfte nicht die einzige emotionale Herausforderung bleiben, die Prinz Harry während seines Aufenthalts in Großbritannien bevorsteht: Zunächst hatte es so ausgesehen, als könne es zu einer Annäherung mit seinem Vater Charles III. (77) kommen, doch nun scheinen sich die Fronten wieder zu verhärten. Das Verhältnis der beiden gilt seit Jahren als zerrüttet. In den Royals-News wurde vor Prinz Harrys Ankunft in London kolportiert, der Königssohn werde zu dem fünftägigen Aufenthalt in dieser Woche samt Familie anreisen und im Buckingham-Palast übernachten. König Charles hat seine Enkel Archie und Lilibet seit Jahren nicht mehr gesehen. Doch der Palast dementierte kurzfristig, dass Harry im Palast übernachten sollte. Das Angebot sei abgelaufen, hieß es - sehr zum Ärger von Harry, wie er über seinen Sprecher mitteilen ließ.

Zudem reiste Harry entgegen anderslautender Vermutungen doch solo an, seine Ehefrau Meghan und die gemeinsamen Kinder Archie und Lilibet blieben zunächst in Kalifornien. Hintergrund sind anhaltende Debatten um den Polizeischutz der Familie, auf den die Sussexes seit ihrem Rückzug von den royalen Pflichten 2020 keinen automatischen Anspruch mehr haben.

Sie bekommen von den Royals nicht genug? Dann gibt's hier weiteren Lesestoff:

/news.de/dpa/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.