Wladimir Putin: Kremlchef in Geldnot? Soldaten müssen auf Gehalt warten

Werden die Kriegskassen im Kreml leerer? Aktuellen Berichten zufolge müssen womöglich zahlreiche russische Militärangehörige im Dezember auf ihr Gehalt verzichten. Derweil bereitet Wladimir Putin jedoch neue Rekordausgaben im Verteidigungsapparat vor.

Erstellt von - Uhr

Wladimir Putin hat offenbar zunehmende Schwierigkeiten bei der Bezahlung seiner Soldaten. (Foto) Suche
Wladimir Putin hat offenbar zunehmende Schwierigkeiten bei der Bezahlung seiner Soldaten. Bild: picture alliance/dpa/Russian Presidential Press Service via AP | Uncredited
  • Russische Soldaten könnten im Dezember kein Gehalt bekommen
  • Berichte über einen entsprechenden Erlass des Verteidigungsministeriums
  • Während Zahlungen für Hinterbliebene gefallener Soldaten gekürzt werden, bereitet Wladimir Putin Rekordausgaben für das Militär vor

Der Ukraine-Krieg wird für Wladimir Putin offenbar immer mehr zum finanziellen Desaster. Nicht nur an der Front gab es in den vergangenen Monaten erneut immense Verluste. Auch durch anhaltende Drohnenangriffe entstanden Schäden - beispielsweise an russischen Rüstungsfabriken oder Öldepots. Nun gibt es Berichte über mutmaßliche Geldsorgen in Moskau, die vor allem für Putins Soldaten zum Problem werden könnten.

Wladimir Putin will seine Soldaten später als geplant bezahlen

Wie "t-online" unter Berufung auf das unabhängige russische Medium "Verstka" berichtet, hat das Verteidigungsministerium einen Erlass vorbereitet, der die Auszahlung der Dezember-Gehälter für einen Großteil der Streitkräfte in den Januar verschieben würde -konkret auf den Zeitraum vom 11. bis 21. Januar. Bislang galt die Regel, dass der Sold spätestens am 25. Dezember auf den Konten sein muss. Seit mindestens 2008 – womöglich sogar seit der Sowjetära – wurde diese Praxis nicht angetastet.

Russisches Verteidigungsministerium will Streitkräfte in der Ukraine von Erlass ausnehmen

Ausdrücklich ausgenommen von der Verzögerung sind den Berichten zufolge lediglich Soldaten der sogenannten Vereinigten Truppengruppe, die aktiv in der Ukraine im Einsatz sind. Garnisonstruppen, Unterstützungseinheiten und sämtliches Personal außerhalb der Kampfzone müssten dagegen über den Jahreswechsel auf ihr Geld warten. Eine offizielle Begründung für den Schritt lieferte das Ministerium bislang nicht.

Gibt es Geldsorgen im Kreml?

Es ist nicht die einzige Maßnahme, die auf Finanzschwierigkeiten im Kreml hindeutet. In mehreren russischen Regionen werden laut "t-online" Zahlungen an Angehörige getöteter oder verletzter Soldaten massiv zusammengestrichen. Beispielsweise wurden in Stawropol sämtliche Auszahlungen an betroffene Familien auf 2027 vertagt. In Uljanowsk sank die Einmalzahlung an Hinterbliebene gefallener Soldaten im Laufe des Jahres 2026 von einer Million auf gerade einmal 50.000 Rubel und in Saratow wurde eine vergleichbare Leistung von einer Million auf 100.000 Rubel gekürzt.

Währenddessen sieht ein Haushaltsentwurf für 2027 vor, dass knapp die Hälfte sämtlicher Bundesausgaben in Verteidigung und innere Sicherheit fließen soll – ein historischer Höchstwert in Russland.

Auch diese News rund um den Ukraine-Krieg könnten Sie interessieren:

/hos/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.