Donald Trump: Trump-Wut immer heftiger - jetzt wird das Ausmaß erst ersichtlich
Die Wut wächst: Veteranen, Historiker und Militärs wehren sich gegen Donald Trumps geplanten Triumphbogen am Nationalfriedhof Arlington. Eine neue Analyse zeigt, welche massiven Auswirkungen der Bau des Monuments haben würde.
Erstellt von Tobias Rüster - Uhr
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- Donald Trump: Wut gegen seinen Triumphbogen wächst
- Das Weiße Haus hält an Donald Trumps Triumphbogen fest
- Veteranen und Wissenschaftler laufen Sturm gegen Trump-Bogen
- Donald Trump will Paris in den Schatten stellen
Ein gewaltiger Triumphbogen, wie ihn Donald Trump am Rande des Nationalfriedhofs Arlington errichten lassen will, würde an 284 Tagen im Jahr seinen Schatten über die letzte Ruhestätte gefallener US-Soldaten werfen. Das geht aus einer neuen Analyse der "Washington Post" hervor, die ein maßstabsgetreues 3D-Modell des geplanten Monuments erstellte. Es ist nicht der einzige umstrittene Bauplan des US-Präsidenten. Aktuell streitet er sich auch wegen des Umbaus eines Golfplatzes in Washington.
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Donald Trump: Wut gegen seinen Triumphbogen wächst
Die Wut auf Trump wächst. Kritiker sprechen von einer Entweihung des heiligsten Soldatenfriedhofs der Nation. Demnach würde der wandernde Schatten des Trump-Bogens im Laufe eines Jahres mehr als 75.000 Grabstätten auf dem Friedhof erreichen - darunter die Gräber von Veteranen sämtlicher amerikanischer Kriege. Besonders brisant sind die Auswirkungen auf einige der symbolträchtigsten Gedenkstätten des Landes.
- Laut der Analyse würde der Schatten des Triumphbogens an 18 Tagen im Jahr direkt über die Ewige Flamme am Grab von US-Präsident John F. Kennedy gleiten - sein gesamte Gedenkstätte läge sogar an 50 Tagen im Dunkeln. Das Military Women's Memorial, das den Dienst von Soldatinnen ehrt, wäre an 109 Tagen betroffen.
- Der Schatten würde unterschiedslos über die Ruhestätten von Gefallenen des Vietnamkriegs, des Koreakriegs, beider Weltkriege, des Spanisch-Amerikanischen Kriegs und des Bürgerkriegs fallen. Auch die Grabsteine ehemals versklavter Menschen blieben nicht verschont.
- In den Abendstunden reichte die Dunkelzone sogar über die Arlington Memorial Bridge hinaus bis zu den Monumenten der National Mall. An Herbst- und Wintertagen würde der Schatten das Lincoln Memorial streifen, an mehr als 30 Tagen Teile des Martin Luther King Jr. Memorial und des Reflecting Pool erreichen.
Das Weiße Haus hält an Donald Trumps Triumphbogen fest
Die Regierung zeigt sich von der Kritik unbeeindruckt. Sprecher Davis Ingle vom Weißen Haus betonte, der Bogen werde "das Besuchererlebnis aufwerten" und sich zu "einem der ikonischsten Wahrzeichen" entwickeln. Das Innenministerium verwies auf eigene Modellrechnungen, wonach während der Öffnungszeiten des Friedhofs nur ein kleiner Bereich betroffen sei - und das an weniger als zwei Wochen pro Jahr.
Die Schatten träten dann auf, wenn sie "sehr lang und verzerrt sind und sich mit den langen Schatten der Bäume vermischen", so die Behörde. Allerdings werfen die 23 Seiten an Simulationen, die das Ministerium vorlegte, Fragen auf: Die verwendete Methodik wurde nicht erläutert - und die dargestellten Schattenverläufe deckten sich laut der "Washington Post" weitgehend mit deren eigenen Berechnungen.
Veteranen und Wissenschaftler laufen Sturm gegen Trump-Bogen
Der pensionierte Generalmajor Paul Eaton, dessen Eltern auf dem Friedhof von Arlington beigesetzt sind, findet deutliche Worte. Das Vorhaben sei "eine Schändung", sagte der Militär, der mit der Veteranenorganisation VoteVets zusammenarbeitet. "Es gibt viele Familien da draußen, die ihre Angehörigen besuchen und einfach überwältigt sein werden vom Schatten dieses Eitelkeitsprojekts für Trump."
Auch aus der Wissenschaft kommt scharfe Kritik. Die Historikerin Micki McElya von der University of Connecticut bezeichnete die Symbolik als "unbestreitbar". Differenzierter äußerte sich Karla Rothstein von der Columbia University, die zu Erinnerungskultur im öffentlichen Raum forscht. Schatten seien nicht "von Natur aus negativ", entscheidend sei jedoch ihre Quelle. "Vielleicht liegt die Sorge weniger in der Anwesenheit von Schatten als darin, was es bedeutet, wenn ein Monument, das Triumph feiert, seinen Schatten auf eine Landschaft wirft, die dem Opfer gedenkt."
Ein pikantes Detail am Rande: Der Triumphbogen soll mit einer eigenen Ewigen Flamme gekrönt werden. An manchen Tagen darunter der 28. Juli, Jacqueline Kennedys Geburtstag, würde Trumps Flamme hell leuchten, während sein Bauwerk das Grab und die Flamme ihres ermordeten Mannes in Schatten hüllt.
Donald Trump will Paris in den Schatten stellen
Trump selbst hat keinen Hehl daraus gemacht, dass sein Bogen den Arc de Triomphe in Paris überragen soll. Er habe das Monument "ein bisschen größer machen müssen", prahlte der US-Präsident. Bereits am 5. November könnte eine mit Trump-Verbündeten besetzte Planungskommission grünes Licht für das Projekt erteilen - der erste Spatenstich würde unmittelbar danach folgen.
Ob es so weit kommt, hängt allerdings auch von der Justiz ab. Ein Bundesrichter befasst sich derzeit mit einer Klage dreier Vietnam-Veteranen und eines Denkmalschützers, die eine einstweilige Verfügung gegen den Baubeginn erwirken wollen.
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