Wladimir Putin: Kremlchef lädt Selenskyj nach Moskau ein – doch es gibt einen Haken

Ein Treffen in Moskau, Sicherheitsgarantien und neue Friedensgespräche: Wladimir Putin macht Wolodymyr Selenskyj ein Angebot. Doch hinter dem Vorstoß steckt eine Einschränkung, die leicht übersehen wird. Was der Kreml tatsächlich für ein Treffen der beiden Präsidenten vorsieht.

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Wladimir Putin lädt Wolodymyr Selenskyj zu einem Treffen nach Moskau ein. (Foto) Suche
Wladimir Putin lädt Wolodymyr Selenskyj zu einem Treffen nach Moskau ein. Bild: picture alliance/dpa/Pool AP | Pavel Bednyakov
  • Wladimir Putin hat Wolodymyr Selenskyj direkte Gespräche in Moskau angeboten
  • Nach russischer Darstellung soll ein persönliches Treffen erst nach Abschluss des Verhandlungsprozesses stattfinden
  • Neue trilaterale Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA sind für die erste Novemberhälfte in Abu Dhabi geplant

Wladimir Putin lädt Wolodymyr Selenskyj zu direkten Gesprächen nach Moskau ein und verspricht dem ukrainischen Präsidenten Sicherheit auf russischem Boden. Doch hinter dem diplomatischen Vorstoß steckt ein Haken: Nach den Vorstellungen des Kremls soll ein persönliches Treffen erst am Ende des Verhandlungsprozesses stattfinden. Gleichzeitig rücken neue Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA in Abu Dhabi näher.

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Wladimir Putin stellt Selenskyj-Treffen in Moskau in Aussicht

Der Kremlchef hat seinem ukrainischen Amtskollegen erneut direkte Gespräche in Moskau angeboten. Dabei stellte der Kreml Sicherheitsvorkehrungen für einen möglichen Besuch in Aussicht. Der russische Präsidentenberater Juri Uschakow erklärte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass: "Unser Chef hat bekräftigt, dass Selenskyj, wenn er wirklich direkte Verhandlungen führen möchte, nach Moskau kommen sollte, wo alle notwendigen Bedingungen – einschließlich jener zu seiner Sicherheit – für ihn geschaffen werden."

Ob Selenskyj die Einladung annimmt, ist offen. Ein konkreter Termin für ein Treffen wurde nicht genannt. Zudem machte Uschakow deutlich, dass Moskau ein persönliches Gespräch der beiden Präsidenten erst dann für sinnvoll hält, wenn der Verhandlungsprozess abgeschlossen und entsprechende Vereinbarungen vorbereitet sind. Von einem unmittelbar bevorstehenden Gipfel kann deshalb bislang keine Rede sein.

Stubb und Støre übermitteln Botschaften aus Kiew

Hintergrund des Vorstoßes ist ein Telefonat Putins mit dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb und dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre am 27. Oktober. Die beiden Politiker hatten das Gespräch initiiert, um Botschaften zu möglichen Friedensverhandlungen direkt an den Kremlchef zu übermitteln. Die Ukraine war nach Angaben des finnischen Präsidialamts in die Vorbereitung eingebunden.

Bereits am 20. Oktober hatten sich Stubb und Støre in Oslo mit Selenskyj getroffen. Auch US-Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner nahmen an den Gesprächen teil. Anschließend sprach Witkoff mit Putin in St. Petersburg.

Finnland und Norwegen unterstützen die Ukraine und grenzen zugleich an Russland. Stubb und Støre betonten, dass sie bei ihrem Telefonat mit Putin im Namen ihrer eigenen Länder und nicht als Vertreter Europas handelten. Sie warben für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen und mehr Bemühungen um ein Ende des Krieges.

Ukraine-Gespräche in Abu Dhabi geplant

Im Mittelpunkt des Telefonats standen nach Angaben des Kremls auch geplante trilaterale Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA in Abu Dhabi. Diese sollen in der ersten Novemberhälfte wieder aufgenommen werden. Die drei Seiten wollen unter anderem über Bedingungen für ein Ende der Kampfhandlungen und Sicherheitsfragen sprechen.

Uschakow zufolge gab es dazu zahlreiche Fragen und Klärungsbedarf von russischer Seite. Eine Beteiligung Europas an den Verhandlungen ist nach seinen Angaben derzeit noch kein Thema. "Wir befassen uns überhaupt nicht damit, wer Europa vertreten könnte, da dies erst in einem viel späteren Stadium entschieden wird", erklärte der Kreml-Berater.

Damit bleibt unklar, ob und wann europäische Staaten direkt an den Gesprächen beteiligt werden. Moskau setzt zunächst auf das Format mit Russland, der Ukraine und den Vereinigten Staaten.

Bleibt Putins Einladung ohne Folgen?

Das Telefonat mit Stubb und Støre zeigt, dass diplomatische Kontakte zum Kreml wieder aufgenommen werden. Ein Durchbruch im Ukraine-Krieg lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Die Einladung nach Moskau ist an Bedingungen geknüpft, ein Treffen wurde nicht vereinbart und zentrale Fragen für einen möglichen Frieden bleiben offen.

Nach Angaben des finnischen Präsidialamts vereinbarten Putin, Stubb und Støre, bei Bedarf erneut miteinander zu sprechen. Uschakow bezeichnete das Gespräch als „gründlich und substanziell". Ob aus den Kontakten konkrete Fortschritte entstehen, dürfte sich auch daran zeigen, ob die geplanten Gespräche in Abu Dhabi tatsächlich zustande kommen.

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