Alice Weidel: Umfrage-Rückschlag und brisante Mails - AfD-Chefin in Bedrängnis

Brechen für die AfD nach den erfolgreichen vergangenen Monaten nun schwieriger Zeiten an? In einer aktuellen Umfrage stürzt die Partei ab. Brisante Inhalte in geleakten Mails setzen zudem auch AfD-Chefin Alice Weidel unter Druck.

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Für AfD-Chefin Alice Weidel gibt es schlechte Neuigkeiten. (Foto) Suche
Für AfD-Chefin Alice Weidel gibt es schlechte Neuigkeiten. Bild: picture alliance/dpa | Michael Kappeler
  • AfD fällt im aktuellen ZDF-"Politbarometer" auf den schlechtesten Wert seit Mai
  • Zudem sollen über 420.000 Mails der Partei mit brisanten Inhalten geleakt worden sein
  • Auch AfD-Chefin Alice Weidel gerät wegen einer Spendenaffäre erneut unter Druck

Für die AfD folgte in den vergangenen Monaten ein Erfolg auf den nächsten. Die dort vom Verfassungschutz als "gesichert rechtsextrem" eingestufte Partei konnte Anfang September die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt klar gewonnen, erzielte kurz darauf auch in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin gute Ergebnisse. In bundesweiten Umfragen konnte die AfD zudem ihren Vorsprung vor der Union als stärkste Kraft immer weiter ausbauen. Doch nun gibt es einen unerwarteten Dämpfer für die Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla. Zudem setzen brisante Mails, die an die Öffentlichkeit gelangten, die Partei weiter unter Druck.

Rückschlag für Alice Weidel: Schlechtester Umfrage-Wert für AfD im ZDF-"Politbarometer" seit Mai

Im aktuellen ZDF-"Politbarometer" der Forschungsgruppe Wahlen sackt die AfD auf 26 Prozent ab – ein Minus von zwei Punkten gegenüber Anfang Oktober und der schwächste Wert seit Mai. Noch im September hatte die AfD stabil bei 28 Prozent gelegen.Gleichzeitig legt die Union kräftig zu: CDU/CSU klettern um zwei Punkte auf 23 Prozent und erreichen damit ihren besten Wert in dieser Umfragereihe seit August. Der Abstand zwischen den beiden stärksten Kräften schrumpft damit auf drei Prozentpunkte. Die AfD war im vergangenen April erstmals an der Union vorbeigezogen.

Die SPD kommt in der Umfrage auf 14 Prozent. Die Grünen würden 13, die Linke elf Prozent wählen. Die FDP verharrt mit drei Prozent unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde. Für die Erhebung wurden zwischen dem 20. und 22. Oktober 1.225 Wahlberechtigte befragt.

Brisante AfD-Mails geleakt

Während die Umfragewerte der AfD bröckeln, sorgt ein massiver Daten-Leak für zusätzliche Unruhe. Unbekannte Hacker haben über 421.000 E-Mails, 50.000 PDF-Dateien und Zehntausende Bilder aus elf AfD-Konten erbeutet und öffentlich zugänglich gemacht – darunter Korrespondenz des früheren Bundessprechers Alexander Gauland und der Co-Vorsitzenden Alice Weidel. Die Partei hat den Hack bestätigt, wie "Focus Online" berichtet, jedoch nicht die Echtheit der erbeuteten Mails.

Inhaltlich will sie sich nicht dazu äußern.Die AfD teilte laut Deutscher Presse-Agentur mit, sie werde eng mit den staatlichen Stellen zusammenarbeiten, um die zur Rechenschaft zu ziehen, "die unsere Partei digital angegriffen und Daten gestohlen haben". 

Radikalisierung der Partei

Die Inhalte der Dokumente sind erschreckend: Ein Bild zeigt eine Frau mit Hitlergruß sowie den Worten "So sieht eine wahre Deutsche aus", ein anderes eine MG-Stellung aus dem Zweiten Weltkrieg mit der Aufschrift "Das schnellste Asylverfahren 1400 Schuss pro Minute". Diese Materialien wurden offenbar von leitenden Funktionären eines NRW-Kreisvorstandes verbreitet. Ein ehemaliger Kreisvorsitzender berichtete zudem von einer Weihnachtskarte, die mit "Heil Hitler" und einem Hakenkreuz versehen war – der gesamte Kreisvorstand habe dies als "netten Scherz verniedlicht". Das Datenpaket umfasst laut "Focus online" Korrespondenz aus dem Zeitraum von der Parteigründung 2013 bis September 2026. Frauke Petry scheiterte 2017 daran, die Partei auf einen gemäßigteren Kurs zu bringen. Jörg Meuthen gab Anfang 2022 seinen Posten als Co-Sprecher auf und verwies auf die Radikalisierung und einen verlorenen Machtkampf gegen den rechten Flügel.

Spendenaffäre um Parteichefin Alice Weidel

Mehrere Medien berichteten zudem auf Grundlage der geleakten Dokumente über interne Kommunikation zu einer Parteispende aus dem Jahr 2017 für den Bundestagswahlkampf der damaligen AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel. WDR und NDR sowie ZDF und der "Spiegel" zitieren aus Mails mit Weidels Absenderkennung, die demnach nahelegen, dass die damalige offizielle Darstellung Weidels von dem abweicht, was sie tatsächlich über den Sachverhalt wusste. Die Spende aus der Schweiz in Höhe von rund 132.000 Euro war vor dem Bundestagswahlkampf 2017 auf dem Konto von Weidels Kreisverband Bodenseekreis in mehreren Tranchen eingegangen. Spenden von Nicht-EU-Bürgern an deutsche Parteien sind illegal. Die Partei musste rund 396.000 Euro Strafe zahlen.

Zu den Berichten äußerte sich die AfD auf dpa-Anfrage nicht konkret. WDR und NDR zitierten Weidels Sprecher mit den Worten, dass sie "keine ihrer Aussagen in der Causa Spenden KV Bodenseekreis revidiert".

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/news.de/dpa/stg

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